NJOY, Neonfarben und das Gefühl, dabei sein zu müssen
Wenn ich heute „NJOY“ höre, habe ich sofort dieses ganz bestimmte Kribbeln im Bauch. Dieses Gefühl, das nur die 90er konnten. Der Radiosender NJOY, der im April 1994 an den Start ging, war damals nicht einfach nur ein Sender – er war unser Soundtrack. Laut, modern, ein bisschen frech und vor allem: genau unser Ding. Während andere noch über UKW und Antenne diskutierten, lief bei uns NJOY rauf und runter. Chartbreaker, Dance-Hits, Boybands – alles, was unser Teenie-Herz höher schlagen ließ.
NJOY wollte junges Publikum. Und wir wollten NJOY. Eine perfekte Symbiose aus Musik, Jugendzimmer-Träumen und dem festen Glauben, dass hinter jedem Song ein Stück unserer eigenen Geschichte steckte. Und dann gab es dieses eine Highlight im Jahr, auf das wir monatelang hinfieberten: die NJOY Party. Ein Event, bei dem die ganz Großen der 90er auf der Bühne standen. Für uns war klar: Wenn du dort warst – oder auch nur das Video gesehen hast – warst du Teil von etwas ganz Großem.
Wenn sich Gerüchte schneller verbreiteten als WLAN
Natürlich sprach sich schnell herum, dass Caught In The Act Teil der NJOY Party sein würden. Und mal ehrlich: Ab da war eh alles egal. Schule? Nebensache. Schlaf? Überbewertet. Wir wussten, dass der NDR die Jungs mit einem Kamerateam begleiten würde – erst ins Radiostudio nach Hamburg, später zur großen Abendshow. Und wir wussten auch: Wo CITA sind, da sind wir.
Es war eisig kalt. So eine Kälte, die durch Jeansjacken, Pullis und selbst die dicksten Fan-Schals kroch. Aber das war uns egal. Stundenlang standen wir draußen vor dem Studio. Manche von uns waren schon am Nachmittag losgefahren, andere hatten quasi die ganze Nacht „gesucht“. Ein Mädchen sagte später im Interview, sie sei um vier Uhr nachmittags losgefahren – mit Fotoapparat bewaffnet, Hoffnung im Herzen und null Ahnung, was sie erwarten würde. Spoiler: Es war alles.
Kreischalarm vor dem Studio – Herzklopfen inklusive
Als die Jungs endlich ankamen, gab es kein Halten mehr. Kreischalarm. Gänsehaut. Tränen. Alles gleichzeitig. Mit Hilfe von Bodyguards bahnten sich Lee, Bastiaan, Benjamin und Eloy ihren Weg durch die Menge. Sekunden fühlten sich an wie Stunden, und jeder Blick, jedes Winken wurde im Kopf abgespeichert wie ein Schatz. Ich schwöre, diese Momente haben sich eingebrannt – tiefer als jedes Bravo-Poster an der Wand.
Drinnen im Studio ging es weiter mit dem, was wir nur aus dem Radio kannten: Interviews. Fans wurden telefonisch durchgestellt und durften all die Fragen stellen, die uns schon seit Wochen unter den Nägeln brannten. Und ja, wir hörten jedes Wort. Mehrmals. Auf Kassette. Mit dem Finger auf der Aufnahmetaste.
Acapella, Herzstillstand und die Erkenntnis: Die können das wirklich
Und dann dieser Moment: Caught In The Act sangen einen Song acapella. Kein doppelter Boden, kein Playback, keine Ablenkung. Nur Stimmen. Und plötzlich war klar: Die sehen nicht nur gut aus – die können wirklich singen. Für uns Fans war das wie ein innerer Sieg. Ein stilles „Hab ich doch immer gesagt“, während man innerlich fast umkippte.
Es war intim, nah und gleichzeitig völlig surreal. Diese Mischung aus Radiostudio und Teenie-Traumwelt. Heute, Jahrzehnte später, weiß ich: Das war echtes Fan-Glück. Ungefiltert. Unperfekt. Und genau deshalb so besonders.
Die große NJOY Party: Wenn aus Warten Eskalation wurde
Am Abend dann die große Show. Die NJOY Party in der Halle. Lichter, Musik, tausende Fans – und dieses kollektive Kribbeln, kurz bevor alles losging. Kurz vor dem Auftritt nahm der Moderator Eloy de Jong noch beiseite. Wie es denn im Radiosender gewesen sei? Eloy, sympathisch wie immer, bestätigte, dass sie schon öfter dort gewesen seien – aber dass es jedes Mal etwas Besonderes sei. „NJOY ist ja hier der absolute Jugendsender“, schob der Moderator hinterher.
