Gottschalks Hausparty: Als Caught in the Act für Teenie-Tränen sorgten
Es gibt Fernsehmomente aus den 90ern, die liegen nicht einfach irgendwo im Gedächtnis herum, sondern sitzen da mit hochgelegten Plateau-Sohlen, raschelnder BRAVO in der Hand und einem sehr dramatischen Blick Richtung Kinderzimmerdecke. Der Auftritt von Caught in the Act bei Gottschalks Hausparty im Jahr 1996 gehört genau in diese Kategorie. Man muss nur kurz daran denken, und schon ist man wieder mittendrin: Samstagabend, Sat.1, Wohnzimmerlicht gedimmt, vielleicht noch ein Glas Fanta auf dem Tisch, während man versucht, möglichst unauffällig nicht zu hyperventilieren, weil Lee, Bastiaan, Eloy und Benjamin gleich im Fernsehen auftauchen könnten.
Damals war Fernsehen noch ein Ereignis, nicht einfach nur etwas, das nebenbei lief, während man gleichzeitig aufs Handy schaute, Nachrichten beantwortete und drei andere Tabs offen hatte. Wenn eine große Samstagabendshow angekündigt hatte, dass Caught in the Act zu Gast sein würden, dann wurde nicht diskutiert, dann wurde geplant. Videorekorder bereit? Kassette eingelegt? Noch genug Band übrig oder musste man hektisch überlegen, welche alte Aufnahme von „Beverly Hills, 90210“ geopfert werden konnte? Es ging schließlich um Prioritäten, und ein CITA-Auftritt hatte ungefähr denselben Stellenwert wie ein sehr wichtiger familiärer Feiertag, nur mit mehr Haarspray und deutlich mehr Kreischpotenzial.
Gottschalks Hausparty war ohnehin eine Sendung, die wie gemacht war für diese spezielle Mischung aus Show, Chaos und großen Emotionen. Thomas Gottschalk bewegte sich durch seine bunte TV-Villa, als würde er gerade zufällig ein paar Millionen Menschen in seinem Wohnzimmer empfangen, während irgendwo ein prominenter Gast auf der Treppe stand, ein Kandidat in eine merkwürdige Spielidee verwickelt wurde und Butler Richard für die Extraportion schrägen Humor sorgte. Doch als Caught in the Act dort auftauchten, kippte die Stimmung in diese ganz besondere Richtung, die nur Boybands in den 90ern auslösen konnten: ein bisschen Ausnahmezustand, ein bisschen Herzstillstand, ein bisschen „Mama, bitte nicht vor dem Fernseher staubsaugen“.
Caught in the Act bei Gottschalks Hausparty: ein Abend wie ein BRAVO-Traum
Der legendäre Auftritt von Caught in the Act bei Gottschalks Hausparty war nicht nur deshalb so unvergesslich, weil die Jungs musikalisch ablieferten, sondern weil die ganze Sendung sich anfühlte wie ein lebendig gewordener BRAVO-Traumtreff. Diese Mischung aus Nähe, Fanwahnsinn, Humor und völlig unironischer Begeisterung war typisch für eine Zeit, in der Stars zwar unerreichbar wirkten, aber gleichzeitig durch TV-Auftritte, Fanpost und Zeitschriften plötzlich fast ins eigene Kinderzimmer kamen.
Schon bevor überhaupt ein Ton gesungen wurde, lieferte Thomas Gottschalk einen Moment, der heute wahrscheinlich als viraler Clip durch sämtliche Social-Media-Plattformen rauschen würde. Er präsentierte nämlich ein Fan-Relikt der wirklich besonderen Art: einen Kaugummi. Aber natürlich nicht irgendeinen Kaugummi aus der Manteltasche, sondern ein von Bastiaan Ragas persönlich gekautes Exemplar, fein säuberlich aufbewahrt und in einer kleinen Dose gelagert. Wer jetzt lacht, war entweder nie 90er-Fan oder hat verdrängt, dass damals selbst ein unterschriebener Kassenzettel aus einem Hotelcafé den emotionalen Wert eines kleinen Schatzes haben konnte.
