Abschiedsparty von Roman Herzog 1999: Das ungewöhnliche Geschenk von Benjamin Boyce!
Es gibt Fernsehbilder, die einen sofort in eine Zeit zurückversetzen, in der Musiksendungen noch nach Abenteuer aussahen, ein Mikrofon mit Senderlogo beinahe so wichtig war wie der Auftritt selbst und man vor dem Fernseher sitzen blieb, weil jederzeit ein vertrautes Gesicht aus der Boyband-Welt auftauchen konnte. Die Abschiedsparty von Roman Herzog am 30. Juni 1999 gehört genau in diese wunderbare Kategorie. Eigentlich verabschiedete sich an diesem Tag ein Bundespräsident aus seinem Amt, doch statt steifer Feierlichkeit und allzu ehrfürchtiger Mienen bekam das Schloss Bellevue eine gehörige Portion Popmusik verpasst. Rund 3.000 Schülerinnen und Schüler waren eingeladen, die Stimmung war jung, laut und angenehm unprätentiös, und mitten in diesem ungewöhnlichen Mix aus Politik, Fernsehkameras und kreischenden Fans stand Benjamin Boyce.
Für alle, die Benjamin wenige Monate zuvor noch als Mitglied von Caught In The Act erlebt hatten, muss sein Auftritt einen ganz eigenen Beigeschmack gehabt haben. Die Trennung der Band war noch frisch, die vertraute Viererformation plötzlich Geschichte, und jeder Soloauftritt fühlte sich deshalb ein wenig wie ein vorsichtiger Blick in eine Zukunft an, die noch niemand so recht einschätzen konnte. Ausgerechnet die Abschiedsparty von Roman Herzog wurde zu einer dieser frühen Stationen: kein gewöhnliches Stadtfest, keine klassische Musikshow und erst recht kein Termin, bei dem man Sonnenmilch als politisches Gastgeschenk erwartet hätte. Doch genau darin liegt der Charme dieser Aufnahmen, denn sie zeigen ein Stück 1999, wie man es heute kaum noch erfinden könnte.
Die Abschiedsparty von Roman Herzog wurde zum Popkonzert
Roman Herzog war von 1994 bis 1999 der siebte Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland. Als seine Amtszeit endete, wählte er für seinen Abschied einen Rahmen, der deutlich lockerer ausfiel, als man es von einem Staatsoberhaupt vielleicht erwartet hätte. Während bei politischen Abschieden schnell Bilder von Uniformen, Fackeln und sehr ernst dreinblickenden Ehrengästen entstehen, verwandelte sich die Abschiedsparty von Roman Herzog in ein großes Popkonzert für junge Menschen. Der damalige Bundespräsident mischte sich unter die Gäste, und das Schloss Bellevue wirkte für einen Moment weniger wie ein Amtssitz als wie eine Kulisse für eine besonders ungewöhnliche Ausgabe jener Musiksendungen, die wir in den Neunzigern so selbstverständlich eingeschaltet haben.
Die Sat.1-Sendung „Blitzlicht“ begleitete das Ereignis und fing jene Mischung ein, die rückblickend fast ein wenig unwirklich erscheint. Bürger Lars Dietrich, Blue Nature, Die 3. Generation und The Boyz gehörten zum Programm, während Benjamin Boyce als eines der musikalischen Highlights auftrat. Schon diese Künstlerkombination liest sich heute wie eine sorgfältig gepackte Zeitkapsel: Man hört beim Lesen beinahe das Klacken eines CD-Fachs, sieht zerlesene Jugendzeitschriften vor sich und erinnert sich daran, wie wichtig ein kurzer Fernsehbericht sein konnte, wenn der eigene Lieblingsstar darin vorkam. Internetvideos auf Abruf waren noch kein normaler Bestandteil des Alltags, weshalb ein aufgezeichneter Beitrag von der Abschiedsparty von Roman Herzog einen ganz anderen Wert besaß als ein schnell weggewischter Clip auf dem Smartphone.
Dass Politik und Pop an diesem Nachmittag so selbstverständlich nebeneinanderstanden, machte die Veranstaltung besonders. Die jungen Gäste mussten keine staatstragende Atmosphäre vortäuschen, und Roman Herzog schien Freude daran zu haben, seinen Abschied mit genau jener Generation zu teilen, die sonst eher selten im Mittelpunkt offizieller Termine stand. Für Benjamin war dieser Rahmen ebenfalls außergewöhnlich: Nach den turbulenten letzten Monaten von Caught In The Act trat er allein vor ein großes Publikum, während um ihn herum Kamerateams, Künstlerkollegen und Tausende Fans für eine lebhafte Kulisse sorgten. Die Abschiedsparty von Roman Herzog war dadurch nicht nur ein politischer Abschied, sondern zugleich ein kleiner Moment des Übergangs für Benjamin Boyce.
