Caught In The Act Babe bei BRAVO TV: Military-Look, verlorene Tasche und ganz viel 90er-Charme
Es gibt diese alten BRAVO-TV-Momente, bei denen man heute nur wenige Sekunden braucht, um wieder komplett in diesem 90er-Gefühl zu landen. Man sieht das Studio, hört die Stimmen, erkennt die Outfits und plötzlich ist man nicht mehr erwachsen, sondern wieder dieses Mädchen vor dem Fernseher, das heimlich gehofft hat, der Videorekorder möge diesmal bitte nicht mitten im Auftritt aufgeben. Genau so ein Moment war der Auftritt von Caught In The Act mit „Babe“ bei BRAVO TV, denn schon bevor überhaupt über Musik gesprochen wurde, lieferte der erste Blick auf die Jungs Stoff für eine kleine Fan-Analyse deluxe.
Lee Baxter, Benjamin Boyce und Eloy de Jong erschienen im Military-Look, passend zum dramatischen Videoclip von „Babe“, während Bastiaan Ragas als Einziger in Zivilkleidung neben ihnen saß. Und natürlich fiel das auf. Wir reden hier schließlich von einer Zeit, in der wir jedes Hemd, jede Haarsträhne und jeden Blickwinkel auf einem BRAVO-Foto so gründlich analysiert haben, als hinge davon unser späteres Liebesleben ab. BRAVO-TV-Moderatorin Lori Stern machte deshalb genau das, was wir alle vor dem Fernseher wahrscheinlich ebenfalls gedacht haben: Sie hakte nach.
Caught In The Act Babe: Warum Bastiaan plötzlich aus der Reihe tanzte
Auf den ersten Blick sah es fast so aus, als hätte Bastiaan den Dresscode verpasst, während seine drei Bandkollegen bereits komplett auf „dramatischer Musikvideo-Held“ eingestellt waren. Doch die Erklärung war natürlich viel besser als jede geplante Styling-Entscheidung. Bastiaan erzählte, dass die Jungs ihre Tasche verloren hatten und vermutete scherzhaft, ein Fan könne sie gefunden und mit nach Hause genommen haben. Allein diese Vorstellung ist so herrlich 90er, dass man sofort Bilder im Kopf hat: irgendwo ein aufgeregter Fan, der eine Tasche entdeckt, sie öffnet und plötzlich feststellt, dass darin nicht irgendein Pullover liegt, sondern möglicherweise ein Kleidungsstück von Bastiaan Ragas. Da wäre bei manchen von uns vermutlich kurz der Kreislauf ausgestiegen.
Bastiaan setzte sogar noch einen drauf und meinte sinngemäß, dass jetzt bestimmt jemand zu Hause an seinen Klamotten schnüffle. Heute würde man so einen Satz wahrscheinlich in drei PR-Runden prüfen, bevor er überhaupt über die Lippen dürfte, aber damals war das genau dieser lockere, ungeschliffene Charme, den solche Interviews ausgemacht hat. Es war frech, spontan und ein kleines bisschen chaotisch, also im Grunde genau das, was man sich von einem BRAVO-TV-Moment mit Caught In The Act erhofft hatte.
Natürlich bat Bastiaan darum, die Tasche wieder zum Tourmanager Marc zurückzubringen. Ob dieser Aufruf tatsächlich etwas gebracht hat, ist nicht bekannt. Vielleicht tauchte die Tasche irgendwann wieder auf, vielleicht wurde sie nie gefunden, vielleicht liegt sie noch heute irgendwo auf einem Dachboden neben alten BRAVO-Postern, getrockneten Konzertblumen und einem Freundschaftsbuch mit der Frage „Wer ist dein Lieblings-CITA?“. Man weiß es nicht. Aber allein dieser Gedanke hat diesen typischen Fan-Nostalgie-Faktor, bei dem Realität und Fantasie in den 90ern ohnehin oft sehr nah beieinanderlagen.
Benjamin versuchte die Situation mit seinem gewohnten Humor aufzulockern und machte aus Bastiaans Outfit kurzerhand ein kleines Styling-Konzept. Er zeigte auf dessen dunkelblaues Hemd und scherzte, Bastiaan komme von der Marina, Eloy sei der Indianer, Lee der Cowboy und Lori könne die Lederbraut sein – so wie früher bei den Village People. Das war einer dieser Sätze, bei denen man heute noch merkt, wie schnell Benjamin damals ein Interview in eine völlig andere Richtung lenken konnte. Ein bisschen frech, ein bisschen albern und dabei so charmant, dass man ihm kaum böse sein konnte. Lori Stern entschied sich allerdings ziemlich klug dafür, das Thema lieber wieder in sicherere Gewässer zu lenken. Oder sagen wir: in dramatischere Gewässer.
