Es gibt diese Momente, in denen man plötzlich merkt: Unsere Teenie-Welt war vielleicht doch nicht ganz so perfekt, wie sie sich damals angefühlt hat.
Ich weiß noch genau, wie ich nach der Trennung von Caught in the Act vor dem Fernseher saß – irgendwo zwischen Hoffnung („Vielleicht kommen sie ja wieder zusammen…?“) und dieser leisen Ahnung, dass gerade etwas endgültig vorbei ist. Und dann tauchte plötzlich Benjamin Boyce wieder auf. Allein. Ohne die anderen. Irgendwie erwachsener. Und vor allem: ehrlicher.
Genau in dieser Phase besuchte ihn BRAVO TV im Studio – und das, was er dort erzählte, hatte es wirklich in sich.
Der Neuanfang: Benjamin Boyce im Studio in Köln
Ein paar Wochen nach dem Aus von Caught in the Act stand Benjamin in Köln bei „Parklane Music“ im Studio. Und ganz ehrlich? Allein dieser Gedanke fühlte sich damals schon seltsam an.
Benjamin – ohne Lee, ohne Bastiaan, ohne Eloy.
Er arbeitete dort an seinem ersten Solo-Album „Benjamin Boyce“. Aber was viele damals gar nicht wussten: In genau diesem Studio hatte er kurz zuvor auch noch Songs für das letzte CITA-Album „Solo 4 CITA“ eingesungen.
Irgendwie war das wie ein fließender Übergang zwischen zwei Welten. Die alte war noch nicht ganz abgeschlossen – und die neue hatte gerade erst begonnen.
Und während wir Fans noch versuchten, die Trennung emotional zu sortieren, war Benjamin schon mitten in diesem nächsten Kapitel.
„I wanna stay with you forever“ – aber ohne Benjamin?
Und dann kam dieser Moment, bei dem man innerlich kurz innehalten musste.
Benjamin erzählte, dass er bei der letzten CITA-Single „I wanna stay with you forever“ gar nicht mitgesungen hatte.
Ja, genau. DER Song.
Der Song, bei dem wir vielleicht vor dem Fernseher saßen, den Videoclip angeschaut haben und dachten: „Alles ist wie immer.“
Spoiler: War es nicht.
Der Grund? Spannungen mit dem Management. Benjamin wollte offenbar früher aussteigen – und als Reaktion darauf wurde ihm untersagt, bei diesem Song mitzuwirken.
Was für ein Gedanke, oder?
Du siehst ihn im Video. Du hörst die Band. Aber seine Stimme fehlt.
Und wir? Haben es damals einfach nicht gemerkt.
Rückblickend fühlt sich das fast ein bisschen wie ein geheimer Blick hinter den Vorhang an – so, als würde man plötzlich verstehen, dass hinter dieser perfekten Boyband-Fassade ganz andere Dynamiken abliefen.
Zwischen Dankbarkeit und Befreiung
Was mich beim Anschauen dieses Interviews heute besonders berührt, ist dieser Mix aus Dankbarkeit und Aufbruch, den Benjamin ausgestrahlt hat.
Er sagte:
„Alles, was ich sagen kann, ist, dass ich eine verrückte Zeit hatte. Es war eine gute Schule. Ich bin wirklich froh, dass ich diese Chance bekommen habe. Es waren immerhin sechseinhalb Jahre!“
Und irgendwie spürt man in diesen Worten beides.
Die Wertschätzung für das, was war.
Aber auch die leise Erleichterung, dass es vorbei ist.
Sechseinhalb Jahre – das ist nicht einfach nur eine Bandgeschichte. Das ist ein ganzes Kapitel Leben.
Und vielleicht kennen wir dieses Gefühl ja auch selbst: Wenn etwas endet, das uns lange begleitet hat – und man gleichzeitig traurig ist… und doch merkt, dass etwas Neues entstehen darf.
Endlich eigene Musik – endlich Kontrolle
Ein Punkt, den Benjamin ganz klar angesprochen hat, war die kreative Freiheit.
