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Caught In The Act in Herne 1997: Als ein Klassenzimmer plötzlich zum Fantraum wurde

Es gibt Schultage, an die erinnert man sich nur, weil die Mathearbeit besonders fies war, weil der Pausenkakao ausgelaufen ist oder weil man zum dritten Mal in dieser Woche vergessen hatte, das Hausaufgabenheft unterschreiben zu lassen. Und dann gibt es diese anderen Tage, die sich so tief ins Gedächtnis brennen, dass man Jahrzehnte später noch genau weiß, wie sich der Moment angefühlt haben muss. Ein solcher Tag war der Überraschungsbesuch von Caught In The Act in Herne 1997, als Lee, Eloy, Bastiaan und Benjamin nicht auf einer großen Konzertbühne standen, nicht im grellen Fernsehstudio saßen und auch nicht hinter einer Absperrung von Securitys abgeschirmt wurden, sondern einfach durch eine Schultür kamen.

Allein dieser Gedanke klingt aus heutiger Sicht fast unwirklich. Eine ganz normale Klasse, ein ganz normaler Schulvormittag, wahrscheinlich Hefte auf den Tischen, Stühle, die über den Boden kratzen, irgendwo ein Lineal, das jemand schon wieder fallen lässt, und dann passiert plötzlich das, wofür man sonst stundenlang vor dem Fernseher saß, BRAVO-Poster glatt strich und jedes Interview auswendig lernte. Caught In The Act standen im Raum. Wirklich. Nicht als Stars auf einem Bildschirm, nicht als glänzendes Poster über dem Bett, sondern direkt vor den Schülerinnen und Schülern der Gesamtschule Herne.

Der Grund für diesen Besuch war dabei mindestens genauso schön wie die Überraschung selbst. Die Klasse hatte den Jungs eine liebevolle Liebeserklärung gebastelt, vermutlich mit allem, was in den 90ern zu einem echten Fanbeweis gehörte: Herzchen, Fotos, vielleicht ein bisschen Glitzer, viele große Gefühle und diese wunderbare Mischung aus Teenie-Mut und Herzklopfen, die man nur in diesem Alter hat. Als Dankeschön kam die Band persönlich vorbei. Heute würde man so etwas vermutlich als virale Fan-Aktion bezeichnen, mit Hashtag, Reel und Management-Abstimmung in zwölf Mails. Damals war es einfach ein Moment, der sich anfühlte wie ein kleines Wunder zwischen Pausengong und Schulhof.

Caught In The Act in Herne 1997: Der Moment, in dem die Schultür aufging

Man muss sich diesen Augenblick wirklich einmal vorstellen. Die Tür öffnet sich, und statt eines Lehrers, der noch schnell Arbeitsblätter verteilt, kommen Lee Baxter, Eloy de Jong, Bastiaan Ragas und Benjamin Boyce herein. Vier Gesichter, die man sonst aus BRAVO TV, VIVA, POPCORN und von unzähligen Postern kannte. Vier Stimmen, die bei vielen Fans damals auf Kassette, CD oder aus dem Radiorekorder liefen, während man versuchte, gleichzeitig Hausaufgaben zu machen und von der großen Liebe zu träumen.

Natürlich brach in der Klasse sofort Begeisterung aus. Schreie, Applaus, dieses unkontrollierbare Kreischen, das in den 90ern fast schon zur offiziellen Sprache der Boygroup-Fans gehörte. Wer damals Fan war, weiß genau, dass es kein normales Kreischen war. Es war eher eine Mischung aus Freude, Schock, Unglauben und der plötzlichen Erkenntnis, dass der eigene Körper offenbar Geräusche machen kann, die man vorher nicht kannte. Und ganz ehrlich: Wer hätte in so einer Situation bitte cool bleiben sollen? Niemand. Wirklich niemand.

