Verliebte Mädchen, süße Jungs: Eine Caught In The Act Reportage aus dem Jahr 1996
Manchmal reicht schon ein alter TV-Mitschnitt, und plötzlich ist alles wieder da. Dieses Gefühl, wenn man früher mit klopfendem Herzen vor dem Fernseher saß, viel zu nah am Bildschirm, weil man ja kein einziges Detail verpassen wollte. Die Poster an der Wand hingen nicht einfach nur dekorativ herum, sie waren quasi Mitbewohner. Die BRAVO lag irgendwo zwischen Schulheften, Kassettenhüllen und Lipgloss, und wenn Caught In The Act irgendwo angekündigt waren, dann war der Tagesablauf im Grunde entschieden. Hausaufgaben konnten warten. Die Liebe nicht.
Die Reportage „Verliebte Mädchen, süße Jungs“ aus dem Jahr 1996 nimmt uns genau in diese Zeit zurück, als Fanliebe noch aus Zugfahrten, Telefonzellen, Gerüchten, langen Wartezeiten und handgeschriebenen Geschenken bestand. Fünf 16-jährige Mädchen wurden damals von einem Kamerateam begleitet, während sie quer durch Deutschland reisten, um ihrer Lieblingsband Caught In The Act so nah wie möglich zu kommen. Für viele von uns klingt das heute wie eine Mischung aus Abenteuerurlaub, Teenie-Wahnsinn und logistischer Meisterleistung, aber wer damals Fan war, weiß: Das war kein Hobby. Das war eine Lebensphase mit erhöhtem Puls.
Ein ganzes Jahr lang hatten die Mädchen gespart, um sich diese Reise leisten zu können. Es ging nicht nur darum, Konzerte zu besuchen, die Songs live zu hören oder in der ersten Reihe zu stehen, obwohl das natürlich schon Grund genug gewesen wäre, sämtliche Ferienpläne danach auszurichten. Der eigentliche Traum war noch größer. Sie wollten herausfinden, wo Lee, Bastiaan, Eloy und Benjamin übernachteten, sie wollten ihnen begegnen, ein paar Worte wechseln, vielleicht ein gemeinsames Foto bekommen und danach mit diesem Beweisstück in der Tasche nach Hause fahren, als hätte man gerade den heiligen Gral der 90er-Fankultur gefunden.
Auf Nachfrage gaben die Mädchen auch ganz offen zu, dass ihnen die persönliche Begegnung mit CITA sogar noch wichtiger war als die Konzerte. Und ganz ehrlich: Wer damals schon einmal stundenlang vor einer Halle gewartet hat, nur weil theoretisch irgendwann ein Tourbus um die Ecke kommen könnte, versteht diesen Gedanken vermutlich besser, als man heute zugeben möchte.
Verliebte Mädchen, süße Jungs: Fanliebe mit Fahrplan und Herzklopfen
Die erste Station der Reise führte die fünf Freundinnen nach Magdeburg. Kaum am Hauptbahnhof angekommen, ging es nicht etwa erst einmal gemütlich zum Frühstück oder zur Unterkunft. Nein, dafür war die Mission viel zu ernst. Stattdessen begann sofort die Hotelsuche, denn irgendwo mussten die Jungs ja schließlich sein. Und wenn man als Fan etwas gelernt hatte, dann dies: Informationen fielen einem nicht einfach in den Schoß. Man musste sie sich erarbeiten. Mit Ausdauer, Fantasie und manchmal auch mit einem kleinen Schuss Schauspielkunst.
Aus einer Telefonzelle heraus rief eines der Mädchen in einem Hotel an und fragte selbstbewusst: „Guten Tag, können Sie mich bitte mit Mark Gosling verbinden?“ Schon diese Szene ist so herrlich 90er, dass man sie heute fast rahmen möchte. Keine Smartphones, keine Google-Bewertungen, keine Instagram-Storys aus Hotellobbys, keine Standortmarkierungen. Nur eine Telefonzelle, Kleingeld, Mut und die Erfahrung, dass man besser nicht direkt nach Lee, Bastiaan, Eloy oder Benjamin fragte, weil das natürlich viel zu auffällig gewesen wäre.
