Am Flughafen stehen Fans mit Fotoapparaten bereit, irgendwo wartet schon die Konzertbühne, und zwischen Ankunft und Auftritt bleibt gerade noch Zeit für ein Interview: Für Caught In The Act sah der August 1996 nach einem Leben aus, von dem wir zu Hause vor unseren Posterwänden nur träumen konnten. Die „Forever Friends Tour“ führte die vier auch nach Dänemark, wo Benjamin, Bastiaan, Eloy und Lee genauso sehnsüchtig erwartet wurden wie bei uns. Doch ausgerechnet der Besuch bei PULS TV erinnert daran, dass dieser Erfolg eine Vorgeschichte hatte, die mit dem Glanz der großen Auftritte erstaunlich wenig gemeinsam hatte.
Im Backstage-Gespräch erzählten die Jungs von winzigen Bühnen, enttäuschenden Veröffentlichungen und Clubgästen, die ihre Begeisterung keineswegs mit Autogrammwünschen ausdrückten. Teilweise flogen sogar Gegenstände in Richtung Bühne, während die Band weiter sang und tanzte. Wer CITA vor allem aus umjubelten Konzerten kannte, bekam bei PULS TV deshalb einen ungewohnten Blick auf die Jahre davor. Plötzlich wurde verständlicher, warum ein Chartplatz für diese vier viel mehr bedeutete als eine Zahl neben einem Songtitel.
Die beiden dänischen Beiträge zeigen damit zwei sehr unterschiedliche Seiten derselben Geschichte: draußen die Freude der Fans, drinnen die Erinnerung an eine Zeit, in der kaum jemand auf die Band gewartet hatte. Gerade dieser Wechsel macht das Wiedersehen heute so reizvoll. Man darf noch einmal mit den Menschen am Flughafen mitfiebern und erfährt gleichzeitig, wie viel Beharrlichkeit hinter einem Erfolg steckte, der aus der Entfernung unserer Jugendzimmer beinahe selbstverständlich gewirkt hatte.
PULS TV begleitete CITA zwischen Flughafen und Backstage
Für die dänischen Fans begann das Erlebnis bereits bei der Ankunft. Als Lee, Bastiaan, Benjamin und Eloy durch den Ausgang kamen, waren die Kameras zur Stelle, und die Hoffnung auf einen persönlichen Moment wurde tatsächlich erfüllt: Es gab Autogramme, Erinnerungsfotos und Küsschen. Wer damals selbst einmal auf seine Lieblingsband gewartet hat, kennt wahrscheinlich dieses seltsame Verhältnis zwischen Zeit und Aufregung. Vorher ziehen sich Minuten endlos hin, während die eigentliche Begegnung so schnell vorübergeht, dass man hinterher kaum glauben kann, wirklich dabei gewesen zu sein.
Die Aufnahmen von PULS TV wecken genau diese Erinnerung. Ein Foto war noch keine Aufnahme, die man sofort kontrollieren und bei Bedarf wiederholen konnte. Man drückte ab und hoffte, dass der wichtigste Mensch im Bild nicht gerade die Augen geschlossen hatte, während man selbst aussah, als hätte man das Atmen vergessen. Trotzdem waren solche Bilder kostbar, gerade weil sie einen seltenen gemeinsamen Augenblick festhielten. Ein leicht schiefes Foto konnte schließlich immer noch beweisen, dass zwischen einem selbst und dem Lieblingsstar tatsächlich einmal nur eine Armlänge gelegen hatte.
Nach dem Flughafen ging es für Band und Anhänger weiter zur Konzertlocation, doch bevor die Show beginnen konnte, stand das Gespräch mit dem dänischen Sender TV2 für PULS TV an. Zu Beginn kam eine Frage, die CITA damals häufig beantworten mussten: Wie hatten sie sich kennengelernt? Lee erzählte von Bastiaan und Eloy, die einander bereits gekannt hätten, von Benjamins Umzug nach Holland und seiner eigenen Bekanntschaft mit Benjamin aus der Schauspielschule. Ein Besuch in Amsterdam habe schließlich dazu geführt, dass er zur Gruppe gestoßen sei.
