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Willkommen zurück in Deiner Teenie-Zeit!

Man musste 1995 nur den Namen Caught in the Act hören, und schon wurden Telefonleitungen plötzlich zu möglichen Eintrittskarten ins persönliche Fanparadies. Genau dieses Versprechen machte das WDR-Jugendmagazin „Lollo Rosso“ so spannend: Zuschauerinnen und Zuschauer konnten live anrufen, Fragen stellen und mit etwas Glück direkt mit ihren Idolen sprechen. Als CITA bei Lollo Rosso zu Gast war, traf eine Band am Beginn ihrer deutschen Erfolgsgeschichte auf ein Format, das Nähe nicht nur behauptete, sondern tatsächlich herstellte.

Moderiert wurde die Sendung von Rebecca Siemoneit-Barum, vielen als Iffi aus der „Lindenstraße“ bekannt, und Jim Reeves, der wenig später mit Squeezer musikalisch erfolgreich wurde. Gemeinsam schufen sie eine Mischung aus Musik, Gespräch und direkter Zuschauerbeteiligung, die heute fast rührend analog wirkt. Statt einer Frage in einer Social-Media-Story brauchte man ein Telefon, Geduld, Mut und vermutlich eine Familie, die die Leitung nicht ausgerechnet im entscheidenden Moment blockierte.

Caught in the Act präsentierte „My Arms Keep Missing You“, sprach über das gerade erschienene Album und stellte sich anschließend den Fragen der Fans. Dabei ging es nicht nur um Musik. Die Anrufer wollten wissen, wann die Band wieder in ihrer Stadt auftreten würde, wie der Name entstanden war, wo CITA das schönste Konzert erlebt hatte und natürlich, ob Eloy eine Freundin besaß. CITA bei Lollo Rosso lieferte damit genau jene Mischung aus Information und Herzklopfen, für die wir damals jede halbe Stunde vor dem Fernseher verteidigt hätten.

Heute ist die Aufnahme ein seltenes Dokument einer Medienwelt, in der Stars nicht rund um die Uhr verfügbar waren. Ein Live-Anruf konnte sich wie ein persönliches Ereignis anfühlen, und eine knappe Antwort wurde am nächsten Tag auf dem Schulhof ausführlich ausgewertet. Das Interview zeigt CITA noch frisch, ehrgeizig und nahbar – kurz nachdem der deutsche Durchbruch begonnen hatte und lange bevor die vier jede denkbare Boyband-Frage hundertfach beantwortet hatten.

Lollo Rosso brachte die Stars direkt ins Wohnzimmer

„Lollo Rosso“ war ein jugendlich ausgerichtetes WDR-Magazin, das Anfang 1995 auf Sendung ging. Das Konzept verband Auftritte mit Gesprächen und Zuschauerfragen. Heute klingt Interaktivität selbstverständlich, doch damals war schon die Möglichkeit, live ins Studio durchgestellt zu werden, eine kleine Sensation. Wer es schaffte, hörte nicht nur die Stimme des Lieblingsstars aus dem Fernseher, sondern bekam eine persönliche Antwort.

Rebecca Siemoneit-Barum brachte durch ihre Rolle in der „Lindenstraße“ bereits große Bekanntheit mit. Jim Reeves ergänzte die Sendung mit lockerer Energie und einem musikalischen Hintergrund, der gut zu jungen Gästen passte. Beide behandelten Caught in the Act nicht wie unantastbare Weltstars, sondern wie vier interessante Newcomer, mit denen man an der Studiobar entspannt sprechen konnte.

Als CITA bei Lollo Rosso auftrat, befand sich die Band in einer besonders spannenden Phase. „Love Is Everywhere“ hatte durch den Auftritt bei „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ die Aufmerksamkeit deutscher Fans geweckt, und mit „My Arms Keep Missing You“ stand bereits der nächste Titel bereit. Die vier waren nicht mehr unbekannt, aber der ganz große Boyband-Rummel hatte noch nicht jede Begegnung in ein logistisches Großprojekt verwandelt.

