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Willkommen zurück in Deiner Teenie-Zeit!

Es gibt diese Momente, die sich so tief ins Gedächtnis einbrennen, dass man sie auch Jahrzehnte später noch ganz genau vor sich sieht. Und wenn ich an die 90er zurückdenke, dann gehören genau solche Szenen einfach dazu: kreischende Fans, selbstgemalte Plakate, zitternde Hände – und dieses Gefühl, Teil von etwas ganz Großem zu sein.

1997 lief im österreichischen Fernsehen die Sendung „Das Leben ist ein Hit“ mit Moderatorin Vera Russwurm. Und mittendrin: Caught in the Act. Allein das hätte schon gereicht, um uns vor dem Fernseher komplett ausrasten zu lassen. Aber was dort passierte, war nochmal eine ganz eigene Liga.

Bevor die Jungs ihren Song „Babe“ performten, standen plötzlich Fans im Mittelpunkt. Nadja und ihre Freundinnen präsentierten etwas, das selbst für damalige Verhältnisse… sagen wir mal… leicht übertrieben war: einen 562 Meter langen Fanbrief. Fünfhundertzweiundsechzig Meter. Wenn man sich das heute vorstellt, wirkt es fast surreal.

Und weißt du was? Damals fanden wir das nicht mal komisch.

Zwischen Kreischen und Herzklopfen: Unser Leben als CITA-Fans

Wenn ich heute darüber nachdenke, frage ich mich manchmal: Was hat uns eigentlich dazu gebracht, solche Dinge zu tun?

Die Antwort ist eigentlich ganz simpel – und gleichzeitig so schwer zu erklären.

Wir waren verliebt. Nicht dieses ruhige, erwachsene Verliebtsein, das wir heute kennen. Sondern dieses alles verzehrende, kribbelnde, völlig irrationale Gefühl, das uns den Atem geraubt hat, sobald wir nur ein Bild von ihnen gesehen haben.

Caught in the Act waren für uns nicht einfach nur eine Boyband. Sie waren ein Gefühl.

Ein Song im Radio konnte unseren ganzen Tag verändern. Ein Poster in der BRAVO war kein Stück Papier – es war ein Schatz. Und ein Auftritt im Fernsehen? Ein Ereignis, das wir teilweise wochenlang herbeigesehnt haben.

Natürlich wollten wir auffallen. Natürlich wollten wir gesehen werden.

Und genau da beginnt diese Geschichte mit dem 562-Meter-Fanbrief.

Warum wir solche verrückten Fanaktionen gemacht haben

Wenn ich ehrlich bin, steckt hinter diesen „verrückten“ Aktionen etwas, das heute fast ein bisschen verloren gegangen ist.

Wir hatten keine sozialen Medien. Kein Instagram. Kein TikTok. Keine Möglichkeit, mal eben schnell einen Kommentar zu schreiben und darauf zu hoffen, dass er gesehen wird.

Wenn wir wollten, dass unsere Idole uns wahrnehmen, mussten wir kreativ werden.

Und manchmal… sind wir dabei ein bisschen eskaliert.

Ein 562 Meter langer Fanbrief war nicht einfach nur ein Brief. Es war eine Botschaft:
„Hey, wir sind hier. Wir lieben euch. Und wir geben uns Mühe, dass ihr das auch merkt.“

Und genau das war der Punkt.

Wir wollten nicht nur Fans sein.
Wir wollten die Fans sein.

Die, die auffallen.
Die, die in Erinnerung bleiben.
Die, die vielleicht – ganz vielleicht – ein Lächeln von Lee, Eloy, Bastiaan oder Benjamin bekommen.

Zwischen Größenwahn und echter Liebe

Wenn ich heute zurückblicke, muss ich manchmal schmunzeln. 562 Meter? Ernsthaft?

Aber gleichzeitig steckt darin auch etwas unglaublich Schönes.

Denn diese Aktionen waren nie berechnend.
Sie waren nicht strategisch.
Sie waren nicht „für Reichweite“.

Sie kamen direkt aus dem Herzen.

