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Willkommen zurück in Deiner Teenie-Zeit!

Caught in the Act bei „Alles klar“ – als Boyband auf Kinderkanal-Mission

Manchmal reicht schon ein einziger Ausschnitt aus dem 90er-Fernsehen, und plötzlich sitzt man gedanklich wieder im Kinderzimmer, irgendwo zwischen Postern, Kassettenrekorder, BRAVO-Stapel und dem sehr ernst gemeinten Versuch, beim Mitsingen von „Babe“ mindestens so gefühlvoll zu schauen wie Lee, Eloy, Bastiaan und Benjamin. Genau so ein kleiner Zeitmaschinen-Moment ist Caught in the Act bei Alles klar, denn dieser Auftritt zeigt die Jungs nicht auf einer großen Konzertbühne, nicht im dramatisch ausgeleuchteten Musikvideo und auch nicht im klassischen Interview mit den immergleichen Fragen nach Traumfrauen, Lieblingsessen und der Farbe der Zahnbürste, sondern mitten in einer quietschbunten Nickelodeon-Welt, in der alles ein bisschen lauter, frecher und alberner sein durfte.

Wer damals Nickelodeon eingeschaltet hat, bekam nicht dieses brave Kinderfernsehen, bei dem man das Gefühl hatte, gleich müsse noch jemand erklären, warum man nach dem Zähneputzen den Wasserhahn zudreht, sondern eine Welt voller Farbe, Tempo, Slapstick und leichtem Chaos. Genau dort passten Caught in the Act erstaunlich gut hinein, auch wenn man als Fan vielleicht erst einmal kurz blinzeln musste. Unsere Boyband-Jungs, die sonst auf Postern so makellos an der Wand hingen, dass man sich kaum traute, die Reißzwecke zu schief zu setzen, standen plötzlich in Kindersketchen, zogen Grimassen, spielten mit und bewiesen nebenbei, dass sie nicht nur Herzklopfen auslösen konnten, sondern auch echten Humor hatten.

Caught in the Act bei Alles klar: Boyband-Magie mit Grimassen

Caught in the Act bei Alles klar ist deshalb so ein besonderer Fernsehschatz, weil dieser Auftritt etwas zeigt, das im klassischen Boyband-Kosmos der 90er nicht immer selbstverständlich war: die Jungs durften albern sein, ohne dass gleich die ganze Popstar-Fassade bröckelte. Im Gegenteil, gerade dadurch wurden sie noch sympathischer, denn wer sich selbst nicht zu ernst nimmt, wirkt auf eine herrlich entwaffnende Art nahbar.

In den 90ern war das Image einer Boyband ja oft so sorgfältig gebaut wie ein Setzkasten im Jugendzimmer. Einer war der Romantische, einer der Freche, einer der Sensible, einer der geheimnisvolle Typ, bei dem man sich sicher war, dass er einen ausgerechnet aus der dritten Reihe erkennen würde, wenn man nur laut genug kreischte. Caught in the Act hatten all diese Rollen natürlich auch, aber bei „Alles klar“ wurde dieses schöne Boyband-System einmal liebevoll durcheinandergewirbelt. Statt dramatischer Blicke in die Kamera gab es Kindersendung, statt perfekt inszenierter Sehnsucht gab es Comedy, und statt rotem Teppich eher diesen typischen Nickelodeon-Charme, bei dem man nie ganz wusste, ob gleich jemand Slime über den Kopf bekommt.

Besonders schön ist, dass CITA dabei nicht wie Gäste wirkten, die nur kurz hereingeschoben wurden, um einen Hit zu performen und dann wieder im Tourbus zu verschwinden. Sie machten mit. Sie ließen sich auf die Sendung ein. Bastiaan in Verkleidung, Grimassen hier, ein bisschen Sketch-Wahnsinn dort; das alles fühlte sich nicht nach Pflichttermin an, sondern nach einer kleinen Spielpause im sonst so eng getakteten Boyband-Alltag. Und wenn man sich heute vorstellt, wie voll die Terminkalender damals gewesen sein müssen, zwischen Interviews, Fernsehauftritten, Fotoshootings, Playback-Proben, Fanpostbergen und vermutlich sehr vielen Menschen, die irgendwo „noch schnell ein Foto“ wollten, dann bekommt dieser lockere Moment fast noch mehr Charme.

Was war „Alles klar“ bei Nickelodeon eigentlich?