Gleich zu Beginn performte die Band ihren aktuellen Song. Für Zuschauerinnen und Zuschauer war damit die wichtigste Erwartung erfüllt: CITA stand tatsächlich im Studio, sang den Titel, den man aus Radio und Musikfernsehen kannte, und blieb anschließend für ein ausführliches Gespräch. Keine schnelle Abmoderation, sondern genügend Zeit für Fragen, Blicke und kleine Reaktionen, die sich später wunderbar in Fan-Erinnerungen verwandeln ließen.

Die Atmosphäre war bunt, freundlich und ein wenig improvisiert. Genau darin lag der Reiz von CITA bei Lollo Rosso. Jugendfernsehen musste nicht aussehen wie ein perfekt polierter internationaler Musikclip. Es durfte eine Studiobar, klingelnde Telefone und direkte Fragen geben. CITA bei Lollo Rosso wirkte deshalb näher als mancher sorgfältig kontrollierte Pressetermin.

Das erste Album und eine sehr schöne Entstehungsgeschichte

Jim Reeves stellte früh die Frage, auf die viele Fans warteten: Wann erscheint das Album? Eloy antwortete stolz, „Caught in the Act of Love“ sei gerade herausgekommen. Die Band habe es in London aufgenommen und sei sehr stolz darauf. Für CITA war das Album ein wichtiger Meilenstein, für Fans dagegen vor allem die Aussicht auf viele neue Songs, Fotos im Booklet und genügend Material für die nächsten Wochen.

Ein Album kaufte man damals nicht beiläufig per Fingertipp. Man ging in den Plattenladen, suchte im Regal, trug die CD nach Hause und öffnete die Verpackung mit einer Feierlichkeit, die modernen Streamingstarts gelegentlich fehlt. Das Booklet wurde gelesen, jede Danksagung geprüft und jede Laufzeit studiert, als könne sich darin eine geheime Botschaft an genau den richtigen Fan verbergen.

Bei CITA bei Lollo Rosso wollte Jim außerdem wissen, wie sich die vier kennengelernt hatten. Eloy erzählte die damals verbreitete Geschichte, nach der er und Bastiaan bereits aus Schulband-Zeiten miteinander bekannt gewesen seien, während Benjamin Lee aus England mitgebracht habe. Jahre später wurde deutlicher, wie stark solche Erzählungen für das gewünschte Boyband-Image geglättet worden waren.

Das Wort „Casting“ passte in den neunziger Jahren offenbar weniger gut zur romantischen Vorstellung einer Gruppe, die durch Freundschaft und Schicksal zusammengefunden hatte. Fans sollten glauben, hier hätten sich vier Menschen beinahe zufällig entdeckt und seien anschließend gemeinsam in ein großes Abenteuer gestartet. Die tatsächliche Zusammenstellung durch Management und Auswahlprozesse klang deutlich sachlicher und vermutlich zu sehr nach Arbeitsplatz.

Diese Einordnung macht die damalige Antwort nicht wertlos. Sie zeigt vielmehr, wie Boybands präsentiert wurden und welche Geschichten das Publikum hören sollte. CITA bei Lollo Rosso dokumentiert die offizielle Version in einem Moment, in dem die Mitglieder sie noch selbstverständlich erzählten. Heute dürfen wir über CITA bei Lollo Rosso lächeln, ohne unsere damalige Begeisterung kleinzumachen. Die Freundschaften, Songs und Gefühle wurden schließlich nicht automatisch unecht, nur weil der Anfang etwas weniger märchenhaft war.

Was die vier vor Caught in the Act machten

Jim fragte auch nach dem Leben vor dem Ruhm. Die Antworten zeigten, dass die vier aus unterschiedlichen Richtungen zur Band gekommen waren, aber alle bereits an einer Karriere auf der Bühne gearbeitet hatten. Eloy hatte Standardtanz betrieben, Benjamin versucht, als Sänger oder Schauspieler Fuß zu fassen, Bastiaan in Bands gespielt und eine Schauspielschule besucht, während Lee ebenfalls eine Schauspielausbildung in London absolviert hatte.

