CITA bei Zell-O-Fun 1995: Kaffee, Karibik und eine herrlich verrückte Bee-Gees-Karaoke
Manche Fernsehsendungen der Neunziger kündigten bereits mit ihrem Namen an, dass niemand einen steifen Interviewabend erwarten musste. „Zell-O-Fun“ gehörte eindeutig in diese Kategorie. Im Sommer 1995 nahmen Benjamin Boyce, Bastiaan Ragas, Eloy de Jong und Lee Baxter auf dem blauen Studiosofa Platz, bekamen Kaffee serviert und ahnten vermutlich noch nicht, dass sie wenig später gemeinsam „Stayin’ Alive“ von den Bee Gees singen sollten. CITA bei Zell-O-Fun zu erleben, bedeutete eben nicht nur Promotion für eine neue Single, sondern auch Flirts, Traumfrauen, einen silbernen Lostopf und vier junge Männer, die sich tapfer durch eine Karaoke-Einlage kämpften.
Die Jungs waren gerade vom Videodreh zu „Let This Love Begin“ zurückgekehrt. Auf den Bildern wirkte die Karibik wie ein paradiesischer Urlaubsort, doch hinter der glänzenden Popkulisse steckte ein straffer Arbeitsplan. Schon am frühen Morgen saßen sie in der Maske, drehten vom Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang und reisten nach nur zwei Tagen wieder ab. Zwischen Palmen, Meer und romantischen Einstellungen blieb offenbar kaum Zeit, tatsächlich die Füße hochzulegen. CITA bei Zell-O-Fun erzählten davon mit jener guten Laune, die vergessen ließ, dass ein Musikvideo unter tropischer Sonne auch erstaunlich anstrengend sein konnte.
Überhaupt wirkt der Auftritt heute wie ein kleines Konzentrat aus allem, was wir an Musikfernsehen der Neunziger mochten. Es gab persönliche Fragen, spontane Scherze, konkrete Neuigkeiten über das erste Album und eine Moderatorin, die Benjamin nicht einfach davonkommen ließ, als er sich flirtend vor der Karaoke drücken wollte. CITA bei Zell-O-Fun waren charmant, albern und auffallend entspannt – jedenfalls bis zu dem Moment, in dem die ersten Takte des Bee-Gees-Klassikers erklangen und klar wurde, dass nun wirklich alle vier mitmachen mussten.
CITA bei Zell-O-Fun brauchten Kaffee – aber bitte ohne Sahne
Schon der Einstieg hatte etwas wunderbar Alltägliches. Caught In The Act ließen sich auf dem blauen Sofa nieder und bekamen erst einmal Kaffee angeboten. Wer 1995 selbst Fan war, hätte vermutlich aufmerksam beobachtet, wer die Tasse mit welcher Hand hielt und wie viele Schlucke er nahm; schließlich konnte damals selbst ein Getränk zur wertvollen Information für den nächsten selbst gestalteten Steckbrief werden. Besonders wichtig war den Jungs allerdings, dass keine Sahne in den Kaffee kam. Milch war erlaubt, Sahne dagegen sollte der Figur zuliebe draußen bleiben.
Diese kleine Bemerkung erzählt überraschend viel über den Boyband-Alltag. Hinter den makellosen Fotos, engen Shirts und präzisen Tanzschritten stand ein Beruf, bei dem das Aussehen ständig mitgedacht wurde. Selbst auf dem gemütlichen Studiosofa durfte der Kaffee nicht plötzlich zur kalorienreichen Versuchung werden. CITA bei Zell-O-Fun machten daraus keine dramatische Ernährungsbeichte, sondern einen beiläufigen Scherz. Trotzdem kann man sich gut vorstellen, wie viele Fans am nächsten Morgen ebenfalls sehr bestimmt „nur Milch“ verlangten – in der Hoffnung, dass dies wenigstens ein winziges Stück näher an den CITA-Lebensstil führte.
