Caught in the Act bei BRAVO TV: „Baby come back“ und ein letzter Hauch Boyband-Magie
Wenn man heute an die 90er denkt, tauchen meistens zuerst diese herrlich chaotischen Bilder im Kopf auf, die irgendwo zwischen Glitzer-Haarspangen, Plateauschuhen, Bravo-Postern, Tamagotchis und viel zu ernst gemeinten Telefonketten mit der besten Freundin liegen. Es war die Zeit, in der man Musik nicht einfach nebenbei streamte, sondern sie sammelte, aufnahm, archivierte und verteidigte wie einen kleinen Schatz. Eine neue Single war damals kein kurzer Klick, sondern ein Ereignis. Man wartete auf den Fernsehauftritt, hoffte auf ein Interview, klebte am Videorekorder und betete innerlich, dass niemand im falschen Moment die Kassette überspielte, weil Papa ausgerechnet jetzt irgendeine Sportsendung aufnehmen wollte.
Mitten in dieser Welt standen Caught in the Act, für viele von uns nicht einfach nur eine Boyband, sondern ein fester Bestandteil des Teenager-Alltags. Lee, Eloy, Bastiaan und Benjamin hingen an Kinderzimmerwänden, lagen als Bravo-Schnipsel in Sammelmappen und sorgten für Herzklopfen in einer Intensität, die man Erwachsenen damals vermutlich nur sehr schwer hätte erklären können. Wobei: Vielleicht konnte man es auch gar nicht erklären. Man musste es fühlen.
Im Frühjahr 1998 waren Caught in the Act mit „Baby come back“ bei BRAVO TV zu Gast, und dieser Auftritt hatte rückblickend etwas ganz Besonderes. Nicht nur, weil der Song sofort diesen warmen, leicht sonnigen 90er-Pop-Vibe mitbrachte, der nach Frühling, Feriensehnsucht und heimlichem Mitsingen roch, sondern auch, weil die Band in dieser Phase anders wirkte als noch zu Beginn ihrer Karriere. Reifer, selbstbewusster, modischer, manchmal auch ein kleines bisschen gelöster. Gleichzeitig lag über allem dieser typische CITA-Zauber, bei dem man nie ganz wusste, ob man zuerst lachen, schwärmen oder panisch nach der Fernbedienung greifen sollte, um bloß keine Sekunde zu verpassen.
BRAVO TV 1998: Als Caught in the Act wieder ganz nah waren
BRAVO TV war in den 90ern für viele Fans so etwas wie ein wöchentliches Fenster in eine andere Welt. Während das echte Leben aus Schule, Hausaufgaben, Familienessen und der Frage bestand, ob man am nächsten Tag die richtige Buffalo-Imitation anziehen durfte, öffnete sich im Fernsehen plötzlich diese bunte Pop-Blase, in der Stars zum Greifen nah wirkten. Man bekam Interviews, Backstage-Einblicke, Musikvideos, Auftritte und manchmal auch diese kleinen, wunderbar menschlichen Momente, die einem das Gefühl gaben, die Lieblingsband wirklich ein Stück besser zu kennen.
Genau so war es auch bei diesem Besuch von Caught in the Act. Moderatorin Lori Stern führte durch das Interview, und schon bevor es musikalisch wurde, ging es um ein Ereignis, das für Eloy de Jong und Benjamin Boyce ganz besonders aufregend gewesen war: ihren Einsatz als Co-Moderatoren bei der BRAVO Super Show 1998.
Für Fans war allein diese Vorstellung schon ein kleines Fest. Zwei CITA-Jungs nicht nur singend und tanzend auf der Bühne, sondern plötzlich als Moderatoren vor einem riesigen Publikum. Das war ein bisschen so, als hätte man die Figuren aus dem Poster an der Wand kurz in eine völlig neue Rolle geschoben. Benjamin zeigte sich begeistert und erzählte, es sei ihm eine Ehre gewesen, für BRAVO moderieren zu dürfen, und man merkte ihm an, dass er diese Aufgabe mit einer Mischung aus Stolz und Spielfreude angenommen hatte. Eloy dagegen gab sehr offen zu, dass er total aufgeregt gewesen sei. Singen und Tanzen auf der Bühne, das kannte er. Frei sprechen, dabei charmant bleiben, den Ablauf im Kopf behalten und nicht aus Versehen ins komplette Nervenkostüm rutschen – das war dann doch noch einmal eine andere Liga.
