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Das Caught in the Act Comeback 2015 – wie alles begann

Es gibt Momente, bei denen man sich noch Jahre später erstaunlich genau daran erinnert, wo man war, was man gerade gemacht hat und wie schnell man plötzlich nach seiner Brille greifen musste, weil man glaubte, etwas auf dem Bildschirm nicht richtig erkannt zu haben. Das Caught in the Act Comeback 2015 war für viele von uns genau so ein Moment. Schließlich hatten wir uns nach der Trennung der Band im Jahr 1998 zwar noch häufig ausgemalt, wie schön es wäre, Bastiaan, Benjamin, Eloy und Lee irgendwann wieder gemeinsam zu sehen, doch realistisch betrachtet hatte kaum jemand ernsthaft damit gerechnet.

17 Jahre sind eine lange Zeit. Aus den Teenagern, die früher mit der BRAVO unter der Bettdecke verschwanden, waren längst erwachsene Frauen und Männer geworden. Wir hatten Ausbildungen gemacht, Familien gegründet, Beziehungen begonnen und beendet, Wohnungen eingerichtet, Rechnungen bezahlt und im besten Fall gelernt, dass Dauerwelle und extrem schmale Augenbrauen nicht zwangsläufig noch einmal zurückkommen müssen. Nur unsere Erinnerungen an Caught in the Act waren erstaunlich hartnäckig geblieben.

Die Poster waren vielleicht nicht mehr an der Wand, sondern sorgfältig in Kartons verstaut. Die Musik lief nicht mehr aus einem tragbaren CD-Player, sondern aus dem Smartphone. Und doch musste nur irgendwo „Love Is Everywhere“ erklingen, schon war dieses vertraute Gefühl wieder da. Man sah förmlich die alten Zimmerwände vor sich, erinnerte sich an Konzerte, Fanfreundschaften und an die geradezu wissenschaftliche Frage, welcher der vier Jungs auf welchem Poster am besten aussah.

Als das Caught in the Act Comeback 2015 langsam Gestalt annahm, war ich bereits im Fanclub-Team von Lee Baxter aktiv und bekam einige Entwicklungen aus nächster Nähe mit. Gerade deshalb fühlte sich diese Zeit besonders unwirklich an. Was zunächst wie eine vorsichtige Annäherung unter früheren Bandkollegen begann, entwickelte sich innerhalb weniger Monate zu einem Comeback, das nicht nur die Mitglieder von Caught in the Act, sondern auch ihre Fans zurück zu einem wichtigen Teil ihrer eigenen Geschichte führte.

Nach der Trennung blieb mehr als Musik zurück

Als Caught in the Act sich 1998 trennten, endete für viele Fans nicht einfach nur die Karriere einer Boyband. Es fühlte sich eher so an, als würde jemand ziemlich unsanft die Tür zu einer ganzen Lebensphase schließen. Diese vier jungen Männer waren schließlich über Jahre hinweg ein fester Bestandteil unseres Alltags gewesen. Wir sahen sie in Musikshows, sammelten Interviews, tauschten Poster, nahmen Fernsehauftritte auf VHS auf und entwickelten dabei ein Organisationstalent, das jedem modernen Projektmanagementkurs zur Ehre gereicht hätte.

Wer zur richtigen Zeit den Videorekorder programmieren konnte, hatte im Freundeskreis automatisch eine gewisse Machtposition.

Nach der Trennung gingen Bastiaan Ragas, Benjamin Boyce, Eloy de Jong und Lee Baxter getrennte Wege. Sie arbeiteten an Soloprojekten, widmeten sich der Schauspielerei, dem Fernsehen oder anderen persönlichen und beruflichen Plänen. Für die Öffentlichkeit gab es lange keine gemeinsame Geschichte mehr, sondern vier einzelne Lebenswege, die sich scheinbar immer weiter voneinander entfernten.