Caught In The Act nahmen sich Zeit für die Klasse und erzählten von ihren eigenen Erfahrungen aus der Schulzeit. Gerade das machte den Besuch so besonders, denn die Jungs kamen nicht nur kurz herein, winkten, unterschrieben ein paar Hefte und verschwanden wieder. Sie setzten sich mit den Schülerinnen und Schülern auseinander, plauderten, lachten und ließen für einen Moment die Distanz zwischen Star und Fan verschwinden. Plötzlich ging es nicht mehr nur um Musik, Bühne und Erfolg, sondern um etwas, das alle im Raum kannten: Schule. Lehrer. Unterricht. Sprachen. Peinliche Erinnerungen. Und diese herrliche Erkenntnis, dass auch Popstars irgendwann einmal im Klassenzimmer saßen und vermutlich genauso sehnsüchtig auf die Pause gewartet haben wie alle anderen.

Bastiaan erzählte von seinem Deutschunterricht und erinnerte sich an einen Lehrer, der offenbar nicht gerade zu den pädagogischen Sonnenscheinen gehörte. Schon in der ersten Stunde habe dieser nur Deutsch gesprochen, obwohl die Schüler überhaupt nichts verstanden hätten. Das sei wirklich schwierig gewesen, meinte Bastiaan. Man kann sich das lebhaft vorstellen: ein junger Bastiaan, der da sitzt, versucht, dem Unterricht zu folgen, während die deutsche Sprache wahrscheinlich klingt wie ein besonders langer Satz mit zu vielen Artikeln, Fällen und Umlauten. Für deutsche Fans war das natürlich herrlich sympathisch, denn auf einmal wurde klar: Auch jemand, der später in deutschen TV-Shows charmant Interviews gab, hatte irgendwann einmal mit „der, die, das“ zu kämpfen.

Auch Eloy erzählte von seinen Erfahrungen und gab zu, dass sein Lehrer ebenfalls nicht gerade ein Traum von Verständnis gewesen sei. Er sei nicht besonders gut in der Schule gewesen und Deutsch habe er mehr von den Menschen in Deutschland gelernt als im Unterricht. Das ist einer dieser Sätze, die sofort hängen bleiben, weil sie so ehrlich sind. Und vermutlich nickten damals einige Schülerinnen und Schüler innerlich sehr heftig, denn wer hat nicht schon einmal gedacht, dass man bestimmte Dinge im echten Leben schneller lernt als zwischen Tafelanschrift und Vokabeltest?

Gerade bei Eloy hatte diese Offenheit etwas wunderbar Nahbares. In den 90ern wirkten Boygroups oft wie perfekte Posterwesen: immer gestylt, immer lächelnd, immer mit diesem Blick, bei dem eine ganze Generation kollektiv ihr Teenie-Herz sortieren musste. Doch solche kleinen Geschichten zeigten, dass hinter dem Star-Glanz echte Menschen steckten. Menschen, die schlechte Lehrer hatten, Schwierigkeiten mit Fächern, Unsicherheiten, Erinnerungen und vermutlich auch Schulstunden, die sich endlos zogen.

Schuluniformen, seltsame Gerüche und englische Schulgefühle

Besonders spannend wurde es, als Benjamin und Lee von den Unterschieden zwischen englischen und deutschen Schulen erzählten. Benjamin erinnerte sich daran, dass Lee und er wussten, wie es in englischen Schulen zuging, und dass es dort ganz anders gewesen sei als in Deutschland. Schuluniformen gehörten dazu, und irgendwie, so erzählte er, habe immer ein eigentümlicher Geruch in der Luft gelegen, von dem ihm richtig schlecht geworden sei. Allein dieser Satz ist so herrlich bildhaft, dass man sofort mitten in einer englischen Schule steht: Flure, Uniformen, vielleicht altes Holz, Turnbeutel, Kantinenessen und dieser spezielle Schulgeruch, den man nie wieder ganz vergisst.