Gerade diese Ehrlichkeit machte den Moment so sympathisch. Denn natürlich sahen Caught in the Act auf der Bühne oft aus, als hätten sie alles perfekt im Griff. Die Choreografien saßen, die Haare lagen, die Outfits glänzten, und wenn vier Stimmen in Harmonie zusammenkamen, konnte man als Fan ohnehin kurz vergessen, wie Atmen funktioniert. Aber hinter diesem professionellen Bild steckten vier junge Männer, die Lampenfieber hatten, üben mussten und manchmal genauso nervös waren wie jeder andere Mensch auch. Lee Baxter kommentierte trocken, dass die beiden richtig viel geübt hatten, während Benjamin schmunzelnd ergänzte, dass er sich ordentlich Mühe gegeben habe, damit die Fans sein Deutsch auch verstehen konnten.
Das war typisch für diese Banddynamik. Einer war nervös, einer stolz, einer kommentierte trocken aus dem Hintergrund, und irgendwo dazwischen entstand genau dieser Charme, den Caught in the Act nie nur durch Musik ausgemacht hat. Es war die Mischung aus Professionalität, kleinen Unsicherheiten, Humor und diesem Gefühl, dass sie als Gruppe wirklich funktionierten. Nicht wie vier austauschbare Popfiguren, sondern wie vier Charaktere, die zusammen ein Bild ergaben, das man einfach mochte.
Caught in the Act Baby come back: Neue Outfits, neue Energie und ganz viel 90er-Stil
Ein weiterer besonderer Punkt des BRAVO-TV-Auftritts waren die neuen Bühnenoutfits, die Caught in the Act für „Baby come back“ präsentierten. Wer die 90er erlebt hat, weiß: Outfits waren damals keine Nebensache. Schon gar nicht bei Boybands. Jeder Look wurde studiert, kommentiert und im besten Fall innerlich abgespeichert, um später mit der besten Freundin darüber zu diskutieren. Man konnte über eine Jacke, eine Hose oder eine Frisur Gespräche führen, die länger dauerten als so manche Unterrichtsstunde.
Für „Baby come back“ kam der Style diesmal nicht einfach von irgendwoher, sondern aus der Kreativwelt der Jungs selbst. Benjamin erklärte, dass er früher die Outfits oft alleine gemacht habe, diesmal aber jeder eigene Ideen eingebracht habe. Das klingt heute vielleicht nach einer kleinen Randnotiz, war aber eigentlich ziemlich spannend, weil es zeigte, wie sehr sich Caught in the Act in dieser Phase weiterentwickelt hatten. Sie waren nicht mehr nur die Jungs, denen ein fertiges Konzept übergestülpt wurde. Sie brachten sich ein, dachten über ihre Wirkung nach und wollten offenbar auch optisch stärker mitgestalten, wie dieses neue Kapitel aussehen sollte.
Umgesetzt wurden die finalen Looks von den Amsterdamer Designern John Ross und Desiree. Die praktische Umsetzung übernahm WEBER’S in Amsterdam, ein Geschäft in der Kloveniersburgwal 26, das es bis heute gibt. Allein dieser kleine Fakt macht die Sache für Fans irgendwie greifbar. Denn plötzlich ist da nicht nur eine Erinnerung an einen Fernsehauftritt, sondern ein echter Ort, eine Adresse, ein Stück CITA-Spurensuche mitten in Amsterdam. Wer schon einmal an einem Ort stand, der mit einer alten Fan-Erinnerung verbunden ist, weiß, wie seltsam schön das sein kann. Man steht auf einem Bürgersteig, sieht vielleicht nur ein Schaufenster oder eine Straße, und trotzdem arbeitet im Kopf sofort die Zeitmaschine.
