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Willkommen zurück in Deiner Teenie-Zeit!

Es gab in den Neunzigern kaum etwas Spannenderes, als Caught In The Act auf dem roten Sofa von VIVA sitzen zu sehen, während irgendwo zwischen Faxgerät, Telefonleitung und Studiokamera Fragen auftauchten, die man sich selbst vielleicht niemals laut zu stellen getraut hätte. Im April 1996 wurde CITA bei VIVA Interaktiv mit Gerüchten konfrontiert, die von einer goldenen Kette über angebliche Affären bis zu ausgesprochen privaten Gewohnheiten reichten. Dass Lee Baxter irgendwann trocken erklärte, er habe gerade kein Kondom dabei, war deshalb nur einer von vielen Momenten, bei denen Fans vermutlich gleichzeitig kicherten, erröteten und den Videorekorder noch einmal überprüften.

Dabei waren Benjamin, Bastiaan, Eloy und Lee eigentlich aus einem ganz klassischen Grund im Studio: Die im März veröffentlichte Single „Don’t Walk Away“ sollte beworben werden, außerdem stand die große „Forever Friends Tour“ unmittelbar bevor. Für echte Fans waren Konzertkarten zu diesem Zeitpunkt natürlich längst beschafft, sorgfältig verwahrt und gedanklich ungefähr so wertvoll wie ein kleiner Schatz. Trotzdem rührten die vier noch einmal ausgiebig die Werbetrommel. Dass CITA bei VIVA Interaktiv nebenbei auch intime Fanfragen beantworteten, über vermeintliche Schönheitsfehler sprachen und ihre Ausstattung für eine einsame Insel planten, machte die Sendung zu jener herrlichen Mischung aus Promotion und kontrolliertem Chaos, für die das Musikfernsehen damals geliebt wurde.

CITA bei VIVA Interaktiv – zunächst ohne Moderator

Schon der Beginn ließ erahnen, dass diese Ausgabe nicht streng nach Plan verlaufen würde. Die vier Bandmitglieder saßen gut gelaunt im Studio, alberten miteinander herum und warteten auf Mola Adebisi, von dem zunächst weit und breit nichts zu sehen war. Eloy vermutete scherzhaft, der Moderator könne noch auf der Toilette sein. Anstatt sich von der kleinen Verzögerung irritieren zu lassen, übernahmen die Jungs kurzerhand selbst und nutzten die freie Sendezeit, um auf „Don’t Walk Away“ aufmerksam zu machen. Wenn CITA bei VIVA Interaktiv auf dem Sofa saßen, brauchte es schließlich nicht immer einen Moderator, um Unterhaltung entstehen zu lassen.

Mola tauchte wenig später doch noch auf, und Bastiaan wechselte zu ihm an den Stehtisch. Dort erklärte er, weshalb das Video zur neuen Single so farbenfroh und verrückt geraten war. Benjamin sang die Leadstimme, mochte viele Farben und sei ohnehin immer ein wenig verrückt, erzählte Bastiaan mit jener Mischung aus Zuneigung und neckischem Seitenhieb, die man innerhalb der Band so oft beobachten konnte. Außerdem passte die ausgelassene Gestaltung zur Stimmung der vier, denn die „Forever Friends Tour“ stand vor der Tür und die Vorfreude war ihnen deutlich anzumerken. Für Fans, die ihre Eintrittskarte bereits besaßen, dürfte dieser Satz ungefähr wie das offizielle Startsignal für wochenlanges Herzklopfen geklungen haben.

Von Ruhe konnte für die Band allerdings keine Rede sein. Kurz zuvor waren Caught In The Act von einer großen Promotionreise durch Asien zurückgekehrt. Bastiaan zählte Hongkong, China, Taiwan, Indonesien, Malaysia und Singapur auf; in der darauffolgenden Woche sollte es bereits nach Japan weitergehen. Heute lässt sich kaum überhören, wie enorm das Tempo damals gewesen sein muss. Während Fans zu Hause auf den nächsten Fernsehtermin warteten, wechselten die vier Länder, Hotels, Studios und Zeitzonen beinahe im Akkord. Trotzdem wirkten CITA bei VIVA Interaktiv nicht wie vier erschöpfte Geschäftsreisende, sondern wie Freunde, die auf einem Sofa gelandet waren und nun gemeinsam eine besonders neugierige Postmappe öffneten.