Ein Umzugskarton voller ungewöhnlicher Geschenke
Zwischen Bühne, Publikum und Backstagebereich tauchte immer wieder ein geheimnisvoller Umzugskarton auf, der durch die Menge getragen wurde und zunächst mehr Fragen als Antworten hinterließ. Bei einem gewöhnlichen Amtswechsel hätte darin vermutlich Platz für Aktenordner, Bücher oder wenigstens einen sehr seriösen Briefbeschwerer sein können. Auf der Abschiedsparty von Roman Herzog verbarg sich dahinter jedoch eine viel sympathischere Idee: Die auftretenden Stars hatten persönliche Geschenke für den scheidenden Bundespräsidenten mitgebracht. Jeder durfte etwas beisteuern, und so wurde aus dem schlichten Karton nach und nach eine Sammlung kleiner Wünsche für das Leben nach dem Amt.
Backstage fragte das Fernsehteam die Künstler, was Roman Herzog nun mit seiner neu gewonnenen Freiheit anfangen sollte. Benjamin Boyce musste nicht lange überlegen. Wäre er an Herzogs Stelle, erklärte er sinngemäß, würde er nach Südfrankreich fahren, entspannen und die freie Zeit genießen. Diese Vorstellung passte erstaunlich gut zu Benjamins eigener Situation, denn nach Jahren voller Termine, Reisen und öffentlicher Aufmerksamkeit wusste er vermutlich ziemlich genau, wie verlockend ein Ort sein konnte, an dem ausnahmsweise niemand nach dem nächsten Auftritt fragte. Bei der Abschiedsparty von Roman Herzog klang sein Urlaubstipp deshalb nicht nach einer einstudierten Antwort, sondern nach einem sehr ehrlichen Wunsch: erst einmal Luft holen.
Natürlich beließ Benjamin es nicht bei guten Ratschlägen. Er legte Sonnenmilch mit Lichtschutzfaktor 4 und ein Handtuch zum Haaretrocknen in den Karton, damit der geplante Rückzug in den Süden wenigstens praktisch vorbereitet war. Lichtschutzfaktor 4 wirkt aus heutiger Sicht ungefähr so mutig wie ein Sonnenbad zur Mittagszeit mit der Aussage, man werde schon nicht rot, doch im Jahr 1999 hatte dieses Geschenk offenbar einen ganz eigenen, sorglosen Charme. Vor der Kamera wünschte Benjamin dem ehemaligen Staatsoberhaupt eine entspannte Zeit und verwandelte seinen Südfrankreich-Gedanken damit in ein kleines Urlaubspaket. Kaum ein Gegenstand fasst die herrlich unkonventionelle Stimmung der Abschiedsparty von Roman Herzog besser zusammen als diese Sonnenmilch.
Bei der feierlichen Übergabe bedankte sich Roman Herzog sichtbar erfreut. Er fand es bemerkenswert, dass die Künstler, die bereits zum Arbeiten gekommen waren, ihn zusätzlich beschenkten, und nahm die Geste mit Wärme und Humor an. Anschließend entstand ein gemeinsames Erinnerungsfoto, auf dem Politik und Pop endgültig zu jener seltsamen, aber liebenswerten Einheit wurden, die diesen Tag auszeichnete. Der Umzugskarton hatte damit seine Mission erfüllt: Er war durch die Menge gewandert, hatte Neugier geweckt und lieferte am Ende eine Geschichte, die von der Abschiedsparty von Roman Herzog bis heute besonders gern erzählt wird.
Benjamin Boyce zwischen Solostart und Lampenfieber
Neben dem Sat.1-Bericht entstanden auf dem Gelände von Schloss Bellevue auch Bilder für VIVA, und allein dieser Sendername dürfte bei vielen Fans sofort eine ganze Erinnerungsschublade öffnen. Im Hinterhof gab Benjamin Boyce ein Solo-Interview und zeigte sich so offen, wie man ihn aus vielen Gesprächen jener Jahre kannte. Er räumte ein, vor allem wegen des Spaßes gekommen zu sein und sich nicht besonders intensiv für deutsche Politik zu interessieren. Auf einer Abschiedsparty von Roman Herzog war das eine bemerkenswert direkte Antwort, doch gerade ihre Unverstelltheit machte sie sympathisch. Benjamin versuchte nicht, plötzlich den politischen Experten zu geben, sondern blieb bei dem, was ihn an diesem Tag wirklich bewegte: Musik, Publikum und die ungewohnte Situation als Solokünstler.
Der Auftritt gehörte zu seinen ersten größeren Solo-Terminen nach der Trennung von Caught In The Act. Wer die Band jahrelang als festes Vierergespann erlebt hatte, konnte leicht vergessen, wie groß die Umstellung für jedes einzelne Mitglied gewesen sein muss. Auf einmal fehlten die vertrauten Stimmen neben einem, gemeinsame Routinen mussten neu sortiert werden, und selbst ein erfahrener Sänger stand gefühlt wieder am Anfang. Benjamin gab im Interview zu, in der Nacht zuvor schlecht geschlafen zu haben und außerdem verspannt zu sein. Hinter dem lockeren Auftreten war also durchaus Nervosität vorhanden, was die Aufnahmen von der Abschiedsparty von Roman Herzog im Nachhinein umso menschlicher wirken lässt.
