Ein trauriges Interview
Es gibt Momente in der Boyband-Geschichte, die sich rückblickend fast unwirklich anfühlen.
Genau so ein Moment ereignete sich im Jahr 1998, als der Disney Club über ein Konzert von Caught In The Act berichtete. Die Sendung begleitete die Band zum Auftritt auf dem Gelände der Landesgartenschau in Jülich. Dieses Konzert gehörte bereits zu den letzten der Bandgeschichte. Nur zwei Tage später war die Trennung von Caught in the Act beschlossene Sache.
Wenn man sich das Interview heute anschaut, wirkt plötzlich jedes Wort ein bisschen schwerer. Fast so, als hätte die Kamera einen Augenblick eingefangen, in dem alle Beteiligten bereits spürten, dass etwas zu Ende geht.
Die Stimmung unter den Fans in Jülich
Bevor die Band selbst zu Wort kam, sprach der Moderator zunächst mit den Fans vor Ort. Und schon dort wurde deutlich: Die Nachricht von der bevorstehenden Trennung hatte viele hart getroffen.
Ein Teenager-Mädchen versuchte ihre Gefühle in Worte zu fassen, was gar nicht so leicht war:
„Ich finde das eigentlich nicht so gut, denn sie haben so viel Erfolg und jetzt auf einmal trennen sie sich.“
Dieser Satz bringt eigentlich ziemlich gut auf den Punkt, wie viele Fans damals gedacht haben. Für uns als Teenager wirkte es einfach unlogisch. Eine Band, die überall im Fernsehen war, deren Songs ständig im Radio liefen – warum sollte so etwas plötzlich enden?
Ein anderes Mädchen wurde gefragt, wie es sich anfühlt, die Band vielleicht zum letzten Mal live zu sehen. Ihre Antwort war ehrlich und berührend:
„Das ist einfach traurig. Man hat sie immer im Fernsehen und in Shows gesehen und jetzt auf einmal nicht mehr. Da fehlt einem irgendwie was.“
Wer in den 90ern Fan einer Boyband war, kennt dieses Gefühl vermutlich noch sehr genau. Diese Bands waren ja nicht nur Musik. Sie waren Teil des Alltags – in der BRAVO, im Fernsehen, auf Postern an der Zimmerwand.
Wenn sie verschwanden, fühlte sich das tatsächlich ein bisschen so an, als würde ein Stück Jugend verschwinden.
Trotz aller Traurigkeit gab es aber auch warme Worte für die Zukunft der Band. Ein Fan formulierte einen Wunsch, der erstaunlich erwachsen klang:
„Ich wünsche ihnen, dass sie nach der Trennung ein schönes Leben haben werden. Dass sie immer Freunde bleiben und sich nicht im Streit trennen.“
Heute wissen wir natürlich: Ganz so einfach war die Geschichte damals nicht.
Das drittletzte Konzert von Caught In The Act
Das Konzert auf der Landesgartenschau in Jülich war eines der letzten gemeinsamen Auftritte von Bastiaan Ragas, Eloy de Jong, Lee Baxter und Benjamin Boyce.
Der Moderator des Disney Clubs sprach sogar davon, dass dieses Event für viele Fans einmal historische Bedeutung haben könnte. Ein Satz, der damals vielleicht noch etwas pathetisch klang – der sich im Rückblick aber tatsächlich bewahrheitet hat.
Denn nur zwei Tage später war klar: Die Zeit von Caught In The Act als Band war vorbei.
Als man die vier Jungs nach dem Konzert zum Interview traf, lag bereits eine deutlich melancholische Stimmung in der Luft.
Bastiaan über das Ende der Band
Als erstes wandte sich der Moderator an Bastiaan und stellte die Frage, die sich damals vermutlich ganz Deutschland stellte:
Warum löst sich eine der erfolgreichsten Boybands der 90er plötzlich auf?
Bastiaans Antwort fiel ehrlich aus – und gleichzeitig auch ein wenig vorsichtig:
„Das ist ein bisschen schwierig zu erklären. Wenn im Leben etwas schief läuft, gibt es meistens mehrere Gründe und nicht nur einen. Vielleicht ist es jetzt einfach an der Zeit, auch mal an unser Privatleben zu denken, unsere Freunde zu sehen, Urlaub zu machen.“
Dieser Satz klingt heute fast ein bisschen nach einem klassischen Boyband-Statement.
Doch wenn man sich die Situation der vier damals vorstellt – jahrelange Tourneen, permanenter Medienrummel, kaum Privatleben – versteht man durchaus, warum irgendwann der Punkt kommt, an dem man einfach nur kurz durchatmen möchte.