Danach berichteten die vier vom Videodreh auf den Virgin Islands. Was nach Traumurlaub klang, war in Wahrheit ein extrem kompaktes Arbeitsprogramm. Eloy erzählte, dass die Gruppe bereits um fünf Uhr morgens in der Maske gesessen habe. Eine Stunde später, pünktlich zum Sonnenaufgang, begannen die Aufnahmen, die bis zum Sonnenuntergang weiterliefen. Innerhalb von zwei Tagen musste der komplette Clip entstehen, anschließend ging es wieder zurück. CITA bei Zell-O-Fun räumten damit charmant mit der Vorstellung auf, Popstars würden an exotischen Drehorten hauptsächlich am Strand liegen und gelegentlich für eine Kamera aufstehen.
Ein Videodreh in der Karibik verlangte schließlich mehr als ein hübsches Hemd und ein sehnsüchtiges Gesicht. Das Licht musste stimmen, Einstellungen wurden wiederholt, Kleidung und Haare trotz Wärme in Form gehalten und jede romantische Bewegung so oft ausgeführt, bis sie aus allen Kameraperspektiven passte. Während Zuschauer später nur die schönsten Minuten sahen, bestand der eigentliche Tag aus Warten, Drehen, Umziehen und erneutem Drehen. Bei CITA bei Zell-O-Fun klang diese Anstrengung nicht nach Beschwerde. Die Jungs wirkten stolz auf das Ergebnis und freuten sich offenbar darüber, ihren Fans von einem Ort erzählen zu können, den viele damals höchstens aus Reisekatalogen kannten.
Gerade der Gegensatz macht die Erinnerung so schön. Im Musikvideo schien alles grenzenlos romantisch, im Studio erzählte Eloy von Wecker, Maske und Sonnenaufgang. Damit bekam die perfekte Popwelt für einen Moment sichtbare Nähte. CITA bei Zell-O-Fun blieben trotzdem jene vier attraktiven Männer, deren Karibikbilder ganze Jugendzimmer in Unruhe versetzten – nur wusste man nun, dass sie dafür zu einer Uhrzeit aufstehen mussten, zu der viele Fans selbst an Schultagen noch mit dem Wecker verhandelten.
Ein goldenes Shirt, das erste Album und jede Menge Promotion
Neben der neuen Single ging es um die nächsten großen Schritte der Band. Eloy erklärte, dass Caught In The Act zu dieser Zeit ständig unterwegs seien, Shows spielten und sehr viel Promotion für ihr erstes Album machten. Die Platte sollte „Caught In The Act Of Love“ heißen und die Gruppe in zahlreiche Länder führen. Für die Jungs bedeutete das volle Terminpläne, für die Fans dagegen die Aussicht auf neue Songs, weitere Fernsehauftritte und vielleicht endlich ein Konzert in erreichbarer Nähe.
CITA bei Zell-O-Fun fingen die Band in einer Phase ein, in der noch vieles zum ersten Mal geschah. Das Debütalbum war nicht bloß eine weitere Veröffentlichung, sondern der Beweis, dass aus vier jungen Männern mit einer wachsenden Fangemeinde eine internationale Popgeschichte werden konnte. Jeder Auftritt half dabei, den Namen bekannter zu machen. Jede sympathische Antwort, jedes Lächeln und selbst jede leicht schiefe Karaoke-Note trug dazu bei, dass Zuschauer nicht nur einen Song mochten, sondern sich für die Persönlichkeiten hinter der Musik interessierten.
Eloy betonte, wie viel Spaß ihnen die Shows machten. Das klingt zunächst nach einer erwartbaren Promotionantwort, wirkt im damaligen Ausschnitt jedoch glaubwürdig. Die vier neckten sich, lachten gemeinsam und schienen die etwas chaotische Atmosphäre der Sendung zu genießen. CITA bei Zell-O-Fun waren keine abgekämpfte Gruppe, die ihren zehnten Pflichttermin mechanisch absolvierte. Sie wirkten wie Männer, die spürten, dass gerade etwas Großes begann, auch wenn vermutlich niemand ahnen konnte, wie intensiv die kommenden Jahre werden würden.
Für Bastiaan hielt die Sendung eine besondere Überraschung bereit. Er musste versprechen, sein goldenes Shirt für eine Verlosung zur Verfügung zu stellen. Ein Kleidungsstück des Lieblingsstars war Mitte der Neunziger schließlich kein gewöhnlicher Gewinn. Es war beinahe eine Reliquie, die vermutlich nicht einfach im Schrank verschwunden wäre, sondern einen Ehrenplatz erhalten hätte – möglichst geschützt vor Geschwistern, neugierigen Freundinnen und jeder Waschmaschine, die den kostbaren Popstarduft hätte gefährden können.
