Es gab in den Neunzigern Fernsehauftritte, auf die man nicht einfach nur wartete, sondern auf die man den halben Tag innerlich zulief. Der Videorekorder war vorbereitet, die Kassette möglichst nicht jene, auf der bereits drei andere wichtige Boyband-Momente um jeden freien Zentimeter Band kämpften, und kurz vor Beginn durfte niemand im Wohnzimmer auf die Idee kommen, ausgerechnet jetzt eine Grundsatzdiskussion über Hausaufgaben oder Telefonrechnungen zu eröffnen. Als Caught In The Act 1997 bei der Goldenen Henne auftraten, gehörte dieser Abend für viele Fans genau in diese Kategorie. Lee Baxter, Bastiaan Ragas, Benjamin Boyce und Eloy de Jong standen mit „Babe“ auf einer festlichen Bühne, wurden von Caroline Reiber mit bemerkenswertem Charme angekündigt und bekamen so viel Applaus, dass selbst Jahre später sofort wieder dieses vertraute Kribbeln entsteht. Die Goldene Henne brachte an diesem Abend Fernsehgala und Boyband-Fieber zusammen – eine Mischung, bei der unsere Eltern vielleicht noch höflich zusahen, während wir längst jedes Lächeln und jede Kamerafahrt abspeicherten.
Die Goldene Henne zwischen Fernsehglanz und Fanherz
Die Goldene Henne wurde 1995 vom MDR ins Leben gerufen und entwickelte sich zu einem großen deutschen Publikumspreis, bei dem Persönlichkeiten aus Unterhaltung, Musik, Sport und weiteren Bereichen geehrt werden. Ihren Namen verdankt die Auszeichnung der Entertainerin Helga Hahnemann, die von ihrem Publikum liebevoll „Henne“ genannt wurde und 1991 starb. Was zunächst vielleicht wie ein ungewöhnlicher Name für eine glamouröse Trophäe klingt, ist deshalb eine herzliche Hommage an eine Künstlerin, die viele Menschen im Osten Deutschlands über Jahre begleitet hatte. Diese Verbindung aus Erinnerung, Unterhaltung und Publikumsnähe prägt die Veranstaltung – und passte überraschend gut zu einer Band, deren Erfolg ebenfalls von einer besonders leidenschaftlichen Beziehung zu ihren Fans lebte.
Eine Gala wie die Goldene Henne hatte damals eine andere Wirkung als ein gewöhnlicher Musikauftritt. Hier trafen Generationen aufeinander, denn neben jungen Popfans saßen auch Eltern und Großeltern vor dem Fernseher, die Caroline Reiber kannten, sich für die Preisträger interessierten oder einfach an einem festlichen Samstagabendprogramm Gefallen fanden. Für Caught-In-The-Act-Fans bedeutete diese große Bühne daher ein kleines Gefühl von Anerkennung. Die vier Jungs erschienen nicht nur in einer Musiksendung, die Erwachsene gern mit einem milden „Das ist doch nur etwas für Teenager“ abtaten, sondern mitten in einer Gala, die im Familienfernsehen ihren festen Platz hatte.
Vielleicht lag genau darin ein Teil der Aufregung. Wer Lee, Bastiaan, Benjamin oder Eloy bis dahin vor allem aus der Bravo, aus Fanclubs und aus hektisch aufgenommenen Musiksendungen kannte, sah sie nun in einem Rahmen, der nach Abendgarderobe, großen Namen und feierlichem Licht aussah. Bei der Goldenen Henne mussten sich Caught In The Act nicht erklären. Schon die Reaktion des Publikums zeigte, dass die Band längst angekommen war. Für viele wurde die Goldene Henne damit zum gemeinsamen Fernsehabend, an dem die eigene Fanwelt plötzlich ganz selbstverständlich zum Familienprogramm gehörte. Für ein paar Minuten gehörte die Gala den vier Sängern – und für die Fans zu Hause fühlte sich das vermutlich ein wenig so an, als hätte man sie persönlich mit auf diese Bühne gebracht.
Caroline Reiber kündigt vier besondere Namen an
Bevor der erste Ton von „Babe“ erklang, sorgte Caroline Reiber für eine Anmoderation, die man als Fan kaum vergessen konnte. Sie bezeichnete die Band als „einmalige Sehens- und Hörenswürdigkeit“ und löste diese augenzwinkernde Beschreibung anschließend in vier Namen auf: Lee, Bastiaan, Benjamin und Eloy. Eleganter konnte man das damalige CITA-Phänomen kaum zusammenfassen. Natürlich ging es um Musik, doch ebenso sehr ging es um vier Gesichter, vier Persönlichkeiten und vier sehr unterschiedliche Gründe, weshalb in unzähligen Jugendzimmern kaum noch freie Wandfläche vorhanden war.