Die Outfits selbst passten wunderbar zu „Baby come back“. Sie wirkten frischer, leichter, etwas erwachsener, ohne dabei den typischen Boyband-Charme zu verlieren. Man spürte diesen Versuch, einen neuen Sound auch optisch zu begleiten. Weg von reiner Teenie-Süße, hin zu einem etwas stilbewussteren Auftreten, das trotzdem noch genug 90er-Flair hatte, um heute beim Anschauen sofort dieses wohlige „Ach ja, genau so war das damals“-Gefühl auszulösen.
Das Schöne daran ist, dass diese Details den Auftritt aus heutiger Sicht noch interessanter machen. Damals saß man vielleicht hauptsächlich vor dem Fernseher und dachte: „Oh mein Gott, die sehen so gut aus.“ Was übrigens vollkommen legitim war und in vielen Kinderzimmern vermutlich als wichtigste kulturelle Analyse des Tages durchging. Heute erkennt man zusätzlich, wie viel Arbeit, Konzept und eigener Ausdruck in solchen Auftritten steckte. Eine Boyband der 90er war eben nicht nur Gesang und Choreografie. Sie war ein Gesamtpaket aus Musik, Styling, Körpersprache, Interviews, Fanbindung und diesem schwer zu beschreibenden Gefühl, dass alles irgendwie größer wirkte als das normale Leben.
Urlaubsbilder zwischen Jamaika, Disney World, Rom und Lappland
Natürlich durfte bei einem BRAVO-Interview auch der private Blick hinter die Kulissen nicht fehlen. In einer Zeit, in der es noch keine Instagram-Storys gab, waren solche Momente echtes Gold. Man bekam nicht täglich spontane Selfies, Hotelzimmer-Eindrücke oder kurze Clips aus dem Tourbus. Wenn private Fotos gezeigt wurden, war das etwas Besonderes. Man sah die Stars nicht nur als Bühnenfiguren, sondern plötzlich als Menschen im Urlaub, mit Familie, auf Reisen, in Situationen, die ein bisschen näher am echten Leben waren.
Lori hatte Urlaubsbilder der Band dabei, und die Auswahl hätte kaum unterschiedlicher sein können. Benjamin war auf Jamaika zu sehen, mit geflochtenen Rasta-Zöpfchen auf einer Palme. Schon dieses Bild klingt nach einer Mischung aus 90er-Fotomappe, Urlaubskatalog und einem dieser Momente, bei denen man sich fragt, wie viele Fans damals wohl kurz überlegt haben, ob sie nicht vielleicht doch spontan nach Jamaika auswandern sollten. Benjamin erzählte dazu lachend, dass immer, wenn er ins Wasser ging, jemand meinte, er habe da etwas verloren. Gemeint waren natürlich seine geflochtenen Zöpfchen. Ein kleiner, alberner Moment, aber genau solche Bemerkungen blieben hängen, weil sie die Distanz zwischen Star und Fan für einen Augenblick kleiner machten.
Eloy zeigte sich im Familienurlaub in Disney World, inklusive Foto vor dem berühmten Märchenschloss. Auch das passte wunderbar zu ihm, weil Eloy für viele Fans immer diese warme, emotionale Ausstrahlung hatte. Disney World, Familie, Märchenschloss – das war fast schon zu passend, aber auf eine sehr charmante Weise. Man konnte sich direkt vorstellen, wie viele Fans beim Anblick dieses Fotos innerlich seufzten und dachten, dass selbst sein Urlaub irgendwie nach Pop-Märchen aussah.
Bastiaan wiederum wurde vor dem Forum Romanum in Rom gezeigt, ganz geschichtsbewusst und mit einer Kulisse, die so ziemlich das Gegenteil von Palmen und Freizeitpark war. Auch das fügte sich in das Bild ein, das viele von ihm hatten: ein bisschen tiefgründig, ein bisschen elegant, ein bisschen so, als könnte er gleich entweder eine Ballade singen oder einem erklären, warum antike Ruinen bei Sonnenuntergang besonders schön sind. Manchmal reichte bei Bastiaan schon ein ruhiger Blick, und irgendwo in Deutschland fiel einem Teenager das Pausenbrot aus der Hand.