Fan Corinna erzählte stolz, dass sie den Kaugummi beim BRAVO-Traumtreff in Amsterdam von Bastiaan bekommen hatte. Man muss sich diesen Satz wirklich einmal auf der Zunge zergehen lassen, auch wenn das in diesem Zusammenhang vielleicht ein etwas gefährliches Bild ist. Ein gekauter Kaugummi von Bastiaan Ragas, aufbewahrt im Regal, präsentiert bei Thomas Gottschalk im Fernsehen. Das war keine Requisite, das war 90er-Fankultur in ihrer reinsten, herrlich bekloppten Form. Gottschalk fragte natürlich augenzwinkernd, ob sie den Kaugummi zu Hause pflege, und Corinna nahm es mit der Selbstverständlichkeit einer Person hin, die genau wusste: Andere sammeln Briefmarken, ich sammle eben Popgeschichte mit Speichelanteil.
So etwas konnte nur in einer Samstagabendshow der 90er passieren. Heute würde man vermutlich erst einmal eine Hygienedebatte lostreten, drei Experten befragen und irgendwo würde jemand kommentieren, dass das alles sehr bedenklich sei. Damals saßen wir vor dem Fernseher und dachten vermutlich nur: Glückliche Corinna. Bastiaans Kaugummi. Amsterdam. BRAVO-Traumtreff. Das Leben konnte manchmal wirklich unfair sein.
Ein Kaugummi auf dem Silbertablett und die hohe Kunst des Fan-Seins
Wer damals Fan war, weiß, dass solche Dinge nicht einfach nur „Andenken“ waren. Sie waren Beweise. Kleine, heilige Beweise dafür, dass man einem Idol wirklich nahegekommen war. Ein Autogramm war nicht nur ein Name auf Papier, sondern ein Moment, in dem dieselbe Hand, die gerade noch ein Mikrofon gehalten hatte, den eigenen Stift berührt hatte. Ein Foto war nicht nur ein Foto, sondern die offizielle Bestätigung, dass man für drei Sekunden im selben Universum existiert hatte. Und ein gekauter Kaugummi? Nun ja, der spielte eindeutig in einer ganz eigenen Liga.
Das Schöne an dieser Szene aus Gottschalks Hausparty ist, dass sie den Fanwahnsinn nicht bloßgestellt hat. Natürlich war es lustig, und Thomas Gottschalk verstand es wie kaum ein anderer, solche Momente mit einem frechen Spruch zu begleiten, aber darunter lag trotzdem eine gewisse Wärme. Er machte sich nicht über Corinna lustig, sondern spielte mit der Absurdität, die Fan-Sein manchmal nun einmal mit sich bringt. Und genau deshalb funktioniert diese Szene bis heute. Sie ist komisch, ja, aber sie ist auch liebevoll. Denn jede und jeder, der damals einmal mit Herzklopfen vor einem Hotel gewartet, ein Poster vorsichtig aus der Zeitschrift gelöst oder eine TV-Aufnahme fünfzehnmal zurückgespult hat, versteht sofort, worum es eigentlich ging.
Caught in the Act waren in dieser Zeit längst mehr als nur eine Boyband. Lee, Bastiaan, Eloy und Benjamin standen für eine ganze Gefühlswelt, die irgendwo zwischen erster Schwärmerei, Freundinnen-Nachmittag, BRAVO-Posterwand und dem unerschütterlichen Glauben lag, dass der Lieblingssänger einen irgendwann beim Konzert aus der Menge entdecken würde. Natürlich wusste ein Teil von uns, dass das eher unwahrscheinlich war. Ein anderer Teil hatte aber bereits gedanklich überlegt, wie man den gemeinsamen Hund nennen würde. Man musste schließlich vorbereitet sein.
Gerade deshalb passte dieser Auftritt so gut in Gottschalks Hausparty. Die Sendung lebte davon, dass sie große Showmomente mit kleinen menschlichen Verrücktheiten verband. Hier war nicht nur die perfekte Performance gefragt, sondern auch das Drumherum, die Reaktionen, die spontanen Sprüche, die Nähe zum Publikum. Und Caught in the Act konnten genau das. Sie waren charmant, zugänglich, ein bisschen verspielt und gleichzeitig professionell genug, um die Bühne innerhalb weniger Sekunden komplett einzunehmen.
