Lollo Rosso: Das Jugendmagazin, das uns die 90er fühlbar machte
Am 06. Januar 1995 flimmerte eine neue Sendung über die deutschen Bildschirme: „Lollo Rosso“, ein jugendlich-frisches TV-Format des WDR, das sich direkt an die Teenager-Generation der 90er richtete. Mit Rebecca Siemoneit-Barum – vielen auch bekannt als Iffi aus der „Lindenstraße“ – als Moderatorin, holte das Magazin Stars und Newcomer live ins Wohnzimmer. An ihrer Seite: Jim Reeves, charismatischer Co-Moderator, der kurz darauf mit Squeezer durchstartete und viel zu früh, im Februar 2016, verstarb.
Der Clou der Sendung? Sie war interaktiv – Zuschauer konnten live anrufen, Fragen stellen und ihren Idolen ganz nah sein. Und mittendrin: Eine Band, die damals am Anfang einer steilen Karriere stand…
Caught in the Act bei Lollo Rosso: Fanträume wurden wahr
Frühjahr 1995: Caught in the Act hatten gerade ihre Single „My Arms Keep Missing You“ veröffentlicht. Sie standen in den Startlöchern ihrer Boyband-Raketenkarriere – und passten perfekt ins Konzept von „Lollo Rosso“. Gleich zu Beginn performten die vier Jungs ihren aktuellen Song live im Studio. Der Empfang durch Jim Reeves war herzlich und charmant.
Jim stellte gleich die wichtigste Frage des Tages: „Wann kommt euer Album raus?“ Eloy de Jong antwortete stolz: „Unser Album Caught In The Act Of Love* ist diese Woche rausgekommen. Wir haben es in London aufgenommen und sind sehr stolz darauf.“ Die perfekte Überleitung für ein gemütliches Gespräch an der Studiobar – inklusive Live-Schaltungen mit den Fans.
Geständnisse & Geschichten: Die Jungs plaudern aus dem Nähkästchen
Natürlich wollte Jim wissen, wie sich die Jungs eigentlich kennengelernt haben. Eloy erzählte die – mittlerweile entzauberte – Geschichte: Er und Bastiaan hätten sich schon aus Schulband-Zeiten gekannt, Benjamin wiederum habe Lee aus England mitgebracht. Eine kreative Version, die sich damals wohl besser anhörte als das Wort „Casting“. Warum das so war? Die 90er wollten Illusion – und Boybands sollten wie Schicksalsfreundschaften wirken.
Dann wurde es persönlicher: „Was habt ihr eigentlich gemacht, bevor ihr berühmt wurdet?“, fragte Jim.
Eloy: „Ich habe Standard getanzt.“
Benjamin: „Ich habe versucht, Sänger oder Schauspieler zu werden.“
Bastiaan: „Ich war in Bands und auf der Schauspielschule.“
Lee: „Auch ich war auf der Schauspielschule in London.“
Eine bunt zusammengewürfelte, aber ambitionierte Truppe – bereit, die Herzen der Fans im Sturm zu erobern.
Live-Zuschauerfragen: Als man noch per Telefon in die Sendung kam
Heute würden wir via Insta-Story Fragen stellen – damals wählten wir die Hotline. Und so hörten wir die 15-jährige Petra, die wissen wollte, wann CITA wieder nach Bremerhaven kämen. Eloy gestand, dass er es gerade nicht wisse – versprach aber, wiederzukommen. Bastiaan ergänzte pflichtbewusst den nächsten Auftritt: „Heute Abend sind wir in Oberkirchen. Kommt vorbei – es wird super!“
Auch Bettina (15) aus Hamburg hatte eine wichtige Frage: „Wie seid ihr auf den Namen Caught in the Act gekommen?“
Lee: „Wir wollten etwas Spannendes, das zum Tanzen und Singen passt. Dann haben wir den Namen in einem Magazin gelesen – und dachten, das ist perfekt!“
Der 13-jährige Marc Ludwig wollte wissen, wo ihr schönstes Konzert war. Bastiaan schwärmte von der BRAVO Super Show – das erste Mal live in Deutschland, mit zitternden Knien und jeder Menge Aufregung.
Und dann kam Stefanie. Ihre Frage an Eloy: „Hast du eine Freundin?“ Ein schüchternes Lächeln, ein Kopfschütteln – und tausende Teenie-Herzen hüpften durch ganz Deutschland.
Zwischen Fax, Fanpost und Fernweh: Die 90er in ihrer schönsten Form
In einer Zeit vor WhatsApp und TikTok war es ein kleines Wunder, live im Fernsehen seine Idole fragen zu dürfen – oder wenigstens per Fax eine Antwort zu bekommen. Auch die Fragen dort waren herrlich direkt: „Wann wart ihr das erste Mal so richtig verliebt?“
Lee erinnerte sich an eine Beziehung in Holland, bevor die Band bekannt wurde – sie endete leider.
Benjamin berichtete, dass seine letzte Liebe schon Jahre zurücklag – der Zeitdruck und die Arbeit hätten es unmöglich gemacht.
Und dann war „Lollo Rosso“ auch schon vorbei. Eine halbe Stunde voller Musik, Fangekreische, intimer Fragen und echter Emotionen.
Warum Lollo Rosso ein unterschätztes Juwel der 90er war
„Lollo Rosso“ war mehr als nur ein Jugendmagazin – es war ein Fenster in die Welt unserer Stars. Wer damals vor dem Fernseher saß, spürte ein Stück Magie. Es war der Moment, in dem wir das Gefühl hatten, ganz nah dran zu sein – an CITA, an der Musik, an unseren Träumen.
Und ja, es war ein bisschen bunt, ein bisschen kitschig und völlig wunderbar. So wie die 90er eben waren.
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Caught In The Act bei Lollo Rosso 1995:
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