Ein Tag mit dem Disney Club in Amsterdam – als plötzlich alles ganz nah war
Manchmal sind es gar nicht die großen Bühnen oder die perfekten Choreografien, die sich ins Gedächtnis brennen. Manchmal sind es genau diese leisen Momente dazwischen – wenn die Kamera einfach mitläuft, wenn gelacht wird, wenn jemand fast von einem Fahrrad umgefahren wird und man plötzlich merkt: Die sind ja einfach ganz normale Jungs.
1998, mitten im Caught in the Act Hype, nahm der Disney Club uns genau mit in so einen Moment. Nicht ins Studio, nicht auf eine riesige Bühne – sondern nach Amsterdam. In die Stadt, in der sich für die vier damals ein großer Teil ihres Lebens abspielte. Und irgendwie fühlte sich das alles ein bisschen so an, als würde man selbst mitlaufen.
Zwischen Grachten, Lieblingsorten und ganz viel 90er-Feeling
Der Spaziergang begann am Kloveniersburgwal – und allein dieser Name klang schon damals so aufregend, dass man ihn am liebsten zehnmal hintereinander laut ausgesprochen hätte. Für uns als Fans war das natürlich mehr als nur eine Straße. Es war ein Stück von „ihrem“ Leben.
Einer der ersten Stopps wirkte auf den ersten Blick fast unscheinbar, und genau das machte ihn irgendwie so besonders: der Laden WEBERS. Hier wurden die Bühnenoutfits der Jungs entworfen – also genau die Looks, die wir später auf Postern an unseren Wänden hängen hatten oder aus der Bravo Magazine ausgeschnitten haben.
Und dann stand da diese Moderatorin, schaute sich die Kleidung an und stellte fest, dass das Ganze eher nach Frauenmode aussah. Ein kleiner Moment, der sofort zeigte, wie unterschiedlich Wahrnehmung sein kann. Bastiaan grinste nur und erklärte ganz locker, dass es dort einfach alles gäbe – Männerklamotten, Frauenklamotten, funky Sachen. Genau diese Mischung war es ja, die den Stil von Caught in the Act so besonders gemacht hat.
Und während man heute darüber schmunzelt, wie mutig manche Outfits waren, erinnert man sich gleichzeitig daran, wie selbstverständlich wir das damals gefeiert haben. Glitzerhemden, offene Westen, auffällige Schnitte – das gehörte einfach dazu.
Wenn ein Fahrrad fast die Show stiehlt
Der Weg führte weiter durch die Straßen von Amsterdam, und wer schon einmal dort war, weiß: Diese Stadt hat ihren ganz eigenen Rhythmus. Alles wirkt entspannt – bis plötzlich ein Fahrradfahrer mit gefühlten 40 km/h an dir vorbeizieht.
Genau so ein Moment passierte auch damals. Die Moderatorin wollte gerade eine Frage stellen, irgendetwas mit Sehenswürdigkeiten, wahrscheinlich das schmalste Haus der Welt. Und dann – zack – ein Fahrradfahrer schneidet die Gruppe.
Ein kurzer Schreckmoment, ein Lachen danach, und Benjamin erklärt ganz trocken, dass das in Amsterdam völlig normal sei. Diese Szene war so unspektakulär und gleichzeitig so echt, dass sie sich irgendwie eingebrannt hat.
Weil sie gezeigt hat, dass das Leben rund um Caught in the Act eben nicht nur aus kreischenden Fans und Fernsehauftritten bestand, sondern auch aus ganz alltäglichen Situationen.
„Baby Come Back“ und die Suche nach dem perfekten Sommergefühl
Natürlich durfte bei so einem Dreh die Musik nicht fehlen. 1998 stand mit Baby Come Back eine neue Single in den Startlöchern – und allein dieser Titel hatte damals schon dieses gewisse Kribbeln ausgelöst.
Die Frage, wer die Idee zu diesem Song hatte, beantwortete Lee ganz typisch für die Dynamik der Band. Es war keine Einzelentscheidung, kein großes Drama – sie hatten einfach gemeinsam das Gefühl, dass genau dieser Sound der richtige für den Sommer sei.
Und wenn man ehrlich ist: Genau das hört man dem Song auch an. Dieses Leichte, dieses Warme, dieses Gefühl von Sonne auf der Haut und gleichzeitig ein kleines bisschen Herzschmerz. Eine Mischung, die irgendwie perfekt zu dieser Zeit passte.
Als es dann um Inspiration ging, wurde es fast ein bisschen persönlicher. Bastiaan sprach davon, dass das Leben selbst die größte Quelle sei – aber eben auch die Fanbriefe. Und wenn man sich daran erinnert, wie viel Mühe man damals in diese Briefe gesteckt hat, wie man jedes Wort überlegt hat, wie man Parfum auf das Papier gesprüht hat… dann bekommt dieser Satz plötzlich eine ganz andere Bedeutung.
Vielleicht hat irgendwo da draußen wirklich jemand mit seinem Brief einen kleinen Teil zu einem Song beigetragen. Und allein dieser Gedanke reicht schon, um wieder dieses alte Teenie-Gefühl wachzurufen.
Zwischen Flirtgeschichten und Fanträumen
Es sind oft die kleinen Geschichten, die hängen bleiben. Nicht die großen Statements, sondern diese halben Sätze, die plötzlich eine ganze Welt öffnen.