Weiße Outfits, weiche Knie und ein Publikum am Rand der Schnappatmung
Als es dann endlich musikalisch wurde, waren alle Schleusen geöffnet. Die Scheinwerfer gingen an, die Bühne bekam diesen typischen 90er-Glanz, und plötzlich standen sie da: Caught in the Act in ihren weißen Outfits, wie man sie aus dem ersten Drittel ihrer „Forever Friends“-Tour kennt. Wer diese Phase der Band liebt, weiß sofort, welche Bilder im Kopf auftauchen. Weiß, strahlend, ein bisschen unschuldig, aber natürlich nur so unschuldig, wie eine Boyband mit perfekt sitzender Choreografie und vier sehnsuchtsvollen Blicken eben wirken kann.
Sie performten „Ain’t Just Another Story“, und der Titel hätte kaum ironischer passen können, denn dieser Auftritt war tatsächlich nicht einfach nur eine weitere Geschichte. Er war einer dieser Momente, in denen man versteht, warum Caught in the Act Mitte der 90er für viele Fans so wichtig waren. Da war diese Energie, die nicht nur aus Tanzschritten und Gesang bestand, sondern aus einer echten Verbindung zum Publikum. Die Halle tobte, der Applaus war ohrenbetäubend, und vor den Fernsehern dürften unzählige Mädchen versucht haben, gleichzeitig mitzusingen, zu kreischen und nicht von den Eltern für völlig durchgedreht erklärt zu werden.
Nach dem ersten Auftritt verließen die Jungs zunächst wieder die Bühne, doch niemand im Studio wollte sie wirklich gehen lassen. Thomas Gottschalk beruhigte die Menge mit dem Hinweis, das sei erst „Caught in the Act Teil eins“ gewesen, und allein dieser Satz muss damals wie ein Versprechen geklungen haben. Teil eins bedeutete schließlich: Da kommt noch etwas. Und wenn man in den 90ern Fan war, reichte schon diese Aussicht, um den Puls wieder auf Konzertniveau zu bringen.
Dann passierte der Moment, der sich vielen bis heute eingebrannt hat. Die Kamera fing zwei Teenie-Mädchen im Publikum ein, völlig überwältigt, mit Tränen in den Augen und diesem Gesichtsausdruck, den man nur bekommt, wenn das Herz kurz vergessen hat, wie man sich unauffällig verhält. Es waren keine stillen Tränchen, keine dezent feuchten Augenwinkel, sondern echtes Boyband-Drama, wie es nur die 90er hervorbringen konnten. Und ehrlich gesagt: Wer will es ihnen verdenken?
Thomas Gottschalk reagierte sofort, kletterte durch das Studio zu den weinenden Fans und fragte mit seinem typischen Schalk, ob es denn so schön oder so schlimm gewesen sei. Die Antwort kam schluchzend und eindeutig: Es war so schön. Und dann wurde natürlich noch die wichtigste Information des Abends geklärt: Der Lieblingssänger war „Bengie“, also Benjamin Boyce. Allein diese kleine Namensvariante ist so sehr 90er, dass man fast das Rascheln einer Sammelmappe hört.
Dieser Moment zeigt sehr schön, wie intensiv Fan-Sein damals war. Heute kommentiert man vielleicht ein Reel, schickt eine Story-Reaktion oder liked ein Bild. Damals saß man im Publikum einer Fernsehshow, sah seine Lieblingsband wenige Meter entfernt auftreten und konnte einfach nicht anders, als loszuweinen. Nicht, weil man dramatisch sein wollte, sondern weil diese Gefühle in dem Alter riesig waren. Sie passten kaum in einen Teenagerkörper, schon gar nicht in einen, der vorher vermutlich stundenlang auf diesen Moment hingefiebert hatte.