Reiber erwähnte außerdem ein Konzert in Dresden, bei dem 50 Mädchen in Ohnmacht gefallen sein sollen. Solche Zahlen gehörten in den Neunzigern fast zur offiziellen Maßeinheit des Boyband-Erfolgs. Verkaufszahlen waren interessant, Chartplatzierungen wichtig, doch wirklich eindrucksvoll klang eine Band erst, wenn bei ihrem Anblick reihenweise Kreisläufe kapitulierten. Ob jede Ohnmacht tatsächlich allein auf Lee, Bastiaan, Benjamin und Eloy zurückzuführen war oder auch Hitze, Gedränge und stundenlanges Warten eine Rolle spielten, durfte an diesem Galaabend großzügig offenbleiben. Der Effekt der Geschichte funktionierte jedenfalls: Die Goldene Henne bekam noch vor dem Auftritt eine ordentliche Portion Teenagerhysterie serviert.
Dabei wirkte die Ankündigung nicht herablassend. Caroline Reiber präsentierte Caught In The Act mit einem Lächeln und ließ zugleich erkennen, wie groß der Trubel um die Band zu diesem Zeitpunkt war. Die Goldene Henne nahm das Phänomen ernst, ohne dabei auf ein freundliches Augenzwinkern zu verzichten. Das war für Fans wohltuend, denn Boyband-Begeisterung wurde von Außenstehenden gern behandelt, als wäre sie eine leicht peinliche Phase, die man möglichst schnell überwinden sollte. Bei der Goldenen Henne stand diese Begeisterung dagegen sichtbar im Raum und durfte einfach Teil des Abends sein. Niemand musste erklären, weshalb vier harmonisch frisierte junge Männer das Herz schneller schlagen ließen. Der Applaus erledigte diese Antwort ganz ohne Worte.
Mit „Babe“ wurde die Gala zum Boyband-Moment
Dann begann „Babe“, jener große Caught-In-The-Act-Song, bei dem schon die ersten Töne genügten, um aus einem gewöhnlichen Wohnzimmer eine emotionale Außenstelle des Fanclubs zu machen. Die Ballade gehörte zu den Liedern, die nicht im Hintergrund liefen. Man hörte hin, wartete auf die vertrauten Stimmen und beobachtete ganz nebenbei sehr genau, welches Bandmitglied gerade von der Kamera eingefangen wurde. Bei der Goldenen Henne bekam der Song die passende festliche Umgebung: goldenes Licht, eine große Bühne und ein Publikum, das die vier Sänger mit spürbarer Wärme empfing.
Caught In The Act waren 1997 längst keine unbekannten Newcomer mehr. Die Band hatte erfolgreiche Singles veröffentlicht, Konzerthallen gefüllt und sich in den Herzen einer riesigen Fangemeinde eingerichtet. Trotzdem hatte jeder Fernsehauftritt seinen eigenen Wert, denn das Internet lieferte noch keine endlose Auswahl an Clips, Fotos und kurzen Ausschnitten für jede freie Minute. Was ausgestrahlt wurde, musste man sehen, aufnehmen oder später von einer Freundin ausleihen, die hoffentlich beim Drücken der Pausentaste nicht den entscheidenden Anfang abgeschnitten hatte. Die Goldene Henne war deshalb kein beliebig wiederholbarer Inhalt, sondern ein Termin. Wer die Goldene Henne sehen wollte, richtete den Abend danach aus und hoffte auf einen störungsfreien Videorekorder.
Auf der Bühne zeigten Lee, Bastiaan, Benjamin und Eloy genau jene Mischung, die Caught In The Act so erfolgreich gemacht hatte. Sie wirkten aufeinander abgestimmt, präsentierten den Song mit Gefühl und brachten dennoch jeder seine eigene Ausstrahlung mit. Der eine Blick ging zu Lee, der nächste zu Benjamin, während Bastiaan und Eloy natürlich ebenso zuverlässig dafür sorgten, dass die persönliche Favoritenfrage während des gesamten Auftritts hochaktuell blieb. Wer behauptet, man könne eine Boyband-Ballade vollkommen sachlich betrachten, hatte wahrscheinlich nie vier Lieblingssänger gleichzeitig in passender Beleuchtung vor sich.
Besonders schön ist die Reaktion im Saal. Der Applaus klingt nicht nach höflicher Gala-Pflicht, sondern nach echter Freude, und auch Menschen, die vermutlich keine CITA-Poster zu Hause besaßen, lassen sich von der Stimmung mitnehmen. Die Goldene Henne wurde dadurch für wenige Minuten zu einer Boyband-Bühne, ohne ihren festlichen Charakter zu verlieren. Genau diese Verbindung macht den Auftritt bis heute sehenswert: Caught In The Act brachten ihre eigene Fanwelt mit, fanden aber zugleich Platz in einer Sendung, die ein viel breiteres Publikum erreichte.
