Der 23. Mai 1996 war einer jener Tage, an denen sich für Caught-In-The-Act-Fans gleich mehrere Träume in einem einzigen Fernsehbericht versammelten. Aleksandra Bechtel traf Lee Baxter, Bastiaan Ragas, Benjamin Boyce und Eloy de Jong vor ihrem Konzert in Köln und bekam einen ungewöhnlich nahen Einblick in die Forever Friends Tour. Im Hotel stapelten sich Geschenke und Briefe, Bastiaan signierte T-Shirts, Eloy sprach über sein verletztes Knie und die vier erzählten, wie ihr Alltag zwischen Privatflugzeug, Soundcheck, Promotion und großer Bühne aussah. Später wurden sie während des Konzerts auch noch mit Goldauszeichnungen überrascht. Mehr Backstage-Nostalgie passte 1996 kaum in einen einzigen Beitrag.
Die Forever Friends Tour zeigte CITA auf einem neuen Höhepunkt ihrer Karriere. Nur wenige Jahre zuvor waren die vier gemeinsam im Auto nach Deutschland gefahren, um für „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ zu drehen. Nun spielten sie in großen Hallen, reisten von Termin zu Termin und wurden von tausenden Fans empfangen. Trotzdem wirkte das Treffen mit Aleksandra nicht wie eine steife Erfolgsschau. Es ging um schmerzende Knie, Flugangst, gerissene Hosen und die Frage, ob Eloy seine Krücken möglicherweise ein kleines bisschen länger benutzte, weil sich damit so wunderbar Aufmerksamkeit bekommen ließ. Genau diese Mischung aus Erfolg und freundschaftlichem Unsinn machte den Bericht so besonders.
Vor der Forever Friends Tour stapelten sich die Fan-Geschenke
Noch vor dem Konzert traf Aleksandra Bechtel die Band in einem Hotelzimmer. Auf dem Tisch lagen Briefe, Karten, Stofftiere und weitere Geschenke, die Fans den vier mitgebracht hatten. Bastiaan saß mitten in diesem kleinen Fanpostuniversum und unterschrieb T-Shirts. Die Szene vermittelte sofort, wie eng der Erfolg der Forever Friends Tour mit den Menschen verbunden war, die jedes Konzert, jede Single und jeden Fernsehtermin begleiteten.
Für Fans zu Hause waren solche Bilder fast so spannend wie der eigentliche Bühnenauftritt. Ein Konzert zeigte die große Show, doch im Hotelzimmer konnte man beobachten, was davor geschah: Wie gingen Lee, Bastiaan, Benjamin und Eloy mit den Geschenken um? Wer las eine Karte, wer machte einen Scherz, und wie sah ein Tisch aus, nachdem die Begeisterung eines ganzen Konzerttages darauf gelandet war? Der Bericht zeigte dadurch eine persönliche Seite, die zwischen Lichteffekten und Choreografien leicht unsichtbar geblieben wäre.
Aleksandra sprach an, dass die vier praktisch niemals allein waren. Fans, Mitarbeiter, Interviewteams und Begleiter gehörten ständig zu ihrem Alltag. Benjamin schien darin vor allem das Positive zu sehen. Nähe, Aufmerksamkeit und Geschenke waren für ihn Teil eines Erfolgs, auf den die Band lange hingearbeitet hatte. Der Touralltag bedeutete zwar wenig Rückzug, aber ebenso die direkte Bestätigung, dass ihre Musik sehr viele Menschen erreichte.
Bastiaan blickte auf die Zeit zurück, als die vier gemeinsam mit dem Auto nach Deutschland gefahren waren, um bei „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ aufzutreten. Damals ließ sich noch nicht absehen, wie schnell sich ihr Leben verändern würde. Zwei Jahre später führte die Forever Friends Tour durch große Hallen, und statt auf den möglichen Durchbruch zu hoffen, musste die Band nun mit dessen Folgen umgehen. Für Fans, die CITA seit den frühen Fernsehauftritten begleitet hatten, fühlte sich dieser Rückblick beinahe wie eine gemeinsame Erinnerung an.