Als Bastiaan gefragt wurde, ob er sich schon einmal in einen Fan verliebt hat, erzählte er von einem Mädchen während der Forever Friends Tour. Ein Blick, ein Lächeln, ein kurzer Moment, der eigentlich nichts war – und gleichzeitig alles.
Man konnte sich sofort hineinversetzen. Weil man selbst ja genau dieses Mädchen hätte sein können. Irgendwo im Publikum, mit klopfendem Herzen, in der Hoffnung, dass dieser eine Blick vielleicht doch mehr bedeutet.
Und genau das war ja das Magische an dieser Zeit. Diese Mischung aus Realität und Fantasie, aus Nähe und gleichzeitig unerreichbarer Ferne.
Ein Café, ein Camcorder und Fragen, die wir alle gestellt hätten
Später saßen sie in einem Café – eine dieser Szenen, die heute fast schon wie ein kleines Zeitdokument wirken. Kein Smartphone, keine Social Media Clips, kein Livestream. Stattdessen ein Camcorder, mit dem Fans ihre Fragen aufgenommen hatten.
Allein diese Vorstellung fühlt sich heute fast surreal an. Man hat sich hingesetzt, seine Frage formuliert, wahrscheinlich mehrfach neu aufgenommen, bis alles gepasst hat – und dann gehofft, dass sie wirklich gezeigt wird.
Die Fragen selbst waren genau die, die uns alle beschäftigt haben. Ob sie mal Hip-Hop machen würden. Ob sie ins Fitnessstudio gehen. Ob sie Angst haben, dass der Erfolg irgendwann vorbei ist.
Und die Antworten waren ehrlich, unaufgeregt, fast schon bodenständig. Keine großen PR-Sätze, keine auswendig gelernten Floskeln. Einfach vier Jungs, die versuchten, mit dem ganzen Trubel umzugehen und gleichzeitig sie selbst zu bleiben.
Gerade Eloys Antwort auf die Frage nach dem Erfolg hatte etwas Nachdenkliches. Dieses Eingeständnis, dass sie am Anfang selbst nicht daran geglaubt hatten, es zu schaffen. Und dann plötzlich standen sie mittendrin.
Vielleicht war genau das der Grund, warum sich so viele Fans ihnen so verbunden gefühlt haben. Weil sie nie so wirkten, als wären sie „abgehoben“.
Warum genau solche Momente bis heute bleiben
Wenn man heute auf diesen Tag mit dem Disney Club in Amsterdam zurückblickt, dann ist es nicht nur ein weiteres Kapitel in der Geschichte von Caught in the Act.
Es ist eher wie ein kleiner Blick durch ein Fenster in eine Zeit, in der alles ein bisschen intensiver war. Gefühle, Träume, Erwartungen. Und vielleicht auch Enttäuschungen.
Solche Beiträge haben uns damals das Gefühl gegeben, ein kleines Stück näher dran zu sein. Nicht nur an der Musik, sondern an den Menschen dahinter.
Und genau das ist wahrscheinlich der Grund, warum wir uns heute noch daran erinnern. Nicht, weil alles perfekt war – sondern weil es echt war.
Wenn du dich gerade dabei ertappt hast, wie du innerlich wieder durch Amsterdam gelaufen bist, zwischen Grachten und Fahrradklingeln, dann ging es dir wahrscheinlich genauso wie damals:
Ein bisschen verliebt, ein bisschen verträumt – und mit diesem leisen Wunsch, einfach noch ein paar Minuten länger dabei zu bleiben.
CITA mit dem Disney Club in Amsterdam:
Eloy de Jong blickt auf ein Leben zurück, das berührt, inspiriert und zeigt, wie viel Stärke in einem Menschen stecken kann. Seine neue Biografie zeichnet seinen Weg vom Kind aus Den Haag, das in der Schule häufig aneckte, bis hin zu einem der erfolgreichsten Schlagerkünstler Deutschlands nach – und erzählt dabei von all den Momenten, die ihn geprägt haben.
Das Buch nimmt dich mit zu seinen ersten Jahren als Tänzer, den Zeiten des Zweifelns und der Ausgrenzung und natürlich zu dem Tag, an dem er beim Casting für Caught in the Act sein Leben für immer veränderte. Aber auch die weniger glamourösen Seiten kommen vor: frühe Misserfolge, der Druck des Ruhms, das Ende der Boyband und die Suche nach einer neuen Richtung.
Besonders bewegend sind die Kapitel über seine bedeutenden Beziehungen – unter anderem zu Stephen Gately und Carlo Boszhard – sowie über seinen größten privaten Wegabschnitt: das Leben als Teil einer Regenbogenfamilie, die Geburt der Zwillinge und der schmerzhafte Abschied von Milon.
Die Biografie beleuchtet ebenso seine Rückkehr ins Rampenlicht, den Solo-Erfolg mit „Kopf aus – Herz an“, seine Zusammenarbeit mit anderen Künstlern und seine wachsende Rolle als inspirierende Stimme in der LGBTQ+-Community. Ergänzt wird das alles durch eindrucksvolle Fotos und viele persönliche Einblicke, die Eloys Entwicklung greifbar machen.
Für alle Fans von Caught in the Act, Schlagerliebhaber oder Menschen, die Eloy schon lange begleiten, ist dieses Buch ein emotionales und sehr aufrichtiges Porträt eines außergewöhnlichen Lebenswegs.
Das erwartet dich im Buch:
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Ein ehrlicher Blick auf Eloys Kindheit, erste Träume und Hindernisse
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