Caught In The Act bei taff 1997: Kreischalarm auf der IFA in Berlin
Manchmal reicht schon ein alter TV-Ausschnitt, und plötzlich sitzt man gedanklich wieder im Kinderzimmer, irgendwo zwischen Posterwand, Bravo-Stapel und dem dringenden Gefühl, dass das eigene Leben erst dann vollständig wäre, wenn einer der Caught In The Act-Jungs einen persönlich anlächelt. Natürlich völlig realistisch. Schließlich konnte es ja jederzeit passieren, dass Lee, Benjamin, Bastiaan oder Eloy spontan an der Haustür klingeln, weil sie zufällig in der Gegend waren und dringend jemanden brauchten, der ihnen erklärt, wo hier der nächste Kiosk ist. So funktionierte Teenie-Logik in den 90ern, und ehrlich gesagt war sie manchmal schöner als alles, was Erwachsene Realität nannten.
Ein solcher Moment, der sich bis heute wie eine kleine Zeitkapsel anfühlt, ist der Auftritt von Caught In The Act bei taff auf der IFA in Berlin im Jahr 1997. Die Internationale Funk-Ausstellung war schon damals ein großes Medien-Spektakel, aber wenn eine Boygroup wie CITA live in einer Fernsehsendung auftauchte, wurde aus Technik, Kameras und Studiolicht sehr schnell etwas ganz anderes. Dann ging es nicht mehr nur um Unterhaltungselektronik, neue Geräte oder Fernsehtrends, sondern um Herzklopfen, Kreischalarm und diese ganz besondere 90er-Energie, bei der man nie genau wusste, ob man lachen, weinen oder vorsorglich schon mal das nächste VHS-Band einlegen sollte.
Caught In The Act bei taff war deshalb nicht einfach nur ein weiterer Fernsehauftritt. Es war einer dieser typischen Momente, in denen man sehen konnte, wie nah Glamour und Chaos damals beieinanderlagen. Auf der einen Seite standen vier junge Männer, die gerade mitten im europäischen Boygroup-Wahnsinn lebten, durch Shows reisten, Interviews gaben und ihre Songs vor jubelnden Fans performten. Auf der anderen Seite saßen Mädchen im Studio, die vermutlich seit Stunden auf diesen Augenblick warteten und sich innerlich längst ausgemalt hatten, wie es wäre, wenn einer der Jungs auch nur für eine Sekunde in ihre Richtung schaut. Und dann kam genau diese Mischung zusammen: Fernsehen, Fangeschrei, Kuscheltiere, ehrliche Worte und am Ende sogar eine kleine Szene, die man so heute wahrscheinlich kaum noch durchgehen lassen würde.
Caught In The Act bei taff: Wenn die IFA plötzlich zur Boygroup-Bühne wurde
Bevor Caught In The Act live ins taff-Studio kamen, wurde zunächst ein Einspielfilm gezeigt, in dem sowohl Fans als auch die Jungs selbst zu Wort kamen. Das war typisch für diese Zeit: Man bekam nicht einfach nur einen kurzen Talk und einen Playback-Auftritt, sondern oft kleine Einblicke, die den Stars eine persönliche Note gaben. Für uns Fans war das Gold wert. Jedes Interview, jeder Satz, jeder Blick konnte schließlich analysiert werden, als ginge es um eine hochkomplexe Geheimakte.
Eloy sprach in diesem Einspieler sehr offen darüber, wie besonders das Leben als erfolgreicher Musiker für ihn geworden war. Er sagte sinngemäß, dass sie durch ihre Bekanntheit Möglichkeiten hätten, die andere Menschen nicht haben. Sie könnten die Welt sehen, reisen und mit ihrem Hobby, das inzwischen ihr Beruf geworden war, andere Menschen glücklich machen. Gerade dieser Gedanke traf damals wahrscheinlich viele Fans mitten ins Herz. Denn genau das war es ja, was Caught In The Act für so viele bedeuteten: Die Jungs sangen nicht nur Lieder, sie lieferten kleine Fluchten aus dem Alltag.
Wer in den 90ern Teenager war, weiß, wie groß solche Fluchten sein konnten. Schule, Eltern, Liebeskummer, Unsicherheit, Pickel an der falschen Stelle, Mathearbeiten an noch falscheren Tagen – und dann kam im Fernsehen plötzlich diese Band, die alles für ein paar Minuten leichter machte. Caught In The Act bei taff zu sehen, bedeutete nicht nur, die Lieblingsband im TV zu erleben. Es bedeutete auch, kurz in eine Welt einzutauchen, in der alles aufregender, glänzender und irgendwie möglich wirkte.
