Wenn Caught In The Act 1996 irgendwo auftauchten, dauerte es meist nicht lange, bis selbstgemalte Schilder, Kuscheltiere und sehr aufgeregte Fans das Bild bestimmten. Das galt nicht nur für Deutschland oder die Niederlande, denn die Begeisterung für Lee Baxter, Bastiaan Ragas, Benjamin Boyce und Eloy de Jong hatte längst weitere Teile Europas erreicht. Ein seltenes Fernsehinterview aus Dänemark zeigt diese besondere Phase auf angenehm unmittelbare Weise. Der Sender „Kanal Sjaelland“ begleitete die Band im Rahmen ihrer Promo-Aktivitäten zur „Forever Friends“-Zeit, sprach zunächst mit wartenden Fans und traf anschließend die vier Sänger backstage. Heraus kam kein steifes Frage-und-Antwort-Spiel, sondern ein charmantes Zeitdokument mit persönlichen Vorlieben, kleinen Scherzen und jener vertrauten Mischung aus Boyband-Professionalität und jugendlicher Lockerheit.
Dänemark war für CITA an diesem Tag allerdings nur eine Station in einem eng getakteten Reiseplan. Noch am selben Abend sollte es weiter nach Oslo gehen, während die Fans vor Ort am liebsten jede Minute festgehalten hätten. Im Interview stellten sich die vier einzeln vor, sprachen über ihre Hobbys und musikalischen Vorlieben, erklärten den Gedanken hinter „Forever Friends“ und beantworteten natürlich auch die Frage, ob sie die neuen Take That seien. Dazu kamen deutsche Zeitschriftenfotos, über die Moderatorin Sylvia Blazejowski mit der Band sprach. So vereint die Aufnahme vieles, was wir an alten CITA-Interviews lieben: die Stimmen der Fans, spontane Reaktionen und kleine Aussagen, die damals sofort im Gedächtnis landeten – oder auf einer Videokassette, deren Beschriftung hoffentlich eindeutiger war als „CITA diverses“.
Dänemark erlebte 1996 echtes Boyband-Fieber
Mitte der Neunziger war längst klar, dass sich die CITA-Begeisterung nicht an Landesgrenzen hielt. Die Songs funktionierten international, die vier unterschiedlichen Persönlichkeiten boten für fast jedes Fanherz den passenden Favoriten, und das sympathische Auftreten der Band ließ selbst kurze Promotiontermine zu Ereignissen werden. In Dänemark warteten Mädchen vor der Bühne, hielten Plakate und Teddybären hoch und versuchten, ihre Aufregung in halbwegs vollständige Sätze zu verwandeln, sobald ihnen ein Mikrofon hingehalten wurde. Wer jemals unvermittelt nach dem eigenen Lieblingsstar gefragt wurde, weiß allerdings, dass Sprache in solchen Situationen ein überraschend störanfälliges System sein kann.
Die Bilder vor dem eigentlichen Interview vermitteln deshalb mehr als bloße Kulisse. Sie zeigen, wie viel Bedeutung ein Besuch von Caught In The Act für die Fans in Dänemark hatte. Ein Konzert oder persönliches Treffen war keine alltägliche Möglichkeit, und Informationen verbreiteten sich langsamer als heute. Man konnte nicht fortlaufend verfolgen, wo die Band gerade unterwegs war, sondern wartete auf Fernsehberichte, Zeitschriften oder Nachrichten aus Fanclubs. Wenn Lee, Bastiaan, Benjamin und Eloy tatsächlich in erreichbarer Nähe auftauchten, wurde aus Vorfreude schnell ein kompletter emotionaler Ausnahmezustand.
Selbst gemalte Schilder gehörten ebenso dazu wie Stofftiere, Briefe und kleine Geschenke. Sie waren der Versuch, in einer großen Menge sichtbar zu werden und den vier Sängern etwas Persönliches mitzugeben. Vielleicht würde Bastiaan genau diesen Teddy behalten, Lee ausgerechnet jenes Plakat lesen oder Eloy und Benjamin sich an ein bestimmtes Geschenk erinnern. Die Chancen ließen sich nüchtern kaum berechnen, doch Fanliebe war ohnehin selten eine nüchterne Angelegenheit. In Dänemark hoffte jede Person vor der Absperrung auf jenen kurzen Blick, der später in der eigenen Erinnerung selbstverständlich mehrere Sekunden länger dauerte als in der Realität.
