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Caught in the Act Trennung 1998 – Der Moment, in dem fĂŒr viele Fans eine Welt zusammenbrach

Es gibt diese Momente im Leben, an die man sich Jahrzehnte spĂ€ter noch exakt erinnern kann. Nicht unbedingt, weil gerade etwas Weltbewegendes passiert ist, sondern weil sich plötzlich etwas verĂ€ndert hat, das sich bis dahin wie ein fester Bestandteil des eigenen Alltags angefĂŒhlt hatte. FĂŒr viele von uns war die Trennung von Caught in the Act genau so ein Moment.

Der Sommer 1998 fĂŒhlte sich ohnehin irgendwie seltsam an. Die großen Boyband-Zeiten der 90er schienen langsam zu kippen. Überall kursierten plötzlich GerĂŒchte ĂŒber Streit, Burnout, Solokarrieren oder heimliche Ausstiege. Trotzdem wollte niemand wirklich glauben, dass ausgerechnet CITA betroffen sein könnten. Schließlich wirkten Lee, Bastiaan, Eloy und Benjamin immer wie diese vier Jungs, die trotz des Wahnsinns um sie herum irgendwie zusammengehörten.

Und genau deshalb trafen die ersten Meldungen ĂŒber eine mögliche Trennung die Fans damals wie ein Schlag in die Magengrube.

Als plötzlich niemand mehr wusste, was wirklich stimmt

Anfang August 1998 wurden die GerĂŒchte immer lauter. Erst waren es kleine Meldungen in Zeitschriften oder Andeutungen im Videotext. Dann wurde plötzlich offen darĂŒber gesprochen, dass Caught in the Act sich trennen könnten. FĂŒr uns Fans fĂŒhlte sich das vollkommen surreal an. Viele hatten noch auf neue Songs gehofft, auf weitere Konzerte oder vielleicht sogar auf ein neues Album. Stattdessen machte sich langsam dieses unangenehme GefĂŒhl breit, dass irgendetwas nicht stimmte.

Besonders emotional wurde es dann bei der VIVA-Sendung KEWL mit Tobi Schlegl. Wer damals eingeschaltet hatte, erinnert sich wahrscheinlich noch genau an diese merkwĂŒrdige Stimmung im Studio. Normalerweise war vor dem VIVA-GebĂ€ude immer Party. Fans kreischten, hielten Schilder hoch oder hofften darauf, ihre Stars wenigstens fĂŒr ein paar Sekunden zu sehen.

Doch diesmal war alles anders.

Vor dem Studio lagen sich MĂ€dchen weinend in den Armen. Manche wirkten regelrecht geschockt. Und ehrlich gesagt muss man heute wahrscheinlich erklĂ€ren, wie intensiv diese Boyband-Zeit damals wirklich war. Wir hatten kein Social Media, keine Instagram-Statements und keine Livestreams, in denen Stars direkt mit ihren Fans sprechen konnten. Unsere Verbindung zu den Bands bestand aus BRAVO-Artikeln, TV-Auftritten, Konzertmomenten und vielleicht einem Autogrammfoto ĂŒber den Fanclub. Genau deshalb fĂŒhlte sich die mögliche Trennung von CITA fĂŒr viele Teenager damals fast wie ein persönlicher Verlust an.

Ein MÀdchen sagte mit TrÀnen in den Augen in die Kamera:
„Wir werden euch so sehr vermissen, das glaubt ihr uns gar nicht.“

Und man spĂŒrte sofort: Das war keine hysterische Übertreibung. FĂŒr viele Fans brach gerade wirklich eine kleine Welt zusammen.

Das emotionale Telefonat mit Bastiaan bei VIVA

Besonders eindringlich blieb natĂŒrlich der Moment, als Bastiaan Ragas schließlich live telefonisch zugeschaltet wurde. Schon vorher hatte Tobi Schlegl ungewöhnlich ernst gewirkt. Er warnte die Fans sogar davor, „keine Dummheiten“ zu machen. Heute klingt das vielleicht dramatisch, aber damals war das leider ein reales Thema. Nach der Trennung von Take That hatten einige Fans psychisch extrem darunter gelitten. Die Medien gingen deshalb bei Boyband-Trennungen plötzlich deutlich sensibler mit solchen Themen um.

Dann kam dieser Moment, den vermutlich niemand vergessen hat.

„Ja, es stimmt.“

Allein dieser Satz traf damals mitten ins Herz. Und man hörte Bastiaan an, dass ihm dieses GesprÀch alles andere als leichtfiel. Seine Stimme wirkte ruhig, aber gleichzeitig unglaublich erschöpft. Als Tobi fragte, ob sich die Band gestritten habe, verneinte Bastiaan sofort. Stattdessen erklÀrte er, wie belastend das Leben in einer Boyband geworden war.

Sechs Jahre lang praktisch nonstop unterwegs zu sein, stĂ€ndig Interviews zu geben, auf Tour zu sein, kaum Privatleben zu haben und permanent funktionieren zu mĂŒssen – das hinterließ Spuren. Gerade heute, wo wir viel offener ĂŒber mentale Belastung und emotionalen Druck sprechen, versteht man wahrscheinlich besser, was er damals eigentlich meinte.

Denn hinter den kreischenden Fans, Gold-Auszeichnungen und ausverkauften Hallen stand eben auch ein Alltag voller Stress, Schlafmangel und permanenter Öffentlichkeit.

Besonders traurig war der Satz:
„Es fĂŒhlt sich an wie eine Scheidung.“

Und irgendwie beschrieb das die Stimmung perfekt. Nicht nur innerhalb der Band, sondern auch bei den Fans.