Für Fans war diese Unsicherheit vermutlich gleichzeitig berührend und beruhigend. Berührend, weil sie zeigte, dass die Trennung auch an den Bandmitgliedern nicht einfach vorbeigegangen war; beruhigend, weil Benjamin trotzdem auf die Bühne ging und sich seiner neuen Rolle stellte. Wenn ein Künstler jahrelang Teil einer perfekt abgestimmten Boyband war, ist der erste Schritt allein kein bloßer Wechsel im Bühnenplan. Er ist ein Moment, in dem jede Bewegung, jeder Ton und jeder Blick plötzlich anders gewichtet wird. Die Abschiedsparty von Roman Herzog bot dafür eine Kulisse, die kaum größer hätte sein können, doch am Ende funktionierte der Auftritt, und die Fans reagierten begeistert.
Gerade darin steckt eine schöne Parallele zwischen Gastgeber und Gast. Roman Herzog verabschiedete sich von einem prägenden Abschnitt seines Lebens, während Benjamin Boyce noch herausfinden musste, wie sein eigener neuer Abschnitt aussehen würde. Der eine ließ ein hohes Staatsamt hinter sich, der andere die bekannteste Phase seiner bisherigen Musikkarriere; beide standen an diesem Tag öffentlich vor einer Zukunft, die mehr Freiheit versprach, aber auch ungewohnt war. Niemand hätte wohl erwartet, dass eine Popveranstaltung im Schloss Bellevue solche Übergänge so beiläufig miteinander verbindet. Doch die Abschiedsparty von Roman Herzog tat genau das, ohne jemals schwer oder bedeutungsschwang zu wirken.
Warum diese Bilder heute noch so charmant wirken
Mehr als ein Vierteljahrhundert später besitzt der Bericht einen Reiz, der weit über die prominenten Namen hinausgeht. Kleidung, Kameraführung, Moderation und selbst der geheimnisvolle Karton erzählen von einer Medienwelt, die langsamer war und dennoch unglaublich nah wirkte. Wenn Benjamin Boyce in ein VIVA-Mikrofon sprach, wusste man, dass Fans am Fernseher jedes Wort aufsogen und wahrscheinlich hofften, den Beitrag rechtzeitig auf Videokassette erwischt zu haben. Die Abschiedsparty von Roman Herzog erinnert deshalb nicht nur an einen politischen Termin, sondern auch an jene Zeit, in der ein kurzer Fernsehauftritt am nächsten Morgen auf dem Schulhof oder im Büro ausführlich besprochen wurde.
Hinzu kommt die herrliche Fallhöhe zwischen offiziellem Anlass und persönlichen Geschenken. Ein Bundespräsident beendet seine Amtszeit, 3.000 junge Menschen feiern vor dem Schloss Bellevue, und Benjamin Boyce sorgt mit Sonnenmilch und Handtuch dafür, dass der Ruhestand zumindest symbolisch strandtauglich wird. Diese Mischung könnte leicht ins Alberne kippen, doch in den Aufnahmen wirkt sie herzlich und respektvoll. Niemand scheint den Anlass lächerlich zu machen; vielmehr bekommt die Abschiedsparty von Roman Herzog durch die lockeren Einfälle eine Wärme, die bei einer streng protokollarischen Feier vermutlich verloren gegangen wäre.
Roman Herzog starb am 10. Januar 2017 im Alter von 82 Jahren. Die Bilder seines Abschieds von 1999 bewahren dagegen einen ausgesprochen lebensfrohen Moment, in dem ein ehemaliges Staatsoberhaupt neugierig auf Popstars zuging und junge Fans einen ungewöhnlichen Nachmittag erleben durften. Auch für die Erinnerung an Benjamin Boyce ist dieser Auftritt wertvoll, weil er ihn an einer Weggabelung zeigt: noch eng verbunden mit der Caught-In-The-Act-Zeit, aber bereits allein unterwegs, ein wenig angespannt und trotzdem bereit, den nächsten Schritt zu wagen. So wird die Abschiedsparty von Roman Herzog zu einem kleinen historischen Fundstück für alle, die Popgeschichte nicht nur über Chartplätze, sondern über menschliche Augenblicke erzählen möchten.
Die beiden Videos unter diesem Beitrag lassen die Atmosphäre noch einmal lebendig werden: den Fernsehbericht über die Feier und Benjamins VIVA-Interview, in dem zwischen ehrlicher Nervosität und trockenem Humor schon viel von dem zu spüren ist, was Fans an ihm mochten. Wer danach weiter in seiner Solophase stöbern möchte, findet das Album „Benjamin Boyce“ hier bei Amazon.* Vielleicht bleibt nach dem Anschauen aber vor allem dieses eine Bild hängen: Benjamin mit seinem ungewöhnlichen Urlaubspaket, ein lächelnder Roman Herzog und ein schlichter Umzugskarton, der auf einer offiziellen Feier plötzlich zum heimlichen Star wurde. Genau solche Details machen die Abschiedsparty von Roman Herzog zu einer Erinnerung, die nicht verblasst, sondern mit den Jahren immer charmanter wird.
Bericht über die Abschiedsparty von Roman Herzog:
VIVA-Interview von Benjamin Boyce:
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