Die Reporteraufnahmen greifen diese Stimmung auf, ohne die Fans nur als kreischende Masse zu zeigen. Hinter jedem hochgehaltenen Teddy stand ein Mensch mit einer eigenen Geschichte, einem Lieblingsmitglied und einem sorgfältig überlegten Satz, der im entscheidenden Moment womöglich vollkommen verschwand. Dänemark erscheint dadurch nicht als beliebiger Punkt auf dem Tourplan, sondern als Ort echter Begegnung. Die Band war unterwegs, um Musik und Album zu präsentieren; die Fans machten daraus einen Tag, den sie wahrscheinlich noch lange weitererzählten.
Backstage in Dänemark wurden die vier ganz persönlich
Nach dem Blick auf die wartenden Fans wechselte das Interview in den Backstagebereich. Dort stellte sich jedes Bandmitglied kurz selbst vor, was heute fast rührend wirkt, weil wir ihre Namen und Eigenschaften längst auswendig kennen. 1996 war eine solche Vorstellung jedoch sinnvoll, denn Caught In The Act erreichten immer neue Zuschauer. Dänemark bekam damit eine kompakte Einführung in die vier Persönlichkeiten, die gemeinsam eine erfolgreiche Boyband bildeten und doch angenehm unterschiedlich wirkten.
Bastiaan sorgte mit seiner Beschreibung der eigenen Freizeitbeschäftigungen für einen besonders humorvollen Moment. Er erzählte sinngemäß, dass er gern mit Hunden, Katzen und Schweinen spiele. Die ungewöhnliche Kombination lockerte das Gespräch sofort auf und passte zu seiner spontanen Art. In Dänemark erfuhren die Zuschauer damit nicht nur, welchen Platz er in der Band einnahm, sondern bekamen eine Antwort, die deutlich besser im Gedächtnis blieb als das übliche „Musik hören und Freunde treffen“. Schweine sind im klassischen Boyband-Interview schließlich sträflich unterrepräsentiert.
Lee sprach über seinen Musikgeschmack und nannte Björk sowie Celine Dion. Diese Kombination zeigte, dass seine persönlichen Vorlieben nicht in eine einzige Schublade passten. Für Fans waren solche Aussagen damals ausgesprochen wertvoll, weil sie halfen, ein Bild jenseits der Bühne zu formen. Wer dieselben Künstler mochte, fühlte sofort eine kleine zusätzliche Verbindung; wer sie noch nicht kannte, hatte plötzlich einen sehr überzeugenden Grund, genauer hinzuhören. So bekamen die Zuschauer einen kurzen Einblick in Lees musikalische Welt.
Benjamin machte deutlich, wie wichtig ihm die Bühne war. Das überraschte niemanden, der ihn bereits live erlebt oder seine Energie bei Auftritten beobachtet hatte, verlieh seiner Vorstellung aber eine klare persönliche Note. Eloy wiederum verriet, dass er gern esse, und dürfte damit einen der alltagstauglichsten Sympathiepunkte des gesamten Interviews gesammelt haben. Das Publikum lernte vier Popstars kennen, die nicht versuchten, jede Antwort geheimnisvoll oder übermäßig cool klingen zu lassen. Gerade ihre unkomplizierten Aussagen machten sie nahbar.
Diese kleinen Details erklären, weshalb Fans alte Interviews so häufig aufbewahrten und wiederholten. Ein Song blieb natürlich der wichtigste Anlass, doch die Gespräche dazwischen schufen Nähe. Man lernte Lieblingsmusiker, Hobbys und Eigenheiten kennen und konnte anschließend mit Freundinnen erstaunlich ausführlich darüber diskutieren. Das Gespräch schenkte der Fangemeinschaft neues Material für genau solche Unterhaltungen. Ob Bastiaans Tierliebe, Lees Musikgeschmack, Benjamins Bühnenleidenschaft oder Eloys Freude am Essen: Jede Antwort bot einen neuen kleinen Grund, den eigenen Favoriten noch sympathischer zu finden.
„Forever Friends“ war mehr als ein Albumtitel
Im Sommer 1996 erschien „Forever Friends“, und selbstverständlich spielte das Album auch beim Termin in Dänemark eine zentrale Rolle. Benjamin erklärte im Interview, dass die vier Freunde seien und hofften, es immer zu bleiben. Für Fans klang dieser Satz wie ein Versprechen. Eine Boyband war schließlich nicht nur eine musikalische Gruppe, sondern in der Vorstellung vieler Zuschauer eine eingeschworene Gemeinschaft, deren Verbindung möglichst ebenso dauerhaft sein sollte wie die eigenen Gefühle für sie.
