Benjamin Boyce bei MTV live auf der IFA Berlin 1999
Ende der 90er war vieles anders als noch wenige Jahre zuvor. Für uns Fans fühlte sich das manchmal an, als hätte jemand plötzlich das Kapitel unserer Teenie-Zeit umgeblättert. Die Poster hingen zwar noch an der Wand – aber die Welt der Boybands begann sich zu verändern. Und mittendrin: Benjamin Boyce, der nach der Trennung von Caught in the Act seinen eigenen Weg ging.
Im Jahr 1999 war Benjamin auf der IFA Berlin zu Gast in der Sendung „MTV live“, moderiert von Peter Imhoff. Für viele von uns war das eine dieser Sendungen, bei denen man automatisch vor dem Fernseher hängen blieb. MTV lief sowieso ständig – aber wenn einer der ehemaligen CITA-Jungs auftauchte, wurde sofort lauter gedreht.
Schon zu Beginn des Interviews stellte Peter Imhoff eine Frage, die vermutlich viele Fans im Kopf hatten.
„Was ist denn so die Frage, die dir am häufigsten gestellt wird?“
Benjamin musste nicht lange überlegen.
Die Antwort kam sofort.
Und sie war wahrscheinlich genauso ehrlich wie leicht genervt.
Die Frage, die ihm am häufigsten gestellt werde, sei ganz klar, ob er noch Kontakt zu den anderen Jungs von Caught in the Act habe.
Man merkte schnell: Dieses Thema begleitete ihn überall hin.
Warum die CITA-Frage Benjamin Boyce nicht mehr hören konnte
Für Fans war die Trennung von Caught in the Act natürlich ein riesiges Thema. Schließlich hatten wir Jahre damit verbracht, Interviews zu lesen, TV-Auftritte zu verfolgen und jeden kleinen Hinweis auf das Leben der vier Jungs zu sammeln.
Doch für Benjamin bedeutete das auch etwas anderes:
Egal wo er auftauchte, egal worüber er eigentlich sprechen wollte – irgendwann landete jedes Gespräch wieder bei der Band.
Bei MTV live auf der IFA Berlin 1999 war das nicht anders.
Benjamin gab offen zu, dass ihn diese Frage inzwischen ziemlich nervte. Man spürte fast ein kleines Aufatmen, als Moderator Peter Imhoff schließlich meinte, dass dieses Kapitel nun ja eigentlich abgeschlossen sei.
Und genau dieser Moment war interessant.
Denn plötzlich ging es nicht mehr um die Vergangenheit – sondern um Benjamins eigenes Projekt.
Die Live-Band von Benjamin Boyce
Ein spannendes Thema des Interviews war Benjamins Live-Band, mit der er 1999 viele Auftritte spielte. Während Caught in the Act natürlich eine perfekt durchgeplante Popproduktion gewesen waren, wollte Benjamin als Solo-Künstler offensichtlich einen etwas anderen Weg gehen.
Peter Imhoff fragte ihn also, woher er eigentlich diese Band habe.
Benjamin antwortete mit einem breiten Grinsen:
Er habe einfach „ein paar billige Typen auf der Straße aufgegabelt“.
Natürlich war das ironisch gemeint – typisch Benjamin-Humor. Wer ihn aus Interviews kannte, wusste, dass er gerne mit einem Augenzwinkern antwortete.
Hinter dieser lockeren Bemerkung steckte aber auch etwas anderes:
Benjamin wollte zeigen, dass er nicht mehr nur Teil einer Boyband war, sondern ein Musiker mit eigener Bühne.
Die Live-Band spielte dabei eine wichtige Rolle. Sie gab seinen Auftritten einen anderen Charakter als die perfekt choreografierten Shows der CITA-Zeit.
Die mystische Single „10.000 Lightyears“
Richtig interessant wurde das Gespräch, als es um Benjamins damalige Single „10.000 Lightyears“ ging.