„Alles klar“ war eine dieser Sendungen, die man nicht trocken erklären kann, ohne ihr ein bisschen Unrecht zu tun. Natürlich kann man sagen, dass es sich um eine Sketch-Comedy-Sendung für Kinder handelte, bei der kleine Spielszenen, freche Moderationen, Musikgäste und absurde Einfälle zusammenkamen. Aber wer damals wirklich vor dem Fernseher saß, weiß: Es ging weniger darum, ob alles perfekt durchstrukturiert war, sondern um dieses Gefühl, dass Kinderfernsehen plötzlich nicht mehr nur lehrreich, sondern auch herrlich schräg sein konnte.

Nickelodeon Deutschland war Mitte der 90er für viele von uns ohnehin ein kleiner Fremdkörper im besten Sinne. Während andere Programme noch ein wenig nach Schulfernsehen, Bastelkleber und „Jetzt passen wir alle gut auf“ rochen, kam Nickelodeon wie ein orangener Farbklecks ins Wohnzimmer. Es war lauter, amerikanischer, manchmal chaotischer und dadurch unglaublich spannend. Nicht jeder konnte den Sender damals problemlos empfangen, und vielleicht war gerade das ein Teil des Reizes, denn was nicht überall und jederzeit verfügbar war, hatte automatisch diesen Hauch von Geheimclub. Wer Nickelodeon hatte, konnte mitreden. Wer es nicht hatte, musste hoffen, dass die Freundin aus der Parallelklasse am nächsten Tag in der Pause möglichst ausführlich erzählte, was passiert war.

„Alles klar“ passte genau in diese Atmosphäre. Die Sendung fühlte sich an wie die kleine Schwester großer Comedy-Formate, nur eben auf Kinder und Jugendliche zugeschnitten, mit weniger Erwachsenen-Zynismus und mehr Grimassenenergie. Dass ausgerechnet Caught in the Act dort auftauchten, war aus damaliger Sicht fast logisch, denn Boybands waren 1997 längst nicht mehr nur Musikgruppen, sondern feste Bestandteile der Popkultur. Sie waren in Zeitschriften, in TV-Shows, in Fanclubs, in Schulheften, auf Bettwäsche, auf Postkarten und sehr wahrscheinlich auch irgendwo in unseren Matheheften, falls man die Rückseite für heimliche Herzchen reserviert hatte.

Warum dieser CITA-Auftritt bis heute so liebenswert ist

Was Caught in the Act bei Alles klar so liebenswert macht, ist diese Mischung aus Popstar-Glanz und völliger Bereitschaft, sich kurz zum Affen zu machen. Und das meine ich ausdrücklich als Kompliment. Gerade weil die 90er-Boybandwelt oft sehr poliert war, wirken solche Momente heute wie kleine Risse in der Hochglanzfolie, durch die man die echten Menschen dahinter sehen kann. Da standen nicht nur vier Sänger, die auf Kommando lächeln konnten, sondern vier junge Männer, die genug Selbstironie hatten, um in einer Kindersendung mitzuspielen und sich dabei sichtbar nicht zu verkrampfen.

Für Fans war das damals Gold wert. Natürlich liebten wir die großen Balladen, die Choreografien, die Posterstrecken und die Interviews, in denen man jedes Komma analysieren konnte. Aber ein Auftritt wie dieser hatte eine andere Qualität, weil er die Jungs in eine Welt setzte, die näher an unserem eigenen Alltag war. Nicht jede von uns konnte zu jedem Konzert fahren, nicht jede durfte bis spät abends vor irgendeinem Hotel warten, und nicht jede hatte Eltern, die verstanden, warum vier junge Männer aus einer Boyband plötzlich wichtiger sein konnten als Lateinvokabeln. Aber Fernsehen, das war erreichbar. Man saß davor, drückte vielleicht noch hektisch auf Aufnahme, wenn der Videorekorder bereit war, und hoffte, dass niemand aus der Familie genau in dem Moment fragte, ob man mal kurz beim Tischdecken helfen könne.

Diese alten TV-Auftritte waren kleine Rettungsinseln im Alltag. Ein paar Minuten CITA konnten einen ganzen Schultag retten, vor allem, wenn vorher Mathearbeit, Pickelalarm oder ein missglückter Pony im Spiel waren. Und dann kamen sie nicht einmal nur zum Singen, sondern machten auch noch Quatsch. Das war fast zu viel für ein Fanherz, das ohnehin schon damit beschäftigt war, zwischen „Ich liebe Lee“ und „Nein, eigentlich doch Eloy“ eine stabile Lebensentscheidung zu treffen.