Auch die Frage nach der Nähe zum Publikum spielte eine wichtige Rolle. Größere Hallen ermöglichten mehr Technik, Effekte und eine aufwendigere Show, konnten aber zugleich Distanz schaffen. Bastiaan betonte, dass der Kontakt zu den Fans trotzdem erhalten bleiben sollte. Autogramme, Fotos und kurze Begegnungen vor der Show gehörten für ihn weiterhin dazu. Die Forever Friends Tour wollte größer werden, ohne jene persönliche Verbindung zu verlieren, auf der der Erfolg der Band beruhte.
Eloys Krücken-Trick sorgte backstage für reichlich Spott
Mitten in der Tour hatte Eloy Probleme mit dem Meniskus. Er berichtete von Physiotherapie, die dreimal täglich nötig war, und davon, dass später eine Operation anstand. Für einen Sänger, dessen Beruf zu dieser Zeit nicht nur aus Gesang, sondern ebenso aus Bewegung und Choreografie bestand, war eine Knieverletzung ausgesprochen ungünstig. Die Forever Friends Tour ließ sich schließlich nicht einfach pausieren, bis das Gelenk wieder kooperierte.
Eloy stand dennoch auf der Bühne und benutzte Krücken, was seine Bandkollegen natürlich nicht ohne Kommentar ließen. Benjamin bezeichnete ihn scherzhaft als „singenden Meniskus“, eine Formulierung, die medizinisch wenig präzise, als Boyband-Spitzname jedoch kaum zu übertreffen war. Bastiaan und Benjamin behaupteten außerdem grinsend, Eloy nutze die Krücken vor allem, um zusätzliche Aufmerksamkeit zu bekommen. Die Forever Friends Tour zeigte damit erneut, wie die vier mit schwierigen Situationen umgingen: kümmern, weitermachen und den Betroffenen gleichzeitig so lange aufziehen, bis er lachen musste.
Hinter dem Humor steckte durchaus eine ernsthafte Belastung. Drei Physiotherapietermine täglich ließen erkennen, dass es sich nicht nur um ein leichtes Ziehen handelte. Eloy musste seine Kräfte einteilen und trotzdem bei Interviews, Proben und Auftritten präsent sein. Gerade deshalb wirkte der lockere Umgang so menschlich. Die Krücken wurden nicht zum großen Drama erklärt, aber auch nicht vollständig verborgen. Für eine Weile gehörte die Verletzung sichtbar zum Touralltag.
Für Fans war Eloys Einsatz wahrscheinlich zugleich bewundernswert und beunruhigend. Einerseits wollte niemand, dass er ein Konzert verpasste; andererseits sollte er sein Knie natürlich nicht weiter belasten. In solchen Momenten zeigte sich die eigenartige Nähe zwischen Stars und Publikum. Man kannte Eloy nicht persönlich und fühlte sich trotzdem zuständig, ihn vom heimischen Sofa aus zu schonen. Medizinische Vernunft wurde kurzfristig zum Fanprojekt, bei dem vermutlich tausende Menschen gleichzeitig dachten: Bitte setz dich hin – aber bleib unbedingt im Bild.
Der sogenannte Krücken-Trick bestand damit weniger in einer geheimen medizinischen Technik als in der scherzhaften Unterstellung seiner Kollegen. Eloy bekam Aufmerksamkeit, die anderen bekamen Material für kleine Spitzen, und Aleksandra bekam einen jener spontanen Momente, die ein Interview lebendig machen. Die Forever Friends Tour war nicht nur eine Folge perfekt geplanter Konzerte. Sie bestand auch aus Verletzungen, improvisierten Lösungen und dem vertrauten Humor von vier Männern, die sehr viel Zeit miteinander verbrachten.