Vom Strand weg in die große Filmromantik
Lori sprach den Videodreh zu „Babe“ an und sagte, sie habe eigentlich erwartet, dass Caught In The Act das Video wieder romantisch am Strand drehen würden. Und ganz ehrlich: Man kann es ihr nicht verdenken. Bei CITA dachte man damals schnell an sehnsüchtige Blicke, Sonnenuntergänge, sanfte Balladen und diese Art von Romantik, bei der man sich als Teenie auf dem Bett wälzte und überzeugt war, dass niemand auf der Welt Liebeskummer so tief fühlen konnte wie man selbst mit dreizehn, vierzehn oder fünfzehn.
Doch „Babe“ bekam eine andere Bildsprache. Keine klassische Strandromantik, sondern eine Geschichte, die deutlich dramatischer inszeniert war. Lee erklärte, dass die Idee zum Video durch Eloy entstanden war, nachdem sie das Musical „Miss Saigon“ gesehen hatten. Eloy habe gemeint, diese Stimmung würde sehr gut zum Text des Songs passen. Und tatsächlich ergibt das absolut Sinn, wenn man genauer darüber nachdenkt. In „Babe“ geht es nicht nur um Sehnsucht, sondern auch um Trennung, Zweifel, Pflichtgefühl und die Frage, ob der Mensch, den man zurücklassen muss, genauso intensiv an einen denkt wie man selbst an ihn.
Diese Art von Schmerz ist ein anderes romantisches Gefühl als das klassische „Wir laufen Händchen haltend am Strand entlang“. Es ist erwachsener, dramatischer und vielleicht auch ein kleines bisschen schwerer. Für Caught In The Act war das durchaus eine spannende Entwicklung, denn „Babe“ zeigte die Jungs nicht nur als süße Boyband-Lieblinge, sondern als Figuren in einer Geschichte, die fast filmisch erzählt wurde. Das passte zur damaligen Zeit, in der Musikvideos noch kleine Ereignisse waren. Man wartete darauf, man nahm sie auf VHS auf, man spulte zurück, man schaute jede Szene mehrfach und entdeckte bei jedem Durchlauf ein neues Detail, das natürlich sofort mit der besten Freundin besprochen werden musste.
Lee sagte, dass alle, die sie nach dieser Idee gefragt hatten, der gleichen Meinung gewesen seien und dass sie mit dem Ergebnis sehr zufrieden waren. Und man merkt diesem Videoclip tatsächlich an, dass er nicht einfach nur hübsche Bilder aneinanderreiht, sondern versucht, eine Stimmung zu erzählen. „Caught In The Act Babe“ war dadurch nicht nur ein weiterer Song im typischen Boygroup-Kosmos, sondern ein Moment, in dem die Band ein bisschen ernster, dramatischer und erzählerischer wirkte.
Warum „Babe“ trotzdem romantisch blieb
Auch Eloy erklärte im BRAVO-TV-Interview, dass es in dem Song darum gehe, mit jemandem zusammen sein zu wollen, es aber nicht zu können, weil man etwas anderes tun müsse. Im Video ziehen die Jungs in den Krieg, und Benjamin und Eloy müssen ihre Freundinnen zurücklassen. Das klingt erst einmal nicht nach der klassischen Teenie-Romanze, aber genau darin lag der emotionale Reiz. Es war eben keine heile Welt, sondern eine Liebe unter schwierigen Umständen. Eine Liebe, bei der man sich nicht einfach entscheiden kann, weil das Leben, die Pflicht oder das Schicksal dazwischenfunken.
Für uns Fans war das natürlich gefundenes Fressen fürs Herz. Denn wenn Boybands in den 90ern eines konnten, dann war es, Gefühle auf eine Weise zu vergrößern, dass selbst ein ganz normaler Schulhof-Crush plötzlich wie ein episches Liebesdrama wirkte. Man musste nur einmal „Babe“ hören, schon konnte man sich vorstellen, wie es wäre, wenn Lee, Benjamin, Eloy oder Bastiaan einen schweren Herzens zurücklassen müssten, natürlich mit einem letzten Blick über die Schulter, während irgendwo im Hintergrund dramatische Musik spielte. Dass man in Wirklichkeit vielleicht gerade nur Mathehausaufgaben machen musste, störte die Fantasie dabei herzlich wenig.