Die Mädchen wussten genau, dass der Weg zur Band oft über das Umfeld führte. Also fragte man nach dem Tourmanager. In diesem Fall blieb der Versuch allerdings ohne Erfolg. Die Auskunft war negativ, die gesuchte Person sei nicht in diesem Hotel. Für normale Menschen wäre das vielleicht ein Zeichen gewesen, die Sache erst einmal ruhen zu lassen. Für 90er-Fans war es eher eine von vielen kleinen Etappen auf dem Weg zum großen Ziel.
Also machten sich die Freundinnen zunächst auf den Weg zum Konzertgelände. Es war gerade einmal acht Uhr morgens, doch auch das gehörte zur Fan-Logik dieser Zeit: Wer in die erste Reihe wollte, musste früh da sein. Sehr früh. Eigentlich absurd früh. Während andere in den Ferien vielleicht ausschliefen, gemütlich Cornflakes aßen oder sich noch einmal im Bett umdrehten, standen CITA-Fans bereits vor Hallen, sortierten ihre Taschen, hielten Plätze frei und hofften, dass der Tag irgendwann mit einem Blickkontakt belohnt werden würde, der danach mindestens drei Wochen lang ausführlich analysiert werden konnte.
Diese Reportage zeigt genau diese Mischung aus jugendlicher Entschlossenheit und rosaroter Hartnäckigkeit. Die Mädchen waren nicht einfach nur unterwegs, sie waren auf einer Mission. Dabei wirkt vieles aus heutiger Sicht unfassbar unschuldig, obwohl es damals sicher alles andere als entspannt war. Es ging um Schlafmangel, Geld, Orientierung in fremden Städten, Gerüchte, Unsicherheit und diese ständige Frage: Sind sie vielleicht doch hier?
Hotelgerüchte, Telefonzellen und die hohe Kunst der Fan-Recherche
Nach dem Konzert fragte die Reporterin, was die Mädchen nun vorhätten. Eine naheliegende Frage, denn nach einem langen Tag und einem Konzert wäre Schlaf eigentlich eine vernünftige Option gewesen. Doch Vernunft hatte an diesem Abend offenbar Pause. Auf die Frage, ob sie sich nun ausruhen und schlafen gehen würden, antwortete eines der Mädchen sinngemäß, dass sie inzwischen herausgefunden hätten, die Jungs seien im Maritim-Hotel. Also lautete der Plan: duschen, umziehen, hinfahren.
Allein diese Reihenfolge sagt schon alles. Erst Konzert, dann Styling-Update, dann Hotelmission. Kein Wunder, dass viele von uns heute beim Blick zurück denken: Wie haben wir das damals eigentlich körperlich geschafft? Wahrscheinlich mit einer Mischung aus Cola, Schmetterlingen im Bauch und der festen Überzeugung, dass Müdigkeit nur etwas für Menschen ohne Lieblingsband ist.
Doch der Maritim-Plan wurde wenig später wieder verworfen, weil sich die Information offenbar doch nur als Gerücht herausstellte. Gerüchte waren damals ohnehin eine eigene Währung. Irgendjemand hatte immer gehört, dass irgendjemand gesehen hatte, dass irgendjemand aus dem Tourteam angeblich in ein bestimmtes Hotel gegangen sei. Ob das stimmte, war eine andere Frage. Aber wenn genug Fans an einem Ort warteten, wurde daraus schnell ein gefühlter Beweis.
Mit diesem Gedanken checkten die Mädchen schließlich in einem anderen Hotel ein und fragten gezielt an der Rezeption nach der Band. Natürlich war auch das Hotelpersonal solche Situationen längst gewohnt. Wenn eine Boygroup wie Caught In The Act in der Stadt war, konnte man vermutlich davon ausgehen, dass spätestens am Abend mehrere junge Fans mit erstaunlich konkreten Fragen auftauchten. Die Antwort fiel entsprechend professionell aus: Man könne dazu keine Auskunft geben.