Und dann war da Lee Baxter, warm eingepackt im tiefverschneiten Lappland, unterwegs mit seinen Eltern. Allein dieser Kontrast war herrlich. Während Benjamin auf Jamaika zwischen Sonne und Rastazöpfen posierte, stand Lee im Schnee, eingemummelt, aber natürlich trotzdem mit dieser Coolness, die offenbar auch Minusgrade nicht ernsthaft erschüttern konnten. Lappland, Schnee, Elternurlaub – es war ein Bild, das eine andere Seite zeigte, ruhiger und familiärer, aber trotzdem sofort wieder diesen typischen Lee-Effekt hatte. Manche Menschen können eben selbst in Winterkleidung aussehen, als hätten sie gerade unbemerkt die Hauptrolle in einem Musikvideo übernommen.
Diese Urlaubsbilder waren mehr als kleine Interview-Gimmicks. Sie erzählten etwas über die einzelnen Persönlichkeiten der Band und darüber, warum Caught in the Act für viele Fans so nahbar wirkten. Jeder brachte eine andere Energie mit. Benjamin den spielerischen Charme, Eloy die emotionale Wärme, Bastiaan den romantischen Tiefgang und Lee diese Mischung aus trockenem Humor, britischer Lässigkeit und einer Ausstrahlung, die man damals wahrscheinlich mit sehr vielen Ausrufezeichen in sein Tagebuch geschrieben hätte.
„Baby come back“ als Ohrwurm mit Frühling, Gitarren und Latino-Vibes
Dann ging es endlich um die neue Single. „Baby come back“ war da, und schon der Titel hatte etwas, das direkt in den Kopf ging. Man musste ihn einmal hören, und er blieb sitzen. Nicht aufdringlich, sondern eher wie ein Sonnenstrahl, der sich durch halb geöffnete Vorhänge schiebt. Der Song brachte eine andere Leichtigkeit mit, einen Hauch Latino-Feeling, Gitarren, Wärme und diesen fröhlichen Pop-Sound, der perfekt in den Frühling passte.
Seine Weltpremiere hatte „Baby come back“ bei der BRAVO Super Show 1998 in Dortmund gefeiert, und Lee erinnerte sich im Interview daran, wie nervös sie gewesen seien. Die komplette Choreografie hatten sie in nur zwei Tagen gelernt. Zwei Tage. Wenn man bedenkt, wie präzise solche Boyband-Auftritte wirken mussten, ist das schon beeindruckend. Für die Fans sah es am Ende natürlich wieder leicht aus, als hätten Lee, Eloy, Bastiaan und Benjamin nie etwas anderes getan, als synchron über Bühnen zu gleiten, dabei in Kameras zu schauen und nebenbei Herzen in den Ausnahmezustand zu versetzen. Aber dahinter steckte Arbeit, Druck und vermutlich auch die eine oder andere Probe, bei der niemand mehr wusste, wo gerade links, rechts oder der nächste Einsatz war.
Bastiaan erklärte zur Songauswahl, dass Frühling werde und der Song mit seinen Gitarren diesen lateinamerikanischen Partystyle mitbringe. Man habe einfach etwas Fröhliches machen wollen. Genau das spürte man. „Baby come back“ war keine schwere Ballade und kein dramatisches Herzschmerz-Epos, sondern ein Song, der nach Aufbruch klang. Nach einem Fenster, das man nach einem langen Winter öffnet. Nach einer Band, die noch einmal zeigen wollte, dass sie da ist, dass sie Energie hat und dass sie bereit für ein neues Kapitel wirkt.
Aus heutiger Sicht bekommt dieser Song allerdings eine zusätzliche emotionale Schicht. Denn wir wissen inzwischen, dass Caught in the Act sich nur wenige Monate später trennen sollten. Damals konnte man das als Fan natürlich noch nicht in dieser Klarheit sehen. Man freute sich über den neuen Auftritt, über die Outfits, über die Interviews, über jedes kleine Lächeln und jede neue Zeile, die man mitsingen konnte. Rückblickend fühlt sich „Baby come back“ deshalb fast wie ein letztes helles Aufleuchten an. Nicht traurig im Moment selbst, aber im Nachhinein mit diesem leisen Ziehen im Herzen, das Erinnerungen manchmal haben, wenn man sie mit dem Wissen von heute betrachtet.