Es war die damalige öffentliche Kennenlerngeschichte, die den Weg zur Band wie eine glückliche Folge persönlicher Begegnungen erscheinen ließ. Heute lässt sich diese Erzählung als Teil des damaligen Bandimages betrachten; als vollständige Darstellung der Entstehung sollte man sie nicht lesen. Für den Rückblick ist vor allem interessant, wie selbstverständlich solche Geschichten zum Interviewprogramm gehörten. Bei PULS TV führte die Frage jedenfalls schnell zu einem weitaus handfesteren Thema: den ersten Auftritten, bei denen eine gut erzählte Vorgeschichte noch lange kein wohlgesinntes Publikum garantierte.
Winzige Bühnen und fliegende Gegenstände statt Applaus
Lee beschrieb die frühen Bühnen als so klein, dass er ihre Größe mit einem Tisch verglich. Wer die sorgfältig abgestimmten Bewegungen einer Boyband vor Augen hat, kann sich vorstellen, wie wenig Platz dort für große Gesten blieb. Vier Sänger, eine Choreografie und eine Fläche, auf der man zu Hause vielleicht gerade noch die Getränke abstellen würde: Das klingt schon ohne weitere Schwierigkeiten nach einer Übung in gegenseitiger Rücksichtnahme. Im Interview bei PULS TV wurde allerdings deutlich, dass die räumlichen Verhältnisse nicht das einzige Problem gewesen waren.
Eloy erinnerte sich daran, dass Gäste Zigarettenkippen und andere unangenehme Dinge auf die Bühne warfen. Bastiaan ergänzte, die Band sei in den Amsterdamer Clubs häufig erst spät nachts aufgetreten, wenn viele Besucher bereits betrunken gewesen seien. Die vier schilderten also Erfahrungen mit einem Publikum, das ihnen teilweise ausgesprochen feindselig begegnete. Gerade neben den Bildern der begeisterten Fans wirkt dieser Rückblick bei PULS TV erstaunlich: Dieselben jungen Männer, um deren Aufmerksamkeit 1996 Menschen warteten, hatten zuvor überhaupt erst darum kämpfen müssen, ihre Show ungestört zu Ende zu bringen.
Benjamin erzählte, sie hätten vor Clubauftritten gehofft, diesmal auf anständige Leute zu treffen. Gleichzeitig beschrieb er mit Humor, wie sie trotz allem professionell weitergemacht hätten: singen, die Schritte ausführen und dabei den geworfenen Gegenständen ausweichen. Das ist eine Bühnenanforderung, die in keiner romantischen Vorstellung vom Popstarleben vorkommt. Wir dachten an Scheinwerfer, schöne Kostüme und den perfekten Blick ins Publikum; die Band musste offenbar gelegentlich zusätzlich darauf achten, was aus ebendiesem Publikum angeflogen kam.
Bastiaan verglich die Situation bei PULS TV scherzhaft mit den „Blues Brothers“ und ihren Auftritten in kleinen Countryclubs. Der entscheidende Unterschied sei gewesen, dass CITA damals noch keine Fans gehabt hätten. Hinter diesem Witz steckt eine ziemlich ernüchternde Erinnerung: Wer ohne eigene Anhängerschaft vor ein fremdes Publikum tritt, kann sich nicht darauf verlassen, dass schon der erste bekannte Refrain die Stimmung trägt. Man muss Aufmerksamkeit erst gewinnen, und manchmal bekommt man nicht einmal eine faire Gelegenheit dazu.
Dass die Jungs darüber im Interview lachen konnten, nimmt den Erfahrungen nichts von ihrer Härte. Aus einer sicheren Entfernung erzählt sich manches leichter, besonders wenn inzwischen ein Konzert voller Fans wartet. Trotzdem lohnt es sich, bei PULS TV auch den weniger komischen Teil dieser Geschichte zu hören. Zwischen dem Traum von einer erfolgreichen Band und der späteren Tour lagen offenbar viele Abende, an denen Durchhalten bedeutete, trotz Enttäuschung noch einmal auf die Bühne zu gehen. Das verleiht den vertrauten Tanzschritten im Rückblick ein anderes Gewicht.