Solche Verlosungen gehörten zur besonderen Nähe des damaligen Fernsehens. Man schickte eine Postkarte ein und hoffte, aus einem Berg handgeschriebener Einsendungen gezogen zu werden. Kein Onlineformular bestätigte sofort die Teilnahme, keine automatische Nachricht erinnerte an den Einsendeschluss. CITA bei Zell-O-Fun verbanden die glänzende Welt der Stars mit diesem angenehm analogen Ritual. Irgendwo wartete eine Gewinnerin darauf, dass der Briefkasten plötzlich mehr enthielt als Rechnungen und Werbung – nämlich die Nachricht, dass Bastiaans goldenes Shirt ihr gehörte.
Beim Candle-Light-Dinner wurden die Traumfrauen erstaunlich konkret
Natürlich durfte eine Frage nach den Traumfrauen nicht fehlen. Die Moderatorin wollte wissen, mit welcher Frau jeder der vier gern ein Candle-Light-Dinner verbringen würde. Solche Fragen waren perfektes Boyband-Futter, denn sie lieferten gerade genug romantische Fantasie, um das Publikum zu beschäftigen, ohne irgendjemandem ein echtes Abendessen organisieren zu müssen. Bei CITA bei Zell-O-Fun antworteten die Jungs erstaunlich schnell und bewiesen dabei einen recht unterschiedlichen Geschmack.
Bastiaan entschied sich für die Schauspielerin Andie MacDowell. Ihre elegante, natürliche Ausstrahlung passte hervorragend zu einem Candle-Light-Dinner, bei dem vermutlich niemand mit einer besonders albernen Karaoke-Aufgabe gerechnet hätte. Lee wählte Meg Ryan, die in den Neunzigern wie kaum eine andere Schauspielerin für romantischen Charme, Humor und jene leicht zerzauste Liebenswürdigkeit stand, die selbst komplizierte Filmbeziehungen sympathisch wirken ließ.
Eloys Favoritin war Jennifer Saunders aus „Absolutely Fabulous“. Diese Wahl verriet Sinn für Humor und vermutlich die Hoffnung, dass ein gemeinsames Abendessen alles andere als langweilig verlaufen würde. Benjamin wiederum hätte gern Michelle Pfeiffer gegenübergesessen. Damit war die Runde komplett: vier berühmte Frauen, vier sehr verschiedene Vorstellungen und unzählige Fans vor dem Fernseher, die kurz prüften, ob sie der jeweiligen Schauspielerin vielleicht doch ein wenig ähnelten.
CITA bei Zell-O-Fun machten aus der Frage kein bedeutungsschweres Bekenntnis. Die Antworten blieben verspielt, wie es zum Format passte. Dennoch waren solche Details damals kostbar. Ohne tägliche Posts und ständig neue Interviews wurde jede genannte Schauspielerin sorgfältig abgespeichert. Wer Bastiaan mochte, interessierte sich plötzlich womöglich für Andie MacDowell; Lee-Fans sahen Meg-Ryan-Filme mit neuer Aufmerksamkeit, und Eloys Wahl dürfte einige Zuschauerinnen dazu gebracht haben, „Absolutely Fabulous“ genauer zu betrachten.
Die Szene erinnert daran, wie fantasievoll Fan-Sein in den Neunzigern funktionierte. Eine einzige Antwort reichte, um ganze Gedankenspiele auszulösen. Wie würde so ein Abendessen aussehen? Wer wäre lustig, wer nervös, und welcher CITA-Junge würde vermutlich zuerst etwas auf die Tischdecke kippen? CITA bei Zell-O-Fun lieferten keine fertigen Bilder für soziale Netzwerke. Sie gaben nur ein paar Namen vor – den Rest erledigte die Vorstellungskraft.
Bei „Stayin’ Alive“ half Benjamin auch sein Charme nicht weiter
Nach Kaffee, Karibikgeschichten, Albumplänen und Traumfrauen kam der Programmpunkt, der den Auftritt endgültig unvergesslich machte: Karaoke. Die vier sollten „Stayin’ Alive“ von den Bee Gees performen. Der Song ist bereits für Sänger mit sehr sicherem Falsett keine beiläufige Aufgabe. Für eine Boyband, die ohne große Vorbereitung in einer Unterhaltungssendung antreten musste, war er eine Einladung zu hohen Tönen, wilden Bewegungen und kontrolliertem Durcheinander.