Diese knappe Absage hielt die fünf Freundinnen jedoch nicht davon ab, sich genau dort ein Zimmer zu buchen. Es war inzwischen spät am Abend, andere Fans warteten ebenfalls im Hotel, und genau das wurde als sicheres Indiz gewertet. Aus heutiger Sicht könnte man sagen: Die Beweislage war dünn. Aus damaliger Fansicht war sie vermutlich glasklar. Wenn andere Fans da sind, muss etwas dran sein. Das war fast schon ein Naturgesetz.
Doch an diesem Abend tauchte weder CITA selbst noch ein Mitarbeiter der Band auf. Die Hoffnung blieb, aber das Treffen blieb aus. Irgendwann musste selbst die größte Fan-Energie der Müdigkeit weichen, und der Tag endete ohne Erinnerungsfoto, ohne Smalltalk, ohne zufälligen Moment am Hotelflur. Dafür aber mit einer Erfahrung, die wahrscheinlich jeder Fan kannte: Manchmal war man ganz nah dran. Oder man glaubte es zumindest.
Am nächsten Morgen ging es mit dem Zug weiter nach Görlitz. Diesmal stand nicht einmal ein Konzertbesuch im Mittelpunkt. Die Mädchen wollten den Tag nutzen, um das richtige Hotel der Boys ausfindig zu machen. Für sich selbst buchten sie eine günstigere Unterkunft, um Geld zu sparen. Auch das gehört zu dieser Geschichte: Für die Band wurde gerechnet, geplant und verzichtet. Jede Mark, die nicht fürs eigene Hotel draufging, konnte theoretisch in Zugtickets, Konzertkarten, Fotos oder kleine Geschenke investiert werden.
Zwischen Pop/Rocky-Impressum und Backstage-Traum
In Görlitz wurden neue Strategien entwickelt. Offenbar war die Methode, direkt nach dem Tourmanager zu fragen, inzwischen nicht mehr zuverlässig genug. Vielleicht hatten zu viele Fans denselben Trick versucht, vielleicht waren die Hotels einfach vorsichtiger geworden, vielleicht brauchte es nun eine neue Tarnung. Die Freundinnen griffen zu einer Zeitschrift, die damals für viele Fans ohnehin Pflichtlektüre war: Pop/Rocky.
Aus dem Impressum suchten sie sich den Namen einer Reporterin heraus. Der Plan war ebenso kühn wie kreativ. Eines der Mädchen gab sich am Telefon als Tina Engler von der Zeitschrift aus und behauptete, eine Nachricht für Mark Gosling zu haben. Als die Rezeptionistin nach der Nachricht fragte, war für die Mädchen klar: Volltreffer. Für sie war das der Hinweis, auf den sie gewartet hatten. Wenn nach der Nachricht gefragt wurde, musste der Tourmanager doch dort sein. Und wenn der Tourmanager dort war, konnten die Jungs nicht weit sein.
Man muss diese Szene wirklich mit einem liebevollen Blick betrachten. Natürlich würde man heute vieles daran anders bewerten, und natürlich wissen wir inzwischen, dass Privatsphäre auch für Popstars und ihre Teams wichtig ist. Aber als Zeitdokument zeigt die Reportage sehr eindrücklich, wie Fan-Sein damals funktionierte. Es war direkt, analog, manchmal ungestüm und getragen von einer Intensität, die heute eher in Kommentarspalten und Direktnachrichten stattfindet. Damals stand man nicht nur digital vor einer Tür. Man stand tatsächlich davor.
Geschminkt und gestylt machten sich die Mädchen später auf den Weg ins Hotel. An der Bar versuchten sie, weitere Informationen zu bekommen. Auch der Barkeeper blieb professionell und erklärte, dass er über den Verbleib der Band keine Auskunft geben dürfe. Für eines der Mädchen war genau diese Aussage bereits Bestätigung genug. Wenn er nichts sagen durfte, dann musste es schließlich etwas zu verschweigen geben. Diese Logik war in der Fanwelt absolut wasserdicht. Zumindest fühlte sie sich so an.
Um zehn Uhr abends warteten sie noch immer. Die Hoffnung hielt sich tapfer, aber die Realität war deutlich nüchterner. Gegen Mitternacht fuhren die Mädchen enttäuscht in ihr eigenes Hotel zurück. Wieder kein Treffen. Wieder keine Fotos. Wieder nur das Gefühl, vielleicht ganz knapp an einem magischen Moment vorbeigeschrammt zu sein.