Schwule Fans gehörten für CITA selbstverständlich dazu
Im Gespräch kam auch zur Sprache, dass Caught In The Act anfangs in Schwulenclubs gebucht worden waren. Der Reporter wollte wissen, ob die Band damit ein Problem gehabt habe. Eloys Antwort fiel eindeutig aus: Für ihn machte es keinen Unterschied, ob vor der Bühne schwule Menschen oder weibliche Fans standen. Auch das Alter sei nicht entscheidend, solange dem Publikum die Musik und die Show gefielen. Bei PULS TV stand damit für einen Moment eine Haltung im Mittelpunkt, die angenehm wenig Erklärung benötigte.
Bastiaan unterstrich den Gedanken und stellte klar, dass Sexualität nichts mit Musikgeschmack zu tun habe. Für viele schwule Fans, deren Begeisterung für Boybands damals nicht überall unbefangen aufgenommen wurde, kann gerade diese Passage heute noch besonders berührend sein. Ein Lieblingssong fragt nicht danach, ob die eigene Schwärmerei zu den Erwartungen anderer passt. Er läuft, trifft einen an der richtigen Stelle und gehört fortan zu einer Erinnerung, die niemand von außen genehmigen muss.
Die Frage im Interview erinnert zugleich daran, wie schnell Boyband-Publikum auf ein einziges Bild reduziert wurde. Meist dachte man an Mädchen mit Postern und Konzertkarten, obwohl auch andere Menschen dieselben Melodien liebten und dieselbe Aufregung empfanden. Die Antworten bei PULS TV lassen dafür mehr Platz. Wer Musik genießt, darf dazugehören, ohne zuvor erklären zu müssen, warum ausgerechnet diese Band etwas in einem auslöst. Das klingt schlicht, kann aber für jemanden, der seine Begeisterung sonst versteckt, sehr viel bedeuten.
Vom Publikum führte das Gespräch weiter zur künstlerischen Zusammenarbeit. Bastiaan erklärte, die Band habe viele eigene Ideen, müsse bei deren Umsetzung aber auch Regisseuren und Produzenten vertrauen. Das erlaubt einen nüchternen Blick hinter die fertige Show: Songs, Auftritte und Bilder entstehen durch die Arbeit mehrerer Beteiligter. Für Fans war auf der Bühne vor allem das Ergebnis sichtbar, während Entscheidungen und Abstimmungen im Hintergrund blieben. PULS TV gab zumindest einen kurzen Eindruck davon, wie Bastiaan diese Aufgabenverteilung verstand.
Lee betonte außerdem, wie sehr die gemeinsamen schwierigen Jahre die Gruppe geprägt hätten. Man lerne gerade aus Situationen, in denen nicht alles nach Plan verlaufe, und müsse versuchen, positiv zu bleiben. Diese Aussage verbindet die verschiedenen Themen des Interviews: das Spielen vor unterschiedlichen Menschen, das Vertrauen bei der Arbeit und das gemeinsame Weitergehen nach einem misslungenen Auftritt. Sie zeigt die Band als Menschen, die Erfahrungen miteinander gesammelt hatten, lange bevor ein großer Name auf einem Tourplakat stand.
Vom nächsten Flop zum ersehnten Durchbruch
Besonders nachvollziehbar wird diese Geduld, wenn Lee bei PULS TV von frühen Veröffentlichungen erzählt. Eine neue Single habe zunächst große Aufregung ausgelöst, doch anschließend sei manchmal schlicht nichts passiert. Wer als Fan einen Song liebte, konnte sich schwer vorstellen, dass außerhalb der eigenen Begeisterung kaum jemand darauf reagierte. Für die Band bedeutete das jedoch, nach all der Vorbereitung wieder vor derselben Frage zu stehen: Wie lange versucht man es weiter, wenn der erhoffte Erfolg erneut ausbleibt?
Im Gespräch schilderten die Jungs auch eine Phase, in der ein kleiner Erfolg Hoffnung geweckt hatte und die darauffolgende Veröffentlichung wieder enttäuschte. Schließlich machten die Mitglieder getrennt Urlaub, um darüber nachzudenken, wie es weitergehen sollte. Ausgerechnet während dieser Pause kam nach ihrer Erzählung die Nachricht des Managers, dass ein Auftritt bei „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ in Deutschland anstand. Im Rückblick bei PULS TV erschien dieser Termin als der Wendepunkt, auf den sie so lange gewartet hatten.
