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Willkommen zurück in Deiner Teenie-Zeit!

Mailand im Jahr 2000, eine Modenschau des italienischen Labels ICEBERG und mittendrin ein Mann, den wir bis dahin vor allem mit Mikrofon, Boyband-Choreografie und einem sehr zuverlässigen Lächeln verbunden hatten: Bastiaan Ragas lief tatsächlich als Model über den Laufsteg. VIVA begleitete diesen ungewöhnlichen Ausflug in die Modewelt und wollte anschließend natürlich wissen, ob aus dem ehemaligen Caught-In-The-Act-Star nun dauerhaft ein Catwalk-Profi werden sollte. Bastiaan als Model war schließlich keine vollkommen abwegige Vorstellung. Er brachte Größe, Ausstrahlung und reichlich Kameraerfahrung mit – also fast alles, was man für einen überzeugenden Auftritt zwischen Designerkleidung und sehr ernst blickenden Modegästen braucht.

Trotzdem blieb die ICEBERG-Show ein einmaliges Abenteuer. Bastiaan hatte wenig Interesse an einem Berufsalltag, in dem Diäten und stundenlange Workouts den Körper laufstegtauglich halten sollten. Für diesen einen Termin musste er lediglich auf die Sonnenbank, was er mit jener trockenen Selbstverständlichkeit erzählte, die den VIVA-Bericht so sympathisch machte. Bastiaan als Model bedeutete keinen dramatischen Imagewechsel und keinen heimlichen Lebenstraum. Es war eine neue Erfahrung, die er ausprobierte, genoss und anschließend ohne großes Bedauern wieder hinter sich ließ. Mode durfte offenbar Spaß machen – solange sie nicht verlangte, dass er dauerhaft hungrig und im Fitnessstudio schlechte Laune bekam.

Bastiaan als Model überraschte bei ICEBERG in Mailand

Nach dem Ende von Caught In The Act im Jahr 1998 mussten Lee, Bastiaan, Benjamin und Eloy jeweils herausfinden, wie ihr eigener Weg weitergehen sollte. Bastiaan arbeitete an Musik, Schauspiel und neuen Projekten, während Fans jede ungewohnte Station aufmerksam verfolgten. Als er 2000 für ICEBERG in Mailand auf dem Laufsteg erschien, öffnete sich plötzlich eine Tür in eine vollkommen andere Branche. Bastiaan als Model war nicht nur ein hübsches Bild, sondern ein Zeichen dafür, wie viele Möglichkeiten sich nach der Boybandzeit ergaben.

Die Kulisse hätte kaum passender sein können. Mailand steht wie kaum eine andere Stadt für internationale Mode, große Labels und Laufstege, auf denen selbst ein schlichtes Geradeausgehen wie eine streng gehütete Kunstform wirkt. Bastiaan musste dort nicht singen, tanzen oder eine Moderation übernehmen. Seine Aufgabe bestand darin, die Kleidung zu präsentieren und dabei so selbstverständlich auszusehen, als habe er nie etwas anderes getan. Für jemanden, der jahrelang vor Kameras und tausenden Fans aufgetreten war, klang das zunächst überschaubar.

Bastiaan als Model brachte allerdings eine andere Art von Aufmerksamkeit mit sich. Auf einer Konzertbühne konnte er sich zur Musik bewegen, mit seinen Bandkollegen interagieren und direkt auf das Publikum reagieren. Der Laufsteg verlangte Zurückhaltung. Nicht der Mensch, sondern die Kollektion sollte im Mittelpunkt stehen. Bastiaan musste präsent sein, ohne die Kleidung durch zu viel Show zu überstrahlen – für einen ehemaligen Boyband-Star mit ausgeprägtem Charme vermutlich eine überraschend feine Balance.