Lee nickte zustimmend, und man merkt schon beim Lesen dieser Erinnerung, wie viel Charme in dieser Szene gelegen haben muss. Denn genau solche Momente machten die Jungs von Caught In The Act für viele Fans so greifbar. Sie redeten nicht von unnahbarem Starleben, sondern von Schuluniformen und schlechten Gerüchen. Das war nicht glamourös im klassischen Sinne, aber es war viel besser: Es war echt.

Für deutsche Schülerinnen und Schüler war der Vergleich natürlich spannend. Während man hierzulande meistens in Jeans, Pulli oder dem damals unvermeidlichen bauchfreien Top zur Schule ging, klang Schuluniform nach einem ganz anderen Universum. Einerseits vielleicht ein bisschen streng, andererseits irgendwie auch aufregend, weil alles, was aus England kam, in den 90ern automatisch diesen besonderen Popkultur-Glanz hatte. Britpop, Boygroups, London, Musikvideos, Akzente, Zeitschriftenfotos. Selbst eine Schuluniform konnte in der Fantasie plötzlich interessanter wirken als der eigene Stundenplan.

Benjamin machte aber schnell klar, dass es nicht unbedingt lockerer war als in Deutschland. Im Gegenteil, er beschrieb die englische Schule als weniger entspannt. Und vielleicht war genau das einer der Gründe, warum die Schülerinnen und Schüler in Herne den Besuch der Band so genossen. Für einen Moment war Schule nicht Pflicht, Leistungsdruck oder Alltag, sondern ein Ort, an dem etwas Unglaubliches passieren konnte. Ein Raum, in dem plötzlich nicht nur gelernt, sondern geträumt wurde.

Wenn man heute auf diesen Besuch zurückblickt, wird einem noch einmal bewusst, wie anders Fan-Momente damals funktionierten. Es gab keine ständigen Live-Streams, keine Stories im Sekundentakt und keine Möglichkeit, jeden Schritt eines Stars in Echtzeit zu verfolgen. Wer Glück hatte, sah seine Lieblingsband im Fernsehen, schnitt den Auftritt auf VHS mit und hoffte, dass niemand währenddessen aus Versehen den Videorekorder falsch programmierte. Persönliche Begegnungen waren selten, kostbar und oft mit unfassbar viel Aufregung verbunden. Ein Schulbesuch wie dieser war deshalb nicht einfach ein netter PR-Termin, sondern ein Ereignis, das für die Beteiligten fast märchenhaft gewesen sein muss.

Autogramme auf dem Schulhof und ein Rektor mit Fan-Erfahrung

Nach dem Gespräch mit der Klasse ging es auf den Schulhof, und spätestens dort dürfte die Nachricht längst wie ein Lauffeuer durch die Schule gegangen sein. Caught In The Act sind da. Nicht irgendwann, nicht irgendwo, sondern jetzt. Auf diesem Schulhof. Man hört innerlich schon das Rennen auf den Fluren, das Tuscheln, die aufgeregten Fragen, das Suchen nach irgendetwas, das man unterschreiben lassen kann. Hefte, Blöcke, Federmäppchen, vielleicht sogar Turnbeutel. In solchen Momenten wird alles zur potenziellen Autogrammfläche.

Es herrschte ein regelrechtes Gedränge, weil natürlich jeder ein Autogramm von Lee, Eloy, Bastiaan oder Benjamin haben wollte. Und wer könnte es den Schülerinnen und Schülern verdenken? In den 90ern war ein Autogramm noch ein kleiner Schatz. Man steckte es in eine Klarsichthülle, bewahrte es in einer Mappe auf oder zeigte es zu Hause so oft herum, bis die Familie vermutlich irgendwann nur noch höflich nickte. Ein echtes Autogramm war der Beweis: Ich war dabei. Ich habe sie gesehen. Sie standen vor mir. Und ja, vielleicht hat Benjamin genau meinen Stift benutzt.

