BRAVO TV Talk mit Caught in the Act 1996: Drei Küsschen, rote Bomberjacken und ganz viel Teenie-Herzklopfen
Manchmal reicht ein einziger alter TV-Ausschnitt, und plötzlich ist man wieder mittendrin. Nicht nur gedanklich, sondern so richtig. Man hört fast wieder das Knistern der VHS-Kassette, spürt dieses leichte Kribbeln im Bauch und erinnert sich daran, wie man damals vor dem Fernseher saß, viel zu nah am Bildschirm, damit man bloß kein Lächeln, keinen Blick und keinen halb geflüsterten Satz verpasste. Der BRAVO TV Talk mit Caught in the Act 1996 gehört genau in diese Kategorie von 90er-Momenten, die sich nicht einfach nur anschauen lassen, sondern sich anfühlen wie eine kleine Zeitreise zurück in ein Jahrzehnt, in dem rote Bomberjacken vollkommen ausreichten, um ganze Wohnzimmer in Ausnahmezustand zu versetzen.
Im Spätsommer 1996 lag ohnehin Veränderung in der Luft. Bei BRAVO TV verabschiedete sich Heike Makatsch, die für viele von uns untrennbar mit dieser Sendung verbunden war, und Jasmin Gerat übernahm das Mikrofon. Das allein war schon ein kleiner Generationenwechsel im deutschen Musikfernsehen, denn BRAVO TV war für 90er-Teenies schließlich nicht irgendeine Sendung, sondern fast schon ein wöchentliches Pflichtprogramm. Wer damals Fan war, plante solche TV-Termine nicht nebenbei ein. Man wartete darauf. Man hoffte, dass niemand im Haushalt auf die Idee kam, ausgerechnet dann umschalten zu wollen. Und wenn Caught in the Act angekündigt waren, wurde zur Sicherheit aufgenommen, denn man wusste ja nie, wann man diese Bilder wieder dringend brauchen würde. Also ungefähr direkt nach der Sendung. Und am nächsten Tag. Und am Wochenende sowieso.
Dass Jasmin Gerat gleich in einer ihrer ersten Sendungen niemand Geringeren als Benjamin Boyce, Bastiaan Ragas, Eloy de Jong und Lee Baxter begrüßen durfte, fühlte sich rückblickend fast wie eine kleine Feuertaufe an. Caught in the Act waren 1996 auf einem Karrierehöhepunkt, die Fans kreischten, die Tourhallen waren voll, und jeder Auftritt brachte diese ganz spezielle Mischung aus Pop, Charme, Choreografie und kontrolliertem Teenie-Chaos mit sich. Als die vier dann mit „Ain’t Just Another Story“ im Studio standen, stilecht in ihren roten Bomberjacken aus der Forever Friends-Tour, war klar: Das hier wird kein normales Interview. Das war ein Stück Boyband-Geschichte, live serviert im Nachmittagsfernsehen.
Der BRAVO TV Talk mit Caught in the Act 1996 und ein ziemlich charmanter Neustart
Nach dem Auftritt begann der Talk mit einer Szene, die heute fast schon sinnbildlich für die damalige CITA-Zeit steht. Die vier Bandmitglieder begrüßten Jasmin Gerat ganz traditionell holländisch mit drei Küsschen. Nicht eins, nicht zwei, sondern drei, wie es sich gehört. Man kann sich nur vorstellen, wie viele Fans damals vor dem Fernseher innerlich mitgezählt haben und dabei vermutlich dachten, dass Moderatorin sein vielleicht doch ein unterschätzter Traumberuf sei. Jasmin selbst wirkte jedenfalls sichtlich angetan, und genau diese Mischung aus professionellem Interview und sichtbarer Sympathie machte den Moment so schön.
Es war kein steifes Gespräch, bei dem Fragen einfach abgearbeitet wurden, sondern eher ein lockerer Austausch, der sich für Fans damals erstaunlich nah anfühlte. Natürlich war BRAVO TV eine große Plattform, natürlich war jede Antwort irgendwo Teil einer Popwelt, die gut organisiert und sauber inszeniert war. Aber trotzdem hatten diese Interviews oft etwas Unmittelbares. Die Jungs saßen da nicht als unerreichbare Figuren auf einem Podest, sondern als vier junge Männer, die zwischen Tourstress, Erfolg, Familie und Fanliebe versuchten, ihre Eindrücke in Worte zu fassen.