Privatflugzeug, Soundcheck und Lampenfieber in Köln
Eloy beschrieb den typischen Tourtag erstaunlich sachlich: gegen Mittag aufstehen, mit einem kleinen Privatflugzeug zum nächsten Ort reisen, am Nachmittag den Soundcheck absolvieren, Promotiontermine erledigen, duschen, umziehen und schließlich auf die Bühne gehen. Für Fans klang dieser Ablauf dagegen wie eine Mischung aus Abenteuerfilm und Teenagertraum. Die Forever Friends Tour machte aus Flughäfen, Hotels und Backstagegängen eine Welt, in der jeder Tag an einem anderen Ort begann.
So glamourös das Privatflugzeug klang, für Lee war das Fliegen nicht immer angenehm. Er gab zu, manchmal Angst davor zu haben. Diese kleine Bemerkung ließ den Reisealltag sofort weniger märchenhaft erscheinen. Wer ständig unterwegs war, konnte unangenehmen Situationen nicht einfach ausweichen. Die Forever Friends Tour verlangte von Lee, immer wieder einzusteigen, auch wenn sich die Aussicht auf den Flug nicht besonders beruhigend anfühlte.
Bastiaan erzählte dagegen von einem Erlebnis, das nach jugendlichem Abenteuer klang: Der Pilot habe die Band sogar einmal ans Steuer gelassen. Ob die Fans bei dieser Vorstellung eher begeistert oder besorgt sein sollten, war eine schwierige Entscheidung. Vier Boyband-Stars, ein kleines Flugzeug und ein Pilot mit offenbar großem Vertrauen ergaben jedenfalls eine Geschichte, die besser nicht unmittelbar vor Lees nächstem Flug allzu ausführlich diskutiert wurde. Nervenkitzel und Termindruck lagen manchmal näher beieinander, als man es auf einem Poster erkennen konnte.
Das Konzert in Köln hatte zusätzlich eine persönliche Bedeutung, weil Eltern und Freunde der Band im Publikum saßen. Sie hatten miterlebt, wie lange Lee, Bastiaan, Benjamin und Eloy auf den Erfolg hingearbeitet hatten. Nun konnten sie die große Show, die volle Halle und die Begeisterung unmittelbar sehen. Die Forever Friends Tour war an diesem Abend nicht nur ein weiterer Termin, sondern ein Moment, in dem Herkunft und Gegenwart der vier zusammenkamen.
Gerade vor vertrauten Menschen kann Lampenfieber stärker werden. Fremdes Publikum erlebt nur den Star auf der Bühne, Eltern und enge Freunde kennen dagegen auch den langen Weg davor. Jede Unsicherheit, jeder frühe Rückschlag und jede Hoffnung schwingt im Saal mit. Bei der Forever Friends Tour in Köln mussten die vier deshalb nicht bloß tausende Fans überzeugen. Sie standen ebenso vor jenen Menschen, deren Anerkennung eine besonders persönliche Bedeutung hatte.
Dass die Band trotz aller Routine noch nervös sein konnte, machte den Erfolg greifbarer. Große Hallen und reibungslose Choreografien entstanden nicht automatisch, nur weil CITA inzwischen berühmt waren. Jeder Tag erforderte Reisen, Proben, Interviews und Konzentration. Die Forever Friends Tour sah auf der Bühne glänzend aus, doch der Bericht zeigte die Arbeit und die Gefühle, die hinter diesem Glanz lagen.
Gold, gerissene Hosen und echtes Live-Gefühl
Während des Kölner Konzerts wartete eine besondere Überraschung auf Caught In The Act. Aleksandra überreichte der Band eine Goldauszeichnung für das Album „Forever Friends“. Das dazugehörige VHS-Video „Live and Private“ hatte sogar Dreifach-Gold erreicht. Für Lee, Bastiaan, Benjamin und Eloy war das eine sichtbare Bestätigung ihres Erfolgs, und für die Fans im Saal verwandelte sich ein ohnehin emotionaler Abend in einen historischen Moment der Forever Friends Tour.