Genau diese Post sorgte für den eigentlichen Reiz der Sendung. Fragen kamen per Brief, Fax oder später live am Telefon ins Studio, und allein das Faxgerät war damals eine Art direkte Leitung in die Welt der Stars. Man konnte eine Frage abschicken und mit etwas Glück erleben, wie sie wenige Stunden oder Tage später vor laufender Kamera vorgelesen wurde. Keine Kommentarspalte, kein schnell getippter Direktkontakt, sondern Papier, Hoffnung und das bange Warten vor dem Fernseher. Wenn CITA bei VIVA Interaktiv ein Fax in den Händen hielten, wurde aus der Distanz zwischen Fan und Boyband für einen kurzen Moment etwas erstaunlich Persönliches. Gerade deshalb besitzen CITA bei VIVA Interaktiv heute noch jene Nähe, die sich in perfekt kontrollierten Interviews nur schwer herstellen lässt.

Goldene Ketten, Heike Makatsch und wilde Gerüchte

Während Benjamin, Lee und Eloy durch die eingesandten Nachrichten blätterten, stieß Eloy auf die Frage nach einer goldenen Kette, die Bastiaan angeblich ständig trug und von einem Fan bekommen hatte. Bastiaan bestätigte die Geschichte und zeigte den kleinen Kreuzanhänger in die Kamera. Für die Person, die ihm das Schmuckstück geschenkt hatte, muss das ein unvergesslicher Augenblick gewesen sein. Ein Geschenk verschwand nicht einfach in einem unüberschaubaren Backstage-Lager, sondern war sichtbar Teil seines Alltags geworden. Solche Details machten Auftritte von CITA bei VIVA Interaktiv für Fans so wertvoll, weil sie das Gefühl vermittelten, mit ihrer Zuneigung tatsächlich wahrgenommen zu werden.

Lee durfte anschließend in seinem charmanten Deutsch eine Frage vorlesen, die sich um Bastiaan und Heike Makatsch drehte. Die damalige VIVA- und „BRAVO TV“-Moderatorin sei fantastisch, lustig, hübsch und wirklich süß, erklärte Bastiaan, auch ihren Charakter lobte er ausdrücklich. Eine heiße Affäre gebe es zwischen ihnen jedoch nicht. Damit war das Gerücht zumindest für diesen Nachmittag ausgeräumt, obwohl ein so ausführliches Kompliment die Fantasie mancher Zuschauerin vermutlich eher beflügelte als beruhigte. Bei CITA bei VIVA Interaktiv genügte eben manchmal schon ein Name, ein Grinsen und eine kleine Pause, damit am nächsten Tag ganze Schulhöfe über die vermeintliche Bedeutung diskutierten. In solchen Augenblicken wurden CITA bei VIVA Interaktiv selbst zu unfreiwilligen Drehbuchautoren der nächsten Gerüchterunde.

Deutlich ernster wurde es, als Mola ein Fax vorlas, in dem behauptet wurde, die Band könne ihre Beliebtheit bei Mädchen ausnutzen, Fans mit aufs Hotelzimmer nehmen und anschließend fallen lassen. Lee widersprach diesem Vorwurf. Die Band habe viele freundschaftliche Kontakte unter den Fans, sagte er sinngemäß, würde deren Vertrauen aber nicht ausnutzen und begegne ihnen mit Respekt. Es ist wichtig, diese Passage als das zu betrachten, was sie in der Sendung war: die Konfrontation mit einem Gerücht, nicht der Beleg für das darin geschilderte Verhalten. Gerade weil das Verhältnis zwischen Boybands und ihrer jungen Anhängerschaft häufig zum Gegenstand wilder Geschichten wurde, war die klare Zurückweisung bei CITA bei VIVA Interaktiv ein notwendiger Moment.

Danach richtete sich eine sehr persönliche Frage an Eloy: Mola sprach das Gerücht an, er sei bisexuell. Eloy verneinte dies damals und fügte zugleich hinzu, entscheidend sei nicht, was jemand sei, sondern dass man das Beste aus seinem Leben mache. Aus heutiger Perspektive, mit dem Wissen um seinen späteren offenen Umgang mit seiner Homosexualität, wirkt diese Antwort berührend und zugleich schützend. Im Jahr 1996 war das öffentliche Klima ein anderes, erst recht für ein Mitglied einer Boyband, deren Vermarktung stark von romantischen Fantasien weiblicher Fans lebte. Die Szene sollte deshalb nicht mit nachträglicher Häme betrachtet werden. Sie zeigt vielmehr, wie vorsichtig ein junger Künstler reagieren musste, wenn eine intime Frage ohne Vorwarnung im Fernsehen gestellt wurde. Auch darin ist der Auftritt von CITA bei VIVA Interaktiv ein aufschlussreiches Stück Zeitgeschichte.

