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Willkommen zurück in Deiner Teenie-Zeit!

Es gibt Aufnahmen, die technisch alles andere als perfekt sind und gerade deshalb einen besonderen Zauber besitzen. Das Bild flackert ein wenig, der Ton klingt, als hätte er mehrere Jahrzehnte in einer Schublade neben alten Konzertkarten verbracht, und die Kamera folgt dem Geschehen nicht immer mit jener Ruhe, die wir heute von professionellen Videos erwarten. Doch sobald Caught in the Act mit „Destiny“ auf dieser seltenen Privataufnahme zu sehen sind, werden Bildschärfe und Tonqualität erstaunlich nebensächlich. Was zählt, ist der Blick in eine Zeit, in der der große Erfolg noch nicht begonnen hatte und vier junge Künstler in kleinen niederländischen Clubs um ihr Publikum warben.

Die Aufnahme entstand am 20. Februar 1994 in Holland, Monate bevor ein Gastauftritt bei „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ die Karriere von Caught in the Act entscheidend verändern sollte. Bastiaan Ragas, Lee Baxter, Eloy de Jong und Benjamin Boyce waren damals noch keine Stars, deren Poster in unzähligen Jugendzimmern hingen. Sie hatten bereits eine regionale Fanbasis rund um Amsterdam aufgebaut, doch der europaweite Durchbruch lag vor ihnen. Genau dieses Davor macht das Video so kostbar: Wir sehen keine Band, die längst weiß, dass kreischende Hallen und Goldene Schallplatten warten, sondern vier junge Männer, die auf einer kleinen Bühne an ihren Traum glauben.

Wer CITA erst in der großen deutschen Erfolgsphase kennenlernte, erlebt hier beinahe eine Vorgeschichte zum eigenen Fanleben. Die vertrauten Gesichter sind da, ebenso die Choreografie, die Energie und jenes Boyband-Gefühl, das später selbstverständlich wirkte. Gleichzeitig ist alles kleiner, unmittelbarer und ein wenig ungeschliffener. Es fühlt sich an, als dürften wir heimlich durch eine Tür schauen, hinter der eine der bekanntesten Boyband-Geschichten der neunziger Jahre gerade erst Anlauf nimmt.

Bevor Deutschland Caught in the Act entdeckte

Im Februar 1994 war der Alltag der Band weit entfernt vom späteren Popstar-Glamour. Caught in the Act trat in Diskotheken und kleinen Clubs auf, sammelte Bühnenerfahrung und versuchte, sich in der niederländischen Musikszene einen Namen zu machen. Solche Auftritte waren keine prestigeträchtigen Termine mit rotem Teppich, sondern wichtige Gelegenheiten, neue Zuschauer zu überzeugen. Jeder Applaus musste gewonnen werden, jedes neue Fan-Gesicht bedeutete, dass die Mischung aus Gesang, Tanz und Charme wieder jemanden erreicht hatte.

Gerade darin liegt die Spannung der Privataufnahme von Caught in the Act mit „Destiny“. Wir kennen das spätere Ergebnis und sehen deshalb kleine Momente mit einem anderen Blick. Ein Lächeln in Richtung Publikum, eine konzentrierte Bewegung oder ein kurzer Blick zwischen den Bandmitgliedern wirkt wie ein Hinweis auf das, was noch kommen sollte. Die vier konnten damals unmöglich wissen, dass Fans Jahrzehnte später diese wenigen Minuten ansehen und dabei nach all den vertrauten Eigenheiten suchen würden, die sie während der großen CITA-Zeit lieben lernten.

Die Anfangsphase verlangte Ausdauer. Eloy erinnerte sich später daran, dass die Band in den ersten Jahren beinahe jede kleine Diskothek in Holland mehrfach besucht hatte. Das bedeutete viele Fahrten, wenig Schlaf und Auftritte vor einem Publikum, das nicht automatisch wegen CITA gekommen war. Heute wirkt die Geschichte vom plötzlichen Durchbruch manchmal wie ein Popmärchen, doch vor dem märchenhaften Teil lag handfeste Arbeit. Wer in einer kleinen Disco Aufmerksamkeit gewinnen kann, während an der Bar Gläser klirren und jemand in der hinteren Ecke seine Jacke sucht, ist auf größere Bühnen vermutlich ziemlich gut vorbereitet.