Diese Vorgeschichten erklären, warum CITA trotz der frühen Phase schon vergleichsweise sicher vor Kameras wirkte. Tanztraining half bei Choreografien, Schauspielunterricht vermittelte Disziplin und Präsenz, und musikalische Erfahrungen machten Studioarbeit weniger fremd. Die Band war keine zufällige Ansammlung hübscher Gesichter, die erst nach dem Casting herausfinden musste, was eine Bühne ist.

CITA bei Lollo Rosso zeigt zugleich, wie stark jede Person eine eigene Vergangenheit und Persönlichkeit mitbrachte. Eloys Tanzerfahrung, Benjamins vielseitige Ambitionen, Bastiaans Bandgeschichte und Lees Ausbildung ergaben zusammen jene Mischung, die später als klar erkennbares Gruppenbild vermarktet wurde. Jeder Fan konnte einen Favoriten finden, aber die Band funktionierte durch das Zusammenspiel.

Als CITA bei Lollo Rosso zu Gast war, erwies sich die Frage nach früheren Berufen und Träumen als besonders interessant. Sie zeigte, dass Erfolg nicht aus dem Nichts kam. Bevor jemand im Fernsehen saß, hatte er Unterricht genommen, vorgesungen, getanzt, kleine Rollen gesucht oder in weniger bekannten Bands gespielt. Der Weg war nicht geradlinig, aber alle vier hatten schon früh auf ein Leben in der Unterhaltung hingearbeitet.

Rückblickend wirken ihre Antworten beinahe wie einzelne Puzzleteile. Man erkennt darin bereits spätere Entwicklungen: Eloys Verbindung zum Tanz und zur Bühne, Bastiaans und Lees schauspielerische Sicherheit sowie Benjamins Wunsch, sich nicht auf eine einzige Ausdrucksform beschränken zu lassen. CITA bei Lollo Rosso 1995 fing diese Ambitionen ein, als die gemeinsame Erfolgsgeschichte gerade erst richtig begann.

Live am Telefon mit Caught in the Act

Der aufregendste Teil von CITA bei Lollo Rosso waren die Zuschauerfragen. Heute würde man einen Kommentar schreiben oder eine Frage in eine Story schicken. 1995 musste man eine Telefonnummer wählen, hoffen, durchzukommen, und dann vor laufender Sendung sprechen, ohne dass die Stimme vollständig versagte. Schon das war eine Leistung, besonders wenn am anderen Ende vier Männer saßen, deren Bilder möglicherweise die eigene Zimmerwand bedeckten.

Die 15-jährige Petra wollte wissen, wann CITA wieder nach Bremerhaven kommen würden. Eloy musste zugeben, dass er den Terminplan gerade nicht kannte, versprach aber, dass die Band zurückkehren werde. Bastiaan ergänzte den aktuellen Auftritt in Oberkirchen und lud die Fans ein, vorbeizukommen. Eine praktische Antwort, auch wenn sie Petra geografisch vermutlich nur begrenzt weiterhalf.

Bettina, ebenfalls 15 und aus Hamburg, fragte nach dem Bandnamen. Lee erklärte, man habe etwas Spannendes gesucht, das zu Tanz und Gesang passe. Den Ausdruck „Caught in the Act“ hätten sie in einem Magazin gelesen und sofort passend gefunden. Solche Antworten wurden damals dankbar in Fanwissen verwandelt und später mit großer Sicherheit weitererzählt.

Der 13-jährige Marc Ludwig interessierte sich für das schönste Konzert. Bastiaan nannte die BRAVO Super Show, den ersten großen Live-Auftritt der Band in Deutschland. Die Knie hätten gezittert, und die Aufregung sei enorm gewesen. Bei CITA bei Lollo Rosso wurde dadurch sichtbar, dass auch die scheinbar souveränen Stars nervös waren. Eine riesige Bühne und ein deutsches Publikum waren für sie noch keine Routine.