Am großen Tisch: Fanpost, Meniskus und die Frage aller Fragen
Nachdem die ersten Tränen getrocknet waren, kamen Caught in the Act zurück und setzten sich gemeinsam mit Thomas Gottschalk an den großen Tisch. Dort türmte sich Fanpost, wie sie in den 90ern eben noch aussah: echte Briefe, echtes Papier, echte Handschrift, vermutlich mit Herzchen über den i-Punkten und sehr viel Mühe beim Ausschneiden kleiner Bildchen. Allein dieser Anblick ist heute fast rührend, weil er daran erinnert, wie viel Zeit Fans damals investierten, um ihren Stars nahe zu sein. Man schrieb nicht mal eben schnell eine Nachricht, man setzte sich hin, formulierte, verzierte, klebte, malte und hoffte, dass der Brief irgendwann wirklich in den Händen der Jungs landete.
Zwei Briefe sorgten besonders für Lacher, weil darin erwähnt wurde, Eloy habe „etwas an seinem Miniskus“. Thomas Gottschalk, der alte Sprachlehrer im Glitzeranzug, ließ sich diese Vorlage natürlich nicht entgehen und korrigierte charmant, dass es Meniskus heiße, nicht Miniskus, während Minister wiederum etwas ganz anderes sei. Das war genau diese Art von Humor, die die Sendung ausmachte: ein bisschen frech, ein bisschen albern, aber nie so böse, dass der Moment kippt.
Eloy erklärte daraufhin, dass er in der Woche zuvor am Knie operiert worden sei und tagsüber mit Krücken laufe, abends aber trotzdem tanzen wolle. Allein dieser Satz sagt viel über die Disziplin und den Ehrgeiz aus, die hinter der glänzenden Boyband-Fassade steckten. Auf der Bühne sah alles leicht aus, als würden die Jungs einfach aus dem Nichts heraus perfekt singen, tanzen und lächeln. Dahinter standen jedoch harte Proben, volle Termine, körperliche Belastung und der Anspruch, den Fans jedes Mal etwas Besonderes zu geben.
Als Eloy dann noch sein Bauchnabelpiercing zeigte, war es um das Publikum endgültig geschehen. Man darf nicht vergessen: Ein Bauchnabelpiercing war damals nicht einfach nur Schmuck, sondern ein kleines Popkultur-Beben. Heute scrollt man durch Social Media und sieht innerhalb von drei Minuten mehr Haut, Glitzer und Körperschmuck, als ein 90er-Teenie in einem ganzen Monat BRAVO geboten bekam. Damals reichte ein kurzer Blick auf ein Piercing, und die Fantasie machte Überstunden.
Natürlich stellte Gottschalk auch die Fragen, die damals gefühlt ganz Deutschland interessierten. Wie lebt es sich als Boygroup, wenn ständig Fans in der Nähe sind? Wird es einem irgendwann zu viel? Bastiaan antwortete sinngemäß, dass sie dieses Leben lieben, und genau diese Antwort war Balsam für jedes Fanherz. Denn natürlich wollte man hören, dass die Jungs ihre Fans nicht als Belastung empfanden, sondern als Teil ihres Lebens. Benjamin ergänzte offen, dass es schwer sei, immer allen gerecht zu werden, weil man mit ein paar Autogrammen nie jede Erwartung erfüllen könne. Gerade diese Ehrlichkeit machte die Szene so sympathisch, denn sie zeigte, dass hinter dem ganzen Kreischalarm auch ein echter Spagat steckte.
Und dann kam sie, die Frage aller Fragen: Sind die Jungs vergeben? Man kann sich heute kaum noch vorstellen, welche Bedeutung so eine Frage damals hatte. In den Kinderzimmern dürfte kurz die Luft gestanden haben, und wahrscheinlich hielten einige den Stift über dem Tagebuch bereit, um im Notfall eine sehr dramatische Passage zu verfassen. Die Antwort der Jungs lautete: Nein. Ein kollektives Aufatmen ging vermutlich durch zahllose Wohnzimmer, begleitet von dem stillen Gedanken, dass theoretisch also noch alles möglich war. Theoretisch war damals ein sehr wichtiges Wort.