Gerade diese Szenen machen „Verliebte Mädchen, süße Jungs“ so sehenswert. Die Reportage zeigt nicht nur den glamourösen Teil des Fanlebens, sondern auch die mühsamen, zähen Stunden dazwischen. Das Warten. Das Hoffen. Die kleinen Hinweise, die plötzlich riesengroß wirkten. Die Enttäuschung, wenn nichts passierte. Und trotzdem am nächsten Morgen wieder diese Energie, weiterzumachen, weil irgendwo in der nächsten Stadt ja die nächste Chance wartete.
Frankfurt/Oder und der Soundcheck hinter der Hotelwand
Die Reise führte die Mädchen schließlich weiter nach Frankfurt/Oder. Für das dortige Konzert hatten sie keine Karten, denn die Veranstaltung war seit Monaten ausverkauft. Auch das ist so ein Detail, das heute sofort Erinnerungen weckt. Damals war ein ausverkauftes Konzert wirklich ausverkauft. Keine sekundenschnellen Ticketalarme aufs Handy, keine digitalen Warteschlangen, keine Wiederverkaufsplattformen, auf denen man noch einmal sein Glück versuchen konnte. Wenn man keine Karte hatte, hatte man erst einmal ein Problem.
Doch aufgeben kam für die fünf Freundinnen nicht infrage. Sie versuchten, einen Security-Mitarbeiter zu bequatschen, in der Hoffnung, vielleicht doch noch irgendwie auf das Gelände oder in die Veranstaltung zu kommen. Der Versuch blieb erfolglos. Ohne Ticket kein Einlass. Man kann sich den Moment gut vorstellen: Diese Mischung aus Charmeoffensive, Nervosität und der stillen Hoffnung, dass jemand vielleicht ein Herz für Fans hat. Aber Security blieb Security, auch 1996.
Immerhin gab es ein kleines Trostpflaster. Die Mädchen buchten sich ein Hotel direkt neben dem Festivalgelände und konnten dadurch zumindest den Soundcheck von Caught In The Act hören. Das klingt im ersten Moment vielleicht nach einem schwachen Ersatz, aber wer einmal Fan war, weiß: Ein Soundcheck konnte sich fast anfühlen wie ein heimliches Mini-Konzert. Man hörte die Stimmen, vielleicht ein paar Takte eines Songs, vielleicht ein kurzes Mikrofon-Testen, und schon war man emotional wieder mitten drin.
Diese Momente zeigen, wie stark die Verbindung zwischen Fans und Band empfunden wurde. Es musste nicht immer der perfekte Bühnenauftritt sein. Manchmal reichte ein Klangfetzen durch die Wand, ein Gerücht in der Hotellobby oder ein kurzer Blick auf einen Tourbus. In der Fantasie wurde daraus sofort eine Geschichte, die man später der besten Freundin, der Mutter oder dem halben Schulhof erzählen konnte.
Und dann geschah schließlich das, worauf die Mädchen die ganze Zeit gehofft hatten. Der TV-Sender organisierte ein Meet & Greet mit Caught In The Act. Nach all den gescheiterten Hotelversuchen, den falschen Spuren, dem Warten und Hoffen kamen die fünf Freundinnen endlich zu ihrem Ziel. Sie durften ihre Lieblinge vor dem Konzert backstage treffen.
Vorher gab es noch einen kurzen gegenseitigen Style-Check, denn natürlich wollte man in diesem Moment nicht aussehen, als hätte man mehrere Tage zwischen Bahnsteigen, Konzertgeländen und Hotelfluren verbracht. Ein Lippenpflegestift wurde herumgereicht, was als Detail so schön ist, dass man es kaum erfinden könnte. Es ist dieser kleine Moment, der die ganze Aufregung greifbar macht. Gleich kommen Lee, Bastiaan, Eloy und Benjamin herein, und vorher muss natürlich noch schnell alles sitzen. Haare, Make-up, Lippen. Prioritäten waren damals klar geregelt.