Dann stellte Stefanie die Frage, die vermutlich Tausende andere ebenfalls vorbereitet hatten: Hatte Eloy eine Freundin? Ein schüchternes Lächeln und ein Kopfschütteln genügten. Für die Boyband-Fantasie war damit alles Nötige gesagt. Irgendwo vor den Fernsehern wurden Chancen neu berechnet, obwohl die realistische Entfernung zwischen Fan und Traumhochzeit weiterhin gewisse logistische Herausforderungen enthielt.

Diese Telefonfragen machen CITA bei Lollo Rosso so lebendig. Sie stammen nicht aus einem vorbereiteten Pressedossier, sondern aus den tatsächlichen Interessen junger Fans. Konzerttermine, Bandname, Nervosität und Beziehungsstatus standen völlig gleichberechtigt nebeneinander. Genau so sah die Prioritätenliste eines Boyband-Herzens aus.

Erste Liebe, Faxfragen und ein halbe Stunde 90er-Magie

Nicht alle Fragen kamen per Telefon. Auch das Faxgerät spielte eine wichtige Rolle, jener erstaunlich laute Apparat, der Papier mit Nachrichten ausspuckte und damals fast futuristisch wirkte. Eine Frage wollte wissen, wann die Mitglieder zum ersten Mal richtig verliebt gewesen waren. Damit erreichte das Gespräch endgültig den Bereich, in dem Fans besonders aufmerksam wurden.

Lee erinnerte sich an eine Beziehung in Holland aus der Zeit vor dem großen Erfolg. Sie war beendet, doch seine Antwort ließ erkennen, dass es eine echte und wichtige Erfahrung gewesen war. Benjamin sagte, seine letzte Liebe liege bereits Jahre zurück. Der Arbeitsdruck und die fehlende Zeit hätten eine Beziehung schwierig oder unmöglich gemacht.

Solche Aussagen passten nur teilweise zur offiziellen Vorstellung einer stets verfügbaren Boyband. Einerseits sollten die Mitglieder Single sein, andererseits wollten Fans ehrliche Geschichten über Gefühle hören. CITA bei Lollo Rosso bewegte sich genau in diesem Spannungsfeld. Die Antworten waren persönlich genug, um Nähe zu schaffen, aber offen genug, damit romantische Fantasien weiterleben konnten.

Nach etwa einer halben Stunde war der Auftritt von CITA bei Lollo Rosso vorbei. Zurück blieben ein Song, Neuigkeiten über das Album, mehrere kleine Geständnisse und die Stimmen junger Fans, die den Mut gehabt hatten, live anzurufen. Für heutige Verhältnisse war das Format technisch schlicht. Emotional bot es jedoch etwas, das sich nicht automatisch durch mehr Kameras oder schnellere Plattformen ersetzen lässt: das Gefühl, dass jede Frage tatsächlich im Moment entstand.

CITA bei Lollo Rosso 1995 ist deshalb ein unterschätztes Stück Fan-Geschichte. Die Aufnahme bewahrt eine Band am Anfang ihres deutschen Erfolgs, bevor Antworten vollständig routiniert und Begegnungen von großen Sicherheitskonzepten umgeben waren. Rebecca und Jim boten den Rahmen, die Fans lieferten die neugierigen Fragen, und CITA zeigte sich charmant, stolz und manchmal angenehm verlegen.

Wenn wir das Video heute ansehen, hören wir nicht nur die Musik und Antworten. Wir erinnern uns an besetzte Telefonleitungen, wartende Faxgeräte und die Hoffnung, der eigene Name könnte plötzlich im Fernsehen genannt werden. Es war bunt, ein wenig kitschig und vollkommen wunderbar – also ziemlich genau so, wie ein guter Nachmittag in den neunziger Jahren sein sollte.

Caught In The Act bei Lollo Rosso 1995:

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