Jasmin kam schnell auf die Erfolgsstory der Band zu sprechen und stellte die Frage, ob es einen Moment gebe, der ihnen besonders im Gedächtnis geblieben sei. Eine einfache Frage, eigentlich. Aber für Caught in the Act war diese Zeit so vollgepackt mit Ereignissen, dass man fast spürte, wie schwer es gewesen sein muss, da nur einen einzigen Moment herauszugreifen. Eloy antwortete dementsprechend, dass jeder Tag besonders sei, hob dann aber vor allem den Augenblick hervor, als die Band für „Love Is Everywhere“ ihre erste goldene Schallplatte bekam. Wer damals Fan war, erinnert sich: Goldene Schallplatten waren nicht einfach Zahlen an der Wand. Sie waren ein sichtbares Zeichen dafür, dass diese Band, die man selbst so sehr liebte, wirklich angekommen war.
Für Fans fühlte sich so ein Erfolg immer ein kleines bisschen persönlich an. Natürlich hatte man die Songs nicht selbst eingesungen, auch wenn einige von uns vor dem Spiegel vermutlich mit sehr überzeugender Mimik mitperformt haben. Aber man hatte die Singles gekauft, Artikel ausgeschnitten, Poster aufgehängt, Sendungen aufgenommen und jedes kleine Interview wie einen Schatz behandelt. Wenn Caught in the Act eine goldene Schallplatte bekamen, dann war das auch für viele Fans eine Bestätigung: Unsere Jungs schaffen das. Wir haben es ja immer gewusst.
Forever Friends, Tourleben und diese roten Bomberjacken
Ein großer Teil der Faszination rund um diesen BRAVO TV Talk von 1996 hängt natürlich mit der Forever Friends-Ära zusammen. Diese Zeit war für Caught in the Act ein echtes Hochgefühl, und die roten Bomberjacken, die sie im Studio trugen, sind bis heute ein kleines optisches Fan-Signal. Man sieht sie und ist sofort wieder dort. In einer Zeit, in der Bühnenoutfits noch wie Erinnerungsanker funktionierten und man als Fan genau wusste, welches Outfit zu welcher Tour, welchem Video oder welchem Auftritt gehörte.
Die Forever Friends-Tour gehörte für die Band zu den großen Highlights, und auch im Interview wurde spürbar, wie besonders diese Monate gewesen sein müssen. Hallen voller Fans, kreischende Mädchen, Plakate, Kameras, Interviews, Proben, Reisen, Hotels und dann wieder Bühne. Für uns sah das damals nach purem Traumleben aus. Vier Jungs unterwegs durch Deutschland und Europa, gefeiert von Fans, begleitet von Musik, Applaus und diesem Glanz, den man als Teenie kaum einordnen konnte. Aus heutiger Sicht erkennt man natürlich viel stärker, wie anstrengend dieses Leben gewesen sein muss. Damals sah man vor allem die Magie. Heute sieht man zusätzlich den Schlafmangel.
Genau das macht solche Interviews im Rückblick so spannend. Zwischen all dem Glitzer und den perfekt sitzenden Frisuren schimmerte immer wieder durch, dass diese Boyband-Welt nicht nur aus Jubel bestand. Caught in the Act waren in dieser Phase fast ständig unterwegs. Ihre Weihnachtstour stand bereits in den Startlöchern, neue Singles wurden vorbereitet, Musikvideos gedreht, Fantermine absolviert und TV-Auftritte eingeschoben. Es war eine Zeit, in der die Band für viele Fans überall präsent schien. In BRAVO, Popcorn und Pop/Rocky, im Fernsehen, auf Postern, in Sammelmappen und natürlich auf den heiß geliebten Kassetten und CDs.
Wenn man heute über diese Zeit schreibt, kommt man kaum daran vorbei, auch ein bisschen über die Fanrealität von damals zu schmunzeln. Denn wir hatten ja nicht einfach Spotify, YouTube und Instagram, um jederzeit nachzuschauen, was die Jungs gerade machten. Wenn ein BRAVO TV Talk lief, war das ein Ereignis. Wer es verpasste, war aufgeschmissen oder musste hoffen, dass eine Freundin aufgenommen hatte. Und wenn diese Freundin dann noch die Werbung rausgeschnitten hatte, war sie praktisch die Heldin der Woche.
