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Caught In The Act bei BRAVO TV 1996: Warum „Silently“ bis heute unter die Haut geht

Es gibt diese ganz bestimmten Momente aus den 90ern, die man nie wieder vergisst. Momente, die sich irgendwie eingebrannt haben, obwohl man sie damals vielleicht nur auf einem kleinen Röhrenfernseher gesehen hat, eingekuschelt auf dem Teppichboden vorm Fernseher, während nebenbei irgendwo eine Lichterkette blinkte und die BRAVO-Ausgabe der Woche auf dem Bett lag. Der Auftritt von Caught In The Act mit „Silently“ bei BRAVO TV Ende 1996 war genau so ein Moment.

Denn obwohl CITA damals eigentlich für gute Laune, kreischende Fans und tanzbare Pop-Songs standen, hatte dieser Auftritt eine völlig andere Stimmung. Ruhiger. Nachdenklicher. Fast zerbrechlich. Und vielleicht war genau das der Grund, warum er so vielen Fans bis heute im Gedächtnis geblieben ist.

Kurz vor Weihnachten 1996 waren Caught In The Act bei BRAVO TV zu Gast und plauderten mit Moderatorin Jasmin Gerat über die letzten Monate ihres verrückten Erfolgsjahres. Während draußen vermutlich längst Weihnachtsmärkte aufgebaut wurden und wir Fans unsere Wunschzettel mit CITA-CDs, Postern und VHS-Kassetten füllten, blickten Lee, Bastiaan, Benjamin und Eloy auf ein Jahr zurück, das für sie selbst kaum turbulenter hätte sein können.

Zwischen London, Japan und endlosen Fanträumen

Im Gespräch erzählten die Jungs zunächst, dass sie erst kurz zuvor wieder im Studio gewesen waren. Neue Songs wurden in London aufgenommen und Benjamin verriet damals mit einem breiten Grinsen, dass die neuen Titel „wirklich sehr gut“ klingen würden. Rückblickend wirkt diese Szene fast ein bisschen süß, weil man genau merkt, wie stolz sie auf ihre Musik waren und wie viel Herzblut sie damals in jedes neue Album steckten.

Außerdem lagen zu diesem Zeitpunkt bereits mehrere Promo-Reisen hinter ihnen. Besonders die Asien-Tour hatte Eindruck hinterlassen. Heute klingt das vielleicht selbstverständlich, weil internationale Karrieren für viele Künstler normal geworden sind. Doch Mitte der 90er war das für vier junge Männer, die wenige Jahre zuvor noch komplett unbekannt gewesen waren, schlicht surreal.

Vor allem Eloy de Jong sprach damals mit einer ehrlichen Begeisterung darüber. Er erzählte, dass er vor seiner Zeit bei Caught In The Act kaum gereist sei und höchstens Spanien gekannt habe. Und plötzlich stand er mehrfach in Japan auf Bühnen, war in Australien unterwegs und wurde überall von Fans erkannt. Wenn man sich alte Interviews anschaut, merkt man immer wieder, wie sehr Eloy dieses Staunen nie ganz verloren hat.

Genau das machte CITA damals für viele Fans so sympathisch. Trotz des riesigen Erfolgs wirkten sie oft nicht geschniegelt oder künstlich perfekt, sondern eher wie vier Jungs, die selbst manchmal kaum glauben konnten, was da gerade mit ihnen passierte.

Das Musikvideo zu „Bring Back The Love“ und die Magie der 90er

Natürlich durfte im BRAVO-TV-Talk auch das Musikvideo zu „Bring Back The Love“ nicht fehlen, das kurz zuvor in London gedreht worden war. Für uns Fans gehörten solche Videopremieren damals zu den wichtigsten Ereignissen überhaupt. Heute klickt man innerhalb von Sekunden auf YouTube. Damals wartete man teilweise tagelang darauf, dass VIVA oder MTV endlich das neue Video spielten — und wehe, jemand rief genau in diesem Moment auf dem Festnetztelefon an.

Benjamin erklärte damals, dass das Video nicht komplett autobiografisch sei, aber durchaus Kindheitserinnerungen der Bandmitglieder eingeflossen seien. Genau diese Mischung aus Realität und Fantasie machte viele 90er-Musikvideos so besonders. Sie wirkten wie kleine Filmwelten, in die man für ein paar Minuten eintauchen konnte.