Für Fans besitzt dieser Abschnitt rückblickend eine angenehme Unschuld. Es gab noch keine riesige Maschinerie, die jedes Outfit und jede Antwort kontrollierte, keine endlosen Promotionwochen und keinen Druck, den Erfolg der letzten Single sofort zu übertreffen. Caught in the Act mit „Destiny“ zeigt eine Band im Werden. Das Ergebnis ist nicht makellos, aber lebendig, und manchmal erzählt gerade ein unscharfes Bild mehr Wahrheit als eine perfekt ausgeleuchtete Hochglanzproduktion.

„Destiny“ und ein Song wie ein Versprechen

„My Destiny“ stammt im Original von Lionel Richie und erschien Anfang der neunziger Jahre. Der Titel passt im Rückblick fast verblüffend gut zu diesem frühen CITA-Auftritt, denn „Destiny“ bedeutet Schicksal, und genau danach sieht die Szene heute aus. Vier junge Männer stehen auf einer kleinen Bühne, während ihre gemeinsame Zukunft noch vollkommen offen ist. Wenige Monate später sollte ein deutscher Fernsehauftritt alles verändern. Wenn Popgeschichte Sinn für Dramaturgie besitzt, hatte sie an diesem Abend offenbar bereits leise mitgeschrieben.

Die Interpretation von Caught in the Act mit „Destiny“ trägt deutlich die Handschrift jener Zeit. Gefühlvolle Melodien, romantische Botschaft und eine Performance, bei der jede Bewegung das Publikum erreichen soll, gehörten zu einer Boyband-Welt, die Emotionen nicht hinter Ironie versteckte. Man durfte sich nach der großen Liebe sehnen, dramatisch in die Ferne schauen und dabei so ernsthaft bleiben, als hinge das Schicksal der Menschheit vom nächsten Refrain ab. Für uns Fans war das keineswegs zu viel. Eher im Gegenteil.

Der Song erlaubte der jungen Band, Gesang und Bühnenpräsenz zu zeigen, ohne bereits auf einen eigenen großen Hit zurückgreifen zu können. Coverversionen waren in solchen frühen Programmen eine gute Möglichkeit, ein Publikum mit einer vertrauten Melodie abzuholen. Gleichzeitig mussten Bastiaan, Lee, Eloy und Benjamin daraus ihren eigenen Moment machen. In der Aufnahme spürt man, dass sie nicht einfach einen bekannten Titel herunterspielen, sondern eine Verbindung zu den Menschen vor der Bühne herstellen wollen.

Heute bekommt „Destiny“ eine zweite Bedeutung. Der Song steht nicht nur für den damaligen Auftritt, sondern für all das, was aus diesen Clubabenden entstand: die Begegnung mit deutschen Fernsehzuschauern, der Durchbruch, die Hits, die Tourneen und eine Fangemeinschaft, die noch immer Erinnerungen teilt. Caught in the Act mit „Destiny“ wirkt dadurch wie eine kleine musikalische Vorhersage. Das Schicksal hatte zwar noch keinen Tourbus geschickt, aber offenbar schon einmal im Club vorbeigeschaut.

Vier vertraute Gesichter am Anfang ihrer Reise

Bei einer frühen Aufnahme ist es beinahe unmöglich, nicht jedes Bandmitglied besonders aufmerksam zu beobachten. Bastiaan, Lee, Eloy und Benjamin wurden später als klar unterscheidbare Persönlichkeiten wahrgenommen, und jede Anhängerin sowie jeder Anhänger hatte selbstverständlich einen Favoriten. Diese Wahl wurde mit einer Ernsthaftigkeit verteidigt, die heute vermutlich eher für Immobilienkredite oder politische Grundsatzfragen reserviert ist. Schon in der Clubaufnahme lassen sich viele Eigenschaften entdecken, die später zum vertrauten Bild der Gruppe gehörten.

Man sieht Konzentration, Energie und den Wunsch, als Einheit zu wirken. Die Bühne bietet nicht den Platz und die technische Ausstattung späterer Shows, doch die vier nutzen das, was vorhanden ist. Caught in the Act mit „Destiny“ erinnert daran, dass eine erfolgreiche Boyband nicht allein durch gute Fotos entsteht. Stimmen müssen zusammenfinden, Bewegungen müssen sitzen und die Chemie zwischen den Mitgliedern muss selbst aus einiger Entfernung sichtbar werden. Genau daran arbeitete die Gruppe in jenen niederländischen Clubs Abend für Abend.