„Kein Kondom dabei“ – die pikantesten Antworten

Benjamin ahnte offenbar schon, dass auch für ihn keine harmlose Frage nach Lieblingsessen oder Haustieren vorgesehen war. Mola las die Behauptung vor, er habe jede Nacht eine andere Frau, worauf Benjamin gespielt empört reagierte. Es sei ja wieder klar gewesen, dass ausgerechnet er diese Frage bekomme; er wünschte lediglich, das Gerücht wäre wahr, tatsächlich stimme es aber nicht. Die Antwort saß, das Studio durfte lachen und Benjamin verwandelte eine aufdringliche Unterstellung in einen selbstironischen Moment. Genau dieses schnelle Wechselspiel machte CITA bei VIVA Interaktiv so unterhaltsam: Die vier konnten sich necken lassen, ohne jede Schlagzeile bierernst zu nehmen.

Dann war Lee an der Reihe. Ein Fan wollte wissen, ob er wirklich immer ein Kondom dabeihabe, und forderte gleich den sichtbaren Beweis. Lee schüttelte den Kopf und entschuldigte sich beinahe höflich dafür, gerade keines vorzeigen zu können. Anschließend wurde seine Antwort bemerkenswert vernünftig: Man solle vorbereitet sein und die Verantwortung für Verhütung beziehungsweise Schutz nicht einfach dem Partner überlassen. Zwischen Gekicher und rotem Sofa formulierte er damit eine Botschaft, die auch Jahrzehnte später nicht altmodisch klingt. So wurde aus der pikantesten Frage an CITA bei VIVA Interaktiv ganz nebenbei ein kurzer, verantwortungsvoller Hinweis auf gegenseitige Rücksichtnahme.

Der Satz „Ich habe gerade kein Kondom dabei“ eignete sich natürlich perfekt für erstaunte Blicke und spätere Erinnerungen, doch ohne Lees Ergänzung wäre die Geschichte nur halb erzählt. Er prahlte nicht, erfand keine wilde Anekdote und schob die Zuständigkeit nicht einer anderen Person zu. Stattdessen machte er klar, dass Vorsorge beide Partner betrifft. Für eine Sendung, die vor allem auf Nähe, Spaß und spontane Reaktionen setzte, war das erstaunlich erwachsen. Vielleicht ist genau das der Grund, warum diese Folge mit CITA bei VIVA Interaktiv bis heute mehr bietet als eine Sammlung frecher Fragen. Hinter dem Kichern zeigten CITA bei VIVA Interaktiv nämlich immer wieder, dass eine spontane Antwort trotzdem Haltung besitzen konnte.

Bastiaan hatte sichtlich Freude an der nächsten Fanpost, denn nun sollte Eloy angeblich wegen seines Schielens an den Augen operiert worden sein. Eloy erklärte, er sei so geboren und schiele stärker, wenn er sehr müde sei. Bastiaan gab grinsend zu, dass die anderen ihn innerhalb der Band gelegentlich damit aufzogen. Heute würde man bei solchen persönlichen Bemerkungen hoffentlich ein wenig sensibler formulieren, doch zwischen den vier wirkte die Szene wie jener vertraute Spott, der nur in einer eingespielten Gruppe funktioniert. Da die Band gerade von einer anstrengenden Asienreise kam, dürfte Müdigkeit ohnehin kein theoretisches Thema gewesen sein. Bei CITA bei VIVA Interaktiv lagen Glamour und völlige Erschöpfung oft nur eine Faxfrage auseinander.