Caught in the Act bei Alles klar zeigt außerdem, wie breit die Band damals medial präsent war. CITA fand nicht nur auf Musikbühnen statt, sondern überall dort, wo sich junge Menschen aufhielten: bei BRAVO, bei VIVA, in großen Samstagabendshows, in Jugendmagazinen und eben auch im Kinderfernsehen. Dadurch wurden Lee, Eloy, Bastiaan und Benjamin nicht einfach nur zu Sängern, sondern zu Begleitern einer ganzen Lebensphase. Man sah sie nicht nur, wenn man aktiv nach ihnen suchte, sondern sie tauchten immer wieder auf, manchmal ganz unerwartet, und jedes Mal fühlte es sich an, als hätte der Tag gerade ein kleines Geschenk ausgepackt.

„Babe“ im Kinderkanal: Herzschmerz zwischen Slapstick und Jubel

Zum Abschluss performten Caught in the Act bei „Alles klar“ ihren Hit „Babe“, und gerade dieser Kontrast macht den Moment so herrlich 90er. Vorher noch Kindersketche, Verkleidungen, Lacher und Grimassen, und dann plötzlich diese vertraute Boyband-Emotion, bei der automatisch irgendwo im inneren Archiv die Bravo-Poster rascheln. „Babe“ war einer dieser Songs, die man nicht einfach nur hörte, sondern fühlte, besonders wenn man im passenden Alter war und bereits fest davon überzeugt, dass Liebeskummer eine sehr erwachsene Angelegenheit sei, auch wenn der eigene Schwarm aus der 8b noch nicht einmal wusste, dass man existierte.

Inmitten eines jubelnden jungen Publikums wirkte die Performance fast wie ein kleiner Brückenschlag zwischen Kinderzimmer und Teenie-Traum. Die einen waren vielleicht noch eher wegen Nickelodeon da, die anderen hätten vermutlich auch applaudiert, wenn CITA nur das Telefonbuch von Düsseldorf vorgelesen hätten. Genau diese Mischung macht den Auftritt heute so reizvoll. Er gehört nicht zu den großen, dramatischen Caught-in-the-Act-Momenten, über die man sofort spricht, wenn es um Tourneen, Hits oder Trennungen geht, aber er ist einer dieser kleinen, warmen Fernsehfunde, die zeigen, wie lebendig diese Zeit war.

Auch aus heutiger Sicht ist spannend, wie selbstverständlich Musikgäste damals in solche Sendungen eingebaut wurden. Es gab noch keine Social-Media-Clips, keine Livestreams, keine Stories aus dem Backstage-Bereich und keine TikToks, in denen man innerhalb von zwölf Sekunden erfahren hätte, was Bastiaan zum Frühstück gegessen hat. Wenn man die Jungs sehen wollte, musste man aufmerksam sein, Programmzeitschriften lesen, Videorekorder programmieren oder sich darauf verlassen, dass irgendjemand im Freundinnenkreis rechtzeitig Bescheid sagte. Diese Knappheit machte jeden Auftritt wertvoller. Man konsumierte nicht nebenbei, man sammelte.

Und genau deshalb haben solche Clips bis heute diesen besonderen Zauber. Sie sind keine perfekt kuratierten Hochglanz-Erinnerungen, sondern Momentaufnahmen aus einer Zeit, in der Fernsehen noch Ereignischarakter hatte. Ein Caught-in-the-Act-Auftritt bei Nickelodeon war nicht einfach Content, der irgendwo im Feed vorbeirauschte. Er war ein Termin. Eine kleine Verabredung mit dem Fernseher. Und wenn die Kassette lief, dann hatte man danach einen Schatz, den man wieder und wieder anschauen konnte, bis das Band irgendwann vermutlich mehr Fanliebe als Bildqualität enthielt.

Warum uns dieser Auftritt heute noch so viel erzählt

Wenn wir heute auf Caught in the Act bei Alles klar zurückblicken, geht es natürlich nicht nur um ein paar Sketche und eine Performance von „Babe“. Es geht um ein ganzes Lebensgefühl, das an diesem Auftritt hängt. Es geht um die Zeit, in der man Telefonnummern aus Fanmagazinen abgeschrieben hat, in der man sich Sendetermine notierte, als hinge die persönliche Zukunft davon ab, und in der ein kurzer TV-Moment reichen konnte, um noch Tage später mit Freundinnen darüber zu sprechen.

