Da schaut man nach einem langen Tag kurz nach, was Bastiaan Ragas gerade macht, und bleibt an einem Titel hängen, der zwischen all den vertrauten Gesichtern überraschend klingt: „Jezus, waarom?“. Jesus, warum? Eine neue Musicalrolle, eine Lesung oder vielleicht ein sehr persönliches Projekt? Wer Bastiaan noch mit Caught In The Act, Konzertkarten im Jugendzimmer und auswendig gelernten Songtexten verbindet, darf bei dieser Ankündigung durchaus zweimal hinsehen. Zumal uns unser früherer Lieblingsstar inzwischen auch auf Niederländisch einiges zu erzählen hat, während die eigenen Sprachkenntnisse möglicherweise gerade bis zur Bestellung von Pommes reichen.
Die Antwort auf die Frage ist erfreulich konkret: Jezus, waarom? ist der Titel eines Buches und einer darauf basierenden neuen Theaterproduktion. Die offizielle Projektseite kündigt die Show mit Bas Ragas, wie Bastiaan dort genannt wird, und Lottie Hellingman ab März 2027 in den Niederlanden an. Sie verbindet Musiktheater, Schauspiel und Kabarett. Damit passt die Vermutung „Musical“ zwar zur musikalischen Seite des Projekts, beschreibt den angekündigten Abend aber nur zum Teil.
Für uns als CITA-Fans ist daran besonders spannend, wie sich ein vertrauter Künstler weiterentwickelt. Früher wollten wir vielleicht wissen, ob Bastiaan nach dem Konzert noch Zeit für ein Foto hatte; heute interessiert uns zusätzlich, welche Geschichten er erzählen möchte und warum ihn ein Thema so lange beschäftigt. Beides darf wunderbar nebeneinander bestehen. Man muss sein altes Fanherz schließlich nicht abgeben, nur weil im Bücherregal inzwischen andere Dinge stehen als die sorgfältig gesammelten Jugendzeitschriften.
Jezus, waarom? – was hinter dem niederländischen Titel steckt
Wörtlich lässt sich Jezus, waarom? mit „Jesus, warum?“ übersetzen. Schon das Fragezeichen macht neugierig, weil es einen offenen Gedanken in den Raum stellt. Auf Bastiaans eigener Buchseite trägt das Projekt die Beschreibung einer Entdeckungsreise durch die Bibel. Es geht darum, was dieses Buch eigentlich ist, woher die Gestalt Jesu kommt und welche Bedeutung die Geschichten für Menschen heute haben können. Für seine Fragen suchte Bastiaan das Gespräch mit seinem Freund, dem Pfarrer und Theologen Ad van Nieuwpoort.
Wer sich unter dem Titel zunächst eine traditionelle Jesusrolle auf der Musicalbühne vorgestellt hat, kann sich also etwas breiter orientieren. Das Projekt beschäftigt sich mit Fragen an biblische Erzählungen und deren Verbindung zum Leben. Dass dabei ausgerechnet jemand spricht, dessen Stimme uns seit den Neunzigern vertraut ist, schafft einen ungewöhnlichen Zugang. Ein Gesicht aus der eigenen Jugend öffnet gewissermaßen die Tür zu einem Thema, das man beim abendlichen Durchsehen der sozialen Medien vielleicht gar nicht gesucht hatte.
Die Neugier darf dabei ganz unterschiedlich aussehen. Manche möchten mehr über Bastiaans Gedanken erfahren, andere interessiert hauptsächlich seine Bühnenarbeit, wieder andere bringen eigene religiöse Erfahrungen mit. Für einen ersten Überblick über Jezus, waarom? braucht es jedenfalls kein theologisches Fachvokabular. Es hilft schon, die verschiedenen Veröffentlichungen auseinanderzuhalten, denn Buch, frühere Theaterarbeit und neue Show gehören thematisch zusammen, tragen aber nicht durchgehend denselben Namen. Wer mehrere Ankündigungen sieht, kann deshalb leicht den Eindruck bekommen, das gleiche Projekt werde seit Jahren immer wieder neu vorgestellt.
Das Buch von 2023 und Bastiaans persönliche Suche
Jezus, waarom? gehört tatsächlich zu einem bereits erschienenen Buch. Der Verlag Prometheus führt die niederländische Paperbackausgabe mit der ISBN 9789044648478, 296 Seiten und dem Erscheinungsdatum Oktober 2023; mittlerweile ist dort die sechste Auflage angegeben. Es handelt sich also um ein niederländischsprachiges Buch, dessen Titel nun erneut für ein Bühnenprojekt verwendet wird.
Der Ausgangspunkt reicht noch weiter zurück: Laut Verlag reisten Bastiaan und Ad van Nieuwpoort im Frühjahr 2018 zur Abtei von Egmond. Ihre dort begonnenen Gespräche bildeten die Grundlage des Buches. Bastiaan wollte verstehen, warum die biblischen Texte geschrieben wurden und wie ihre unterschiedlichen Geschichten zusammenhängen. Diese Entstehungsgeschichte erklärt, weshalb das Thema über einen einzelnen Werbeauftritt hinausgeht. Hinter Jezus, waarom? stehen länger geführte Gespräche und eine Beschäftigung, die mehrere Jahre vor dem Erscheinungstermin begann.