Der Live-Auftritt bei BRAVO TV brachte noch einmal alles zusammen, was CITA damals ausmachte. Die Choreografie, die Stimmen, die Kamerablicke, die Energie im Studio und dieses Kreischen, das in den 90ern nicht einfach Lärm war, sondern eine eigene Sprache. Fans konnten damit ganze Gefühlswelten ausdrücken. Begeisterung, Nervosität, Liebe, Überforderung, Glück, alles in einer Tonlage, die vermutlich nur Hunde und ehemalige Boyband-Mitglieder wirklich vollständig entschlüsseln können.
Beim Anschauen dieses Auftritts spürt man sofort wieder diesen typischen 90er-Vibe. Es war nicht perfekt im heutigen Hochglanz-Sinn, und genau deshalb wirkt es so lebendig. Die Studioatmosphäre, die Moderation, die Nähe zum Publikum, die Art, wie alle noch ein bisschen ungeschliffener und echter wirkten – das alles macht den BRAVO TV Auftritt von Caught in the Act mit „Baby come back“ heute zu einem kleinen Zeitdokument. Nicht nur für Fans der Band, sondern für alle, die verstehen wollen, wie Popkultur damals funktioniert hat. Es ging nicht um ständige Verfügbarkeit. Es ging um Momente. Und wenn so ein Moment kam, dann wurde er festgehalten, aufgenommen, wieder angeschaut und im besten Fall jahrelang im Herzen behalten.
Warum dieser BRAVO-TV-Auftritt bis heute hängen bleibt
„Baby come back“ war für Caught in the Act mehr als nur eine weitere Single. Der Song zeigte eine Band, die sich weiterentwickeln wollte, ohne den Kern zu verlieren, den die Fans liebten. Die Jungs waren nicht mehr ganz die Newcomer, die plötzlich in den Bravo-Heften auftauchten und Teenagerzimmer in emotionale Ausnahmezonen verwandelten. Sie hatten Jahre voller Auftritte, Interviews, Touren, Fanbegegnungen und Medienrummel hinter sich. Man sah ihnen diese Erfahrung an, aber auch die Freude daran, noch einmal etwas Neues zu präsentieren.
Besonders schön ist rückblickend, wie viele Ebenen dieser Auftritt hatte. Da waren die Geschichten über Eloy und Benjamin als BRAVO-Moderatoren, die zeigten, dass selbst erfahrene Popstars vor neuen Aufgaben nervös sein können. Da waren die selbst mitgestalteten Outfits, die deutlich machten, dass die Band kreativer und eigenständiger auftreten wollte. Da waren die Urlaubsfotos, die jedem der vier noch einmal eine private, charmante Farbe gaben. Und da war natürlich die Performance von „Baby come back“, die all diese Eindrücke musikalisch bündelte.
Für Fans ist genau das bis heute so wertvoll. Es geht nicht nur um den Song allein. Es geht um die Atmosphäre drumherum. Um das Gefühl, an einem Sonntagnachmittag oder wann auch immer BRAVO TV gerade lief, vor dem Fernseher zu sitzen und für ein paar Minuten wieder komplett in dieser Welt zu verschwinden. Um das Rascheln der Videokassette, das hektische Drücken auf „Record“, das spätere Zurückspulen und erneute Anschauen. Um die Freundin, die am nächsten Tag in der Schule natürlich sofort wissen musste, ob man es gesehen hatte. Um die kleinen Details, die man damals wichtiger nahm als so manche Klassenarbeit.