Doch der Einspieler blieb nicht nur bei den schönen Seiten. Eloy sprach auch über die Schattenseiten des Erfolgs. Wenn man stundenlang im Flugzeug saß, nach zwölf oder dreizehn Stunden Flug ankam und direkt weitermachen musste, weil schon die Presse wartete, klang das plötzlich weniger nach Traumleben und mehr nach Dauerlauf in engen Jeans. Lee ergänzte dazu, dass es wichtig sei, auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben. Und gerade bei Lee hatte dieser Satz immer etwas angenehm Bodenständiges. Während um die Band herum die Hysterie tobte, wirkte er oft wie jemand, der den ganzen Wahnsinn zwar liebte, aber trotzdem wusste, dass Ruhm kein Freifahrtschein fürs Abheben ist.
Zwischen Jetlag, Träumen und der Frage nach dem echten Beruf
Besonders spannend war auch Bastiaans Aussage über Geld und die Anfangszeit der Band. Im taff-Interview erzählte er, dass Geld nicht das Wichtigste sei und dass sie am Anfang zweieinhalb Jahre lang überhaupt kein Geld verdient hätten. Das ist ein Satz, der in der glänzenden Boygroup-Welt fast ein bisschen unterging, aber eigentlich sehr viel erzählt. Denn von außen sah dieses Leben oft aus wie ein einziger Popstar-Traum: Auftritte, Fans, Reisen, Bühnen, Kameras und überall Menschen, die den eigenen Namen riefen. Dass dahinter auch Jahre voller Unsicherheit, Arbeit und Zweifel steckten, war für uns Teenies damals oft schwer zu greifen.
Bastiaan erzählte weiter, dass seine Familie und seine Freunde in den ersten Monaten begeistert gewesen seien, später aber Zweifel bekamen und ihm rieten, doch lieber einen richtigen Beruf auszuüben. Man hört diesen Satz und muss ein bisschen schmunzeln, weil er so herrlich nach Elternlogik klingt. „Mach doch lieber was Vernünftiges“ war vermutlich der inoffizielle Soundtrack vieler junger Menschen, die in den 90ern von Musik, Bühne oder Fernsehen träumten. Und dann sitzt Bastiaan 1997 bei taff, mitten in Berlin, umgeben von kreischenden Fans, und darf erklären, dass dieser angeblich unvernünftige Weg doch ziemlich weit geführt hatte.
Als Caught In The Act schließlich live ins Studio gerufen wurden, kippte die Stimmung endgültig in Richtung Fan-Ausnahmezustand. Unter lautem Gekreische und einem ordentlichen Kuscheltier-Regen liefen Lee, Benjamin, Bastiaan und Eloy die Studiotreppe hinunter und nahmen auf den bereitgestellten Stühlen Platz. Allein dieses Bild ist so 90er, dass man fast den Geruch von Haarspray, Studiolicht und aufgeregten Bravo-Leserinnen in der Luft spüren kann. Heute würde man wahrscheinlich sofort über Sicherheitsabstände, Kamerawinkel und Social-Media-Clips nachdenken. Damals war es einfach Fernsehen mit Puls.
Die taff-Moderatorin griff Bastiaans frühere Aussage auf und fragte, ob seine Familie immer noch finde, dass er lieber einen anderen Job hätte machen sollen. Bastiaan antwortete, dass sie froh seien, dass er glücklich sei. Das klingt unspektakulär, ist aber eigentlich ein schöner kleiner Moment. Denn hinter jedem großen Fan-Kreischen standen eben auch vier Menschen, die ihren Platz suchten, Entscheidungen trafen und mit dem Druck umgehen mussten, aus einem Traum plötzlich einen Beruf zu machen.
Kuscheltiere, Goldfische und ein Redaktionshund mit Starpotenzial
Natürlich durfte bei Caught In The Act bei taff auch die Frage nach den Fan-Geschenken nicht fehlen. In den 90ern gehörten Kuscheltiere fast schon zur Grundausstattung jeder Boygroup-Hysterie. Man warf sie auf Bühnen, überreichte sie bei Autogrammstunden oder schleppte sie zu TV-Aufzeichnungen, als könnten ein Plüschhund oder ein Stoffbär irgendwie ausdrücken, was man selbst vor lauter Nervosität nicht mehr sagen konnte. Und vermutlich konnten sie das sogar. Ein Kuscheltier sagte damals: „Ich mag dich“, „Du bist mein Lieblingssänger“, „Bitte heirate mich später“ und „Ich habe mein Taschengeld geopfert“ gleichzeitig.