Dann betrat die Band den Backstage-Bereich und sagte hallo. Nach all der Suche war der Moment plötzlich da. Kein Gerücht, keine Vermutung, keine falsche Hotellobby, sondern wirklich Caught In The Act, direkt vor ihnen. Es gab einen kurzen Smalltalk, die mitgebrachten Geschenke wurden übergeben, Erinnerungsfotos gemacht. Für Außenstehende mag das nach ein paar Minuten klingen. Für die Mädchen war es vermutlich ein Erlebnis, das sich in der Erinnerung riesengroß anfühlte.
Als wäre das noch nicht genug, durften sie anschließend doch noch ins Konzert. Und zwar in die erste Reihe. Man könnte sagen, dass sich an diesem Punkt der Kreis schloss. Morgens um acht am Konzertgelände warten, Hotelpläne schmieden, mit Rezeptionen telefonieren, Gerüchte verfolgen, enttäuscht zurückfahren und dann am Ende doch vor der Bühne stehen, ganz nah an der Band. Das ist fast schon die klassische Dramaturgie eines 90er-Fanmärchens, nur mit mehr Zugfahrten und vermutlich weniger Schlaf.
Am Ende telefonierten die Mädchen aufgeregt mit ihren Müttern und berichteten von ihrem Erfolgserlebnis. Auch das ist ein wunderbarer Abschluss dieser Reportage. Denn hinter all dem Fanwahnsinn standen eben auch Eltern, die vermutlich zwischen Sorge, Kopfschütteln und stillem Schmunzeln pendelten. Die Mütter bekamen am Telefon die große Nachricht: Es hat geklappt. Wir haben sie getroffen. Wir waren in der ersten Reihe. Für die Mädchen war das nicht einfach ein schöner Tag. Es war der Beweis, dass sich Durchhalten manchmal lohnt.
Warum diese Caught In The Act Reportage heute noch berührt
Die Reportage „Verliebte Mädchen, süße Jungs“ ist heute mehr als nur ein TV-Beitrag über fünf Fans und eine Boygroup. Sie ist ein kleines Stück Zeitgeschichte. Sie zeigt, wie Fanliebe in den 90ern aussah, bevor alles jederzeit online verfügbar war. Wer damals Caught In The Act liebte, musste sich bewegen. Man musste Zugverbindungen heraussuchen, Geld sparen, Magazine lesen, Telefonnummern finden, vor Hallen warten und hoffen, dass man zur richtigen Zeit am richtigen Ort war.
Natürlich wirkt manches aus heutiger Sicht etwas verrückt. Vielleicht sogar sehr verrückt. Aber genau darin liegt der Charme. Denn diese Mädchen standen stellvertretend für eine ganze Generation von Fans, die ihre Gefühle nicht einfach wegscrollen konnte. Wenn man verliebt war in Lee, Bastiaan, Eloy oder Benjamin, dann war das nicht nur ein kurzer Impuls zwischen zwei Posts. Es war eine kleine Welt, die den Alltag färbte. Musik, Poster, Fernsehauftritte, Zeitschriften, Gespräche mit Freundinnen und diese ständige Vorfreude auf den nächsten Auftritt gehörten zusammen.
Caught In The Act waren für viele Fans nicht nur vier süße Jungs aus dem Fernsehen. Sie waren Projektionsfläche, Soundtrack und Teenie-Fluchtpunkt in einer Zeit, in der die Gefühle ohnehin schon groß genug waren. Wer 1996 16 Jahre alt war, befand sich mitten in dieser seltsamen Phase zwischen Kindheit und Erwachsenwerden, in der ein Blick, ein Song oder ein Foto ausreichen konnte, um den ganzen Tag zu retten. Oder komplett durcheinanderzubringen.
Heute sehen wir solche Reportagen mit einem anderen Blick. Wir schmunzeln über die Tricks am Telefon, über die Hotelgerüchte und über die unfassbare Energie, die diese Mädchen in ihre Reise gesteckt haben. Gleichzeitig erkennen wir uns vielleicht ein bisschen wieder. Vielleicht waren wir nicht selbst quer durch Deutschland unterwegs. Vielleicht haben wir nie an einer Hotelbar auf ein Bandmitglied gewartet. Aber wir kennen dieses Gefühl, wenn Fan-Sein mehr war als nur Musik hören. Es war Gemeinschaft. Es war Abenteuer. Es war ein bisschen Drama, ein bisschen Romantik und sehr viel Hoffnung.