Auch wir Fans veränderten uns. Das Leben wurde voller, vernünftiger und gelegentlich ein wenig anstrengender. Trotzdem verschwanden die Erinnerungen nicht. Bei manchen blieben die alten Fanartikel erhalten, bei anderen nur bestimmte Melodien oder Geschichten. Einige Fanfreundschaften hielten sogar über Jahrzehnte, obwohl sie ursprünglich damit begonnen hatten, dass zwei Teenagerinnen auf einem Konzert dieselbe Person anschmachteten und anschließend beschlossen, sich darüber künftig regelmäßig per Brief auszutauschen.

Eine Wiedervereinigung war in dieser Zeit immer wieder Thema unter den Fans. Mal wurde sie hoffnungsvoll diskutiert, mal mit einem resignierten „Das passiert sowieso nie“ abgehakt. Gerade weil sich über viele Jahre nichts Konkretes abzeichnete, gewöhnte man sich irgendwann an den Gedanken, dass die gemeinsame Geschichte von Caught in the Act 1998 endgültig beendet worden war.

Doch offenbar hatten auch die vier früheren Bandmitglieder ihre gemeinsame Zeit nicht vollständig hinter sich gelassen. Im Oktober 2014 deutete Eloy in einem Interview vorsichtig an, dass wieder etwas Kontakt bestehe. Noch war das keine Comeback-Ankündigung und erst recht kein fertiger Plan. Für aufmerksame Fans war es jedoch das erste kleine Signal, dass die alten Verbindungen möglicherweise doch nicht vollständig abgerissen waren.

Im Dezember desselben Jahres meldete sich Bastiaan über Facebook bei Lee. Die Nachricht war auf eine charmant-witzige Weise so typisch, dass sie schnell zu einer dieser kleinen Geschichten wurde, die man innerhalb der Fangemeinschaft immer wieder erzählte. Es war keine große Presseinszenierung, kein perfekt vorbereiteter PR-Moment und kein Manager, der bedeutungsvoll eine Reunion verkündete. Es war zunächst einfach ein früherer Bandkollege, der den Kontakt zu einem anderen suchte.

Manchmal beginnen große Geschichten offenbar nicht mit einem Vertragsentwurf, sondern mit einer Facebook-Nachricht.

Das Caught in the Act Comeback 2015 beginnt in Amsterdam

Am 1. April 2015 geschah schließlich etwas, das viele Fans zunächst für einen ziemlich grausamen Aprilscherz hielten: Bastiaan, Benjamin, Eloy und Lee trafen sich in Amsterdam zum Mittagessen. Zum ersten Mal seit der Trennung im Jahr 1998 waren alle vier wieder gemeinsam zusammen. Es gab keine Fernsehkameras, keine große Bühne und zunächst auch keine offizielle Comeback-Pressekonferenz. Nur vier Männer, die ein sehr ungewöhnliches Kapitel ihres Lebens miteinander geteilt hatten und sich nach 17 Jahren wiedersahen.

Lee schrieb mir damals, das Treffen habe sich wie ein Klassentreffen angefühlt. Diese Beschreibung passte erstaunlich gut. Schließlich kennt vermutlich jeder dieses merkwürdige Gefühl, wenn man Menschen wiedersieht, die eng mit einer früheren Version des eigenen Lebens verbunden sind. Man erkennt vertraute Gesten, erinnert sich an alte Geschichten und merkt gleichzeitig, wie viel Zeit vergangen ist.

Nur dass bei diesem Klassentreffen ein paar Millionen Menschen die damaligen Klassenfotos gesammelt hatten.

Noch am selben Tag veröffentlichten die vier ein gemeinsames Bild auf ihren Social-Media-Kanälen. Darauf standen sie dicht beieinander und strahlten in die Kamera. Kein großes Bühnenfoto, kein aufwendig produziertes Motiv – und gerade deshalb wirkte es so stark. Es zeigte vier Menschen, die wir zuletzt als sehr junge Männer gemeinsam erlebt hatten und die nun, sichtbar älter und mitten im Leben angekommen, wieder nebeneinanderstanden.