Der Song klang schon vom Titel her geheimnisvoll – und genau darum ging es auch.
Benjamin erklärte, dass die Idee zu diesem Stück schon zwei Jahre zuvor entstanden sei. Die Geschichte hinter dem Song sei bewusst mystisch angelegt.
Es gehe darum, von einem Alien entführt zu werden.
Klingt ein bisschen verrückt?
Vielleicht.
Aber gerade solche Themen passten perfekt in die späten 90er. Science-Fiction, außerirdisches Leben und mystische Geschichten waren damals überall präsent – in Serien, Filmen und natürlich auch in der Popkultur.
Benjamin ging sogar noch einen Schritt weiter.
Er sagte ganz offen, dass er definitiv daran glaube, dass es außerirdisches Leben gibt.
Ob auf anderen Planeten oder vielleicht sogar näher, als wir denken – das ließ er offen. Aber allein diese Aussage machte das Interview sofort spannender.
Denn plötzlich ging es nicht mehr nur um Popmusik, sondern um Fantasie, Mystik und diese typische Neugier auf das Unbekannte.
Benjamin Boyce live auf der IFA Berlin 1999
Natürlich blieb es nicht nur beim Interview.
Das Publikum bekam auch Musik zu hören.
Benjamin performte seine damalige Single „10.000 Lightyears“ live – ein Moment, der vielen Fans noch heute im Gedächtnis geblieben ist. Seine Stimme klang reifer, der Sound etwas rockiger als früher, und insgesamt wirkte die Performance deutlich persönlicher als die alten Boyband-Auftritte.
Als Zugabe gab es noch einen zweiten Song: „The Flowers Beside You“.
Beide Titel stammen von seinem Soloalbum „Benjamin Boyce“, mit dem er nach der CITA-Zeit musikalisch neue Wege einschlug.
Gerade solche TV-Auftritte waren damals unglaublich wichtig. YouTube gab es noch nicht, Social Media sowieso nicht. Wer einen Künstler sehen wollte, musste entweder auf ein Konzert gehen – oder darauf hoffen, dass ein Auftritt im Fernsehen ausgestrahlt wurde.
Und genau deshalb haben viele Fans diese Momente bis heute im Kopf.
Man saß vor dem Fernseher, vielleicht mit der Fernbedienung in der Hand, und hoffte, dass der Auftritt möglichst lange dauert.
Wenn Boyband-Stars plötzlich solo gehen
Der Auftritt von Benjamin Boyce bei MTV live auf der IFA Berlin 1999 steht auch symbolisch für eine Phase, die viele Boybands der 90er durchliefen.
Die große Euphorie der Mitte der Dekade war vorbei.
Viele Gruppen lösten sich auf oder veränderten sich.
Und plötzlich mussten die einzelnen Mitglieder zeigen, wer sie ohne die Band eigentlich waren.
Das war nicht immer einfach.
Denn für Fans war der Vergleich unvermeidlich. Jeder neue Song wurde automatisch mit den alten CITA-Hits verglichen. Jede TV-Performance erinnerte irgendwie an frühere Zeiten.
Doch genau darin lag auch der Reiz.
Zu sehen, wie sich ein Künstler weiterentwickelt.
Neue Musik ausprobiert.
Und vielleicht auch ein bisschen aus dem Schatten der eigenen Vergangenheit heraustritt.
Benjamin Boyce hat diesen Schritt damals mutig gewagt.
Und für uns Fans bleibt dieser Auftritt bei MTV live auf der IFA Berlin 1999 eine kleine Zeitkapsel aus genau dieser Übergangsphase.
Eine Erinnerung daran, wie sich die Welt der Boybands langsam veränderte – während wir immer noch vor dem Fernseher saßen und dachten:
„Ach Ben… ein bisschen CITA wird immer bleiben.“
Benjamin Boyce bei MTV live auf der IFA Berlin 1999:
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