VIVA nutzte den Anlass, um ihn nach möglichen neuen Karriereplänen zu fragen. Würde der Catwalk zur nächsten großen Etappe werden, oder blieb es bei dieser einen ICEBERG-Show? Seine Antwort fiel eindeutig aus. Bastiaan als Model war ein Ausflug, keine dauerhafte Berufsentscheidung. Die Vorstellung, ständig Diät zu halten und viele Stunden für den perfekten Körper zu trainieren, überzeugte ihn nicht. Er mochte gutes Aussehen offenbar sehr gern, wollte dafür aber keinen Alltag führen, in dem jede Mahlzeit wie eine Vertragsverhandlung behandelt wurde.

Diese Haltung wirkte angenehm ehrlich. Natürlich kannte Bastiaan aus seiner CITA-Zeit Fotoshootings, Kostüme und die Erwartung, stets kameratauglich zu erscheinen. Ein professionelles Modelleben ging für ihn dennoch einen Schritt weiter. Sein Auftritt funktionierte an diesem Tag hervorragend, doch er musste daraus keine neue Identität machen. Man darf schließlich auch in Mailand über einen Laufsteg gehen und anschließend beschließen, dass ein ordentliches Abendessen langfristig reizvoller ist.

Sonnenbank statt Dauerdiät für den Laufsteg

Für seinen einmaligen Auftritt musste Bastiaan nach eigener Aussage nur ein kleines Opfer bringen: Man schickte ihn auf die Sonnenbank. Er tat, was von ihm verlangt wurde, und damit war die körperliche Vorbereitung offenbar abgeschlossen. Kein monatelanger Trainingsplan, keine dramatische Ernährungsumstellung und keine Szene, in der ein Reiskorn zu viel die gesamte Kollektion gefährdete. Bastiaan als Model begann mit etwas künstlicher Bräune und endete glücklicherweise nicht in einem Fitnesscamp.

Seine ursprüngliche Vorstellung vom Modeln war ohnehin von Bildern aus den Achtzigern geprägt. Er hatte erwartet, posieren oder womöglich Kaugummi kauen zu müssen, wie er es von damaligen Laufstegauftritten kannte. Die Realität war deutlich nüchterner: hinausgehen und Kleidung tragen. Bastiaan als Model musste keine komplizierte Rolle spielen, sondern kontrolliert laufen, wenden und wieder verschwinden. Was einfach klingt, verlangt vor einem fachkundigen Publikum trotzdem Selbstsicherheit – eine Eigenschaft, die er aus seinen Jahren auf der Bühne reichlich mitbrachte.

Gerade dieser Unterschied zwischen Erwartung und Wirklichkeit macht den VIVA-Beitrag so unterhaltsam. Bastiaan hatte sich offenbar auf eine sehr expressive Modeperformance vorbereitet und stellte dann fest, dass weniger tatsächlich mehr war. Kein auffälliges Posing, kein demonstratives Kaugummikauen, keine dramatische Geste. Bastiaan als Model sollte nicht den Laufsteg übernehmen, sondern der Kollektion dienen. Für Fans genügte seine Anwesenheit vermutlich vollkommen; sie hätten sogar ein schweigendes Geradeausgehen mehrfach auf Video zurückgespult.

Die Erfahrung zeigt zugleich, wie gut sich Fähigkeiten aus der Popwelt übertragen ließen. Bastiaan wusste, wie man sich unter Beobachtung bewegt, einen Ausdruck hält und trotz Nervosität souverän wirkt. Er kannte genaue Abläufe, schnelle Umzüge und Menschen, die in letzter Sekunde an Kleidung oder Haaren zupften. Der Catwalk war für ihn also keine vollständig fremde Welt. Die Musik fehlte, doch vieles hinter den Kulissen dürfte sich vertraut angefühlt haben.

Der entscheidende Unterschied lag in der Perspektive. Bei CITA war Kleidung Teil der Inszenierung der Band; in Mailand war Bastiaan Teil der Inszenierung der Kleidung. Diese Umkehrung erklärt vielleicht, weshalb er seine Aufgabe so pragmatisch beschrieb. Bastiaan als Model musste nichts über sich erzählen, sondern einen Look transportieren. Das gelang ihm, ohne dass er anschließend behauptete, der Catwalk habe schon immer auf ihn gewartet.