Inselpläne, Tourtermine und ein Treffen in London

Als schließlich die ersten Anruferinnen ins Studio durchgestellt wurden, wechselte die Stimmung von der Gerüchteküche zu Fragen, die Fans wirklich etwas über die Persönlichkeiten ihrer Idole verraten sollten. Susanne aus Barth wollte wissen, was die Jungs an sich verändern würden, wenn sie könnten. Bastiaan lenkte den Blick auf den Charakter und meinte, wichtiger als Äußerlichkeiten sei es, ein besserer Mensch zu werden. Lee schloss sich an und betonte, dass Menschen mit sich selbst glücklich sein sollten und das Innere zähle. Benjamin brachte die Sache auf seine typisch praktische Art zu Ende: Für Operationen hätten sie bei ihrem Terminplan ohnehin keine Zeit. Wieder einmal verbanden CITA bei VIVA Interaktiv eine ernst gemeinte Antwort mit einem Satz, der die Schwere sofort aus dem Gespräch nahm.

Namir aus Herne fragte anschließend nach den unverzichtbaren Dingen für eine einsame Insel. Eloy wählte eine schöne CD von Mariah Carey, etwas zu essen und, besonders vorausschauend, ein Ticket für den Rückflug. Lee plante komfortabler: ein bequemes Bett, einen batteriebetriebenen Kühlschrank und seine Bandkollegen Eloy, Benjamin und Bastiaan, damit die Einsamkeit gar nicht erst zum Problem würde. Benjamin packte gedanklich seinen CD-Player samt Batterieladegerät, eine Mikrowelle und ein Telefon ein. Ob auf der Insel Steckdosen vorhanden waren, blieb offen, doch in den Neunzigern durfte Zukunftsplanung ruhig ein wenig optimistisch sein. Die Antworten von CITA bei VIVA Interaktiv verrieten jedenfalls, wer an Musik, Essen, Bequemlichkeit oder einen möglichst schnellen Fluchtweg dachte.

Natürlich blieb die anstehende „Forever Friends Tour“ nicht unerwähnt. Für viele Fans waren die Termine im Mai 1996 längst rot im Kalender markiert, manche Konzerte waren bereits ausverkauft, und rund um die verbleibenden Karten dürfte eine Nervosität geherrscht haben, die man heute kaum noch erklären muss. Genannt wurden Herne am 4. Mai, Bielefeld am 5. Mai, Hannover am 6. Mai, Hamburg am 7. Mai, Kiel am 8. Mai, Bremen am 9. Mai, Hanau am 10. Mai, Ravensburg am 11. Mai, Lahr am 12. Mai, Fulda am 15. Mai, München am 16. Mai und Bayreuth am 17. Mai. Während CITA bei VIVA Interaktiv die Tour bewarben, dürfte zu Hause so mancher Stadtname noch einmal hoffnungsvoll unterstrichen worden sein. Wer damals eines dieser Konzerte besuchte, hört beim Lesen vermutlich längst wieder das Stimmengewirr vor der Halle und spürt dieses ungeduldige Warten, bis endlich das Licht ausging.

Zum Schluss kündigte Mola Adebisi ein Gewinnspiel an, für das Fans Caught In The Act zeichnen sollten. Als Hauptpreis winkte ein Meet & Greet mit der Band in London – nicht irgendein Poster, sondern eine Reise zu den vier Jungs, die für viele damals nahezu unerreichbar schienen. Gewonnen hat später Fan Nicole; ihren Bericht über dieses besondere Treffen findest Du hier. Damit endete der Besuch von CITA bei VIVA Interaktiv ungefähr so, wie er begonnen hatte: mit viel Vorfreude, einer Portion Chaos und dem Gefühl, dass hinter jedem Fax oder Telefonanruf plötzlich eine unvergessliche Geschichte warten konnte.

Das Video unter diesem Beitrag bewahrt all diese kleinen Momente: Bastiaans Komplimente für Heike Makatsch, Benjamins trockenen Humor, Eloys vorsichtige Antwort auf eine sehr private Frage und Lees Satz, der schon damals deutlich machte, dass Verantwortung weniger peinlich sein sollte als ungeschützter Leichtsinn. Vor allem erinnert die Sendung daran, weshalb Musikfernsehen einmal so viel Nähe erzeugte. Man sah nicht nur einen perfekt einstudierten Auftritt, sondern vier junge Männer, die spontan reagierten, miteinander lachten und manchmal erst im selben Moment erfuhren, welches Gerücht als Nächstes auf dem roten Sofa landen würde. Genau deshalb bleiben CITA bei VIVA Interaktiv auch heute ein so wunderbar lebendiges Stück Neunziger-Nostalgie.

CITA bei VIVA Interaktiv mit Mola Adebisi 1996:

Bastiaan

Benjamin

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