Der Titel „Forever Friends“ passte außerdem erstaunlich gut zur Fangemeinschaft. Viele Freundschaften entstanden, weil zwei Menschen dieselben Songs liebten, gemeinsam Konzerte besuchten oder sich über Fanclubs und Briefe kennenlernten. Telefonnummern wurden auf Zetteln ausgetauscht, Fotos verschickt und Neuigkeiten weitergegeben, lange bevor eine Messengergruppe innerhalb von Sekunden alle erreichen konnte. Dänemark war Teil dieses europäischen Netzes aus Fans, die nicht nur eine Band unterstützten, sondern durch CITA auch einander fanden.
Natürlich durfte in einem Interview jener Zeit die Frage nach Take That nicht fehlen. Nach dem Ende der britischen Erfolgsgruppe suchten Medien gern nach möglichen Nachfolgern, und Caught In The Act boten sich für einen Vergleich an. Eloy reagierte in Dänemark gelassen und erklärte, dass die Band sie selbst sein wolle und sich nicht mit anderen vergleiche. Diese Antwort traf genau den Punkt. Lee, Bastiaan, Benjamin und Eloy waren keine austauschbare Ersatzbesetzung, sondern hatten ihren eigenen Sound, ihre eigene Geschichte und eine Fangemeinde, die sie nicht liebte, weil jemand anderes aufgehört hatte.
Für Fans war diese Haltung wichtig, denn Vergleiche vereinfachten oft das, was sie an CITA als einzigartig empfanden. Natürlich gab es Gemeinsamkeiten zwischen Boybands: harmonische Stimmen, Choreografien, romantische Songs und eine gewisse Bereitschaft, bei Fotoshootings sehr vorteilhaft in die Kamera zu schauen. Dennoch besaß jede Gruppe ihre eigene Dynamik. Eloy gab eine selbstbewusste, aber nicht überhebliche Antwort. Caught In The Act mussten nicht die neuen Take That sein, um eine bedeutende Band der Neunziger zu werden.
Das Interview griff außerdem die Bilder auf, die in deutschen Zeitschriften von der Band erschienen. Sylvia Blazejowski zeigte den vier Sängern einige Fotos, darunter Aufnahmen, die deutlich mit ihrer attraktiven Wirkung spielten. Lee betonte, dass es nicht ihre einzige Aufgabe sei, sexy auszusehen. Bastiaan verwies darauf, dass verschiedene Fans unterschiedliche Dinge an ihnen mochten: Jüngere hörten vielleicht stärker auf die Musik, während ältere Fans auch die Optik durchaus zu würdigen wussten. Dänemark erlebte damit eine Frage, die CITA während ihrer erfolgreichsten Jahre ständig begleitete: Wie viel ihres Erfolgs beruhte auf Songs, wie viel auf Persönlichkeit und wie viel auf vier ausgesprochen fotogenen Gesichtern?
Die ehrlichste Fanantwort wäre vermutlich gewesen: alles zusammen. Die Musik schuf die Verbindung, die unterschiedlichen Charaktere hielten das Interesse lebendig, und gegen ein schönes Poster hatte ebenfalls niemand ernsthafte Einwände. Die vier gingen humorvoll mit diesem Teil ihres Images um, ohne sich darauf reduzieren zu lassen. Gerade diese Balance machte das Gespräch angenehm. Sie wussten, dass ihre Wirkung zum Boybandgeschäft gehörte, wollten aber zugleich als Sänger und Persönlichkeiten wahrgenommen werden.
Dänemark blieb eine kurze Station mit langer Erinnerung
Am Ende des Interviews verrieten Caught In The Act, dass sie noch am selben Abend nach Oslo weiterreisen würden. Dieser Satz macht deutlich, wie schnell sich ihr Alltag damals bewegte. Ein Land, ein Interview, wartende Fans und anschließend schon die nächste Reise. Dänemark hatte nur ein begrenztes Zeitfenster mit der Band, während Lee, Bastiaan, Benjamin und Eloy ihren eng gefüllten Plan fortsetzten. Für die Menschen vor Ort fühlte sich der Abschied vermutlich viel zu früh an.
Promotionreisen bestehen aus vielen solchen kurzen Begegnungen. Für Künstler können sie zu einer Folge aus Flughäfen, Hotels, Studios und wiederkehrenden Fragen werden. Für einen einzelnen Fan ist derselbe Tag dagegen einzigartig. Vielleicht war es das erste Mal, dass jemand CITA aus der Nähe sah, vielleicht wurde ein Geschenk tatsächlich angenommen oder ein Blick ausgetauscht. Dänemark war für die Band eine Station auf dem Weg nach Oslo, für manche Fans aber womöglich der Höhepunkt eines ganzen Sommers.