Adrenalin, Eltern im Publikum und der berühmte Schluckauf
Besonders schön wurde der Talk, als Jasmin wissen wollte, wie sich die Jungs eigentlich kurz vor einem Auftritt fühlten. Vor Tausenden kreischender Fans auf die Bühne zu gehen, klingt aus der sicheren Entfernung betrachtet glamourös, aber wenn man ehrlich ist, hätte die Hälfte von uns vermutlich schon beim Gedanken daran weiche Knie bekommen. Eloy erklärte ganz gelassen, er habe kein Lampenfieber, sondern nur Adrenalin. Eine sehr Eloy-typische Antwort, charmant und irgendwie souverän, als könne man Aufregung einfach mit einem Lächeln wegtanzen.
Benjamin hingegen gab ehrlich zu, dass es für ihn eine ganz andere Nummer war, als seine Eltern beim Konzert in Köln im Publikum saßen. Er sei so nervös gewesen, dass er nichts essen konnte. Und wer schon einmal versucht hat, vor Menschen aufzutreten, deren Meinung einem besonders wichtig ist, versteht sofort, was er meinte. Fremde Fans können laut sein, überwältigend und emotional, aber Eltern im Publikum haben noch einmal eine ganz eigene Wirkung. Da steht man nicht nur als Popstar auf der Bühne, sondern plötzlich auch wieder als Sohn, der hofft, dass Mama und Papa stolz sind.
Auch Bastiaan erinnerte sich an seine Aufregung und erzählte, dass er sogar Schluckauf hatte, ähnlich wie bei einem der ersten Auftritte vor vier oder fünf Jahren. Diese kleine Bemerkung ist genau so ein Detail, das ein Interview besonders macht. Schluckauf. Nicht Bühnenangst in dramatischer Großaufnahme, nicht perfekt formuliertes Promogerede, sondern einfach Schluckauf. Menschlicher geht es kaum. Und irgendwie passt es wunderbar zu Bastiaan, der in solchen Momenten immer diese Mischung aus Charme, Selbstironie und „Ach, passiert halt“ ausstrahlte.
Gerade solche kleinen Sätze sind es, die heute beim Wiederanschauen hängen bleiben. Damals hörte man vielleicht vor allem: Benjamin war nervös. Bastiaan hatte Schluckauf. Eloy war voller Adrenalin. Heute hört man noch etwas anderes: Diese Jungs waren jung, standen unter enormem Druck und versuchten trotzdem, alles mit Leichtigkeit zu tragen. Sie mussten funktionieren, lächeln, performen, Interviews geben und dabei möglichst so wirken, als sei das alles völlig normal. Dabei war an diesem Leben eigentlich überhaupt nichts normal.
Familie, Ruhm und die Frage, die alle hören wollten
Ein weiterer emotionaler Moment entstand, als Jasmin wissen wollte, wie die Eltern der Bandmitglieder mit dem plötzlichen Ruhm ihrer Söhne umgingen. Benjamin antwortete offen, dass sie hauptsächlich telefonierten und ihre Familien eher selten sahen. Gleichzeitig erzählte er, wie stolz seine Eltern gewesen seien, als sie beim Konzert in Köln dabei waren und die Show erleben konnten. In dieser Antwort lag viel mehr, als man vielleicht beim ersten Anschauen bemerkt. Da war Stolz, aber auch Abstand. Freude, aber auch Sehnsucht. Erfolg, aber auch der Preis, den man dafür zahlte.
Als Fan nahm man damals natürlich in erster Linie den Glamour wahr. Man stellte sich Tourleben aufregend vor, fast wie eine Klassenfahrt mit besseren Klamotten und sehr viel mehr Applaus. Dass dieses Leben auch bedeutete, ständig unterwegs zu sein, Familie und Freunde selten zu sehen und kaum Raum für normale Alltagsmomente zu haben, wurde einem erst später bewusst. Vielleicht ist genau das der Grund, warum solche Interviews heute noch einmal anders berühren. Sie zeigen nicht nur die Band, die wir geliebt haben, sondern auch die jungen Menschen hinter dem Popstar-Bild.