Lee Baxter über die letzten Konzerte
Besonders bewegend war die Antwort von Lee Baxter, als er gefragt wurde, wie es sich anfühlt zu wissen, dass bald alles vorbei sein wird.
Seine Worte waren erstaunlich offen:
„Es berührt uns sehr. Einerseits ist es schön, noch ein paar Mal als Caught In The Act auf der Bühne zu stehen und die Fans zu sehen. Andererseits sind wir sehr traurig, weil wir jetzt wissen, dass es zu Ende geht.“
Dann fügte er noch einen Satz hinzu, der bis heute nachwirkt:
„Es ist schwer, nicht auf der Bühne zu weinen, wenn wir die traurigen Gesichter im Publikum sehen. Wir wollen ja auch eine gute Show für die Leute machen.“
Man kann sich diesen Moment richtig vorstellen:
Die Fans im Publikum, viele vielleicht mit Tränen in den Augen. Die Band auf der Bühne, die versucht, trotzdem noch einmal die gewohnte Energie zu liefern.
Für viele Fans waren diese letzten Konzerte tatsächlich emotionaler, als man es von Boyband-Auftritten gewohnt war.
Zukunftspläne der Caught-In-The-Act-Mitglieder
Natürlich wollte der Moderator auch wissen, wie es für die vier nach der Trennung weitergehen würde. Doch konkrete Antworten gab es damals noch kaum.
Eloy de Jong erklärte:
„Alles ist jetzt ein bisschen schneller nach außen gedrungen, als wir eigentlich wollten. Wir sind deshalb momentan einfach noch in einem sehr großen Schock.“
Man merkt: Die Trennung war zu diesem Zeitpunkt noch sehr frisch.
Eloy konnte sich vorstellen, vielleicht einmal als Moderator zu arbeiten. Gleichzeitig betonte er aber auch, dass Musik weiterhin eine große Rolle in seinem Leben spielen würde – besonders wegen des direkten Kontakts zu den Fans bei Live-Auftritten.
Auch Lee Baxter hatte zu diesem Zeitpunkt noch keine ganz klaren Pläne.
Er überlegte, eventuell wieder zum Theater nach London zurückzukehren, wollte aber gleichzeitig den Kontakt zu den deutschen Fans nicht verlieren.
„Ich möchte Deutschland und die Fans hier nicht zurücklassen.“
Ein Satz, der aus heutiger Sicht fast ein bisschen symbolisch wirkt – schließlich ist Lee auch Jahrzehnte später immer noch eng mit seinen deutschen Fans verbunden.
Bastiaan Ragas blieb seiner Leidenschaft ebenfalls treu:
„Ich habe immer Musik gemacht, ich werde auch immer Musik machen.“
Wann, wo und in welcher Form – das wusste er damals allerdings noch nicht.
Und Benjamin Boyce?
Der hatte offenbar schon einige Möglichkeiten für seine Zukunft gesammelt:
„Als bekannt wurde, dass wir aufhören, habe ich ganz viele Visitenkarten in die Hand gedrückt bekommen.“
Er konnte sich vorstellen, sowohl zu singen als auch zu schauspielern – und freute sich gleichzeitig auf etwas, das für Boyband-Mitglieder lange sehr selten ist:
Freiheit.
Ein Interview, das heute wie ein Abschied wirkt
Wenn man dieses Interview heute anschaut, wirkt es fast wie ein kleines Zeitdokument.
Man sieht vier junge Männer, die gerade dabei sind, ein riesiges Kapitel ihres Lebens zu schließen – ohne genau zu wissen, was danach kommt.
Und man sieht Fans, die zum ersten Mal merken, dass ihre Lieblingsband vielleicht wirklich nicht für immer existieren wird.
Für viele von uns war das damals der Moment, in dem wir verstanden haben: Auch Boyband-Märchen können irgendwann enden.
Aber vielleicht ist genau das der Grund, warum uns diese Erinnerungen bis heute so berühren.
Denn egal, wie viele Jahre inzwischen vergangen sind – die Musik, die Gefühle und die gemeinsamen Erinnerungen bleiben.
Und manchmal reicht ein altes Interview, um uns für ein paar Minuten wieder mitten zurück in die 90er zu katapultieren.
Trauriges Interview in Jülich: CITA am 14.08.1998:
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Das war ein sehr emotionales und trauriges Interview in Jülich. Wie hast Du empfunden, als Du erfahren hast, dass CITA sich trennen würden?
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