Benjamin versuchte offenbar, sich mit einem kleinen Flirt bei der Moderatorin vor seinem Einsatz zu drücken. Das war grundsätzlich eine nachvollziehbare Strategie. Sein Charme hatte 1995 vermutlich schon schwierigere Situationen gelöst und ganze Fanreihen kollektiv sprachlos gemacht. Doch bei CITA bei Zell-O-Fun blieb die Moderatorin standhaft. Benjamin musste ebenso antreten wie seine drei Kollegen, und genau deshalb bekam das Publikum die vollständige Boyband-Karaoke, die es verdient hatte.
Die Jungs schlugen sich tapfer. Es ging weniger darum, die Bee Gees stimmlich bis ins letzte Detail zu kopieren, als gemeinsam Spaß zu haben und sich nicht zu ernst zu nehmen. CITA bei Zell-O-Fun zeigten dabei jene Gruppendynamik, die ihre Fans liebten: Einer begann, die anderen stiegen ein, zwischendurch wurde gelacht, und selbst ein unsicherer Ton wirkte eher charmant als peinlich. Perfektion wäre an dieser Stelle vermutlich sogar langweilig gewesen. Der Reiz lag darin, vier Popstars bei einer Aufgabe zu beobachten, die auf jeder privaten Party ähnlich chaotisch hätte enden können.
Aus heutiger Sicht besitzt die Karaoke-Einlage noch eine zusätzliche Portion Nostalgie. „Stayin’ Alive“ traf auf CITA, die Siebziger auf die Neunziger, Falsett auf Boyband-Charme. Niemand dachte darüber nach, ob der Ausschnitt am nächsten Morgen millionenfach geteilt oder aus dem Zusammenhang gerissen werden könnte. Die vier machten einfach mit. CITA bei Zell-O-Fun erinnern damit an eine Fernsehwelt, in der Stars sich noch albern zeigen durften, ohne dass jeder schiefe Ton für immer als kurzer Clip durch alle Plattformen wanderte.
Zum Abschluss wurde das Gewinnspiel ausgelost. Lee griff in einen großen silbernen Hut und zog die Gewinnerkarte – selbstverständlich eine klassische Postkarte, denn so funktionierte Fanbeteiligung 1995. Schon das Porto gehörte zum Einsatz, ganz zu schweigen von der Mühe, möglichst leserlich zu schreiben und die Karte vielleicht mit Herzen oder kleinen CITA-Zeichnungen zu verzieren. Ob besonders schöne Gestaltung die Gewinnchance erhöhte, wusste niemand, aber versucht wurde es vorsichtshalber trotzdem.
Diese Postkartenszene bildet den perfekten Abschluss für CITA bei Zell-O-Fun. Alles an dem Auftritt wirkt herrlich analog: der Kaffee auf dem Sofa, das goldene Shirt als Gewinn, die Namen der Traumfrauen, das gemeinsame Karaoke und Lees Griff in den Lostopf. Die Sendung brauchte weder spektakuläre Technik noch ein riesiges Studio. Vier gut gelaunte Jungs, eine schlagfertige Moderatorin und einige spielerische Ideen reichten aus, um einen Beitrag zu schaffen, den Fans Jahrzehnte später noch gern ansehen.
Wer damals dabei war, erinnert sich wahrscheinlich nicht nur an Informationen über „Let This Love Begin“ oder das erste Album. Man erinnert sich an das Gefühl, Caught In The Act für einige Minuten beinahe privat zu erleben – entspannt, witzig und bereit, sich auch bei den Bee Gees nicht aus der Ruhe bringen zu lassen. CITA bei Zell-O-Fun stehen für jene besondere Phase, in der ihre Karriere gerade immer größer wurde, während sie im Fernsehen noch auf einem blauen Sofa saßen und darüber diskutierten, ob Sahne im Kaffee wirklich eine gute Idee sei.
Hier kannst Du Dir das komplette Interview und die verrückte Karaoke von CITA bei Zell-O-Fun noch einmal ansehen:
CITA bei Zell-O-Fun 1995:
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