Und wenn man ehrlich ist: Das war damals etwas, worüber wir als Fans kaum nachgedacht haben.
Für uns war klar: Die Songs sind da, die Jungs singen sie, alles passt.
Aber hinter den Kulissen sah es anders aus.
Benjamin sagte:
„Bei Caught in the Act war natürlich jeder offen für neue Ideen. Aber wir hatten nicht die volle Kontrolle über die Musik. Jetzt mache ich meine Musik. Das macht mich sehr selbstbewusst und ich weiß einfach, was ich will.“
Und genau da merkt man: Das war mehr als nur ein Karriere-Schritt.
Das war ein Stück Selbstbestimmung.
Vielleicht auch ein bisschen so, wie wenn man das erste Mal merkt, dass man nicht mehr nur die Erwartungen anderer erfüllen muss – sondern seinen eigenen Weg gehen darf.
Das geheime Liebesleben – endlich kein Versteckspiel mehr
Und jetzt mal Hand aufs Herz…
Das war doch früher DAS Thema, oder?
Hatten unsere Boyband-Crashes Freundinnen?
Oder gehörten sie irgendwie „uns allen“?
Die Wahrheit war – wie so oft – irgendwo dazwischen.
Benjamin sprach ganz offen darüber, dass Beziehungen damals schlichtweg geheim gehalten werden mussten.
„Es war nicht so, dass wir keine Freundinnen hatten – natürlich hatten wir die! Wir durften es nur nicht bekanntgeben. Er meinte, dass es die Fans nicht akzeptieren würden.“
Wenn man das heute hört, wirkt es fast absurd.
Aber damals? War das Teil des Systems.
Die perfekte Illusion.
Die Jungs als unerreichbare Traumprinzen.
Und plötzlich stand Benjamin da – und machte genau damit Schluss.
Er bekannte sich öffentlich zu seiner Beziehung mit Moderatorin Aleksandra Bechtel. Die beiden lebten zusammen in Köln, gingen gemeinsam aus, führten ein ganz normales Leben.
„Wir gehen aus, wir haben Spaß, wir gehen zusammen essen… Ich denke, wir sind wirklich verliebt.“
Und ich weiß noch, dass ich damals dachte:
Okay… das ist irgendwie neu. Und irgendwie auch schön.
Weil es plötzlich so viel echter wirkte.
Wenn die Illusion bröckelt – und etwas Echtes bleibt
Vielleicht ist genau das das Spannende an solchen Momenten:
Dass sie uns zeigen, wie viel von dem, was wir als Teenager so intensiv gefühlt haben, auf einer perfekten Inszenierung basierte.
Und gleichzeitig…
Dass das Gefühl selbst trotzdem echt war.
Unsere Poster an der Wand.
Die Bravo-Ausschnitte.
Die endlosen Gespräche mit Freundinnen.
Das war alles real.
Auch wenn wir heute wissen, dass hinter den Kulissen Verträge, Regeln und manchmal auch ziemlich harte Entscheidungen standen.
Und vielleicht macht genau das die Geschichte von Benjamin Boyce nach Caught in the Act so besonders:
Weil sie diesen Übergang zeigt.
Von der inszenierten Boyband-Welt
hin zu einem echten, selbstbestimmten Leben.
Wenn Du Dir das Interview heute anschaust, siehst Du nicht mehr nur den Teenie-Schwarm von damals.
Du siehst jemanden, der seinen eigenen Weg gegangen ist – mit all den Höhen und Tiefen, die dazugehören.
Und ganz ehrlich?
Irgendwie fühlt sich das fast noch beeindruckender an als jede perfekt choreografierte Performance aus den 90ern.
Benjamin Boyce im Studio 1998:
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Benjamin Boyce im Studio 1998 – im Interview erzählte er, dass er bei der letzten Single „I wanna stay with you forever“ gar nicht mehr mitgesungen hatte. Wusstest du das?
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