Gleichzeitig wirkt die Performance nahbar. Zwischen Band und Publikum liegen keine großen Absperrungen, Videowände oder Pyroeffekte. Wer damals im Club stand, konnte die Gesichter aus nächster Nähe sehen und ahnte vielleicht bereits, dass hier etwas Besonderes entstand. Ob jemand später stolz erzählte, CITA schon gekannt zu haben, bevor Deutschland sie entdeckte? Vermutlich. Solche Sätze gehören schließlich zu den schönsten Privilegien früher Fans und werden mit den Jahren erfahrungsgemäß nicht leiser erzählt.

Für heutige Zuschauer liegt der Reiz auch in den kleinen Unvollkommenheiten. Die Performance darf atmen, ein Übergang darf sichtbar erarbeitet sein, und die Kamera hält nicht immer genau den Moment fest, den wir gern in perfekter Qualität hätten. Trotzdem vermittelt die seltene Privataufnahme von Caught in the Act mit „Destiny“ eine Nähe, die professionelle Mitschnitte oft verlieren. Sie zeigt nicht die fertige Popmarke, sondern Menschen, die Schritt für Schritt lernen, gemeinsam eine Bühne zu tragen.

Von kleinen Clubs direkt ins deutsche Fernsehen

Ende 1994 folgte der Gastauftritt bei „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“, der für Caught in the Act zum entscheidenden Karriereschub wurde. Die tägliche Serie erreichte ein großes junges Publikum, und die vier Bandmitglieder trafen auf Zuschauer, die offenbar nur darauf gewartet hatten, einen neuen gemeinsamen Schwarm zu entdecken. Aus regionaler Bekanntheit wurde in kurzer Zeit ein Erfolg, der weit über die Niederlande hinausging.

Zwischen dem Auftritt von Caught in the Act mit „Destiny“ im Februar und der späteren Fernsehpräsenz lagen nur wenige Monate, doch die Wirkung des Durchbruchs hätte kaum größer sein können. Plötzlich erschienen Berichte in Jugendzeitschriften, Songs stiegen in die Charts ein und Termine wurden von kreischenden Fans begleitet. Für die Band muss sich das angefühlt haben, als hätte jemand die Geschwindigkeit des Lebens über Nacht vervielfacht. Für die neuen Fans war CITA dagegen scheinbar einfach da, vollständig geformt und bereit, sämtliche verfügbaren Wände mit Postern zu übernehmen.

Die Privataufnahme korrigiert dieses Bild auf liebevolle Weise. Sie zeigt, dass vor dem Erfolg eine Phase des Suchens, Probierens und Durchhaltens lag. Keine Karriere beginnt mit der Goldenen Schallplatte; meistens beginnt sie auf einer kleinen Bühne, vor wenigen Menschen und mit der Hoffnung, dass wenigstens einer davon am nächsten Tag noch über den Auftritt spricht. Caught in the Act mit „Destiny“ bewahrt genau einen solchen Augenblick.

Wer die spätere Karriere kennt, kann in der Aufnahme bereits all die Möglichkeiten sehen, die damals noch verborgen waren. Das macht sie spannender als manchen makellosen Fernsehauftritt aus der Hochphase. Wir schauen nicht nur auf eine Performance, sondern auf den schmalen zeitlichen Korridor kurz vor einer großen Veränderung. Bald würden Bastiaan, Lee, Eloy und Benjamin kaum noch unbeobachtet durch einen Club gehen können. An diesem Abend aber standen sie dort als ambitionierte Band, die um jeden neuen Fan warb.

Warum uns diese seltene Privataufnahme berührt

Alte Fanvideos sind mehr als schlecht beleuchtete Dokumente vergangener Auftritte. Sie tragen die Perspektive der Person in sich, die damals eine Kamera mitnahm, einen Platz suchte und entschied, diesen Moment festzuhalten. Ohne diese Person gäbe es die Bilder womöglich nicht. In einer Zeit, in der nicht jedes Handy automatisch hochauflösend filmen konnte, war eine solche Aufnahme keineswegs selbstverständlich. Dass wir Caught in the Act mit „Destiny“ heute noch sehen können, verdanken wir diesem sehr persönlichen Wunsch, einen besonderen Abend zu bewahren.