In den Fangruppen brach innerhalb kürzester Zeit das herrlichste Chaos aus. War das Bild wirklich aktuell? Würden sie nur gemeinsam essen? Hatte jemand den 1. April übersehen? War eine Reunion geplant? Würden tatsächlich alle vier zurückkehren? Und vor allem: Wie sollte man jetzt bitte noch so tun, als wäre dies ein ganz normaler Mittwoch?

Das Foto bestätigte zunächst nur das Wiedersehen. Trotzdem hatte sich etwas verändert. Eine gemeinsame Zukunft schien plötzlich nicht mehr vollkommen ausgeschlossen. Das Caught in the Act Comeback 2015 war noch nicht offiziell beschlossen, doch aus einer jahrelangen Fantasie war zumindest eine reale Möglichkeit geworden.

Für viele Fans lag die emotionale Kraft dieses Bildes weniger darin, dass sofort neue Musik oder eine Tour angekündigt wurden. Entscheidend war, dass die vier überhaupt wieder miteinander an einem Tisch gesessen hatten. Nach allem, was seit der Trennung vergangen war, wirkte schon dieses Wiedersehen wie ein versöhnlicher Moment.

Vielleicht war genau das der Grund, weshalb das Foto so viele Menschen berührte. Wir sahen darauf nicht nur Bastiaan, Benjamin, Eloy und Lee. Wir sahen gleichzeitig einen Teil unserer eigenen Jugend wieder.

Caught In The Act Comeback
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Benjamin Boyce, Lee Baxter, Bastiaan Ragas und Eloy de Jong (v. l.)
(Quelle: Caught In The Act)

Zwischen Kölner Kölsch und der großen Entscheidung

Nach dem ersten Treffen in Amsterdam blieb es nicht bei nostalgischen Erinnerungen. Weitere Gespräche folgten, und bei einem Treffen in Köln wurden die Überlegungen konkreter. Wie könnte ein Comeback aussehen? Gab es noch ein gemeinsames Gefühl für die Musik? Würde das Publikum die Band nach so langer Zeit überhaupt wiedersehen wollen? Und wie ließ sich eine Reunion mit den heutigen Lebenssituationen der vier Männer vereinbaren?

Die Ausgangslage war schließlich vollkommen anders als in den 90ern. Damals bestimmten Produzenten, Management und ein eng getakteter Terminplan einen großen Teil des Lebens. Nun waren alle vier erwachsene Männer mit eigenen Projekten, Verpflichtungen und Vorstellungen. Ein Comeback konnte nicht einfach bedeuten, die alte Maschinerie wieder anzuschalten und so zu tun, als seien seit 1998 nur ein paar Wochen vergangen.

Bei dem Kölner Treffen wurde allerdings nicht ausschließlich über Strategien, Musik und Zukunftspläne gesprochen. Nachdem Bastiaan und Eloy früher gegangen waren, landeten Benjamin und Lee noch gemeinsam mit Fans in einer Bar. Der Abend wurde offenbar etwas länger, und Lee berichtete später von einem Kater, der sich einen festen Platz in seiner persönlichen Rangliste verdient hatte.

Auch das gehörte zu dieser Comeback-Geschichte. Die Männer, die wir früher als nahezu unerreichbare Stars erlebt hatten, waren längst keine sorgfältig inszenierten Posterfiguren mehr. Sie waren Menschen, die alte Freunde wiedertrafen, zu lange in einer Bar blieben und am nächsten Morgen vermutlich ebenfalls feststellten, dass der Körper mit Mitte 40 andere Vorstellungen von einer gelungenen Nacht hat als mit Anfang 20.

Im Laufe der Gespräche wurde deutlich, dass Benjamin nicht Teil der neuen Bandphase sein würde. Für viele Fans war das zunächst schmerzhaft, denn die Hoffnung auf eine vollständige Wiedervereinigung in Originalbesetzung hatte nach dem Amsterdamer Foto natürlich sofort neue Nahrung bekommen. Benjamin entschied sich jedoch gegen eine dauerhafte Rückkehr zu Caught in the Act, sodass Bastiaan, Eloy und Lee das Comeback als Trio fortsetzten. Zeitgenössische Berichte beschrieben seine Entscheidung als bewussten Schritt zugunsten seines eigenen Weges und seiner Soloprojekte.

