Es gibt diese Momente aus den 90ern, die sich heute fast ein bisschen surreal anfühlen. Nicht, weil sie besonders spektakulär waren – sondern weil sie einfach so herrlich leicht wirkten. Als wäre das ganze Leben damals eine einzige bunte Fernsehshow gewesen.
Eine dieser Erinnerungen ist definitiv der Auftritt von Caught in the Act bei KEWL am 13. Mai 1998. Wer damals regelmäßig VIVA geschaut hat, weiß noch genau, wie chaotisch, spontan und manchmal auch völlig albern diese Sendung war. Und genau das machte sie so charmant.
Als Moderator Tobi Schlegl an diesem Tag Eloy, Lee, Bastiaan und Benjamin im Studio begrüßte, war sofort klar: Hier geht es nicht um ein klassisches Interview. Hier ging es darum, gemeinsam Spaß zu haben – und das Publikum vor den Fernsehern gleich mit.
Und was wäre ein perfekter 90er-Moment ohne eine gute Portion Sommerfeeling?
KEWL bei VIVA: Eine der kultigsten 90er-Shows
Die Sendung KEWL gehörte Ende der 90er zu den Formaten, die man als Teenager einfach kannte. Sie lief bei VIVA, wurde von Tobi Schlegl moderiert und war im Grunde genau das Gegenteil von geschniegelt-perfektem Fernsehen.
Hier durfte gelacht werden.
Hier durfte improvisiert werden.
Und hier durfte auch einfach mal völliger Unsinn passieren.
Gerade deshalb fühlten sich viele Auftritte von Popstars dort viel natürlicher an als in klassischen TV-Shows. Die Künstler wirkten entspannter, spontaner – fast so, als würde man ihnen beim Herumalbern mit Freunden zuschauen.
Als Caught in the Act bei KEWL auftauchten, passte das perfekt zu diesem Format. Die Band befand sich 1998 bereits auf dem Höhepunkt ihrer Karriere. Millionen Fans kannten ihre Songs, ihre Tourneen waren ausverkauft – und trotzdem hatten sie sich diesen sympathischen, leicht chaotischen Humor bewahrt.
Und genau der kam in dieser Sendung wunderbar zur Geltung.
Eis, Limbo-Musik und echtes Sommerfeeling
Schon die Begrüßung setzte den Ton für die ganze Sendung.
Während im Studio David Hasselhoffs „Limbo Dance“ lief – eine dieser Songs, die sofort nach Strandparty und Sommerurlaub klingen – bekamen die vier Jungs erst einmal eine kleine Abkühlung serviert: Eis.
Und zwar nicht irgendeines.
Vor ihnen standen Klassiker wie „Beach Cola“ oder das legendäre „Bum Bum“-Eis, das damals praktisch jedes Kind kannte. Wer in den 90ern groß geworden ist, erinnert sich wahrscheinlich sofort an diese Verpackungen aus dem Kiosk um die Ecke.
Natürlich ließen sich Eloy, Lee, Bastiaan und Benjamin nicht lange bitten.
Besonders Bastiaan schien seinen Eis-Moment auf ganz eigene Weise zu genießen – sagen wir mal: mit einer kleinen Portion Showeinlage. Genau solche spontanen Momente waren es, die Fans an der Band liebten. Man merkte einfach, dass sie Spaß daran hatten, gemeinsam herumzualbern.
Für einen kurzen Moment wirkte das VIVA-Studio tatsächlich eher wie eine kleine Strandbar als wie ein Fernsehstudio.
Hawaii-Hemden für die perfekte Strand-Optik
Doch Moderator Tobi Schlegl wäre nicht Tobi Schlegl gewesen, wenn er es bei Eis und Limbo-Musik belassen hätte.
Kurzerhand zauberte er mehrere Hawaii-Hemden hervor und überreichte sie den Jungs, damit auch das passende Strand-Outfit komplett war. Die Reaktionen darauf waren – wenig überraschend – ziemlich unterschiedlich.
Während einige der Bandmitglieder die bunten Hemden eher skeptisch betrachteten, schien Lee mit seiner Auswahl ziemlich zufrieden zu sein. Sein trockenes „This is me“ brachte das ganze Studio zum Lachen.
Solche kleinen Szenen waren typisch für die Dynamik der Band. Jeder hatte seinen eigenen Humor, seine eigene Art zu reagieren – und genau diese Mischung machte Caught in the Act für viele Fans so sympathisch.
Das Strand-Quiz: Erratet den richtigen Strand!
Nachdem das Outfit geklärt war, ging es mit der nächsten Aufgabe weiter: einem kleinen Strand-Quiz.
Tobi Schlegl stellte den Jungs eine scheinbar einfache Frage:
„Was ist euer Lieblingsstrand?“
Die Antwort kam erstaunlich schnell – und zwar ziemlich einstimmig.
Alle vier erinnerten sich sofort an St. Thomas, eine der Karibikinseln der US-Virgin-Islands. Dort hatte die Band 1995 den Videoclip zu „Let This Love Begin“ gedreht.
Wer diesen Clip kennt, versteht sofort, warum dieser Drehort Eindruck hinterlassen hat. Türkisblaues Wasser, weißer Sandstrand und diese typisch karibische Atmosphäre – für viele Fans gehörte das Video damals zu den schönsten Bildern der Band.
Doch Tobi Schlegl beließ es natürlich nicht bei dieser einfachen Frage.