Besonders charmant war die Reaktion des Rektors der Gesamtschule Herne, Udo Müller. Er zeigte viel Verständnis für die Begeisterung der Schülerinnen und Schüler, denn seine eigene 13-jährige Tochter war ebenfalls CITA-Fan. Sie wusste im Vorfeld, dass die Gruppe kommen würde, und wäre natürlich liebend gern dabei gewesen. Doch der Rektor erklärte mit trockenem Humor, er habe das Gott sei Dank verhindern können. Ein Satz, bei dem man heute noch grinsen muss.

Man kann sich diese arme Tochter lebhaft vorstellen. Der eigene Vater ist Rektor an der Schule, Caught In The Act kommen vorbei, und ausgerechnet man selbst darf nicht dabei sein. Das ist schon fast die Definition von 90er-Teenager-Tragödie. Während andere Schülerinnen und Schüler Autogramme bekamen und ihre Idole aus nächster Nähe sahen, musste sie vermutlich damit leben, dass ihr Vater nach Hause kam und erzählen konnte, wie nett die Jungs gewesen seien. Es gibt Situationen, da hilft auch kein „Aber Papa!“ mehr.

Gleichzeitig zeigt diese kleine Anekdote, wie groß CITA damals waren. Sie waren nicht nur eine Band, die ein paar Fans hatte. Sie waren Teil des Alltags einer ganzen Generation. Sie hingen an Zimmerwänden, liefen auf Mixtapes, tauchten in Jugendzeitschriften auf und waren Gesprächsthema in Pausen, auf Klassenfahrten und bei Übernachtungspartys. Dass selbst der Rektor wusste, was diese Band für junge Fans bedeutete, sagt eigentlich alles.

Caught In The Act nahmen sich auf dem Schulhof Zeit, schrieben Autogramme und ließen die Schülerinnen und Schüler diesen Moment wirklich auskosten. Genau das war vielleicht einer der Gründe, warum viele Fans die Band bis heute so warm in Erinnerung behalten. Natürlich ging es um Musik, Aussehen, Choreografien und diese unvermeidlichen Lieblingsmitglied-Diskussionen, bei denen Freundschaften manchmal kurzzeitig auf die Probe gestellt wurden. Aber es ging auch um Nähe. Um das Gefühl, gesehen zu werden. Um Momente, in denen Stars nicht unerreichbar wirkten, sondern freundlich, geduldig und echt.

Warum dieser Schulbesuch bis heute so besonders bleibt

Der Besuch von Caught In The Act in Herne 1997 war mehr als eine kleine Überraschung für eine Schulklasse. Er war ein Stück 90er-Fankultur in Reinform. Damals war Fan-Sein noch mit viel Geduld verbunden. Man wartete auf Sendungen, sammelte Zeitungsausschnitte, tauschte Poster, schrieb Briefe, kaufte Singles manchmal gleich mehrfach und kannte die TV-Termine auswendig. Man konnte nicht einfach schnell online nachsehen, ob es neue Fotos gab. Man musste Glück haben, aufmerksam sein und manchmal auch die Eltern überzeugen, dass diese eine Zeitschrift jetzt wirklich lebenswichtig war.

In dieser Welt hatte eine persönliche Begegnung eine ganz andere Bedeutung. Wenn eine Band in die eigene Schule kam, war das nicht Content. Es war ein Ereignis, das man weitererzählte. Erst den Freundinnen, dann der Familie, später vielleicht den eigenen Kindern, die vermutlich ungläubig fragen würden, warum man damals so wegen einer Boygroup ausgerastet ist. Und dann müsste man versuchen zu erklären, dass es eben nicht nur eine Boygroup war. Es war ein Gefühl. Eine Zeit. Ein Stück Jugend, das nach Haarspray, BRAVO-Starschnitt, Kassettendeck und ein bisschen zu viel Lipgloss roch.

