MTV In Touch 1997: Caught In The Act zwischen IFA-Trubel, Fanfragen und verrückten Girlband-Ideen
Die Internationale Funkausstellung in Berlin war 1997 nicht nur ein Treffpunkt für neue Fernseher, technische Neuheiten und Menschen, die sehr ernsthaft über Geräte diskutierten, deren Bedienungsanleitungen später trotzdem niemand lesen wollte. Für Musikfans wurde das Messegelände zur großen Live-Bühne, denn zahlreiche Sender produzierten dort ihre Sendungen und lockten prominente Gäste an. Als Caught In The Act auftauchten, war von ruhigem Messebetrieb entsprechend wenig zu spüren. Noch bevor Benjamin Boyce, Bastiaan Ragas, Eloy de Jong und Lee Baxter ins Studio gingen, entstand für MTV In Touch 1997 ein Backstage-Interview mitten im Trubel.
Die Jungs gaben Autogramme, posierten für Fotos und waren von Fans umringt, als Moderator Holger Speckhahn dazukam. Er brachte drei junge Frauen mit, die ein Meet & Greet gewonnen hatten und ihre Geschenke persönlich überreichen durften. Für sie war es vermutlich jener seltene Augenblick, auf den man sich tagelang mit sorgfältig überlegten Fragen vorbereitet – nur um dann festzustellen, dass ein echtes CITA-Lächeln aus nächster Nähe sämtliche geordneten Gedanken zuverlässig durcheinanderbringt. Bei MTV In Touch 1997 behielten Wenke, Jacqueline und Stefanie trotzdem die Nerven.
Ihre Fragen führten weit über die übliche Lieblingsfarbe hinaus. Es ging um das angekündigte CITA-Buch, den Urlaub der Jungs, die Grenzen zwischen Fanliebe und Privatsphäre sowie den hektischen Alltag einer Boyband auf dem Höhepunkt ihres Erfolgs. Holger wollte außerdem wissen, welche prominenten Frauen Eloy und seine Kollegen in eine eigene Girlband berufen würden. MTV In Touch 1997 wurde dadurch zu einem wunderbar lockeren Zeitdokument, in dem große Karrierepläne, ehrliche Erschöpfung und eine Fantasiegruppe aus Victoria Beckham, Kim Wilde, Blümchen und Heike Makatsch erstaunlich mühelos nebeneinanderpassten.
MTV In Touch 1997 brachte drei Fans direkt zu ihren Lieblingsstars
Ein Meet & Greet mit Caught In The Act war in den Neunzigern ein Gewinn, der den normalen Tagesablauf komplett außer Kraft setzte. Da wurde überlegt, welches Outfit richtig war, welches Geschenk persönlich genug wirkte und welche Frage interessant klang, ohne im entscheidenden Moment zu kompliziert zu werden. Wenke, Jacqueline und Stefanie durften die Jungs auf der IFA nicht nur kurz sehen, sondern ihnen ihre Geschenke überreichen und selbst Fragen stellen. MTV In Touch 1997 verwandelte damit einen Fernsehtermin in eine Begegnung, von der die drei vermutlich noch lange erzählten.
Rundherum herrschte bereits Kreischalarm. Wo Caught In The Act erschienen, bildeten sich Menschentrauben, Autogrammwünsche und Kameras. Die IFA bot dafür eine besondere Kulisse: Messestände, Liveproduktionen, Technikpublikum und mittendrin vier Popstars, die eine völlig andere Form von Aufmerksamkeit anzogen. Wer eigentlich nur einen neuen Fernseher anschauen wollte, bekam plötzlich eine Lektion darin, wie schnell sich ein Gang füllt, sobald Benjamin, Bastiaan, Eloy und Lee in Sichtweite auftauchten.
Holger Speckhahn führte das Gespräch nicht in einem abgeschirmten Studio, sondern draußen im Backstage-Bereich. Dadurch blieb die Unruhe des Messetages spürbar. MTV In Touch 1997 wirkte weniger wie ein streng vorbereitetes Interview und eher wie ein Gespräch, das sich mitten im laufenden CITA-Alltag öffnete. Die Jungs kamen nicht erst aus einer stillen Garderobe, frisch auf die nächste Antwort vorbereitet. Sie steckten bereits in Autogrammen, Fotos und Begegnungen, als die Kamera dazukam.