Und dann kam sie natürlich, die Frage aller Fragen. Gibt es Freundinnen? Sucht ihr eine? Wer in den 90ern Fan einer Boyband war, kennt diesen Moment. Man saß vor dem Fernseher, tat möglichst entspannt, war innerlich aber auf Alarmstufe Rot. Denn rein theoretisch hätte die Antwort ja lauten können: Ja, ich suche genau dich, auch wenn ich deinen Namen nicht kenne und du gerade in einem Kinderzimmer mit Fototapete sitzt. Die Realität war etwas nüchterner, aber nicht weniger interessant.
Bastiaan antwortete diplomatisch, dass sie momentan einfach keine Zeit für eine Beziehung hätten. Eine klassische Boyband-Antwort, wie sie in den 90ern fast zum guten Ton gehörte. Sie ließ alles offen, beruhigte die Fans und verhinderte vermutlich hektische Krisensitzungen im Management. Ob das nun die ganze Wahrheit war oder die sauberste Antwort, die man in einem solchen Moment geben konnte, lassen wir charmant im Raum stehen. Sagen wir es so: Die 90er waren nicht nur das Jahrzehnt der Buffalos und Tattoo-Ketten, sondern auch das Jahrzehnt der sehr vorsichtig formulierten Beziehungsstatements.
Heute schaut man auf solche Szenen mit einem milden Lächeln. Natürlich wollten Fans damals träumen dürfen. Natürlich gehörte dieses kleine „Vielleicht“ zur Boyband-Magie dazu. Und natürlich wussten die Verantwortlichen im Hintergrund sehr genau, wie wichtig es war, diese Fantasie nicht unnötig zu stören. Trotzdem wirkt Bastiaans Antwort nicht kalt oder glatt, sondern eher wie ein typisches Zeitdokument. Genau so wurden solche Fragen damals beantwortet. Zwischen ehrlichem Termindruck, Fanträumen und dem unausgesprochenen Wissen, dass zu viel Wahrheit manchmal schlecht für Posterwände ist.
Lieblingsstädte, Fanwünsche und warum „Bring Back the Love“ so besonders war
Auch die Frage nach den Lieblingsstädten brachte eine schöne Dynamik in den Talk. Eloy mochte Berlin besonders, auch weil Caught in the Act dort 1994 einige Wochen wegen ihrer Gastrolle bei GZSZ verbracht hatten. Für viele Fans war genau diese Verbindung zwischen Musik, Fernsehen und Daily Soap damals ein Geschenk. Wenn CITA irgendwo auftauchten, war das ein Ereignis, aber wenn sie dann auch noch in einer beliebten Serie zu sehen waren, fühlte es sich an, als würde die Popwelt plötzlich direkt in den eigenen Alltag hineinspazieren.
Lee und Bastiaan schwärmten besonders vom Osten Deutschlands, vor allem von Rostock und Dresden. Auch das ist so ein Detail, das im Rückblick schön hängen bleibt, weil es zeigt, wie präsent die vielen Stationen ihrer Karriere für die Band waren. Für Fans waren Städte oft mit Konzerten, Autogrammstunden oder Berichten verbunden. Für die Jungs waren sie Orte, an denen sie Menschen trafen, Bühnen betraten, Hotelzimmer bezogen und wieder weiterfuhren. Jede Stadt hatte ihre eigene Energie, und offenbar blieben manche besonders im Gedächtnis.
Natürlich wurde im Talk auch über die damalige neue Single „Bring Back the Love“ gesprochen. Besonders spannend daran war, dass diese Veröffentlichung tatsächlich auf Wunsch der Fans ausgekoppelt wurde. Aus heutiger Sicht, in der Social Media Reaktionen sofort sichtbar macht, klingt das vielleicht fast selbstverständlich. Damals war es das nicht. Fanpost, Konzertreaktionen, Zeitschriften, Charts und persönliche Rückmeldungen waren die Signale, aus denen sich ablesen ließ, was die Fans liebten. Dass „Bring Back the Love“ auf diesen Wunsch hin veröffentlicht wurde, zeigt, wie stark die Verbindung zwischen Caught in the Act und ihrer Community war.