Die Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Herne werden diesen Tag sicherlich nicht vergessen haben. Manche Erinnerungen verblassen, andere werden mit den Jahren sogar weicher und schöner. Vielleicht weiß nicht mehr jeder, welcher Wochentag es war oder welche Stunde danach auf dem Plan stand. Aber der Moment, in dem die Tür aufging, dürfte geblieben sein. Dieses kurze innere Stolpern, dieses „Das passiert gerade wirklich“, diese Mischung aus Lachen, Kreischen und kompletter Überforderung.

Solche Erlebnisse sind deshalb so wertvoll, weil sie mitten im Alltag passieren. Ein Konzert erwartet man. Einen TV-Auftritt plant man. Einen Schulbesuch von Caught In The Act erwartet man nicht, während irgendwo Schulbücher aufgeschlagen sind und der Geruch von Kreide oder Pausenbrot in der Luft liegt. Genau dadurch wird der Moment magisch. Er reißt ein Loch in den normalen Tagesablauf und lässt für ein paar Minuten eine andere Welt herein.

Für Lee, Eloy, Bastiaan und Benjamin dürfte der Besuch ebenfalls besonders gewesen sein. Natürlich hatten sie damals unzählige Termine, Auftritte und Interviews. Der Erfolg von Caught In The Act brachte einen vollen Kalender mit sich, oft sicher auch Stress, Müdigkeit und wenig Zeit zum Durchatmen. Doch gerade solche direkten Begegnungen mit Fans machten sichtbar, was ihre Musik auslöste. Nicht in Chartzahlen, nicht in Verkaufsstatistiken, sondern in echten Gesichtern. In strahlenden Augen. In zitternden Händen, die ein Autogramm entgegennehmen. In Schülerinnen und Schülern, die für einen Moment vergessen, dass sie eigentlich in der Schule sind.

Musik kann genau das. Sie verbindet Lebensphasen, Erinnerungen und Menschen miteinander. Ein Song kann einen zurückwerfen in ein Kinderzimmer mit Postern an der Wand, in eine Turnhalle voller Stimmen oder eben in ein Klassenzimmer in Herne, in dem plötzlich vier junge Männer standen, die für viele damals viel mehr waren als nur Popstars. Sie waren Projektionsfläche, Trost, Schwärmerei, Motivation und manchmal auch die erste große Liebe, zumindest auf eine sehr sichere Poster-Art.

Wenn der Pausengong plötzlich nach Herzklopfen klingt

Heute, fast drei Jahrzehnte später, wirkt diese Geschichte noch einmal auf eine ganz besondere Weise berührend. Vielleicht, weil wir inzwischen wissen, wie schnell solche Jahre vergehen. Die Schülerinnen und Schüler von damals sind längst erwachsen. Viele haben eigene Familien, Jobs, Alltag, Termine und vermutlich ganz andere Sorgen als die Frage, ob Lee, Eloy, Bastiaan oder Benjamin das schönste Lächeln hatte. Wobei, seien wir ehrlich: Manche Diskussionen darf man auch mit über 40 noch weiterführen. Es gibt schließlich Themen, die sind zeitlos.

Gerade deshalb fühlt sich der Rückblick auf Caught In The Act in Herne 1997 so schön an. Er erinnert daran, wie intensiv Fan-Sein damals war. Es war nicht ironisch, nicht nebenbei und nicht durch einen Algorithmus gefiltert. Es war voll da. Man liebte seine Band mit ganzem Herzen, auch wenn das Umfeld manchmal die Augen verdrehte. Man verteidigte seine Lieblingssongs, konnte Interviews zitieren und erkannte neue Outfits vermutlich schneller als die eigene Mutter eine schlechte Note im Schulranzen.