Warum dieser Auftritt 1997 so viel bedeutete
Für viele Fans war der Auftritt bei der Goldenen Henne mehr als eine weitere Station im vollen Terminkalender der Band. Er zeigte, wie selbstverständlich Caught In The Act inzwischen zur deutschen Unterhaltungslandschaft gehörten. Die Jungs waren nicht bloß ein buntes Phänomen auf den Seiten der Jugendpresse, sondern Gäste einer großen Fernsehgala, angekündigt von einer bekannten Moderatorin und gefeiert von einem altersgemischten Publikum. Wenn man damals ständig hören musste, die Begeisterung werde ohnehin bald vorbeigehen, fühlte sich ein solcher Moment fast wie eine kleine, sehr glitzernde Widerlegung an.
Natürlich wussten wir Fans längst, dass hinter dem Kreischen echte Musik, Freundschaften und Erinnerungen steckten. Songs wie „Babe“ begleiteten erste Schwärmereien, Trosttelefonate und jene dramatischen Nachmittage, an denen ein nicht beantworteter Blick auf dem Schulhof bereits das Ende jeder romantischen Hoffnung zu bedeuten schien. Caught In The Act lieferten dafür den Soundtrack, und die Goldene Henne gab diesem Soundtrack einen unerwartet feierlichen Rahmen. Plötzlich saß man mit der Familie vor derselben Sendung, doch während andere einfach einen Musikbeitrag sahen, fand im eigenen Kopf ein komplettes Gefühlsfeuerwerk statt.
Die Erinnerung an den Abend hängt deshalb nicht allein an Kleidung, Bühnenbild oder Kameraperspektiven. Sie hängt an dem Gefühl, dass die eigene Begeisterung für einen Moment von einem großen Publikum geteilt wurde. Fans hörten den Applaus und konnten innerlich sagen: Seht ihr, wir haben es doch gewusst. Diese vier gehören hierher. Die Goldene Henne machte aus der vermeintlich privaten Teenagerschwärmerei einen sichtbaren Teil der Popkultur, und das fühlte sich größer an, als man es damals vermutlich in Worte fassen konnte.
Heute betrachtet man solche Aufnahmen mit einem anderen Blick. Wir sehen nicht mehr nur unsere Favoriten, sondern auch die Mode, die Bewegungen, das Studiolicht und all jene kleinen Details, die 1997 vollkommen normal wirkten. Manchmal staunt man, manchmal lächelt man, und gelegentlich fragt man sich, wie viel Haarspray eine komplette Boyband wohl für einen einzigen Galaabend benötigte. Doch unter diesem liebevollen Humor bleibt die alte Zuneigung erhalten. Die Goldene Henne erinnert uns daran, wie ernst und schön sich Fanliebe anfühlen konnte, als ein dreiminütiger Auftritt noch den gesamten Abend zum Ereignis machte.
Ein Stück Fernsehgeschichte mit sehr viel Applaus
Der Rückblick auf die Goldene Henne 1997 ist auch eine Erinnerung an eine Fernsehwelt, in der alle gleichzeitig denselben Moment erlebten. Es gab keinen sofortigen Sprung zur Lieblingsstelle und keine Kommentarspalte, in der schon während des Auftritts jedes Outfit analysiert wurde. Stattdessen saßen Fans vor dem Bildschirm, hielten die Fernbedienung bereit und hofften, dass die Aufnahme wirklich lief. Am nächsten Tag wurde auf dem Schulhof, am Telefon oder per Brief darüber gesprochen. Wer die Sendung verpasst hatte, war auf die gut beschriftete VHS-Kassette einer verlässlichen Freundin angewiesen – eine Form von Streamingdienst, die vor allem auf Vertrauen beruhte.
Gerade deshalb besitzen erhaltene Ausschnitte heute so viel Charme. Sie zeigen nicht nur Caught In The Act mit „Babe“, sondern bewahren auch die Atmosphäre rund um den Auftritt: Caroline Reibers freundliche Ankündigung, die festliche Bühne und den kräftigen Beifall aus dem Saal. Die Goldene Henne wird damit zur kleinen Zeitkapsel, in der sich Gala-Tradition und Boyband-Euphorie begegnen. Zugleich zeigt die Goldene Henne, wie selbstverständlich sich CITA ihren Platz zwischen den großen Namen des Fernsehabends erspielten. Wer damals Fan war, braucht oft nur wenige Sekunden, um wieder zu wissen, wie sich dieses erwartungsvolle Warten vor dem Fernseher anfühlte.