Gerade deshalb besitzen erhaltene Interviews heute einen so großen Wert. Sie bewahren nicht nur die Aussagen der Stars, sondern auch Gesichter, Stimmen und die Atmosphäre rund um den Termin. Das Video aus Dänemark zeigt die Begeisterung vor der Bühne, die lockere Stimmung backstage und vier junge Männer mitten in einer besonders intensiven Karrierephase. Wir sehen sie nicht aus der sicheren Entfernung eines späteren Rückblicks, sondern so, wie sie sich 1996 präsentierten: erfolgreich, viel unterwegs und dennoch bereit, über Tiere, Musik, Essen und Freundschaft zu sprechen.
Mit dem Wissen um die spätere Trennung bekommt Benjamins Satz über die dauerhafte Freundschaft natürlich eine nachdenkliche Note. Damals sollte „Forever Friends“ Hoffnung und Zusammenhalt ausdrücken, und die Fans nahmen dieses Versprechen ernst. Heute wissen wir, dass Lebenswege komplizierter sind als ein Albumtitel. Trotzdem verliert der Satz nicht seinen gesamten Zauber. Er erinnert daran, wie stark der Wunsch nach Beständigkeit in einer Zeit war, in der sich die eigene Welt ohnehin ständig veränderte.
Dänemark ruft außerdem jene europäischen CITA-Jahre in Erinnerung, in denen dieselben Songs in verschiedenen Ländern ganz ähnliche Reaktionen auslösten. Die Sprache auf den Schildern mochte wechseln, doch das Kreischen, die Teddybären und das nervöse Lächeln vor einem Reportermikrofon waren international verständlich. Caught In The Act verbanden Menschen, die sich nie begegneten und dennoch wussten, wie es sich anfühlte, beim ersten Ton eines Lieblingssongs den Alltag vollständig zu vergessen.
Beim heutigen Anschauen dürfen wir deshalb ruhig auf die kleinen Dinge achten: Bastiaans ungewöhnliche Hobbyliste, Lees musikalische Favoriten, Benjamins Liebe zur Bühne und Eloys angenehm ehrliches Bekenntnis zum Essen. Sie machen aus der Aufnahme mehr als eine Werberunde für ein Album. Dänemark schenkte uns ein Interview, in dem vier bekannte Boyband-Stars für einige Minuten wie ganz normale junge Männer wirkten – sofern normale junge Männer anschließend noch am selben Abend nach Oslo fliegen und unterwegs von Fans mit Kuscheltieren begrüßt werden.
So bleibt der Termin von 1996 ein warmes Stück CITA-Geschichte. Die Band sprach über „Forever Friends“, wehrte den Take-That-Vergleich freundlich ab, reagierte auf Zeitschriftenfotos und verabschiedete sich schließlich zur nächsten Station. Dänemark war nur kurz Teil ihres vollen Reiseplans, doch das Interview hält diesen Tag bis heute fest. Für Fans genügt ein Blick auf die vier, und schon sind Posterwände, Konzertträume und stundenlange Telefonate wieder erstaunlich nah. Manche Reisen gehen nach wenigen Stunden weiter – ihre Erinnerungen bleiben trotzdem für immer stehen.
Caught In The Act im Interview während ihrer Forever Friends Tour in Dänemark:
Hier findet Ihr ein weiteres kleines Mini-Interview von CITA in Dänemark:
💖 Für alle, die Eloy schon in den 90ern geliebt haben – und heute noch mehr bewundern!
Er war der charmante Herzensbrecher von Caught in the Act, dem Millionen Mädchenherzen zuflogen. Doch hinter dem strahlenden Lächeln verbarg sich eine Wahrheit, die in der Popwelt damals undenkbar war: Eloy de Jong liebte Männer. Seine Liebe zu Boyzone-Sänger Stephen Gately wurde zu einem mutigen Tabubruch in einer Branche, die Idole als „perfekte Jungsträume“ vermarkten wollte.
Heute ist Eloy einer der beliebtesten Sänger Deutschlands – mit ausverkauften Konzerten, TV-Auftritten und einem Publikum, das ihn so feiert, wie er wirklich ist. Mit seinem Hit „Egal was andere sagen“ – einer Hommage an Stephen – rührte er Millionen zu Tränen.
In seiner bewegenden Autobiografie nimmt Eloy dich mit auf seine Reise: von einer Kindheit voller Herausforderungen, über den Druck, seine wahre Identität zu verstecken, bis hin zu seinem Coming-Out und dem Glück, heute als stolzer, schwuler Familienvater zu leben. Offen, ehrlich, berührend – und voller Momente, die dich nicht mehr loslassen.
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