Eloy erzählte, dass sie in Hilversum ein großes Zimmer hatten, in dem ganz viele Stofftiere aufbewahrt wurden. Am Anfang hätten sie alle mit nach Hause genommen, aber irgendwann seien es einfach zu viele geworden. Wer damals Fan war, kann sich dieses Zimmer wahrscheinlich lebhaft vorstellen. Ein Raum voller Plüschtiere, jedes einzelne mit einer kleinen Geschichte, einem Namen, einem Brief oder einer heimlichen Hoffnung verbunden. Für die Jungs war es vielleicht irgendwann logistisch kaum noch machbar, aber für die Fans steckte in jedem Geschenk ein Stück Teenie-Seele.
Lee wurde gefragt, ob er unter all den Fan-Geschenken ein Lieblingsgeschenk habe. Er antwortete, dass das wirklich schwierig sei, weil er so viele Kuscheltiere in seinem Schlafzimmer, in der Küche und in der ganzen Wohnung habe. Besonders witzig war seine Erinnerung an einen Goldfisch, den er einmal geschenkt bekam. Ein Goldfisch als Fan-Geschenk ist schon eine eigene Kategorie. Man möchte sofort wissen, wie dieser Moment ablief. Stand da ein Mädchen mit einem Glasbehälter im Arm und dachte: „Blumen kann jeder, ich bringe Leben in Lees Wohnung“? Und was sagt man als Popstar in so einem Moment? „Danke, ich nenne ihn Babe“?
Solche kleinen Details machen alte TV-Auftritte heute so charmant. Sie zeigen eine Zeit, in der Fanliebe oft noch sehr analog war. Es gab keine Likes, keine Story-Reaktionen, keine schnellen Kommentare unter einem Reel. Es gab Briefe, selbstgebastelte Geschenke, Kuscheltiere, Fotoalben und offenbar gelegentlich auch Haustiere mit Flossen. Wenn man darüber nachdenkt, war das alles unglaublich aufwendig und gleichzeitig wunderschön unperfekt.
Zwischendurch bekam auch der kleine Redaktionshund seinen großen Auftritt, als er bei Benjamin auf dem Schoß landete. Und seien wir ehrlich: Ein Boygroup-Mitglied mit Hund auf dem Schoß war damals ungefähr so wirksam wie ein Weichzeichner direkt aufs Teenie-Herz. Da musste gar nicht mehr viel passieren. Ein süßes Tier, ein lächelnder Benjamin und drumherum Fans, die vermutlich schon kurz davor waren, kollektiv in Ohnmacht zu fallen. Mehr 90er-TV-Romantik ging kaum.
„Babe“ live bei taff: Der Moment, in dem ein Fan einfach loslief
Nachdem noch erklärt wurde, wie der Name Caught In The Act entstanden war, und Bastiaan erzählte, wie er seinen Nachbarn in Amsterdam die Fan-Hysterie erklärte, kam der musikalische Höhepunkt des Auftritts. Caught In The Act performten ihre damalige neue Single „Babe“. Schon der Song selbst hatte diesen typischen CITA-Zauber, der irgendwo zwischen Sehnsucht, Pop-Gefühl und großem Teenie-Kino lag. Wenn die Jungs „Babe“ sangen, klang es für viele Fans wahrscheinlich so, als wäre man selbst gemeint. Natürlich wusste der Kopf, dass das nicht stimmte. Aber der Kopf hatte in solchen Momenten ohnehin selten Hausrecht.
Die Performance wurde von Bodyguards abgeschirmt, was bei der Stimmung im Studio vermutlich auch dringend nötig war. Denn wenn Caught In The Act bei taff live sangen, war die Grenze zwischen Zuschauen und Losrennen offenbar dünner als der Stoff mancher 90er-Bühnenhemden. Gegen Ende des Songs gelang es tatsächlich einem Mädchen, den Securitys zu entwischen. Sie nutzte ihre Chance, lief zu Eloy und setzte sich auf seinen Schoß.