Gottschalk fasste das Ganze trocken zusammen: Fünf gutaussehende Männer, und nur einer vergeben, das sei doch faszinierend. Gemeint war natürlich auch er selbst in seiner typischen Showmanier, und genau dieser kleine Spruch passte perfekt zu diesem Abend, der zwischen Fanträumen, Ironie und echtem Herzklopfen pendelte.
Warum dieser Auftritt bis heute im CITA-Herzen bleibt
Gottschalks Hausparty wäre nicht Gottschalks Hausparty gewesen, wenn der emotionale Bogen nicht noch ein kleines Happy End bekommen hätte. Melanie, eines der weinenden Mädchen aus dem Publikum, erhielt ein von der Band unterschriebenes Booklet. Das war kein riesiger Preis, kein übertriebener Showgewinn, sondern genau das richtige Geschenk für diesen Moment. Für Außenstehende mag es nur ein Booklet gewesen sein, für einen Fan war es ein Schatz. Eines dieser Dinge, die man später in eine Schublade legt, immer wieder hervorholt und irgendwann vielleicht mit einem Lächeln betrachtet, weil darin ein ganzes Stück Jugend steckt.
Währenddessen verschwanden Caught in the Act noch einmal hinter der Bühne, um sich auf ihren nächsten Auftritt vorzubereiten. Und dann wurde es ruhiger, gefühlvoller, fast ein bisschen intimer. Beim zweiten musikalischen Moment saßen Lee, Bastiaan, Eloy und Benjamin auf Barhockern und performten „Bring Back the Love“. Nach dem Kreischalarm, den Tränen und den frechen Fragen hatte dieser Auftritt eine ganz andere Stimmung. Er war reduzierter, weicher und zeigte eine Seite der Band, die viele Fans mindestens genauso liebten wie die großen Dance-Performances.
Gerade diese Mischung machte Caught in the Act so besonders. Sie konnten die Bühne mit Energie füllen, sie konnten aber auch diesen warmen, gefühlvollen Moment schaffen, bei dem man als Teenie plötzlich sehr tiefgründig aus dem Fenster schaute, obwohl draußen nur der Nachbar gerade den Müll rausbrachte. „Bring Back the Love“ war kein Song, den man einfach nebenbei hörte. Man fühlte ihn, vor allem, wenn man ohnehin gerade in einer Lebensphase war, in der jeder Blick, jedes Poster und jede Textzeile eine Bedeutung hatte, die Erwachsene niemals vollständig verstehen konnten.
Auch Gottschalks Hausparty selbst bleibt durch solche Auftritte in Erinnerung. Die Sendung startete am 16. Dezember 1995 auf Sat.1 und war als große Samstagabendshow mit einer Art luxuriöser TV-Villa inszeniert, in der Wohnzimmer, Küche, Treppe und Showbühne ineinander übergingen. Thomas Gottschalk hatte nach seinem Wechsel zu Sat.1 ein Format geschaffen, das Unterhaltung, Spiele, Prominente, Überraschungen und Alltagshelden miteinander verband. Es gab Rubriken wie „Schein oder Schleim“, bei denen Kandidaten regelmäßig in grünem Glibber landeten, und natürlich diesen bunten Mix aus Stars und spontanen Momenten, der sich heute fast ein bisschen wilder anfühlt als vieles, was später im Fernsehen kam.
Ende 1997 wurde die Sendung zwar eingestellt, doch viele dieser Momente leben weiter, gerade weil sie so unverkennbar nach 90ern aussehen und sich auch so anfühlen. Der Auftritt von Caught in the Act bei Gottschalks Hausparty ist dafür ein perfektes Beispiel. Er vereint alles, was diese Zeit ausmachte: große Samstagabendunterhaltung, echte Fanbegeisterung, ein bisschen herrlichen Wahnsinn und vier Jungs, die für viele damals weit mehr waren als nur Popstars.