Diese Entwicklung zeigte früh, dass das Caught in the Act Comeback 2015 keine einfache Wiederholung der Vergangenheit werden konnte. Es ging nicht darum, die Zeit zurückzudrehen und jede Einzelheit von damals wiederherzustellen. Das wäre ohnehin unmöglich gewesen. Stattdessen entstand eine neue Version der Band, die an die gemeinsame Geschichte anknüpfte, ohne so zu tun, als hätten sich Menschen, Leben und Prioritäten in 17 Jahren nicht verändert.

Natürlich brauchten manche Fans etwas Zeit, um sich an den Gedanken einer Dreierbesetzung zu gewöhnen. Unsere Erinnerungen waren schließlich fest mit vier Stimmen, vier Gesichtern und vier unterschiedlichen Persönlichkeiten verbunden. Doch gleichzeitig wuchs die Neugier. Bastiaan, Eloy und Lee wollten tatsächlich wieder gemeinsam auf eine Bühne gehen – ein Satz, der wenige Monate zuvor noch wie eine besonders unrealistische Fanfiction geklungen hätte.

Silvester 2015 wurde aus der Hoffnung ein echtes Comeback

Der entscheidende Moment kam am 31. Dezember 2015. Bei der ZDF-Silvestershow „Willkommen 2016“ am Brandenburger Tor in Berlin sollten Bastiaan, Eloy und Lee erstmals wieder gemeinsam als Caught in the Act auftreten. Bereits im Vorfeld wurde die Rückkehr der Band öffentlich angekündigt. Für die Fans war damit klar: Das Treffen in Amsterdam war nicht nur ein freundliches Wiedersehen geblieben. Das Comeback fand wirklich statt.

Während vor dem Brandenburger Tor eine riesige Menschenmenge auf den Jahreswechsel wartete, saßen unzählige frühere CITA-Fans zu Hause vor dem Fernseher. Manche hatten vermutlich der Familie erklärt, dass nun für einige Minuten bitte niemand sprechen, etwas fragen oder auf die Idee kommen solle, noch schnell Chips aus der Küche zu holen. Prioritäten mussten schließlich auch 2015 gesetzt werden.

Andrea Kiewel kündigte Caught in the Act an, und dann standen sie tatsächlich wieder gemeinsam auf der Bühne: Bastiaan, Eloy und Lee. Die ersten Töne von „Love Is Everywhere 2016“ erklangen, jener neu aufgenommenen Version des großen Hits, die kurz vor Silvester veröffentlicht worden war. Die Choreografie war an das neue Jahrtausend und vermutlich auch ein wenig an die inzwischen erwachseneren Knie angepasst worden, doch das vertraute Gefühl stellte sich innerhalb weniger Sekunden wieder ein.

Es war einer dieser seltenen Augenblicke, in denen Vergangenheit und Gegenwart beinahe nahtlos ineinandergriffen. Auf der Bühne standen nicht mehr die jungen Männer von den alten BRAVO-Postern. Vor den Bildschirmen saßen keine 14-jährigen Teenager mehr. Trotzdem war die Verbindung sofort wieder da.

Viele Fans reagierten mit Tränen, Gänsehaut und ungläubigem Lachen. Man wusste ja eigentlich, dass es „nur“ ein Fernsehauftritt war. Gleichzeitig fühlte sich dieser Moment viel größer an, weil er etwas zurückbrachte, das längst unwiederbringlich verloren geglaubt worden war.

Nach dem Jahreswechsel folgten noch „Happy New Year“ und ein Medley bekannter Caught-in-the-Act-Hits, während das Feuerwerk über Berlin weiterging. Damit wurde aus dem Silvesterauftritt nicht nur eine kurze nostalgische Überraschung, sondern eine regelrechte Feier der alten Songs.