Besonders lustig war außerdem die Geschichte rund um das Kinder-Casting. Laut Eloy hatten sie ungefähr 500 Kinder gesichtet, bevor die endgültige Auswahl feststand. Ein englisches Castingbüro half dabei, passende Kinder zu finden, und am Ende stellte sich sogar heraus, dass die ausgewählten Jungs bereits ihre eigene kleine Popgruppe gegründet hatten. Allein solche Geschichten zeigen, wie detailverliebt damals selbst Musikvideos produziert wurden.

Und ganz ehrlich: Als Teenie stellte man sich nach solchen Interviews doch sofort vor, wie unglaublich aufregend das alles gewesen sein musste. London. Dreharbeiten. Studios. Fans. Hotelzimmer. Genau diese Welt wirkte auf uns damals wie ein riesiger Traum zwischen Popcorn-Heft, BRAVO-Starschnitt und selbst aufgenommenen VHS-Kassetten.

Die erste große Liebe und ein sehr persönlicher Moment

Im weiteren Verlauf des Interviews wurde es dann persönlicher. Jasmin Gerat wollte wissen, ob die Jungs eigentlich noch Kontakt zu ihren ersten großen Lieben hätten. Bastiaan erinnerte sich daran, dass er seine damalige große Liebe seit Jahren nicht mehr gesehen hatte, aber gehört habe, dass sie „immer noch sehr gut aussieht“.

Solche Momente machten die Interviews mit CITA oft besonders charmant. Es waren keine hochglanzpolierten Antworten wie heute in vielen PR-Trainings. Vieles wirkte spontan, manchmal leicht verlegen und oft erstaunlich ehrlich.

Außerdem blickten die vier auf das Jahr 1996 zurück — und schnell wurde klar, dass die „Forever Friends Tour“ für alle das absolute Highlight gewesen war. Wer damals dabei war, erinnert sich vermutlich heute noch an dieses Gefühl, wenn das Licht in der Halle ausging und plötzlich die ersten Töne erklangen. Für viele Fans war das mehr als nur ein Konzert. Es war der Mittelpunkt des eigenen Teenie-Lebens.

Und während wir damals wahrscheinlich dachten, dass CITA einfach immer da sein würden, lebten die Jungs praktisch permanent aus dem Koffer. Selbst kurz vor Weihnachten standen sie noch auf der Bühne und absolvierten ihre Weihnachtstour. Nur an Heiligabend gönnten sie sich einen freien Tag mit Familie und Freunden.

Heute wirkt das fast unwirklich. Aber genau so funktionierte das Boyband-Leben der 90er: nonstop unterwegs, ständig Interviews, Auftritte, Reisen und kaum Privatsphäre. Trotzdem schafften es Caught In The Act erstaunlich oft, dabei herzlich und nahbar zu bleiben.

Warum „Silently“ für viele Fans unvergessen blieb

Und dann kam dieser Auftritt.

„Silently“ war nie offiziell als Single erschienen, obwohl der Song unter Fans unglaublich beliebt war. Viele hätten sich damals gewünscht, dass genau diese Ballade veröffentlicht wird, weil sie eine ganz andere Seite von Caught In The Act zeigte. Ruhiger. Erwachsener. Emotionaler.

Trotzdem schaffte es der Song auf die CD „BRAVO Christmas Hot & Holy“, die damals in vielen Kinder- und Jugendzimmern vermutlich in Dauerschleife lief. Gerade zur Weihnachtszeit passte „Silently“ perfekt zu dieser melancholischen Stimmung, die man Ende des Jahres oft automatisch verspürt.

Doch besonders für Eloy hatte das Lied noch eine viel tiefere Bedeutung.

Im Interview erklärte er vorsichtig, dass „Silently“ für ihn sehr emotional sei und die Fans vermutlich wüssten, warum. Man merkte sofort, dass ihm das Thema naheging und dass er nicht ausführlicher darüber sprechen wollte. Erst später wurde vielen Fans bewusst, wie traurig der Hintergrund tatsächlich war.

Eloys Vater war 1996 verstorben. Und Eloy hatte „Silently“ an dessen Grab gesungen und ihm den Song gewidmet.