Gerade das macht den Ausschnitt heute so sympathisch. Man sieht keine unerreichbare Boyband in einer perfekt ausgeleuchteten Kulisse, sondern vier Männer, die versuchen, Fans, Moderator und nächsten Studiotermin gleichzeitig im Blick zu behalten. Die drei Gewinnerinnen stehen dabei nicht nur dekorativ daneben. Ihre Fragen bestimmen, worüber gesprochen wird. MTV In Touch 1997 gab ihnen damit etwas, das in einer Zeit vor sozialen Netzwerken besonders selten war: die Möglichkeit, den Inhalt eines Interviews unmittelbar mitzugestalten.
Für die Zuschauer vor dem Fernseher hatten Wenke, Jacqueline und Stefanie beinahe eine Stellvertreterrolle. Sie fragten nach Dingen, die viele wissen wollten, und standen dabei genau dort, wo unzählige Fans gern gestanden hätten. Wer die Sendung auf Videokassette aufnahm, konnte später jedes Lächeln, jede Übergabe und jede Antwort noch einmal ansehen. MTV In Touch 1997 bewahrte nicht nur eine Promorunde, sondern den Traum, dass ein Gewinnspiel einen gewöhnlichen Messetag plötzlich in eine persönliche CITA-Erinnerung verwandeln konnte.
Das geplante CITA-Buch sollte endlich mit Gerüchten aufräumen
Wenke wollte wissen, wie weit die Arbeit an dem angekündigten Buch fortgeschritten sei und wann es erscheinen würde. Lee erklärte, dass die Band mit einem Verlag zusammenarbeite und bereits darüber gesprochen habe, welche Geschichten hineingehörten. Die Jungs wollten von ihrer Kindheit erzählen, Einblicke in das Leben innerhalb einer Boygroup geben und ihre eigene Sicht auf Erlebnisse schildern, über die in der Presse teilweise ganz anders berichtet worden war. Bei MTV In Touch 1997 klang das Projekt nach der Gelegenheit, endlich selbst die Kontrolle über die eigene Geschichte zu übernehmen.
Für Fans wäre ein solches Buch ein Schatz gewesen. Zeitschriften lieferten zwar regelmäßig Interviews, Poster und Homestorys, doch all diese Beiträge blieben kurz und wurden von Redaktionen ausgewählt. Ein gemeinsames Buch versprach mehr Tiefe: Erinnerungen aus der Kindheit, den Weg in die Band, erste Erfolge, Reisen und vielleicht jene kleinen Backstage-Momente, die nie in eine Fernsehsendung passten. MTV In Touch 1997 ließ kurz die Hoffnung entstehen, dass man Caught In The Act bald nicht nur sehen und hören, sondern Seite für Seite noch besser kennenlernen könnte.
Lee sprach zudem davon, dass in der Presse viel Unsinn geschrieben worden sei und Gerüchte entstanden seien. Eine „echte Story“ sollte Gelegenheit bieten, Dinge richtigzustellen. Das war nachvollziehbar, denn Boybands lebten in einer Medienwelt, die ständig neue Geschichten brauchte. Freundschaften wurden zu Streit erklärt, harmlose Begegnungen zu Romanzen und ein müder Gesichtsausdruck schnell zur großen Krise. Die Betroffenen konnten unmöglich jede Behauptung einzeln kommentieren. Ein Buch hätte Raum geschaffen, ihre Perspektive ausführlicher darzustellen.
Am Ende erschien dieses CITA-Buch leider nie. Damit gehört es zu jenen Projekten, die in alten Interviews angekündigt wurden und später fast mythischen Status bekamen. Man fragt sich, welche Geschichten bereits gesammelt waren, wie offen die Jungs über schwierige Seiten des Erfolgs gesprochen hätten und ob irgendwo noch Notizen oder Entwürfe existieren. MTV In Touch 1997 dokumentiert zumindest, dass die Idee keineswegs nur ein loses Fan-Gerücht war, sondern gemeinsam mit einem Verlag besprochen wurde.