Lee erinnerte sich an den deutschen Charteinstieg und den anschließenden großen Sprung von Love Is Everywhere. Schon überhaupt in den Charts vertreten zu sein, sei für die Band ein Grund zur Freude gewesen. Wie er davon erzählte, macht die Bedeutung dieses Moments auch ohne eine Liste von Platzierungen verständlich. Nach wiederholten Enttäuschungen gab es endlich ein sichtbares Zeichen dafür, dass die Arbeit Menschen erreichte. Plötzlich mussten nächste Schritte schnell organisiert werden, darunter der Videoclip, während der Erfolg an Fahrt gewann.
Benjamin machte bei PULS TV zugleich deutlich, dass mit dem Durchbruch nicht sofort jede Unsicherheit verschwand. Natürlich blieb die Sorge, der Erfolg könne nach einer Single schon wieder vorbei sein. Gerade deshalb bewertete er die früheren Misserfolge rückblickend auch als Erfahrung, die ihnen geholfen habe. Wer schon erlebt hatte, dass Erwartungen nicht aufgingen, wusste umso besser, wie wenig selbstverständlich die neue Situation war. Die Begeisterung über den Erfolg und die Angst, ihn wieder zu verlieren, konnten also gleichzeitig existieren.
Wenn wir heute die beiden Beiträge ansehen, bekommt der Empfang am Flughafen dadurch eine zusätzliche Bedeutung. Die Fotos, Autogramme und Küsschen stehen für einen Moment, in dem die Zuneigung endlich unübersehbar geworden war. Hinter jedem begeisterten Fan wartete nun jemand, der genau diese Band sehen wollte. Vielleicht liegt darin der schönste Zusammenhang, den PULS TV festhält: Was für die einen ein kurzer Blick auf ihre Idole war, konnte für die anderen die Bestätigung jahrelanger Mühe bedeuten.
Unter diesem Beitrag findest Du den Bericht über die dänischen Fans und das Backstage-Interview. Zusammen holen sie den Sommer 1996 zurück, mit all der Vorfreude auf einen Auftritt und mit Erinnerungen, die hinter den bekannten Bildern leicht verschwinden. Es ist ein schönes Wiedersehen mit Benjamin, Bastiaan, Eloy und Lee, gerade weil sie auch von Zweifeln und schwierigen Abenden erzählen. Unsere alten Lieblingssongs verlieren dadurch nichts von ihrem Glanz; man hört vielleicht nur ein wenig deutlicher, wie lange die vier unterwegs waren, bis wir sie endlich für uns entdeckten.
PULS TV: Bericht über dänische Fans
PULS TV: Backstage-Interview mit CITA
Eloy de Jong blickt auf ein Leben zurück, das berührt, inspiriert und zeigt, wie viel Stärke in einem Menschen stecken kann. Seine neue Biografie zeichnet seinen Weg vom Kind aus Den Haag, das in der Schule häufig aneckte, bis hin zu einem der erfolgreichsten Schlagerkünstler Deutschlands nach – und erzählt dabei von all den Momenten, die ihn geprägt haben.
Das Buch nimmt dich mit zu seinen ersten Jahren als Tänzer, den Zeiten des Zweifelns und der Ausgrenzung und natürlich zu dem Tag, an dem er beim Casting für Caught in the Act sein Leben für immer veränderte. Aber auch die weniger glamourösen Seiten kommen vor: frühe Misserfolge, der Druck des Ruhms, das Ende der Boyband und die Suche nach einer neuen Richtung.
Besonders bewegend sind die Kapitel über seine bedeutenden Beziehungen – unter anderem zu Stephen Gately und Carlo Boszhard – sowie über seinen größten privaten Wegabschnitt: das Leben als Teil einer Regenbogenfamilie, die Geburt der Zwillinge und der schmerzhafte Abschied von Milon.
Die Biografie beleuchtet ebenso seine Rückkehr ins Rampenlicht, den Solo-Erfolg mit „Kopf aus – Herz an“, seine Zusammenarbeit mit anderen Künstlern und seine wachsende Rolle als inspirierende Stimme in der LGBTQ+-Community. Ergänzt wird das alles durch eindrucksvolle Fotos und viele persönliche Einblicke, die Eloys Entwicklung greifbar machen.
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