Lori fragte schließlich, ob diese neue Optik und der Military-Look vielleicht bedeuten sollten, dass Caught In The Act ihr Image bewusst verändern wollten. Ob sie härter rüberkommen, mehr Action zeigen, vielleicht ein Stück erwachsener wirken wollten. Eine berechtigte Frage, denn der Clip unterschied sich deutlich von manch früherem CITA-Moment. Eloy verneinte jedoch, dass dahinter ein gezielt geplanter Imagewechsel steckte. Es sei nicht geplant gewesen, sondern passiere einfach so, wie sie sich selbst fühlten.
Dieser Satz ist im Rückblick interessanter, als er zunächst klingt. Denn 1997 waren Caught In The Act längst nicht mehr die ganz neuen Jungs aus den ersten BRAVO-Berichten. Sie waren gewachsen, hatten unzählige Auftritte hinter sich, kannten den Fantrubel, die Promotion-Maschinerie und das ständige Unterwegssein. Vielleicht konnte sich so eine Veränderung gar nicht vermeiden. Man bleibt nicht ewig der Junge auf dem Poster, der nur süß in die Kamera schaut. Irgendwann kommen neue Themen, neue Bilder, andere Stimmungen dazu. Und genau das machte die zweite Hälfte der CITA-Zeit so spannend: Die Jungs wirkten vertraut, aber nicht mehr ganz so unschuldig wie am Anfang.
Zwischen Kuscheltieren in Europa und Geschenken in Japan
Nach dem Musikvideo sprach Lori die geplante Asien-Tour an, die am 23. September 1997 starten sollte. Sie wollte wissen, ob die Fans dort anders seien und ob bei Konzerten eine andere Stimmung herrsche. Eloy berichtete, dass sie diesmal eher zu Promotion-Zwecken nach Asien reisen würden und dass die Fans dort tatsächlich etwas anders seien. Während in Europa gerne Kuscheltiere auf die Bühne flogen, warteten die Fans in Japan zum Beispiel brav in einer Schlange, um ihr Geschenk persönlich zu übergeben.
Allein dieser Vergleich sagt unglaublich viel über die Fan-Kultur der 90er aus. In Europa war es oft laut, wild und voller Kreischalarm. Kuscheltiere flogen, Banner wurden hochgehalten, Mädchen weinten, Freundinnen hielten sich gegenseitig fest, und irgendwo versuchte immer jemand, noch ein Foto zu machen, obwohl die Kamera natürlich entweder verwackelte oder genau im wichtigsten Moment der Film voll war. In Japan dagegen beschrieb Eloy eine geordnetere, respektvollere Form der Fan-Begegnung. Nicht weniger herzlich, aber eben anders.
Für Caught In The Act muss dieser internationale Erfolg eine besondere Erfahrung gewesen sein. Eben noch standen sie vor einem europäischen Publikum, bei dem die Bühne mit Plüschtieren dekoriert wurde, und kurz darauf reisten sie nach Asien, wo Fans ihre Geschenke persönlich übergaben. Als Teenie hat man solche Aussagen damals vielleicht einfach hingenommen, weil CITA für uns ohnehin irgendwie überall auf der Welt berühmt wirkten. Rückblickend merkt man aber erst, wie groß dieser Kosmos tatsächlich war und wie viel die Jungs in kurzer Zeit erlebt haben müssen.
Und doch blieben sie in diesem BRAVO-TV-Interview herrlich nahbar. Kein abgehobenes Star-Gehabe, kein glattes PR-Gespräch, sondern kleine Witze, spontane Antworten und diese ganz eigene Mischung aus Professionalität und Chaos, die viele 90er-Interviews heute so sympathisch macht. Vielleicht ist genau das der Grund, warum man solche alten Ausschnitte noch immer so gern anschaut. Sie fühlen sich nicht perfekt inszeniert an, sondern lebendig.
Bastiaan, Lee und die herausgeschnittene Knutschszene
Als Lori noch einmal auf das Video zu „Babe“ zurückkam, sprach sie an, dass Benjamin und Eloy diejenigen seien, die im Clip ihre Freundinnen zurücklassen müssen. Bastiaan nutzte diesen Moment natürlich für den nächsten Scherz und sagte, er sei jetzt mit Lee zusammen. Und Lee, ganz trocken, setzte noch einen oben drauf und meinte, es habe sogar eine Knutschszene mit ihnen gegeben, die aber herausgeschnitten worden sei.