Gerade weil das Buch unveröffentlicht blieb, besitzt Lees Antwort heute eine leicht wehmütige Note. Damals lag das Projekt scheinbar noch vor ihnen, ebenso wie viele weitere Auftritte und gemeinsame Erlebnisse. Niemand im Interview behandelte es wie eine unerfüllte Möglichkeit. Es war einfach ein Plan, an dem gearbeitet wurde. MTV In Touch 1997 hält diesen optimistischen Zwischenstand fest – jenen Moment, in dem die CITA-Geschichte noch als zukünftiges Buch gedacht war und nicht als Erinnerung, die Fans Jahrzehnte später selbst zusammensetzen würden.
Bastiaans Urlaub klang nach Delfinen, Cocktails und neuen Songs
Jacqueline interessierte sich dafür, wie die Jungs ihren Urlaub 1997 verbracht hatten. Bastiaan bezeichnete seine Auszeit als „fabelhaftig“ – ein Wort, das sofort klarmachte, dass gewöhnliches „schön“ der Sache nicht gerecht werden sollte. Er war mit Delfinen tiefseetauchen, schrieb an neuen Songs und gönnte sich nach der „Do It For Love“-Tour sowie der Veröffentlichung von „VIBE“ dringend benötigte Ruhe. Drei Wochen lang tat er nach eigener Aussage beinahe nichts: in der Sonne sitzen, Cocktails trinken und ein wenig schreiben.
Für Fans klang das vermutlich nach einem traumhaften Gegenprogramm zum üblichen Terminplan. Bastiaan, Sonne, Delfine und Cocktails ergaben ein Bild, das sich fast von selbst als Poster gestaltet hätte. Hinter der romantischen Vorstellung steckte jedoch echte Erschöpfung. Tourneen, Promotion und Albumveröffentlichung bedeuteten Monate voller Reisen, Interviews, Proben und Auftritte. MTV In Touch 1997 zeigte, wie kostbar drei Wochen werden konnten, in denen kein Wecker zur nächsten Abfahrt rief.
Ganz abschalten konnte Bastiaan offenbar trotzdem nicht. Selbst im Urlaub schrieb er weiter an Songs. Kreative Ideen halten sich selten an Bürozeiten, und vielleicht entstanden gerade in der Ruhe Gedanken, für die im hektischen Bandalltag kein Platz gewesen war. Die Kombination aus Nichtstun und Arbeiten klingt nur auf den ersten Blick widersprüchlich. Wer Musik liebt, empfindet ein paar Zeilen oder eine neue Melodie möglicherweise weniger als Pflicht denn als Möglichkeit, endlich wieder ohne Zeitdruck auszuprobieren.
MTV In Touch 1997 vermittelte durch diese Antwort ein seltenes Bild vom Leben zwischen zwei Karrierephasen. Im Fernsehen sah man meist das fertige Ergebnis: Tour, Album, Video oder Auftritt. Bastiaans Erzählung machte die Pause dazwischen sichtbar. Nach dem letzten Konzert fiel die Energie nicht automatisch wieder auf Normalmaß. Der Körper verlangte Sonne, Ruhe und vielleicht einen Cocktail, während der Kopf langsam begann, neue Musik zu sortieren.
Sein Urlaub wirkte deshalb luxuriös und gleichzeitig sehr menschlich. Er musste keine spektakuläre Weltreise erfinden, um interessant zu klingen. Drei Wochen ohne festen Plan waren für einen ständig reisenden Popstar offenbar das größte Abenteuer. Bei MTV In Touch 1997 konnte Bastiaan darüber lachen, doch zwischen den Zeilen wurde deutlich, wie selten wirkliche Ruhe im damaligen CITA-Alltag war.
Fanliebe, Party-Kopfschmerzen und die ungewöhnlichste Girlband der Neunziger
Stefanie stellte eine Frage, die sicher viele Fans beschäftigte, aber nur wenige direkt ausgesprochen hätten: Waren die Jungs vom ständigen Andrang nicht irgendwann genervt? Schließlich entstand überall, wo Caught In The Act auftauchten, sofort Unruhe. Benjamin verneinte. Die meisten Fans respektierten nach seiner Erfahrung, dass die Band gelegentlich Privatsphäre brauchte. Gleichzeitig wusste er sehr genau, wie wichtig ihre Unterstützung war. Ohne Fans könne die Gruppe nicht existieren, erklärte er, und fügte hinzu, dass sie sie liebten.