Beim Shoppen war Bastiaan nach dreißig Minuten fertig

Wer nun erwartet, Bastiaan habe privat jede freie Stunde in Boutiquen verbracht, wurde im Interview schnell eines Besseren belehrt. Er bevorzugte einen klassischen Stil und griff vor allem zu Blau, Schwarz und Grau. Orange, Pink oder besonders grelle Farben gehörten nicht zu seinen Favoriten. Bastiaan als Model präsentierte zwar die Ideen eines italienischen Labels, im eigenen Kleiderschrank mochte er es jedoch deutlich ruhiger.

Auch seine Einkaufsstrategie hatte wenig mit einem entspannten Modebummel zu tun. Bastiaan ging am liebsten allein in ein Geschäft, nahm einen Stapel Kleidung mit in die Umkleide und hatte nach ungefähr einer halben Stunde genug. Dieses Ritual wiederholte er nur alle zwei bis drei Monate. Bastiaan als Model konnte eine Kollektion vor Modepublikum tragen, doch privat behandelte er Shopping eher wie eine Aufgabe, die sich mit Konzentration und möglichst wenig Umwegen erledigen ließ.

Er bezeichnete sich selbst beim Einkaufen als Alptraum, wobei seine Methode aus heutiger Sicht fast bewundernswert effizient klingt. Kein stundenlanges Vergleichen, keine fünf Geschäfte wegen eines nahezu identischen grauen Pullovers und keine Begleitperson, die vor einer Umkleide langsam jedes Zeitgefühl verliert. Bastiaan hatte offenbar eine klare Mission: hinein, Stapel greifen, anprobieren, entscheiden und wieder hinaus. Ein Einkaufsstil, der nicht romantisch klingt, aber erstaunlich viel Wochenende rettet.

Zusätzlich war er froh, einen Stylisten zu haben, der ihm viele dieser Dinge abnahm. Nach Jahren im Musikgeschäft wusste Bastiaan, dass professionelle Kleidungsauswahl mehr verlangt als den privaten Griff zu dunklen Farben. Fernsehauftritte, Fotoshootings und Bühnenbilder folgen eigenen Regeln, und nicht jede Farbe, die im Alltag angenehm wirkt, funktioniert unter Scheinwerfern. Bastiaan als Model profitierte von Menschen, die genau diese Entscheidungen trafen, während er selbst seiner bewährten Schwarz-Blau-Grau-Strategie treu bleiben konnte.

Die Vorliebe für klassische Farben passte zu seinem Auftreten im Jahr 2000. Nach der farbenfrohen und gelegentlich experimentellen Mode der Boybandjahre wirkte ein ruhigerer Stil erwachsener. Bastiaan als Model zeigte sich auf dem Laufsteg zwar wandelbar, machte im Gespräch aber deutlich, dass modische Vielseitigkeit nicht automatisch private Begeisterung für jede Trendfarbe bedeutete. Man kann Pink überzeugend präsentieren und anschließend trotzdem erleichtert zum schwarzen Lieblingsshirt zurückkehren.

Beim CITA-Lederlook endete selbst Bastiaans Toleranz

Das Gespräch führte zwangsläufig zurück zu den Outfits von Caught In The Act. Eine Boyband der Neunziger musste schließlich nicht nur singen und tanzen, sondern regelmäßig Kleidung tragen, die ein Stylist vermutlich mit den Worten „Das wird auf Fotos fantastisch aussehen“ verteidigte. Bastiaan erinnerte sich an einige eigenwillige Looks und nannte besonders das Video zu „Baby Come Back“. Dort trug er ein Lederoutfit, das er im Nachhinein ziemlich hässlich fand.