Im CITA-Forum passt dieser Moment wunderbar zu den Erinnerungen an die „Forever Friends“-Tour und an die vielen TV-Auftritte, die Caught in the Act in den 90ern zu festen Begleitern unserer Jugend gemacht haben. Wer damals BRAVO gelesen, VIVA geschaut und jedes kleine Interview auf VHS aufgenommen hat, erkennt in diesem Auftritt sofort dieses besondere Gefühl wieder: dieses Kribbeln, wenn die Kamera auf die Bühne schwenkte, dieses leichte Chaos im Kopf, wenn Benjamin lächelte, Lee sang, Bastiaan charmant in die Kamera blickte oder Eloy trotz Knieoperation einfach weiter tanzte.
Vielleicht ist genau das der Grund, warum uns solche TV-Momente bis heute so nah sind. Es geht nicht nur um den Auftritt selbst, nicht nur um die Songs oder die weißen Outfits. Es geht um die Erinnerung an eine Zeit, in der Fan-Sein noch ein bisschen langsamer, aber dadurch vielleicht auch intensiver war. Man wartete auf Sendetermine, sammelte Ausschnitte, schrieb Briefe, telefonierte mit Freundinnen und diskutierte ernsthaft darüber, wer von den Jungs wohl am besten zu einem passen würde. Und wenn dann in einer Samstagabendshow plötzlich ein Fan wegen Benjamin in Tränen ausbrach, fühlte sich das nicht übertrieben an, sondern vollkommen nachvollziehbar.
Denn sind wir ehrlich: Manche von uns hätten damals vielleicht nicht geweint. Manche hätten nur sehr kontrolliert auf den Bildschirm gestarrt, während innerlich sämtliche Sicherungen flogen. Das Ergebnis wäre am Ende dasselbe gewesen. Caught in the Act hatten diese Wirkung, und Gottschalks Hausparty gab ihr eine Bühne, die groß genug war für Kaugummis auf Silbertabletts, Meniskus-Witze, Bauchnabelpiercings, Fanpostberge und ein Finale voller Gefühl.
Heute schauen wir auf diesen Abend mit einem Lächeln zurück, vielleicht auch mit einem kleinen Kopfschütteln über die Dinge, die uns damals völlig selbstverständlich erschienen. Aber genau darin liegt der Zauber. Die 90er waren nicht perfekt, aber sie hatten diese Momente, die bis heute warm im Herzen nachklingen. Und der Auftritt von Caught in the Act bei Gottschalks Hausparty ist einer davon: ein bisschen verrückt, ein bisschen rührend und ganz viel Teenie-Magie.
CITA 1996 bei Gottschalks Hausparty:
Eloy de Jong blickt auf ein Leben zurück, das berührt, inspiriert und zeigt, wie viel Stärke in einem Menschen stecken kann. Seine neue Biografie zeichnet seinen Weg vom Kind aus Den Haag, das in der Schule häufig aneckte, bis hin zu einem der erfolgreichsten Schlagerkünstler Deutschlands nach – und erzählt dabei von all den Momenten, die ihn geprägt haben.
Das Buch nimmt dich mit zu seinen ersten Jahren als Tänzer, den Zeiten des Zweifelns und der Ausgrenzung und natürlich zu dem Tag, an dem er beim Casting für Caught in the Act sein Leben für immer veränderte. Aber auch die weniger glamourösen Seiten kommen vor: frühe Misserfolge, der Druck des Ruhms, das Ende der Boyband und die Suche nach einer neuen Richtung.
Besonders bewegend sind die Kapitel über seine bedeutenden Beziehungen – unter anderem zu Stephen Gately und Carlo Boszhard – sowie über seinen größten privaten Wegabschnitt: das Leben als Teil einer Regenbogenfamilie, die Geburt der Zwillinge und der schmerzhafte Abschied von Milon.
Die Biografie beleuchtet ebenso seine Rückkehr ins Rampenlicht, den Solo-Erfolg mit „Kopf aus – Herz an“, seine Zusammenarbeit mit anderen Künstlern und seine wachsende Rolle als inspirierende Stimme in der LGBTQ+-Community. Ergänzt wird das alles durch eindrucksvolle Fotos und viele persönliche Einblicke, die Eloys Entwicklung greifbar machen.
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