Das Caught in the Act Comeback 2015 hatte damit seinen öffentlichen Höhepunkt erreicht. Vom gemeinsamen Mittagessen in Amsterdam im April bis zur großen Bühne am Brandenburger Tor waren gerade einmal neun Monate vergangen. Für die Fans hatte sich in dieser Zeit eine Tür geöffnet, die seit 1998 fest verschlossen schien.

Und plötzlich begann ein neues Jahr mit einer Boyband, von der wir geglaubt hatten, wir müssten sie für immer ausschließlich auf VHS-Kassetten besuchen.

Neue Musik, alte Freunde und ein anderes Fanleben

Nach dem Silvesterauftritt blieb das Comeback keine einmalige Veranstaltung. Im Jahr 2016 traten Bastiaan, Eloy und Lee bei zahlreichen 90er-Veranstaltungen und in verschiedenen Fernsehshows auf. Unter anderem waren sie im ZDF-Fernsehgarten sowie bei „Willkommen bei Carmen Nebel“ zu sehen, wo die vertrauten Songs erneut ein großes Fernsehpublikum erreichten.

Für die Fans begann damit eine Zeit, die sich gleichzeitig neu und wunderbar vertraut anfühlte. Wieder wurden Termine verglichen, Zugverbindungen gesucht und Verabredungen für Konzerte getroffen. Der entscheidende Unterschied bestand darin, dass wir dafür nun keine Eltern mehr überreden mussten. Theoretisch konnten wir selbst entscheiden, wie viele Auftritte wir besuchen wollten. Praktisch mussten wir höchstens noch Arbeitgeber, Familienkalender und den eigenen Rücken davon überzeugen.

Viele alte Fanfreundschaften lebten wieder auf. Menschen, die sich seit Jahren nicht gesehen hatten, trafen sich plötzlich bei 90er-Festivals oder vor Konzerthallen. Andere lernten sich erst während des Comebacks kennen, obwohl sie schon in den 90ern dieselbe Band geliebt hatten. Die gemeinsame Vergangenheit schuf sofort Nähe. Man musste nicht lange erklären, weshalb ein bestimmter Song so viel bedeutete oder warum ein vergilbtes Konzertticket noch immer sorgfältig aufbewahrt wurde.

Ende November 2016 erschien das Comeback-Album „Back for Love“. Darauf fanden sich neu produzierte Versionen bekannter CITA-Hits, aber auch neue Titel. Songs wie „My Arms Keep Missing You“, „You Know“, „Babe“, „Baby Come Back“ und natürlich „Love Is Everywhere“ verbanden die vertrauten Melodien mit einem moderneren Klang.

Dieses Album war für viele Fans keine gewöhnliche Veröffentlichung. Es fühlte sich eher wie ein musikalisches Fotoalbum an, das um einige neue Seiten ergänzt worden war. Beim Hören tauchten sofort Erinnerungen auf: an das erste Konzert, an das Lieblingsposter, an eine bestimmte Freundin oder an jenen Nachmittag, an dem man angeblich Hausaufgaben machte, tatsächlich aber ein Caught-in-the-Act-Interview zum fünften Mal zurückspulte.

Mit der „Love Is Everywhere 2016“-Tour ging der Traum schließlich noch einen Schritt weiter. Die Tour begann im November 2016 in Zürich und führte anschließend durch zahlreiche deutsche Städte. Endlich standen Bastiaan, Eloy und Lee nicht nur für kurze Fernsehauftritte oder Festivalsets auf der Bühne, sondern präsentierten ein eigenes Konzertprogramm.

In den Hallen entstand eine besondere Atmosphäre. Natürlich wurde gekreischt, allerdings mit etwas mehr Lebenserfahrung und gelegentlich dem Wunsch nach einem Sitzplatz. Alte Choreografien wurden erkannt, Textzeilen automatisch mitgesungen und bei den Balladen flossen zuverlässig Tränen. Niemand musste erklären, weshalb erwachsene Menschen bei einem Popsong aus den 90ern derart emotional wurden. Alle wussten es.