Bastiaan erzählte außerdem, dass die Band beim Musikvideo mitreden durfte. Gerade beim aufwendigen Clip-Konzept zu „Ain’t Just Another Story“ hatten sie sogar gemeinsam mit Designern im Computerstudio gearbeitet. Eloy habe sich dabei besonders viel Mühe gegeben, verriet Bastiaan. Auch das wirkt heute wie ein kleiner Blick hinter die Kulissen einer Zeit, in der digitale Effekte noch nicht alltäglich wirkten, sondern fast futuristisch. Dieses animierte, kreative, leicht verspielte Element passte perfekt zur damaligen Popästhetik und zeigte, dass Caught in the Act nicht nur sangen und tanzten, sondern auch Interesse daran hatten, wie ihre Videos wirkten.
Der Abschluss des Talks war schließlich genau das, was man von BRAVO TV erwartete und gleichzeitig nie ganz verkraftete: Fangeschenke, Emotionen, Tränen und noch einmal Musik. „Bring Back the Love“ wurde performt, und für viele Zuschauerinnen und Zuschauer war das vermutlich der Moment, an dem der Videorekorder innerlich schon zum besten Freund erklärt wurde. Solche Szenen brannten sich ein, weil sie alles enthielten, was Fanliebe in den 90ern ausmachte. Nähe, obwohl man weit weg war. Tränen, obwohl man nur zusah. Und dieses Gefühl, Teil von etwas zu sein, das größer war als der eigene Alltag.
Der BRAVO TV Talk mit Caught in the Act 1996 ist deshalb bis heute mehr als nur ein altes Interview. Er ist ein kleines Zeitdokument, das zeigt, wie Boyband-Promotion damals funktionierte, aber auch, warum diese Momente so stark nachwirkten. Es ging nicht nur um eine neue Single oder einen weiteren TV-Auftritt. Es ging um die Verbindung zwischen Band und Fans, um Erinnerungen, die sich über Jahrzehnte halten, und um dieses eigenartige Phänomen, dass ein paar Minuten Musikfernsehen reichen können, um einen ganzen Lebensabschnitt wieder lebendig werden zu lassen.
Wer diesen Talk heute noch einmal anschaut, sieht natürlich rote Bomberjacken, 90er-Frisuren, charmante Antworten und eine junge Jasmin Gerat, die souverän durch das Gespräch führt. Aber man sieht auch die eigene Teeniezeit wieder. Die Poster an der Wand. Die ausgeschnittenen Artikel. Die Gespräche mit Freundinnen darüber, wer am besten aussah, wer am süßesten lachte und warum diese eine Antwort ganz bestimmt ein geheimes Zeichen gewesen sein musste. Man erinnert sich daran, wie groß sich Pop damals anfühlte, weil er nicht jederzeit verfügbar war. Man musste warten, sammeln, aufnehmen, hoffen und manchmal auch sehr tapfer sein, wenn der Videorekorder ausgerechnet beim Lieblingsauftritt gestreikt hat.
Vielleicht ist genau das der Grund, warum Caught in the Act bis heute für so viele Menschen mehr sind als eine Boyband aus den 90ern. Sie stehen für eine Zeit, in der Fanliebe noch auf Papier, Kassetten, VHS-Bändern und Herzklopfen gespeichert wurde. Für ein Jahrzehnt, in dem ein TV-Talk am Nachmittag den ganzen Tag retten konnte. Und für Erinnerungen, die nicht verschwinden, nur weil man erwachsen geworden ist.
Am Ende bleibt dieser BRAVO TV Moment wie ein kleines, glänzendes Erinnerungsstück im Fan-Archiv. Drei Küsschen für Jasmin, rote Bomberjacken im Studio, Benjamin mit ehrlicher Nervosität, Bastiaan mit diplomatischem Beziehungskommentar, Eloy voller Adrenalin und Lee mittendrin in dieser unverwechselbaren CITA-Energie. Es war ein Promo-Termin, ja. Aber für die Fans war es mehr. Es war ein Stück Nähe, ein Stück 90er-Gefühl und ein weiterer Beweis dafür, warum diese vier Jungs damals so viele Herzen eroberten.
Und wenn man beim Wiedersehen plötzlich wieder dieses leise Ziehen im Bauch spürt, als würde gleich die BRAVO auf dem Schreibtisch liegen und der Fernseher im Jugendzimmer laufen, dann ist das kein Zufall. Das ist Nostalgie. Oder, wie wir damals gesagt hätten: ganz klar ein Fall fürs Fanherz.
BRAVO TV Talk mit Caught in the Act 1996
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