Vielleicht liegt genau darin der Grund, warum Caught in the Act bis heute so viele Erinnerungen auslösen. Ihre Auftritte waren mit echten Lebensmomenten verbunden. Mit Jugendzimmern, ersten Schwärmereien, Fanfreundschaften, Konzertplänen, Bravo-Sammelmappen und diesem Gefühl, dass Musik einem für ein paar Minuten eine eigene kleine Welt bauen konnte. „Baby come back“ trägt davon besonders viel in sich, weil der Song leicht und fröhlich klingt, während er aus heutiger Sicht gleichzeitig kurz vor dem Ende der Bandgeschichte steht. Diese Mischung aus Lebensfreude und Nostalgie macht ihn rückblickend noch berührender.
Wer sich das Interview und den Auftritt heute noch einmal anschaut, sieht natürlich die Mode, die Frisuren, die typischen TV-Bilder der 90er und vielleicht auch den einen oder anderen Moment, der uns heute schmunzeln lässt. Aber darunter liegt etwas, das erstaunlich zeitlos geblieben ist: die Verbindung zwischen Band und Fans. Caught in the Act hatten diese Fähigkeit, Nähe zu erzeugen, ohne dass sie damals ständig online sein mussten. Ein Blick, ein Satz, ein Interviewausschnitt oder ein Auftritt bei BRAVO TV reichten, und schon war man wieder mittendrin.
Der BRAVO TV Auftritt von Caught in the Act mit „Baby come back“ ist deshalb bis heute Kult. Nicht nur, weil der Song ein Ohrwurm war, sondern weil er eine ganze Stimmung konserviert hat. Dieses leuchtende, leicht überdrehte, herzklopfende 90er-Gefühl, das man nicht zurückholen kann, aber für ein paar Minuten wieder spüren darf. Zwischen neuen Outfits, aufgeregten Moderatoren, Urlaubsfotos aus aller Welt und einer Performance voller Boyband-Energie blitzte noch einmal alles auf, was CITA für viele Fans so besonders gemacht hat.
Vielleicht ist genau das der Zauber solcher Erinnerungen. Sie kommen nicht zurück wie früher, aber sie melden sich manchmal ganz leise, wenn man einen alten Auftritt sieht, eine Melodie hört oder plötzlich wieder weiß, wie es sich angefühlt hat, vor dem Fernseher zu sitzen und zu denken: Bitte nicht aufhören. Noch nicht. Bleibt noch ein bisschen.
Unten auf dieser Seite kannst du dir das Interview und den Auftritt von Caught in the Act bei BRAVO TV mit „Baby come back“ noch einmal ansehen – mit ganz viel VHS-Gefühl, Boyband-Magie und diesem kleinen Stich Nostalgie, den nur die 90er so zuverlässig hinkriegen.
Baby come back: CITA 1998 beim BRAVO TV Talk
Eloy de Jong blickt auf ein Leben zurück, das berührt, inspiriert und zeigt, wie viel Stärke in einem Menschen stecken kann. Seine neue Biografie zeichnet seinen Weg vom Kind aus Den Haag, das in der Schule häufig aneckte, bis hin zu einem der erfolgreichsten Schlagerkünstler Deutschlands nach – und erzählt dabei von all den Momenten, die ihn geprägt haben.
Das Buch nimmt dich mit zu seinen ersten Jahren als Tänzer, den Zeiten des Zweifelns und der Ausgrenzung und natürlich zu dem Tag, an dem er beim Casting für Caught in the Act sein Leben für immer veränderte. Aber auch die weniger glamourösen Seiten kommen vor: frühe Misserfolge, der Druck des Ruhms, das Ende der Boyband und die Suche nach einer neuen Richtung.
Besonders bewegend sind die Kapitel über seine bedeutenden Beziehungen – unter anderem zu Stephen Gately und Carlo Boszhard – sowie über seinen größten privaten Wegabschnitt: das Leben als Teil einer Regenbogenfamilie, die Geburt der Zwillinge und der schmerzhafte Abschied von Milon.
Die Biografie beleuchtet ebenso seine Rückkehr ins Rampenlicht, den Solo-Erfolg mit „Kopf aus – Herz an“, seine Zusammenarbeit mit anderen Künstlern und seine wachsende Rolle als inspirierende Stimme in der LGBTQ+-Community. Ergänzt wird das alles durch eindrucksvolle Fotos und viele persönliche Einblicke, die Eloys Entwicklung greifbar machen.
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