Besonders wertvoll waren die Begegnungen rund um die Auftritte. Bastiaan, Eloy und Lee nahmen sich immer wieder Zeit für Fotos, Autogramme und Gespräche. Dabei zeigte sich, dass nicht nur die Fans älter geworden waren. Auch die Beziehung zwischen Band und Publikum hatte sich verändert. Früher lagen häufig Absperrgitter, Sicherheitsleute und das gesamte Boyband-System zwischen den Stars und ihren Anhängern. Nun waren viele Begegnungen persönlicher und entspannter.

Das bedeutete nicht, dass die alte Magie verschwunden war. Sie hatte nur eine andere Form angenommen.

Wir mussten niemandem mehr beweisen, dass unsere Begeisterung ernst gemeint war. Wir konnten über die eigenen Teenie-Eskapaden lachen, die alten Schwärmereien liebevoll betrachten und gleichzeitig anerkennen, wie wichtig diese Zeit für uns gewesen war. Das Comeback machte deutlich, dass Nostalgie nicht zwangsläufig bedeutet, in der Vergangenheit steckenzubleiben. Manchmal hilft sie vielmehr dabei, einen früheren Teil von sich wiederzufinden und freundlich in das heutige Leben mitzunehmen.

Interner Verlinkungshinweis: Hier bietet sich ein Link zu einem Beitrag über das Album „Back for Love“ oder die „Love Is Everywhere 2016“-Tour an.

Vom Comeback zu Caught in the Act 3.0

Auch nach der intensiven Comeback-Phase entwickelte sich die Geschichte von Caught in the Act weiter. Im März 2019 gab Eloy de Jong seinen Ausstieg aus der Band bekannt, weil sich seine erfolgreiche Solokarriere, seine Familie und die Termine mit Caught in the Act zeitlich nicht mehr miteinander vereinbaren ließen.

Für Bastiaan und Lee stellte sich damit erneut die Frage, wie und ob es mit der Band weitergehen sollte. Sie entschieden sich gegen ein endgültiges Ende und führten Caught in the Act in einer erweiterten Besetzung fort. Zunächst standen Axel de Graaf und Sjoerd Hermens mit ihnen auf der Bühne; im Jahr 2022 übernahm Marcel Vogelaar den Platz von Sjoerd. Die spätere Formation mit Bastiaan, Lee, Axel und Marcel trat weiterhin bei 90er-Veranstaltungen auf.

Nicht alle Fans konnten oder wollten diesen Weg mitgehen. Für viele ist Caught in the Act untrennbar mit der Originalbesetzung aus Bastiaan, Benjamin, Eloy und Lee verbunden. Das ist verständlich, denn genau an diesen vier Menschen hängen die prägenden Erinnerungen der 90er. Sie waren die Band, deren Bilder wir sammelten, deren Interviews wir auswendig kannten und deren Namen vermutlich noch heute schneller abrufbar sind als manche Telefonnummer aus dem eigenen Familienkreis.

Trotzdem muss die spätere Besetzung nicht als Versuch verstanden werden, Benjamin oder Eloy zu ersetzen. Eine gemeinsame Geschichte lässt sich nicht kopieren, und die Originalzeit von Caught in the Act bleibt ohnehin unverwechselbar. Die heutigen Auftritte greifen vielmehr die Musik und das Lebensgefühl auf, das mit der Band verbunden ist.

Gelegentlich wird behauptet, solche Fortsetzungen dienten ausschließlich dazu, mit der Nostalgie der Fans Geld zu verdienen. Diese Sichtweise ist mir zu einfach. Natürlich ist Musik auch ein Beruf, und selbstverständlich werden Auftritte bezahlt. Das war in den 90ern nicht anders. Entscheidend ist doch, ob die Beteiligten noch Freude daran haben und ob es Menschen gibt, die diese Songs weiterhin gemeinsam feiern möchten.

Niemand verliert seine Erinnerungen, nur weil sich eine Bandbesetzung verändert. Das erste Konzert bleibt das erste Konzert. Das Lieblingsposter bleibt das Lieblingsposter. Der Moment, in dem „Love Is Everywhere“ im Fernsehen lief und man alles stehen und liegen ließ, wird nicht nachträglich umgeschrieben.