Dieser Moment dauerte nur kurz, denn sie wurde natürlich sofort wieder weggezogen. Trotzdem kann man sich ziemlich sicher sein, dass sie diesen Augenblick nie vergessen hat. Für Außenstehende war es vielleicht eine kleine Störung im Ablauf. Für sie war es vermutlich der Teenie-Jackpot. Einmal kurz da sitzen, wo Tausende andere Fans gedanklich gern gewesen wären. Man kann darüber lachen, man kann es aus heutiger Sicht kritisch betrachten, aber man kann auch verstehen, warum dieser Impuls damals so stark war. Fan-Sein in den 90ern war nicht immer vernünftig. Meistens war es sogar das genaue Gegenteil. Aber es war echt, intensiv und manchmal eben ein bisschen außer Kontrolle.
Gerade solche Szenen zeigen, wie anders die Popwelt damals funktionierte. Heute würde ein solcher Moment sofort in sozialen Netzwerken landen, diskutiert, kommentiert und in Zeitlupe analysiert werden. 1997 war es einfach ein TV-Augenblick, den man entweder live sah, auf VHS aufgenommen hatte oder später von einer Freundin erzählt bekam, die schwor, dass es wirklich passiert war. Und wenn man Pech hatte, hatte die Aufnahme genau an dieser Stelle Bandsalat. Das war dann keine technische Panne, sondern ein persönliches Drama.
Warum dieser taff-Auftritt bis heute so viel 90er-Gefühl auslöst
Caught In The Act bei taff auf der IFA in Berlin war mehr als ein kurzer Promo-Termin für „Babe“. Der Auftritt fasst vieles zusammen, was die Boygroup-Zeit der 90er so besonders machte. Da waren die ehrlichen Momente, in denen die Jungs über harte Arbeit, Jetlag, Zweifel und Bodenständigkeit sprachen. Da war die überbordende Fanliebe, die sich in Kreischen, Kuscheltieren und ungewöhnlichen Geschenken zeigte. Da war dieses Live-TV-Gefühl, bei dem alles ein bisschen unberechenbar blieb. Und da war natürlich die Musik, die für viele von uns wie ein emotionaler Rettungsring durch die Teenie-Jahre wurde.
Wenn man solche Ausschnitte heute wieder ansieht, merkt man oft erst, wie viel Gefühl daran hängt. Es geht nicht nur darum, Lee, Benjamin, Bastiaan und Eloy noch einmal jung im Fernsehen zu sehen. Es geht auch darum, das eigene jüngere Ich wiederzutreffen. Dieses Mädchen, das vor dem Fernseher saß, mit angehaltenem Atem wartete, ob die Lieblingsband gleich kommt, und sich sicher war, dass kein Erwachsener der Welt jemals verstehen könnte, wie wichtig dieser Moment gerade ist.
Vielleicht ist genau das der Grund, warum Caught In The Act bis heute bei so vielen Menschen etwas auslösen. Die Band steht nicht nur für Songs wie „Love Is Everywhere“, „You Know“ oder „Babe“, sondern für eine Zeit, in der Gefühle riesengroß waren und ein Fernsehauftritt den ganzen Tag retten konnte. Caught In The Act bei taff war einer dieser Momente, die damals vielleicht einfach nur aufregend wirkten, heute aber wie ein kleiner nostalgischer Schatz erscheinen.
Und ja, natürlich darf man heute darüber schmunzeln, wie dramatisch wir damals manchmal waren. Über Kuscheltiere, die quer durchs Studio flogen. Über Fan-Geschenke, die plötzlich schwammen. Über die Vorstellung, dass ein einziger Blick von Lee, Ben, Bastiaan oder Eloy genügt hätte, um das komplette Leben in eine romantische Pop-Ballade zu verwandeln. Aber genau dieses Schmunzeln ist liebevoll. Es gehört zu uns, zu unserer Jugend und zu dieser ganz besonderen 90er-Boygroup-Welt, die eben nie ganz verschwunden ist.
Wenn man den Auftritt heute noch einmal sieht, merkt man: Die IFA in Berlin war 1997 vielleicht offiziell eine große Technikmesse. Für CITA-Fans war sie in diesem Moment aber vor allem eines: eine Bühne für Herzklopfen, Erinnerungen und eine Band, die uns damals für ein paar Minuten das Gefühl gab, dass Popmusik wirklich alles ein bisschen schöner machen kann.
Hier kannst du dir Caught In The Act live bei taff auf der IFA in Berlin noch einmal ansehen.
CITA live bei taff auf der IFA in Berlin 1997:
Die offiziellen Instagram-Accounts von CITA:
Lee
Eloy
Bastiaan
Benjamin
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