Solche Auszeichnungen bestanden zwar aus Metall, Rahmen und Verkaufszahlen, doch ihre Bedeutung reichte weiter. Hinter jedem verkauften Album stand jemand, der gespart, im Laden gewartet und die CD anschließend so oft gehört hatte, bis wirklich jede Zeile saß. Hinter jeder VHS-Kassette steckte die Hoffnung, Konzertgefühl und private Einblicke ins eigene Zimmer holen zu können. Die Goldüberraschung gehörte deshalb nicht nur der Band, sondern ebenso der Fangemeinschaft, die diesen Erfolg möglich gemacht hatte.
Vollkommen reibungslos verlief der Touralltag trotzdem nicht. Benjamin erzählte lachend von einer Hose, die während einer Tanzeinlage gerissen war. Zwei Songs lang musste er mit dem Loch weitermachen. Für einen Bühnenstar ist das vermutlich genau die Art von Zwischenfall, die sich im Moment endlos anfühlt und später zu einer der besten Geschichten wird. Die Forever Friends Tour bewies damit, dass selbst große Shows an sehr einfachen Dingen scheitern können – etwa an einer Naht, die den Bewegungsdrang von Benjamin Boyce unterschätzt hatte.
Für das Publikum machte eine solche Panne den Abend eher unvergesslicher als schlechter. Ein gerissenes Kleidungsstück, ein kurzer Blick zwischen den Bandmitgliedern oder eine improvisierte Bewegung durchbrechen die perfekte Oberfläche und zeigen, dass gerade wirklich etwas geschieht. Die Forever Friends Tour war keine makellose Aufnahme, die beliebig neu begonnen werden konnte. Sie war live, und genau deshalb gehörten kleine Katastrophen dazu.
Der Backstagebericht vom 23. Mai 1996 verbindet diese Gegensätze besonders schön. Im Hotel unterschreibt Bastiaan T-Shirts, Eloy steht mit Krücken da und lässt sich von seinen Freunden aufziehen, Lee spricht über Flugangst, und wenig später nimmt die Band Gold entgegen. Die Forever Friends Tour erscheint dadurch weder als reines Märchen noch als nüchterner Arbeitsalltag. Sie war beides: ein riesiger Erfolg und eine anstrengende Reise, ein professionelles Konzert und eine Ansammlung kleiner menschlicher Momente.
Heute bringt der Beitrag nicht nur CITA zurück, sondern auch die Art, wie Fans damals jeden Blick hinter die Kulissen aufsogen. Ohne soziale Netzwerke waren solche Aufnahmen selten. Man konnte nicht jederzeit sehen, was im Hotelzimmer, beim Soundcheck oder auf dem Weg zur nächsten Halle geschah. Das Bild der Tour wurde über einzelne Berichte, Fotos und Erzählungen zusammengesetzt, und jedes neue Detail bekam entsprechend viel Aufmerksamkeit.
Vielleicht wirkt der Bericht deshalb bis heute so warm. Er zeigt die vier an einem Punkt, an dem ihr Erfolg kaum zu übersehen war, ohne sie hinter Auszeichnungen und Bühneneffekten verschwinden zu lassen. Benjamin freut sich über Fan-Nähe, Bastiaan erinnert sich an die ersten Fahrten nach Deutschland, Eloy kämpft mit seinem Knie und Lee steigt trotz Angst ins Flugzeug. Die Forever Friends Tour war groß geworden, doch die Freundschaft und der Humor der vier blieben sichtbar.
Am Ende steht ein Tag, der vieles erzählt, was Caught In The Act für ihre Fans bedeuteten. Es ging um Musik und Show, aber ebenso um Durchhaltevermögen, Nähe und gemeinsames Lachen. Goldene Auszeichnungen bestätigten den äußeren Erfolg; die kleinen Backstage-Szenen erklärten, weshalb so viele Menschen die Band nicht nur hörten, sondern liebten. Die Forever Friends Tour von 1996 war kein fernes Hochglanzbild. Für einen Fernsehbericht lang öffnete sich die Tür, und wir durften zwischen Fan-Geschenken, Krücken und einer strapazierten Bühnenhose ein wenig näher heran.
Backstage bei der Forever Friends Tour in Köln – Interview mit Aleksandra Bechtel
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