Das Caught in the Act Comeback 2015 hat uns vor allem gezeigt, dass manches Kapitel nicht so endgültig abgeschlossen ist, wie es zunächst scheint. Aus einer Facebook-Nachricht wurde ein Wiedersehen. Aus einem Mittagessen in Amsterdam entstand ein gemeinsamer Plan. Aus diesem Plan wurde ein Auftritt am Brandenburger Tor, später ein Album und schließlich eine Tour.

Für die vier Originalmitglieder verlief der weitere Weg erneut unterschiedlich. Doch für einen kurzen, besonderen Moment saßen sie alle wieder gemeinsam an einem Tisch. Dieses Bild war vielleicht sogar wichtiger als jede perfekte Reunion-Inszenierung, weil es etwas Versöhnliches hatte. Es zeigte, dass die gemeinsame Vergangenheit noch existierte, auch wenn sie inzwischen zu vier sehr verschiedenen Lebensgeschichten gehörte.

Und wir Fans? Wir bekamen etwas, das wir nach 1998 kaum noch zu hoffen gewagt hatten. Wir konnten die Musik noch einmal gemeinsam erleben, alte Freundschaften auffrischen und feststellen, dass man sich durchaus wieder wie 14 fühlen kann – selbst wenn man vorher noch schnell die Spülmaschine ausgeräumt und am nächsten Morgen einen Termin beim Zahnarzt hat.

Vielleicht war genau das die schönste Erkenntnis des Comebacks: Wir mussten unsere Jugend nicht zurückholen. Sie war die ganze Zeit noch da, verborgen in Liedern, Bildern und Erinnerungen. Das Caught in the Act Comeback 2015 hat nur für einen Moment das Licht angeschaltet.

Und plötzlich war Love tatsächlich wieder everywhere.

Das Caught In The Act Comeback – Love is everywhere 2.0!

Happy new year!

Kurz nachdem das neue Jahr angebrochen war, traten Eloy, Lee und Bastiaan erneut auf. Mit dem Song „Happy new year“ und einem Medley ihrer größten Hits begeisterten die Menge. Das immer noch andauernde Feuerwerk trug zusätzlich zur großartigen Untermalung bei.

 

Caught In The Act 3.0

Im Jahr 2019 entschied sich auch Eloy de Jong, bei Caught In The Act auszusteigen. Er widmete sich seiner Solo-Schlagerkarriere und ist damit sehr erfolgreich.

Bastiaan und Lee hingegen wollten gerne weitermachen. Da das zu zweit jedoch nur wenig Sinn machte, wurden die beiden Holländer Axel de Graaf und Marcel Vogelaar engagiert, bei Caught In The Act 3.0 mitzumachen. Die vier treten weiterhin bei 90er Festivals auf und beleben das gute, alte CITA-Feeling.

Viele Fans monieren, dass es für sie die Band Caught In The Act ausschließlich in Original-Besetzung gibt. Das ist klar, denn unsere tollsten Teenager-Erinnerungen hängen daran. Es fallen oft Sätze wie „Lee und Bastiaan machen das doch auch nur, um weiterhin Kohle rauszuschlagen.“ Doch darum geht es doch gar nicht.

Es ist auch nicht das Ziel, Benjamin oder Eloy ersetzen zu wollen. Zeiten ändern sich, Menschen ändern sich und zum Glück haben die vier heute natürlich im Gegensatz zu damals viel mehr Freiheiten, auch „ihr eigenes Ding“ zu machen. Sie stehen nicht mehr unter dem Druck eines Managements. Und auch wenn es nicht mehr die vier „Originale“ sind: Die Musik wird bleiben und auch alle unsere tollen Teenage-Erinnerungen wird uns niemand nehmen können!

Und wer von seinen 90er Erinnerungen nicht genug bekommen kann, der ist auf dieser Seite ja ohnehin total richtig. 😎

 

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