Vielleicht ist genau das der schönste Grund, den Auftritt noch einmal anzusehen. Nicht, um krampfhaft wieder fünfzehn zu sein, sondern um der damaligen Version von uns kurz zuzuwinken. Sie saß vermutlich viel zu nah vor dem Fernseher, kannte jede Zeile von „Babe“ und war fest davon überzeugt, dass beim nächsten Kamerablick ganz persönlich herübergelächelt wurde. Ein bisschen unvernünftig war das natürlich. Wunderbar war es trotzdem.
So bleibt die Goldene Henne 1997 ein kleiner, glänzender Baustein in der Geschichte von Caught In The Act und ihrer Fangemeinde. Lee, Bastiaan, Benjamin und Eloy brachten „Babe“ auf die große Galabühne, das Publikum schenkte ihnen reichlich Applaus, und zahllose Fans nahmen einen Moment mit, der Jahrzehnte später noch immer Wärme auslöst. Manche Erinnerungen brauchen keine spektakuläre Überraschung und kein unbekanntes Geheimnis. Es genügt eine vertraute Melodie, vier Namen und das Wissen, dass wir damals gemeinsam vor dem Fernseher saßen – bereit, uns für ein paar Minuten erneut vollkommen verzaubern zu lassen.
Die Goldene Henne 1997: CITA mit Babe
💖 Für alle, die Eloy schon in den 90ern geliebt haben – und heute noch mehr bewundern!
Er war der charmante Herzensbrecher von Caught in the Act, dem Millionen Mädchenherzen zuflogen. Doch hinter dem strahlenden Lächeln verbarg sich eine Wahrheit, die in der Popwelt damals undenkbar war: Eloy de Jong liebte Männer. Seine Liebe zu Boyzone-Sänger Stephen Gately wurde zu einem mutigen Tabubruch in einer Branche, die Idole als „perfekte Jungsträume“ vermarkten wollte.
Heute ist Eloy einer der beliebtesten Sänger Deutschlands – mit ausverkauften Konzerten, TV-Auftritten und einem Publikum, das ihn so feiert, wie er wirklich ist. Mit seinem Hit „Egal was andere sagen“ – einer Hommage an Stephen – rührte er Millionen zu Tränen.
In seiner bewegenden Autobiografie nimmt Eloy dich mit auf seine Reise: von einer Kindheit voller Herausforderungen, über den Druck, seine wahre Identität zu verstecken, bis hin zu seinem Coming-Out und dem Glück, heute als stolzer, schwuler Familienvater zu leben. Offen, ehrlich, berührend – und voller Momente, die dich nicht mehr loslassen.
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Caught In The Act
Die einstige Boygroup Caught In The Act, bestehend aus Benjamin Boyce, Lee Baxter, Bastiaan Ragas und Eloy de Jong, feierte von 1992 bis 1998 bemerkenswerte Erfolge in Europa und Asien. Mit sage und schreibe 15 Hit-Singles und über 15 Millionen verkauften Tonträgern eroberten sie insgesamt 15 Gold- und 2 Platin-Auszeichnungen. Besonders in Deutschland schrieben sie Geschichte, als sie Ende 1994 in der RTL-Vorabend-Serie „Gute Zeiten, Schlechte Zeiten“ sich selbst verkörperten und mit „Love is everywhere“ den Durchbruch schafften. Am 16.08.1998 verabschiedeten sie sich mit einem bewegenden Abschiedskonzert in Magdeburg.
Das glanzvolle Comeback an Silvester 2015
Erstmalig nach über 18 Jahren stand „Caught In The Act“ am Silvesterabend 2015 wieder gemeinsam auf der Bühne, diesmal ohne Benjamin Boyce. In der Sendung „Willkommen 2016“ begeisterten sie live am Brandenburger Tor in Berlin mit einer neuen Version von „Love is everywhere 2.0“.
Auftritte bei 90er Festivals
Inzwischen hat auch Eloy de Jong die Band verlassen. Mit Axel de Graaf und Marcel Vogelaar ist „Caught In The Act“ wieder zu einer vierköpfigen Einheit herangewachsen und erfreut Fans auf verschiedenen 90er Festivals.
Die Solo-Wege der Bandmitglieder
Doch was machen die vier Mitglieder heute? Eloy de Jong widmet sich dem Schlagersingen, Bastiaan Ragas veröffentlicht Songs auf Holländisch und Englisch, Lee Baxter kreiert Musik im 80er Jahre Stil, und Benjamin Boyce ist nach Amerika ausgewandert.
CITAFORUM Facebook-Gruppe
Du denkst, Du bist alleine damit, dass Du ab und an noch an Deine Teenie-Zeit zurückdenkst und an Deine damit verbundenen Erinnerungen an Caught In The Act? Weit gefehlt! In unserer Facebook-Gruppe triffst Du auf Gleichgesinnte!