Solche Momente sind heute kleine Goldstücke. Nicht, weil sie eine riesige Bedeutung hätten, sondern weil sie diese entspannte Dynamik zwischen den Jungs zeigen. Dieses gegenseitige Necken, das schnelle Aufgreifen eines Witzes, das kleine Funkeln, wenn einer merkt, dass der andere die Pointe noch weiterdrehen kann. Für Fans war genau das damals oft genauso wichtig wie der eigentliche Song. Wir wollten nicht nur die Musik hören, wir wollten die Jungs erleben. Wir wollten sehen, wie sie miteinander umgehen, wer wen neckt, wer über welchen Witz lacht, wer den Blick senkt, wer sich verlegen durchs Haar fährt und wer wieder einmal schneller spricht, als die Moderatorin das Thema wechseln kann.
Danach wurde es musikalisch, denn Caught In The Act sangen „Babe“ noch live im BRAVO-TV-Studio für das Publikum. Und vermutlich war das wieder einer dieser Auftritte, bei denen die Fans im Studio den Moment mit jeder Faser aufgesogen haben. Denn so nah an den Jungs zu sein, während sie einen ihrer großen Hits sangen, war für viele der absolute Teenie-Traum. Kein Streaming, kein Handyvideo in HD, kein Instagram-Live – wer damals im Studio war, hatte einen echten kleinen Schatz im Gedächtnis. Und wer zu Hause vor dem Fernseher saß, hatte hoffentlich rechtzeitig auf Aufnahme gedrückt.
Ganz am Ende gab Benjamin noch den Original-Anhänger her, den er im Videoclip zu „Babe“ getragen hatte. Dieser Anhänger wurde zum Geschenk der Woche, was aus heutiger Sicht fast schon rührend ist. Damals war so etwas ein echtes Highlight. Ein Originalteil aus einem Musikvideo? Von Benjamin Boyce getragen? Für viele Fans wäre das nicht einfach ein Gewinn gewesen, sondern ein Heiligtum, das man wahrscheinlich vorsichtig in eine kleine Schachtel gelegt und nur zu besonderen Gelegenheiten ehrfürchtig betrachtet hätte.
Und weil dieser BRAVO-TV-Moment offenbar bis zur letzten Sekunde kleine Slapstick-Energie hatte, spielte Lori mit dem Anhänger herum und traf dabei prompt Lee im Gesicht. Natürlich nicht dramatisch, aber doch so, dass man beim Zuschauen kurz zusammenzuckt und dann lachen muss, weil es einfach perfekt zu diesem Interview passt. Military-Look, verlorene Tasche, Village-People-Vergleich, dramatisches Musikvideo, Asien-Tour, herausgeschnittene Knutschszene und am Ende bekommt Lee noch versehentlich den Anhänger ab. Mehr 90er-Fernsehgold geht eigentlich kaum.
Was diesen Auftritt von Caught In The Act mit „Babe“ bei BRAVO TV so besonders macht, ist nicht nur der Song selbst, sondern das ganze Drumherum. Es ist dieser Mix aus jugendlicher Leichtigkeit, kleinen Pannen, spontanen Witzen und großer Boyband-Romantik. „Babe“ war ein Lied voller Sehnsucht, aber das Interview zeigte gleichzeitig, dass die Jungs trotz aller Dramatik ihren Humor nicht verloren hatten. Vielleicht ist genau das der Grund, warum solche alten Auftritte heute noch so warm nachhallen. Sie erinnern uns an eine Zeit, in der ein Fernsehinterview, ein Musikvideo und ein verlorener Koffer ausreichten, um den ganzen Nachmittag emotional zu beschäftigen.
Und seien wir ehrlich: Wenn wir damals gewusst hätten, dass irgendwo vielleicht wirklich eine verlorene Tasche von Bastiaan herumlag, hätten wir wahrscheinlich alle kurz überlegt, ob wir nicht zufällig mal die Umgebung absuchen sollten. Rein aus Hilfsbereitschaft natürlich. Ganz selbstlos. Mit maximal einem kleinen Schnupper-Test zur Beweissicherung.
Hier kannst du dir das komplette Interview sowie den Auftritt mit „Babe“ noch einmal ansehen.
BRAVO TV Talk + Babe 1997:
Lee
Eloy
Bastiaan
Benjamin
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