Das VIVA-Team hatte drei Einmachgläser vorbereitet, in denen angeblich „Strandluft“ verschiedener Orte gesammelt worden war. Die Aufgabe für Caught in the Act bestand nun darin, an den Gläsern zu schnuppern und zu erraten, welcher Strand sich dahinter verbarg.
Allein die Vorstellung ist schon so herrlich absurd, dass man sofort wieder dieses typische 90er-Fernsehgefühl bekommt.
Und natürlich nahmen die Jungs das Spiel mit genau der richtigen Mischung aus Ernst und Humor.
Holländisch für Fortgeschrittene
Als wäre das nicht schon genug gewesen, kam anschließend noch eine kleine Sprachlektion hinzu.
Tobi Schlegl wollte nämlich unbedingt ein paar wichtige Urlaubssätze auf Holländisch lernen – schließlich war ein Teil der Band aus den Niederlanden.
Also mussten Eloy, Lee, Bastiaan und Benjamin spontan als Sprachlehrer einspringen.
Zu den wichtigsten Sätzen gehörten unter anderem:
-
„Wo geht’s hier zum Strand?“
-
„Was kostet die Cola in D-Mark?“
-
„Ich bin in einen Seeigel getreten und muss zum Arzt!“
Gerade dieser letzte Satz sorgte für besonders viel Gelächter.
Natürlich konnte Bastiaan Ragas, der gebürtige Niederländer der Gruppe, hier am besten helfen. Doch es ging nicht nur um die richtige Übersetzung – sondern auch um die passende Mimik.
Denn wer schon einmal versucht hat, eine fremde Sprache überzeugend zu sprechen, weiß: Die Gesichtsausdrücke gehören fast genauso dazu wie die Worte selbst.
Das Ergebnis war eine herrlich chaotische Mischung aus Sprachkurs und Comedy-Einlage.
Ein Gewinnspiel für die Fans zu Hause
Natürlich dachte die Sendung auch an die Fans vor den Fernsehern.
Wie bei vielen Musiksendungen der 90er gab es ein kleines Gewinnspiel, bei dem Zuschauer verschiedene Fanartikel gewinnen konnten.
Besonders spannend war dabei eine VHS-Kassette der Caught-in-the-Act-Videocollection, die damals gemeinsam mit Tobi Schlegl aufgenommen worden war.
Heute wirkt eine VHS-Kassette fast schon wie ein Museumsstück. Aber damals war sie für Fans ein echter Schatz. Schließlich gab es noch kein YouTube, kein Streaming und keine Social-Media-Clips.
Wenn man seine Lieblingsband sehen wollte, war eine Videokassette eine der wenigen Möglichkeiten, diese Momente immer wieder anzuschauen.
Viele Fans haben solche Kassetten damals dutzende Male abgespielt – bis das Band irgendwann leicht flackerte und die Bildqualität langsam nachließ.
Warum solche Sendungen für Fans so besonders waren
Rückblickend sind genau solche TV-Auftritte der Grund, warum viele Erinnerungen an die 90er bis heute so lebendig geblieben sind.
Sendungen wie KEWL zeigten Popstars nicht nur als perfekt gestylte Bühnenfiguren. Sie zeigten sie auch in Momenten, in denen sie einfach Spaß hatten, lachten oder sich gegenseitig aufzogen.
Gerade für Fans war das unglaublich wertvoll.
Denn diese kurzen Einblicke vermittelten das Gefühl, den Menschen hinter dem Poster ein kleines Stück näher zu kommen.
Man saß damals vielleicht im Wohnzimmer der Eltern, das VIVA-Logo flimmerte über den Bildschirm – und für ein paar Minuten fühlte es sich an, als würde man gemeinsam mit der Band im Studio sitzen.
Heute, im Zeitalter von Instagram, TikTok und Livestreams, wirkt so ein TV-Moment vielleicht unspektakulär.
Aber genau deshalb sind diese alten Aufnahmen so besonders geworden.
Sie erinnern uns an eine Zeit, in der solche Begegnungen selten waren – und deshalb umso magischer.
Ein Stück 90er-Fernsehgeschichte
Der Auftritt von Caught in the Act bei KEWL im Mai 1998 gehört definitiv zu den Momenten, die man sich auch Jahrzehnte später noch gerne anschaut.
Nicht wegen großer Enthüllungen oder spektakulärer Interviews.
Sondern wegen dieser kleinen, spontanen Augenblicke:
-
ein Eis im Fernsehstudio
-
ein viel zu buntes Hawaii-Hemd
-
ein absurdes Strand-Geruchsquiz
-
und ein Sprachkurs über Seeigel-Unfälle
All das wirkt heute vielleicht ein bisschen verrückt.
Aber genau dieses Chaos machte die 90er-Popkultur so liebenswert.
Und vielleicht ist es genau dieses Gefühl, das uns immer wieder zu solchen alten Videos zurückkehren lässt.
Weil sie uns für ein paar Minuten wieder in diese Zeit zurückversetzen – als Boybands im Fernsehen Eis gegessen haben und wir vor dem Bildschirm saßen und dachten:
„Wie cool wäre es, da jetzt auch zu sein.“
CITA am 13.05.1998 in der VIVA-Sendung „KEWL“ mit Tobi Schlegl
wusstest du schon...
… dass der damals so quirlige und durchgeknallte Tobi Schlegl sich im Juli 2016 weitestgehend vom Fernsehgeschäft zurückgezogen hat, um Notfallsanitäter zu werden? Er wollte seinem Leben einen gesellschaftlich relevanten Sinn geben und setzt seine Fernsehauftritte jetzt dafür ein, um auf dieses wichtige Thema aufmerksam zu machen.
Quelle: Wikipedia
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