Diese rückblickende Ehrlichkeit ist verständlich. Mode funktioniert im jeweiligen Moment, und manche Kombinationen erscheinen erst Jahre später in ihrer ganzen kreativen Kühnheit. Was 1998 futuristisch, sexy oder bühnentauglich wirkte, kann 2000 bereits Anlass für leichte Irritation sein. Bastiaan hatte nun Einblick in eine professionelle Modenschau und durfte gleichzeitig feststellen, dass nicht jedes frühere Bühnenoutfit den persönlichen Langzeittest bestanden hatte.

Für Fans besitzen gerade diese Looks heute besonderen Charme. Das Lederoutfit gehört zu einer konkreten CITA-Ära, selbst wenn Bastiaan es am liebsten aus seinem modischen Gedächtnis gestrichen hätte. Kleidung speichert Erinnerungen fast so zuverlässig wie Musik. Ein einziges Bild kann einen Song, eine Fernsehsendung und das damalige Poster über dem Bett zurückbringen. Mehr über den betreffenden CITA-Look lässt sich in diesem Beitrag im CITA-Forum entdecken.

Der ICEBERG-Auftritt zeigte deshalb eine amüsante Entwicklung. Wenige Jahre zuvor ließ Bastiaan noch Boybandkostüme über sich ergehen, die er später deutlich kritischer betrachtete. Nun lief er für ein internationales Label in Mailand und musste lediglich die Kleidung tragen, ohne eigene modische Grundsatzentscheidungen zu treffen. Er bekam eine professionelle Garderobe, einen Laufsteg und die beruhigende Gewissheit, dass niemand von ihm verlangte, das Outfit anschließend privat zu kaufen.

Sein Ausflug in die Modewelt blieb einmalig, doch gerade das macht die Aufnahme interessant. Sie zeigt einen Künstler in einer Phase des Ausprobierens, nachdem die feste Struktur von Caught In The Act weggefallen war. Bastiaan als Model war eine Möglichkeit unter vielen: Musik, Schauspiel, Fernsehen und eben für einen Tag der Mailänder Catwalk. Nicht jede Erfahrung musste zur neuen Karriere werden, um wertvoll oder unterhaltsam zu sein.

Für langjährige Fans ist das Video heute eine kleine Zeitkapsel. Bastiaan wirkt selbstbewusst, attraktiv und gleichzeitig angenehm unbeeindruckt vom Pathos der Modewelt. Er erzählt von Sonnenbank, fehlender Lust auf Diäten und seiner überraschend kurzen Einkaufsgeduld. Bastiaan als Model bleibt dadurch derselbe Mensch, den viele aus den CITA-Interviews kannten: direkt, humorvoll und bereit, sich selbst nicht wichtiger zu nehmen als nötig.

Vielleicht hätte er eine erfolgreiche Modelkarriere verfolgen können. Seine Voraussetzungen waren zweifellos vorhanden, und auf dem Laufsteg machte er eine ausgesprochen gute Figur. Doch Talent verpflichtet nicht dazu, jede mögliche Laufbahn einzuschlagen. Bastiaan als Model probierte die Modewelt aus und entschied anschließend, dass sie nicht dauerhaft zu ihm passte. Diese Klarheit ist fast ebenso elegant wie ein souveräner Gang über den Catwalk.

Am Ende bleibt ein überraschender Moment aus dem Jahr 2000: Bastiaan Ragas zwischen ICEBERG, Mailand und VIVA-Kamera, weit entfernt von den gemeinsamen Choreografien seiner Boybandzeit. Er brauchte keine Posen aus den Achtzigern, kein Kaugummi und keine langfristige Diät, sondern nur Kleidung, Haltung und ein wenig Sonnenbankbräune. Bastiaan als Model war kein neuer Lebensplan – aber für Fans ein Laufstegauftritt, den man sehr gern noch einmal anschaut.

Bastiaan als ICEBERG-Model:

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