Wenn man den Auftritt heute noch einmal anschaut, versteht man plötzlich, warum die Stimmung so besonders war. Warum vieles stiller wirkte als sonst. Warum Eloy so in sich gekehrt erschien. Es war eben nicht einfach nur eine weitere TV-Performance zwischen kreischenden Fans und Playback-Auftritten.

Es war ein echter emotionaler Moment.

Und vielleicht spürt man genau deshalb bis heute diese Gänsehaut, wenn die ersten Töne beginnen.

in Auftritt, der geblieben ist

Rückblickend gehört „Silently“ bei BRAVO TV definitiv zu den bewegendsten Auftritten von Caught In The Act überhaupt. Nicht wegen großer Showeffekte oder spektakulärer Choreografien, sondern gerade wegen der leisen Zwischentöne.

Vielleicht erinnert uns dieser Auftritt heute auch daran, warum uns Boybands der 90er emotional so geprägt haben. Hinter den Postern, den Autogrammkarten und den perfekt gestylten Fotos steckten eben echte Menschen mit echten Geschichten, Ängsten und Verlusten.

Und genau das machte solche Momente damals so besonders.

Wer heute alte Aufnahmen von CITA schaut, reist automatisch zurück in eine Zeit ohne Social Media, ohne Dauer-Streaming und ohne permanente Erreichbarkeit. Damals warteten wir geduldig auf BRAVO TV, nahmen Sendungen auf VHS auf und diskutierten montags in der Schule darüber, wer beim Interview am süßesten war.

Vielleicht berührt uns „Silently“ deshalb heute sogar noch mehr als damals. Weil wir inzwischen vieles anders verstehen. Weil wir älter geworden sind. Und weil manche Songs mit den Jahren plötzlich eine Tiefe bekommen, die man als Teenager noch gar nicht komplett erfassen konnte.

Hier kannst du dir das komplette Interview sowie den Auftritt mit „Silently“ noch einmal anschauen — und dich für ein paar Minuten zurück in die Weihnachtszeit 1996 versetzen.

Caught In The Act mit „Silently“ bei BRAVO TV 1996:

Buchtipp: Eloy de Jong – Ganz bei mir

Eloy de Jong blickt auf ein Leben zurück, das berührt, inspiriert und zeigt, wie viel Stärke in einem Menschen stecken kann. Seine neue Biografie zeichnet seinen Weg vom Kind aus Den Haag, das in der Schule häufig aneckte, bis hin zu einem der erfolgreichsten Schlagerkünstler Deutschlands nach – und erzählt dabei von all den Momenten, die ihn geprägt haben.

Das Buch nimmt dich mit zu seinen ersten Jahren als Tänzer, den Zeiten des Zweifelns und der Ausgrenzung und natürlich zu dem Tag, an dem er beim Casting für Caught in the Act sein Leben für immer veränderte. Aber auch die weniger glamourösen Seiten kommen vor: frühe Misserfolge, der Druck des Ruhms, das Ende der Boyband und die Suche nach einer neuen Richtung.

Besonders bewegend sind die Kapitel über seine bedeutenden Beziehungen – unter anderem zu Stephen Gately und Carlo Boszhard – sowie über seinen größten privaten Wegabschnitt: das Leben als Teil einer Regenbogenfamilie, die Geburt der Zwillinge und der schmerzhafte Abschied von Milon.

Die Biografie beleuchtet ebenso seine Rückkehr ins Rampenlicht, den Solo-Erfolg mit „Kopf aus – Herz an“, seine Zusammenarbeit mit anderen Künstlern und seine wachsende Rolle als inspirierende Stimme in der LGBTQ+-Community. Ergänzt wird das alles durch eindrucksvolle Fotos und viele persönliche Einblicke, die Eloys Entwicklung greifbar machen.

Für alle Fans von Caught in the Act, Schlagerliebhaber oder Menschen, die Eloy schon lange begleiten, ist dieses Buch ein emotionales und sehr aufrichtiges Porträt eines außergewöhnlichen Lebenswegs.

Das erwartet dich im Buch:

  • Ein ehrlicher Blick auf Eloys Kindheit, erste Träume und Hindernisse

  • Der komplette Weg von CITA bis zu seinen heutigen Erfolgen

  • Private Geschichten über Liebe, Familie, Mut und Verlust

  • Viele großformatige Fotos aus seinem Leben

  • Ein inspirierendes Porträt eines Künstlers, der nie aufgehört hat, an sich zu glauben

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