Die Antwort war freundlich, aber nicht völlig glatt. Benjamin behauptete nicht, Aufmerksamkeit sei in jeder Sekunde angenehm. Er sprach ausdrücklich von Privatsphäre und damit von einer Grenze, die auch begeisterte Anhänger respektieren sollten. Zugleich nahm er den Fans die Sorge, ihre Freude könne grundsätzlich lästig sein. MTV In Touch 1997 zeigte hier den schwierigen Balanceakt einer Boyband: Nähe anbieten, Dankbarkeit zeigen und trotzdem kleine Räume bewahren, in denen man nicht fotografiert, verfolgt oder angesprochen wird.
Holger Speckhahn wollte anschließend von Bastiaan wissen, wie ein typischer Tag mit Caught In The Act beginne und ende. Bastiaan antwortete mit entwaffnendem Humor, der Morgen starte häufig mit Kopfschmerzen von der Party am Vorabend. Danach werde es hektisch und chaotisch, weil ständig viele Menschen um die Band herum seien. Die Jungs verbrachten viel Zeit im Auto, im Flugzeug und in Hotels; dazwischen lagen ihre Auftritte. MTV In Touch 1997 nahm der Popstarwelt damit kurz den Glanz und zeigte sie als Mischung aus Reisen, Warten, Arbeiten und gelegentlich selbst verursachter Müdigkeit.
Für Fans war das vermutlich faszinierend. Hotels und Flugzeuge klangen glamourös, doch in Bastiaans Schilderung wurden sie zu wiederkehrenden Stationen eines vollen Arbeitstages. Man wachte mit Kopfschmerzen auf, wurde von Menschen umringt, stieg in Fahrzeuge, absolvierte einen Auftritt und begann am nächsten Tag von vorn. Dass die vier dabei meistens noch lächeln konnten, war beinahe beeindruckender als jede Choreografie.
Zum Schluss durfte es wieder spielerisch werden. Holger fragte Eloy, welche Frauen er für eine eigene Girlband auswählen würde. Eloy dachte kurz nach und gab die Frage an seine Kollegen weiter. Bastiaan wusste sofort, dass Victoria von den Spice Girls dazugehören sollte. Außerdem nannte er Kim Wilde, ein Mitglied einer niederländischen Girlgroup und Blümchen. Eloy ergänzte Heike Makatsch. MTV In Touch 1997 erschuf damit für einen kurzen Moment eine Supergroup, deren musikalische Richtung vermutlich selbst das erfahrenste Management vor Rätsel gestellt hätte.
Allein die Vorstellung ist herrlich: Victoria bringt Spice-Girls-Glamour, Kim Wilde internationale Popgeschichte, Blümchen liefert das Neunziger-Tempo und Heike Makatsch übernimmt vermutlich die schlagfertigen Ansagen. Dazu kommt eine niederländische Sängerin, deren genaue Identität im Gespräch offenblieb. Ob diese Formation eine Ballade, Eurodance oder frechen Gitarrenpop gesungen hätte, wurde leider nicht geklärt. Sicher ist nur, dass die Besetzung jeden roten Teppich mühelos beherrscht hätte.
Gerade solche spontanen Gedankenspiele geben dem Backstage-Interview seinen Charme. Zwischen ernsthaften Themen wie Mediengerüchten, Erschöpfung und Privatsphäre blieb genug Raum für Unsinn. MTV In Touch 1997 zeigte Caught In The Act nicht als vier Männer, die nur vorbereitete Werbesätze aufsagten. Sie griffen Ideen auf, ergänzten einander und machten aus einer einfachen Frage eine kleine Popfantasie.
Heute führt der Ausschnitt direkt zurück in den Sommer 1997: zu überfüllten Messegängen, Autogrammkarten, gewonnenen Meet & Greets und einer Boyband, die zwischen zwei Terminen noch schnell ein Interview gab. Die drei Fans erhielten Antworten, Geschenke wurden überreicht, und irgendwo wartete bereits das nächste Live-Studio. MTV In Touch 1997 bewahrt diesen hektischen, herzlichen Moment – inklusive eines nie erschienenen Buches, eines dringend benötigten Urlaubs und der wahrscheinlich ungewöhnlichsten Girlband, die niemals gegründet wurde.
Hier kannst Du Dir das vollständige Backstage-Interview von MTV In Touch 1997 auf der IFA in Berlin ansehen:
Backstage-Interview bei MTV In Touch auf der IFA Berlin:
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