Vielleicht berührt uns dieser Auftritt heute auch deshalb, weil er uns daran erinnert, dass unsere damalige Begeisterung so ehrlich war. Ja, sie war manchmal dramatisch. Ja, sie war laut. Und ja, vermutlich haben einige von uns Dinge in Fanbriefe geschrieben, bei denen wir heute hoffen, dass diese Briefe niemals wieder auftauchen. Aber diese Begeisterung war echt. Sie hatte nichts Berechnendes, nichts Cooles, nichts Ironisches. Wir liebten diese Musik, diese Jungs, dieses Gefühl, für ein paar Minuten aus dem Alltag herauszukippen und in eine Welt zu geraten, in der alles möglich schien, sogar ein zufälliges Treffen mit der Lieblingsband am Bahnhof.

Der Nickelodeon-Auftritt zeigt CITA von einer Seite, die im Rückblick besonders wertvoll ist: weniger unnahbar, weniger glatt, weniger „Poster an der Wand“, dafür mehr „ach guck, die können ja wirklich Spaß haben“. Gerade in einer Zeit, in der wir viele alte Popmomente neu anschauen und mit erwachsenen Augen bewerten, tut es gut, solche Szenen zu sehen. Sie haben nichts Peinliches, auch wenn sie herrlich albern sind. Sie haben eher etwas Befreiendes, weil sie zeigen, dass Popkultur nicht immer tiefgründig, ernst und perfekt sein muss, um wichtig zu sein. Manchmal reicht es, wenn vier Boyband-Jungs in einer Kindersendung mitspielen, ein paar Kinder jubeln und am Ende „Babe“ erklingt.

Wer sich im CITA-Forum gern weiter durch alte TV-Momente der 90er klickt, wird diesen Auftritt vermutlich genau dort einsortieren, wo auch VIVA-Besuche, BRAVO-TV-Momente und überraschende kleine Fernsehperlen hingehören: in die Kategorie „Hatte ich fast vergessen, aber mein Teenie-Herz wusste es noch“. Solche Erinnerungen sind keine großen Schlagzeilen, sondern kleine Mosaiksteine. Und gerade diese Mosaiksteine machen das Bild unserer 90er-Fanzeit so lebendig.

Caught in the Act bei Alles klar ist deshalb mehr als nur ein nostalgischer Videofund. Es ist ein kurzer Blick zurück in eine Fernsehlandschaft, in der Boybands noch durch echte Studios liefen, Kinder vor Ort jubelten und wir zu Hause das Gefühl hatten, ganz nah dran zu sein. Vielleicht war nicht alles perfekt, vielleicht war manches wild zusammengeschnitten, und vielleicht wirkt einiges heute unfassbar schräg. Aber genau darin liegt der Charme. Die 90er waren nicht glattgebügelt. Sie waren bunt, laut, manchmal ein bisschen drüber und voller Momente, die man erst Jahrzehnte später wiederfindet und plötzlich merkt: Ach, stimmt. So hat sich das damals angefühlt.

Und während unten das Video wartet und „Babe“ wahrscheinlich schon beim Gedanken daran irgendwo im Kopf losläuft, bleibt am Ende vor allem dieses warme Gefühl zurück. Ein bisschen Kinderzimmer. Ein bisschen Nickelodeon. Ein bisschen Boyband-Wahnsinn. Und ganz viel Caught in the Act, wie wir sie geliebt haben: charmant, nahbar, musikalisch und herrlich bereit, für einen guten Lacher auch mal die Popstar-Fassade in die Ecke zu stellen.

Mehr von Caught in the Act aus dem Jahr 1997 findest du hier:

90er Reloaded: VIVA, Boygroups & Me

Wusstest du, dass VIVA-Moderator Mola Adebisi ein Buch über sein Zeit in den 90ern geschrieben hat?

Die 90er – das Kultjahrzehnt ist angesagt wie nie. Also zieht eure Neonklamotten an, kreppt euch die Haare und begleitet Mola Adebisi auf seiner Reise zurück in die Zeiten von Discman, Gameboy, Tamagochi – und natürlich VIVA! Denn als Moderator der ersten Stunde war Käpt’n Mola mitten drin und erzählt gewohnt offen von seinem Weg vom Breakdancer, Hip-Hopper, Rapper zu einem der erfolgreichsten Moderatoren des Musiksenders, seinen coolsten Interviews, kleinen Patzern in Sendungen und auf Reisen und bleibenden Eindrücken. ▪ VIVA – Nicht nur ein Sender, sondern ein Gefühl! ▪ Boygroups – Ein Phänomen der 90er: Take That, Worlds Apart, East 17, Caught in the Act, NSYNC, Backstreet Boys … ▪ Janet Jackson, Lenny Kravitz, Toni Cottura – Erlebt die 90er live durch Molas Augen!

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