Gerade deshalb bleibt „Verliebte Mädchen, süße Jungs“ so besonders. Die Reportage hält einen Moment fest, der heute kaum noch so entstehen würde. Nicht, weil Fans heute weniger fühlen, sondern weil sich die Wege verändert haben. Heute gibt es Social Media, Livestreams, Selfies, Fan-Accounts und digitale Nähe. Damals gab es Telefonzellen, Bahnhöfe, Konzertschlangen und den Mut, in einem Hotel anzurufen und so zu tun, als hätte man eine wichtige Nachricht für den Tourmanager.
Vielleicht ist es genau diese Mischung, die uns beim Wiedersehen so berührt. Wir lachen über die Dreistigkeit, staunen über die Ausdauer und fühlen gleichzeitig diese alte Aufregung wieder, die irgendwo tief im 90er-Herzen noch immer gespeichert ist. Denn am Ende ging es nie nur darum, Caught In The Act zu treffen. Es ging darum, jung zu sein, mit Freundinnen loszuziehen, an etwas zu glauben, sich gegenseitig Mut zu machen und für ein paar Tage das Gefühl zu haben, dass die ganze Welt aus Musik, Hoffnung und einem möglichen Blickkontakt besteht.
Und wenn man sich die komplette Reportage heute noch einmal ansieht, dann merkt man vielleicht: Ja, das war verrückt. Aber es war auch wunderschön. Denn wer einmal mit 16 für seine Lieblingsband gebrannt hat, weiß, dass solche Erinnerungen nie ganz verschwinden. Sie schlafen nur ein bisschen, bis irgendwo ein alter TV-Ausschnitt auftaucht und alles wieder wachküsst.
Hier kannst Du Dir die komplette Reportage „Verliebte Mädchen, süße Jungs“ noch einmal ansehen und für einen Moment zurückreisen in eine Zeit, in der Caught In The Act nicht nur aus dem Fernseher kamen, sondern direkt mitten ins Teenie-Herz.
Reportage „Verliebte Mädchen, süße Jungs“:
Eloy de Jong blickt auf ein Leben zurück, das berührt, inspiriert und zeigt, wie viel Stärke in einem Menschen stecken kann. Seine neue Biografie zeichnet seinen Weg vom Kind aus Den Haag, das in der Schule häufig aneckte, bis hin zu einem der erfolgreichsten Schlagerkünstler Deutschlands nach – und erzählt dabei von all den Momenten, die ihn geprägt haben.
Das Buch nimmt dich mit zu seinen ersten Jahren als Tänzer, den Zeiten des Zweifelns und der Ausgrenzung und natürlich zu dem Tag, an dem er beim Casting für Caught in the Act sein Leben für immer veränderte. Aber auch die weniger glamourösen Seiten kommen vor: frühe Misserfolge, der Druck des Ruhms, das Ende der Boyband und die Suche nach einer neuen Richtung.
Besonders bewegend sind die Kapitel über seine bedeutenden Beziehungen – unter anderem zu Stephen Gately und Carlo Boszhard – sowie über seinen größten privaten Wegabschnitt: das Leben als Teil einer Regenbogenfamilie, die Geburt der Zwillinge und der schmerzhafte Abschied von Milon.
Die Biografie beleuchtet ebenso seine Rückkehr ins Rampenlicht, den Solo-Erfolg mit „Kopf aus – Herz an“, seine Zusammenarbeit mit anderen Künstlern und seine wachsende Rolle als inspirierende Stimme in der LGBTQ+-Community. Ergänzt wird das alles durch eindrucksvolle Fotos und viele persönliche Einblicke, die Eloys Entwicklung greifbar machen.
Für alle Fans von Caught in the Act, Schlagerliebhaber oder Menschen, die Eloy schon lange begleiten, ist dieses Buch ein emotionales und sehr aufrichtiges Porträt eines außergewöhnlichen Lebenswegs.
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