Warum die Trennung von Caught in the Act bis heute Fragen aufwirft

Das Spannende ist allerdings: RĂŒckblickend wissen wir heute, dass die Geschichte viel komplizierter war, als sie damals öffentlich dargestellt wurde.

Denn die eigentliche Wahrheit hinter der Caught in the Act Trennung war lange Zeit nur wenigen bekannt.

TatsĂ€chlich wollte Benjamin Boyce offenbar aussteigen. Lee, Bastiaan und Eloy hĂ€tten sich vorstellen können, als Trio weiterzumachen. Doch genau an diesem Punkt entstand der große Konflikt hinter den Kulissen. Das Management bestand darauf, dass CITA ausschließlich als Vierergruppe funktionieren wĂŒrde. Deshalb sollte ein neues Mitglied in die Band aufgenommen werden.

Heute kann man nachvollziehen, warum die ĂŒbrigen drei damit Probleme hatten. Nach all den Jahren gemeinsam auf engstem Raum, stĂ€ndig unterwegs zwischen Hotels, FlughĂ€fen, TV-Studios und Konzerten, war die Dynamik innerhalb der Gruppe lĂ€ngst extrem sensibel geworden. Einen neuen Menschen in dieses GefĂŒge zu setzen, wĂ€re wahrscheinlich alles andere als einfach gewesen.

Und so entstand eine Situation, in der offenbar niemand mehr wirklich dieselbe Vorstellung von der Zukunft hatte.

Besonders bitter: Laut spĂ€teren Aussagen erfuhren die Jungs selbst von der offiziellen Trennung teilweise erst ĂŒber die Medien beziehungsweise durch Nachfragen der Presse. Allein diese Vorstellung wirkt bis heute unglaublich hart. WĂ€hrend draußen bereits Fans weinten und Zeitungen Schlagzeilen druckten, hatten die Mitglieder der Band selbst offenbar noch gar keine vollstĂ€ndige Kontrolle darĂŒber, wie alles kommuniziert wurde.

Wenn man das weiß, versteht man auch, warum Bastiaan bei dem Telefoninterview so vorsichtig formulierte und um vieles eher „herumredete“. Wahrscheinlich konnte oder durfte er damals bestimmte Dinge einfach noch nicht öffentlich sagen.

Der Sommer 1998 fĂŒhlte sich plötzlich erwachsen an

FĂŒr viele Fans war die Trennung von Caught in the Act aber noch aus einem anderen Grund so einschneidend. Irgendwie endete damit auch ein StĂŒck Jugend.

Plötzlich merkte man, dass selbst Dinge, die sich unzerstörbar anfĂŒhlten, verschwinden konnten. Die Poster hingen zwar noch an den WĂ€nden. Die CDs standen weiterhin im Regal. Aber dieses GefĂŒhl von „Die vier gehören einfach zusammen“ war auf einmal weg.

Ich weiß noch, wie damals ĂŒberall diskutiert wurde. In der Schule. Im Fanclub. In Briefen mit Brieffreundinnen. Manche waren wĂŒtend auf Benjamin, andere auf das Management, wieder andere wollten die Hoffnung einfach nicht aufgeben. Und natĂŒrlich suchte man permanent nach irgendwelchen versteckten Zeichen. Vielleicht war alles nur ein GerĂŒcht? Vielleicht wĂŒrden sie doch weitermachen? Vielleicht war das Ganze nur ein PR-Gag?

Aber tief drinnen ahnten die meisten wahrscheinlich schon, dass diesmal wirklich etwas vorbei war.

Was heute fast nostalgisch wirkt: Damals mussten wir tatsĂ€chlich tagelang auf neue Informationen warten. Kein Instagram-Post, kein TikTok-Livestream, keine Push-Mitteilung aufs Handy. Stattdessen saß man vor VIVA, kaufte BRAVO oder hoffte, irgendwo ein neues Interview zu entdecken. Gerade dadurch fĂŒhlten sich diese Nachrichten aber oft viel intensiver an.

Man lebte emotional komplett mit.

Warum CITA bis heute nicht vergessen sind

Und trotzdem ist das eigentlich Faszinierende an der ganzen Geschichte nicht die Trennung selbst. Sondern die Tatsache, dass Caught in the Act bis heute so vielen Menschen etwas bedeuten.

Denn obwohl die Band 1998 auseinanderbrach, ist diese Verbindung zwischen Fans und der Musik nie wirklich verschwunden. Vielleicht gerade deshalb, weil die 90er fĂŒr viele von uns mehr waren als nur eine bestimmte Musikrichtung. Sie standen fĂŒr eine Zeit voller erster GefĂŒhle, erster Freundschaften, heimlicher SchwĂ€rmereien und unbeschwerter Nachmittage vor dem Fernseher.

Wenn heute alte VIVA-Ausschnitte auftauchen oder man dieses Telefoninterview mit Bastiaan noch einmal sieht, fĂŒhlt man sofort wieder diese besondere AtmosphĂ€re von damals. Dieses leicht chaotische, emotionale und manchmal völlig ĂŒberdrehte Boyband-Zeitalter.

Und ehrlich gesagt gehört genau das auch zur Geschichte von CITA dazu. Nicht nur die Hits, die Konzerte oder die Poster an der Wand, sondern eben auch dieser traurige Sommer 1998, in dem plötzlich alles anders wurde.

Vielleicht erinnern wir uns deshalb bis heute so intensiv daran, weil damals nicht nur eine Band zerbrach, sondern ein kleines StĂŒck unserer Teenagerzeit gleich mit.

Bastiaan Ă€ußert sich am Telefon zur Trennung:

Wie hast Du damals von der CITA-Trennung erfahren?

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