Es gibt diese Momente, die sich ein bisschen anfühlen wie ein leiser Abschied, ohne dass es jemand so richtig ausspricht. Der 23. Oktober 1999 war genau so ein Moment. Popcorn Live – für viele von uns damals ein fester Termin im Kalender – wurde plötzlich zu einer Bühne, auf der sich zeigte, wie es nach Caught In The Act weitergehen könnte. Und mittendrin: Bastiaan Ragas.
Schon beim ersten Blick auf die Bühne war da dieses vertraute Gefühl. Dieses „Ich kenne ihn doch“, gemischt mit der leisen Frage: „Aber ist es noch dasselbe?“ Bastiaan trat an diesem Abend nicht mehr als Teil einer Boyband auf, sondern als Solo-Künstler. Und genau das machte diesen Auftritt so besonders.
Als die ersten Töne von „Sarah says“ erklangen, wurde es plötzlich ruhig. Kein hysterisches Kreischen, kein wildes Durcheinander – stattdessen dieses gespannte Zuhören, das man sonst eher von Konzerten kennt, bei denen es um mehr geht als nur um Hits. Seine Stimme wirkte reifer, ruhiger, fast ein bisschen nachdenklich. Es war, als würde er uns einen ganz neuen Teil von sich zeigen, den wir so vorher vielleicht noch gar nicht kannten.
Und dann, fast wie ein kleiner Befreiungsschlag, kam „Living for today“. Plötzlich war sie wieder da, diese Energie. Dieses Lächeln, das wir alle so gut kannten. Die Art, wie er sich über die Bühne bewegte, wirkte gelöst, frei – fast so, als würde er selbst gerade erst entdecken, wie sich dieser neue Abschnitt anfühlt. Man konnte ihm dabei zusehen, wie viel Spaß er hatte. Und genau das machte es so leicht, sich wieder fallen zu lassen und einfach mitzugehen.
Was diesen Auftritt so besonders gemacht hat, war nicht nur die Musik. Es war dieses Gefühl von Übergang. Von einem Kapitel, das sich langsam schließt, hin zu etwas Neuem, das noch nicht ganz greifbar ist. Für uns als Fans war das irgendwo zwischen Stolz und Wehmut angesiedelt. Man wollte sich freuen – und gleichzeitig noch ein kleines bisschen festhalten.
Popcorn Live 1999: Ein Abend zwischen Vergangenheit und Neuanfang
Das Format Popcorn Live war Ende der 90er genau das, was wir gebraucht haben: laut, bunt, voller Stars – und immer ein bisschen wie ein Mini-Festival für unser Teenie-Herz. Hier trafen sich die Acts, die wir aus der BRAVO kannten, die unsere Wände schmückten und unsere Gedanken bestimmten.
Dass an diesem Abend gleich zwei ehemalige CITA-Mitglieder – Bastiaan Ragas und Benjamin Boyce – auf der Bühne standen, fühlte sich fast wie ein vertrautes Wiedersehen an. Und doch lag etwas in der Luft, das sich nicht mehr ganz so leicht einordnen ließ. Es war kein klassischer Boyband-Auftritt mehr, sondern eher ein Blick in verschiedene Richtungen, in die sich alles entwickeln konnte.
Vielleicht war genau das der Moment, in dem viele von uns das erste Mal verstanden haben, dass diese Zeit nicht einfach stehen bleibt. Dass sich Dinge verändern. Und dass unsere Idole plötzlich ihren ganz eigenen Weg gehen.
Bastiaan Ragas: Musik war nie nur ein Kapitel
Wenn man sich Bastiaan Ragas anschaut, wird schnell klar, dass Musik für ihn nie einfach nur ein kurzer Abschnitt war, der mit Caught In The Act begonnen und geendet hat. Eigentlich war sie schon immer da – nur vielleicht nicht immer so sichtbar für uns.
Schon vor seiner Zeit in der Band war er musikalisch unterwegs, stand auf Bühnen, sang, performte. Und genau das merkt man ihm auch an. Diese Selbstverständlichkeit, mit der er sich bewegt, diese Ruhe in seiner Stimme – das kommt nicht von irgendwo. Das ist gewachsen.
Nach dem Ende von CITA wirkte sein Schritt in die Solo-Karriere fast logisch. Während viele von uns noch damit beschäftigt waren, das Band-Aus zu verarbeiten, hatte er seinen Blick längst nach vorne gerichtet. Musicals, eigene Songs, neue Projekte – Bastiaan hat sich nie auf eine Rolle festgelegt, sondern immer wieder neu ausprobiert.
Und vielleicht ist genau das der Grund, warum sein Auftritt bei Popcorn Live 1999 so authentisch wirkte. Da stand niemand, der verzweifelt versucht hat, an alte Erfolge anzuknüpfen. Da stand jemand, der genau wusste, wer er ist – und wohin er möchte.
Es war kein lauter Neuanfang, kein großes „Jetzt erst recht“. Eher so ein leises Weitergehen. Ein Schritt nach dem anderen. Und genau darin lag eine gewisse Stärke, die man vielleicht erst heute, mit etwas Abstand, wirklich zu schätzen weiß.
Wenn man sich den Auftritt heute noch einmal anschaut, dann ist da nicht nur Nostalgie. Da ist auch Respekt. Für jemanden, der den Mut hatte, sich neu zu zeigen, ohne das Alte komplett abzulegen. Für jemanden, der uns ein Stück begleitet hat – und dann seinen eigenen Weg gegangen ist.
Und irgendwo sitzt man dann wieder da, vielleicht mit einem kleinen Lächeln, und denkt sich: „Ja… das war damals schon irgendwie besonders.“
Auftritt von Bastiaan Ragas bei der Popcorn live 1999:
Wer Bastiaan Ragas nur als strahlenden Caught in the Act-Star kennt, wird überrascht sein: In „Schnuller, Sex & Kinderkacke“ zeigt er sich von seiner ehrlichsten – und lustigsten – Seite. Statt kreischender Groupies und glamouröser Bühnenauftritte erzählt Bastiaan hier von schlaflosen Nächten, schreienden Babys und der chaotischen Realität als vierfacher Vater.
Mit viel Selbstironie plaudert er über Themen, über die sonst kaum jemand offen spricht: Beziehungen unter Strom, Sex nach Terminplan, Midlife-Krisen und das völlige Gefühlschaos frischgebackener Väter. Mal urkomisch, mal nachdenklich – aber immer ehrlich und mitten aus dem Leben.
Ein Must-Read für alle, die wissen wollen, wie es wirklich ist, wenn ein Popstar Windeln statt Fans managen muss. Und gleichzeitig ein liebevoller, humorvoller Blick auf das Familienleben, in dem am Ende trotz allem gilt: Alles wird gut – meistens. 😉
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