Zu einer Antwort von Bastiaan Ragas kam es allerdings gar nicht mehr. Denn genau in diesem Moment wurden die Jungs angekündigt. Und ganz ehrlich: Alles andere war ab da egal.
Bühne frei für unsere Teenie-Helden
Unter tosendem Applaus betraten Caught In The Act die Bühne. Dieser Lärm war nicht einfach laut – er war emotional. Mit Hits wie My Arms Keep Missing You, Let This Love Begin, You Know und Love Is Everywhere spielten sie Teile ihrer Show von 1995. Und nein, das störte niemanden. Im Gegenteil. Es fühlte sich an wie ein Wiedersehen mit alten Freunden. Mit unserer eigenen Vergangenheit.
Wir sangen jedes Wort mit. Schief. Laut. Voller Gefühl. Und irgendwo zwischen Tanzschritten, Feuerzeugen und kreischenden Fans wusste ich: Genau deshalb werde ich diese Zeit nie vergessen. Weil sie echt war. Weil sie alles war.
Warum solche Momente heute unbezahlbar sind
Wenn ich heute daran zurückdenke, merke ich erst, wie sehr uns solche Events geprägt haben. Keine Smartphones, keine Livestreams, keine Filter. Wenn du nicht dabei warst, hast du es später im Fernsehen gesehen – oder gehofft, dass jemand das Video aufgenommen hatte. Der Norddeutscher Rundfunk begleitete das Ganze, und genau diese Aufnahmen sind heute unsere Zeitkapseln.
Sie zeigen uns nicht nur die Jungs auf der Bühne, sondern auch uns selbst: jung, aufgeregt, voller Träume. Und vielleicht ist genau das der Grund, warum uns diese Erinnerungen heute noch so berühren. Weil sie uns daran erinnern, wie es war, alles zu fühlen – ohne Ironie, ohne Abstand.
Zurück in die Halle, zurück ins Herz
Die NJOY Party mit Caught In The Act war mehr als ein Konzert. Sie war ein Versprechen. Dass Musik verbindet. Dass Fansein okay ist. Und dass es diese Momente gibt, die dich dein ganzes Leben begleiten. Egal, wie viele Jahre vergehen.
Und das Beste? Du kannst es dir heute noch anschauen. Der Auftritt von Caught in the Act auf der NJOY Party existiert – und jedes Mal, wenn ich es sehe, bin ich wieder dieses 90er-Mädchen. Mit klopfendem Herzen, kalten Füßen und dem festen Glauben, dass alles möglich ist.
NJOY Party: Auftritt von Caught In The Act
Eloy de Jong blickt auf ein Leben zurück, das berührt, inspiriert und zeigt, wie viel Stärke in einem Menschen stecken kann. Seine neue Biografie zeichnet seinen Weg vom Kind aus Den Haag, das in der Schule häufig aneckte, bis hin zu einem der erfolgreichsten Schlagerkünstler Deutschlands nach – und erzählt dabei von all den Momenten, die ihn geprägt haben.
Das Buch nimmt dich mit zu seinen ersten Jahren als Tänzer, den Zeiten des Zweifelns und der Ausgrenzung und natürlich zu dem Tag, an dem er beim Casting für Caught in the Act sein Leben für immer veränderte. Aber auch die weniger glamourösen Seiten kommen vor: frühe Misserfolge, der Druck des Ruhms, das Ende der Boyband und die Suche nach einer neuen Richtung.
Besonders bewegend sind die Kapitel über seine bedeutenden Beziehungen – unter anderem zu Stephen Gately und Carlo Boszhard – sowie über seinen größten privaten Wegabschnitt: das Leben als Teil einer Regenbogenfamilie, die Geburt der Zwillinge und der schmerzhafte Abschied von Milon.
Die Biografie beleuchtet ebenso seine Rückkehr ins Rampenlicht, den Solo-Erfolg mit „Kopf aus – Herz an“, seine Zusammenarbeit mit anderen Künstlern und seine wachsende Rolle als inspirierende Stimme in der LGBTQ+-Community. Ergänzt wird das alles durch eindrucksvolle Fotos und viele persönliche Einblicke, die Eloys Entwicklung greifbar machen.
Für alle Fans von Caught in the Act, Schlagerliebhaber oder Menschen, die Eloy schon lange begleiten, ist dieses Buch ein emotionales und sehr aufrichtiges Porträt eines außergewöhnlichen Lebenswegs.
Das erwartet dich im Buch:
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Ein ehrlicher Blick auf Eloys Kindheit, erste Träume und Hindernisse
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Der komplette Weg von CITA bis zu seinen heutigen Erfolgen
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Private Geschichten über Liebe, Familie, Mut und Verlust
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Viele großformatige Fotos aus seinem Leben
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Ein inspirierendes Porträt eines Künstlers, der nie aufgehört hat, an sich zu glauben
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