Die begrenzte Qualität gehört deshalb zur Geschichte. Sie erinnert uns daran, wie Medien in den neunziger Jahren funktionierten: Aufnahmen wurden auf Kassetten kopiert, weitergegeben und manchmal mehrfach überspielt. Jede Generation verlor vielleicht etwas Schärfe, gewann dafür aber eine neue Person, die sich über die Bilder freute. Heute genügt ein Klick, doch das Gefühl einer wiederentdeckten Rarität lässt sich nicht vollständig digitalisieren. Es steckt im Flackern, im Ton und in der Ahnung, dass diese wenigen Minuten beinahe verloren gegangen wären.

Für langjährige Fans öffnet das Video zugleich eine Tür zur eigenen Vergangenheit. Vielleicht kannten wir CITA 1994 noch gar nicht oder standen erst kurz davor, unsere Zimmerwände neu zu dekorieren. Trotzdem können wir beim Anschauen nachempfinden, wie alles begann. Die Aufnahme verbindet die kleine niederländische Fanbasis von damals mit jener großen Gemeinschaft, die später entstand und bis heute Geschichten, Bilder und Musik miteinander teilt.

Caught in the Act mit „Destiny“ ist deshalb nicht bloß ein früher Disco-Auftritt. Es ist ein seltenes Kapitel der Bandgeschichte, das zeigt, wie nah Traum und Wirklichkeit manchmal beieinanderliegen. Auf der Bühne stehen vier junge Männer, die noch nicht wissen können, welche Bedeutung sie bald für so viele Menschen bekommen werden. Vor dem Bildschirm sitzen heute Fans, die genau das längst wissen und beim ersten Blick trotzdem wieder ein wenig zu den Teenagern von damals werden.

Vielleicht ist das die schönste Form von Nostalgie: Wir müssen nicht behaupten, dass die Videoqualität hervorragend oder jede Bewegung perfekt gewesen sei. Es reicht, dass dieser Moment existiert. Wir sehen den Anfang einer Reise, hören einen Song über das Schicksal und wissen, dass das große CITA-Abenteuer bereits hinter der nächsten Kurve wartete. Manchmal braucht eine kostbare Erinnerung eben keine gestochen scharfen Bilder, sondern nur vier vertraute Gesichter und die ersten Takte eines Liedes.

Caught In The Act am 20.02.1994 mit „Destiny“ (Privataufnahme)

Buchtipp: Eloy de Jong – Ganz bei mir

Eloy de Jong blickt auf ein Leben zurück, das berührt, inspiriert und zeigt, wie viel Stärke in einem Menschen stecken kann. Seine neue Biografie zeichnet seinen Weg vom Kind aus Den Haag, das in der Schule häufig aneckte, bis hin zu einem der erfolgreichsten Schlagerkünstler Deutschlands nach – und erzählt dabei von all den Momenten, die ihn geprägt haben.

Das Buch nimmt dich mit zu seinen ersten Jahren als Tänzer, den Zeiten des Zweifelns und der Ausgrenzung und natürlich zu dem Tag, an dem er beim Casting für Caught in the Act sein Leben für immer veränderte. Aber auch die weniger glamourösen Seiten kommen vor: frühe Misserfolge, der Druck des Ruhms, das Ende der Boyband und die Suche nach einer neuen Richtung.

Besonders bewegend sind die Kapitel über seine bedeutenden Beziehungen – unter anderem zu Stephen Gately und Carlo Boszhard – sowie über seinen größten privaten Wegabschnitt: das Leben als Teil einer Regenbogenfamilie, die Geburt der Zwillinge und der schmerzhafte Abschied von Milon.

Die Biografie beleuchtet ebenso seine Rückkehr ins Rampenlicht, den Solo-Erfolg mit „Kopf aus – Herz an“, seine Zusammenarbeit mit anderen Künstlern und seine wachsende Rolle als inspirierende Stimme in der LGBTQ+-Community. Ergänzt wird das alles durch eindrucksvolle Fotos und viele persönliche Einblicke, die Eloys Entwicklung greifbar machen.

Für alle Fans von Caught in the Act, Schlagerliebhaber oder Menschen, die Eloy schon lange begleiten, ist dieses Buch ein emotionales und sehr aufrichtiges Porträt eines außergewöhnlichen Lebenswegs.

Das erwartet dich im Buch:

  • Ein ehrlicher Blick auf Eloys Kindheit, erste Träume und Hindernisse

  • Der komplette Weg von CITA bis zu seinen heutigen Erfolgen

  • Private Geschichten über Liebe, Familie, Mut und Verlust

  • Viele großformatige Fotos aus seinem Leben

  • Ein inspirierendes Porträt eines Künstlers, der nie aufgehört hat, an sich zu glauben

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