Wir haben Stunden, Tage, manchmal Wochen in solche Projekte gesteckt. Haben gebastelt, geschrieben, geplant, organisiert. Haben Freundinnen zusammengetrommelt und uns gegenseitig angesteckt mit dieser Euphorie.

Und irgendwo zwischen Klebestreifen, Filzstiften und zerknitterten Zetteln ist etwas entstanden, das man heute kaum noch reproduzieren kann:
echte, ungefilterte Fanliebe.

Der große Moment im Fernsehen

Und dann kam dieser eine Moment.

Das Studio. Die Kameras. Die Aufregung.

Nadja und ihre Freundinnen stehen da und präsentieren diesen unfassbar langen Fanbrief – wahrscheinlich mit klopfendem Herzen und zitternden Händen.

Und wir saßen zu Hause vor dem Fernseher und dachten uns nur:
„Oh mein Gott… wie cool ist das bitte?“

Kein Neid. Kein „Warum die und nicht ich?“.
Sondern einfach nur dieses Gefühl von:
„Die gehören zu uns.“

Sie waren ein Teil von uns allen. Von dieser riesigen, unsichtbaren Community, die sich damals über Bravo, Fanclubs und Zufälle verbunden hat.

Und vielleicht war genau das das Schönste daran.

Was uns damals niemand gesagt hat

Heute, mit ein bisschen Abstand, verstehen wir vieles besser.

Wir wissen, dass hinter Boybands auch ein System steckt. Management, Marketing, Image. Dass nicht alles so perfekt war, wie es für uns aussah.

Aber weißt du was?

Das hätte ich damals gar nicht wissen wollen.

Diese Illusion, dieses Gefühl, dass da jemand ist, der uns versteht, der uns sieht – das war ein wichtiger Teil unseres Erwachsenwerdens.

Und vielleicht waren diese verrückten Fanaktionen genau deshalb so wichtig.

Weil sie uns gezeigt haben, dass wir für etwas brennen können.
Dass wir Emotionen haben dürfen.
Dass es okay ist, sich hinzugeben – auch wenn es ein bisschen übertrieben wirkt.

562 Meter, die mehr sagen als tausend Worte

Wenn ich heute an diesen Fanbrief denke, sehe ich nicht einfach nur Papier.

Ich sehe Freundschaften.
Ich sehe Teenie-Zimmer voller Poster.
Ich sehe dieses unbeschreibliche Kribbeln im Bauch.

Und ich sehe uns.

Wie wir vor dem Fernseher sitzen, mit glänzenden Augen, und uns denken:
„Genau so fühlt sich Leben an.“

Vielleicht würden wir heute keinen 562 Meter langen Fanbrief mehr schreiben.

Aber dieses Gefühl von damals?
Das tragen wir immer noch in uns.

Und ganz ehrlich… ein kleines bisschen verrückt waren wir doch alle, oder?

Das Leben ist ein Hit – Caught In The Act mit „Babe“ 1997

Buchtipp: Eloy de Jong – Ganz bei mir

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Das Buch nimmt dich mit zu seinen ersten Jahren als Tänzer, den Zeiten des Zweifelns und der Ausgrenzung und natürlich zu dem Tag, an dem er beim Casting für Caught in the Act sein Leben für immer veränderte. Aber auch die weniger glamourösen Seiten kommen vor: frühe Misserfolge, der Druck des Ruhms, das Ende der Boyband und die Suche nach einer neuen Richtung.

Besonders bewegend sind die Kapitel über seine bedeutenden Beziehungen – unter anderem zu Stephen Gately und Carlo Boszhard – sowie über seinen größten privaten Wegabschnitt: das Leben als Teil einer Regenbogenfamilie, die Geburt der Zwillinge und der schmerzhafte Abschied von Milon.

Die Biografie beleuchtet ebenso seine Rückkehr ins Rampenlicht, den Solo-Erfolg mit „Kopf aus – Herz an“, seine Zusammenarbeit mit anderen Künstlern und seine wachsende Rolle als inspirierende Stimme in der LGBTQ+-Community. Ergänzt wird das alles durch eindrucksvolle Fotos und viele persönliche Einblicke, die Eloys Entwicklung greifbar machen.

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