Der Schulbesuch in Herne ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie nah sich Fanwelt und Alltag manchmal kommen konnten. Die Jungs von Caught In The Act betraten keinen roten Teppich, sondern eine Schule. Sie sprachen nicht nur über Hits, sondern über Lehrer, Unterricht und Erinnerungen. Sie nahmen sich Zeit für Autogramme und ließen einen normalen Tag zu etwas werden, das für viele einen festen Platz im Herzen bekam.

Vielleicht erinnert dich diese Geschichte auch an deine eigene Schulzeit. An dieses eine Poster im Spind oder über dem Bett. An den Moment, in dem du mit einer Freundin im Unterricht heimlich über die neueste BRAVO-Seite geflüstert hast. An die Aufregung, wenn im Fernsehen ein Auftritt angekündigt wurde und man hoffte, dass niemand genau dann etwas anderes sehen wollte. An das Gefühl, dass Musik manchmal größer war als alles, was gerade im echten Leben passierte.

Und genau darin liegt der Zauber dieses Moments. Caught In The Act in Herne 1997 war nicht einfach nur ein Besuch einer Boygroup in einer Schule. Es war eine kleine Zeitkapsel. Ein Stück Jugend, eingeschlossen zwischen Klassenzimmer, Schulhof und Autogrammblock. Ein Tag, an dem Matheformeln, Deutschunterricht und Pausengong kurz warten mussten, weil das Leben beschlossen hatte, für ein paar Minuten wie ein Fantraum auszusehen.

Manche Erinnerungen brauchen keine große Bühne, um zu glänzen. Manchmal reicht eine Tür, die aufgeht, vier bekannte Gesichter und ein Klassenzimmer voller Herzklopfen. Und wenn man heute daran zurückdenkt, hört man ihn vielleicht noch, diesen ganz besonderen Sound der 90er: ein bisschen Kreischen, ein bisschen Popmusik und irgendwo im Hintergrund der Pausengong, der an diesem Tag wahrscheinlich auch nicht glauben konnte, was gerade passiert war.

Caught In The Act – Schulbesuch in Herne 1997:

Buchtipp: Eloy de Jong – Ganz bei mir

Eloy de Jong blickt auf ein Leben zurück, das berührt, inspiriert und zeigt, wie viel Stärke in einem Menschen stecken kann. Seine neue Biografie zeichnet seinen Weg vom Kind aus Den Haag, das in der Schule häufig aneckte, bis hin zu einem der erfolgreichsten Schlagerkünstler Deutschlands nach – und erzählt dabei von all den Momenten, die ihn geprägt haben.

Das Buch nimmt dich mit zu seinen ersten Jahren als Tänzer, den Zeiten des Zweifelns und der Ausgrenzung und natürlich zu dem Tag, an dem er beim Casting für Caught in the Act sein Leben für immer veränderte. Aber auch die weniger glamourösen Seiten kommen vor: frühe Misserfolge, der Druck des Ruhms, das Ende der Boyband und die Suche nach einer neuen Richtung.

Besonders bewegend sind die Kapitel über seine bedeutenden Beziehungen – unter anderem zu Stephen Gately und Carlo Boszhard – sowie über seinen größten privaten Wegabschnitt: das Leben als Teil einer Regenbogenfamilie, die Geburt der Zwillinge und der schmerzhafte Abschied von Milon.

Die Biografie beleuchtet ebenso seine Rückkehr ins Rampenlicht, den Solo-Erfolg mit „Kopf aus – Herz an“, seine Zusammenarbeit mit anderen Künstlern und seine wachsende Rolle als inspirierende Stimme in der LGBTQ+-Community. Ergänzt wird das alles durch eindrucksvolle Fotos und viele persönliche Einblicke, die Eloys Entwicklung greifbar machen.

Für alle Fans von Caught in the Act, Schlagerliebhaber oder Menschen, die Eloy schon lange begleiten, ist dieses Buch ein emotionales und sehr aufrichtiges Porträt eines außergewöhnlichen Lebenswegs.

Das erwartet dich im Buch:

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