In einem ausführlichen Interview mit dem niederländischen Sender EO schilderte Bastiaan, dass er katholisch aufgewachsen sei und die religiöse Welt ihn schon als Kind berührt habe. Ad habe ihm später geholfen, die Texte besser zu verstehen. Besonders aufschlussreich ist seine Haltung zum Fragenstellen: In diesem Gespräch betont er die Bedeutung von Zweifel und beschreibt, dass ihn feste Etiketten für seine eigene Glaubenshaltung eher einengen. Diese Aussagen sind seine persönliche Sicht, keine verbindliche Deutung für alle, die sein Buch lesen.
Gerade für langjährige Fans macht das die Geschichte interessant. Man kennt jemanden über Jahrzehnte und merkt trotzdem, wie wenig ein Poster, ein Fernsehinterview oder ein Konzert über sein gesamtes Innenleben erzählen konnte. Das ist eigentlich ein schöner Gedanke: Auch vertraute Künstler dürfen uns überraschen. Bei Jezus, waarom? muss aus dieser Überraschung weder sofort Begeisterung noch Ablehnung werden; zunächst genügt die Erkenntnis, dass Bastiaan heute Fragen öffentlich stellt, für die in einem kurzen Boyband-Interview vermutlich kaum Platz gewesen wäre.
Was bedeutet Glaube in einer Zeit, in der die christliche Religion für viele Menschen im Alltag kaum noch eine Rolle spielt? In „Jezus, waarom?“ beschäftigt sich Bas Ragas mit grundlegenden Fragen rund um Gott, die Bibel und die Person Jesus. Dabei interessiert ihn vor allem, weshalb die biblischen Erzählungen entstanden sind und welche Bedeutung sie auch heute noch für unser Leben haben können.
Auf seiner Suche nach Antworten tauscht sich Ragas mit seinem Freund Ad van Nieuwpoort aus, einem Theologen und evangelischen Pfarrer. Aus ihren offenen Gesprächen – unter anderem während eines gemeinsamen Aufenthalts in der Abtei von Egmond – entstand eine persönliche und verständliche Annäherung an den christlichen Glauben. Das Buch richtet sich damit nicht nur an religiöse Leserinnen und Leser, sondern auch an alle, die sich für Sinnfragen interessieren oder neugierig darauf sind, was hinter den Geschichten der Bibel steckt.
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Musiktheater mit Lottie Hellingman: Das ist für 2027 angekündigt
Für die neue Inszenierung bekommt das Thema eine konkrete Handlung. Nach der offiziellen Ankündigung begleiten wir zwei Liebende auf einer Bergwanderung, die sich über vierzig Tage erstreckt. Dabei geht es um Beziehung, Lebensmitte, Nähe und die Frage nach dem Sinn. Bastiaan steht mit Lottie Hellingman auf der Bühne; Regie führt Anne Christine Girardot, produziert wird das Stück von De Rode Boksbal theaterproducties.
Das Markant Theater Maashorst nennt neben Bastiaan und Lottie auch einen Musiker und beschreibt die Vorstellung als Reise durch alte Geschichten mit Gesang und herausfordernden Fragen. Angesprochen werden ausdrücklich sowohl Gläubige als auch skeptische oder einfach neugierige Besucher. Jezus, waarom? wird damit als Abend für ein gemischtes Publikum angekündigt, dessen Mitglieder keineswegs mit denselben Überzeugungen im Saal sitzen müssen.
Die Vorstellung einer gemeinsamen Wanderung hat für Menschen mitten im Erwachsenenleben ohnehin einen gewissen Wiedererkennungswert. Man muss nur einmal mit einem geliebten Menschen über die richtige Abzweigung diskutiert haben, um zu wissen, dass sich dabei erstaunlich große Lebensfragen melden können. Wer wollte eigentlich hier entlang, warum hört niemand zu und wann gibt es endlich eine Pause? Wie die Show solche Spannungen konkret ausspielt, bleibt der Aufführung vorbehalten. Als angekündigter Rahmen bietet die Reise jedenfalls reichlich Raum für Gespräche über das Miteinander.
In Gods naam und Wees niet bang: ähnliche Themen, andere Formate
Für die Verwirrung rund um Jezus, waarom? gibt es einen nachvollziehbaren Grund: Bastiaan hat sich dem Themenfeld bereits in anderen Formaten gewidmet. „In Gods naam“, auf Deutsch ungefähr „In Gottes Namen“, war eine frühere Theaterproduktion. Die Protestantische Kirche in den Niederlanden beschreibt in ihrem Jahresbericht 2023, wie lokale Gemeinden Aufführungen ermöglichten, die kirchlich gebundene und kirchenferne Menschen ansprechen sollten. Inhaltlich ging es um biblische Impulse, Selbstreflexion und Verbindung zu anderen.
Daneben gibt es „Wees niet bang“, also „Hab keine Angst“. Bastiaans eigene Website beschreibt dieses Angebot als musikalischen Vortrag mit Bibelgeschichten, Gesang und Fragen, der sich auch für Kirchengemeinden, kulturelle Einrichtungen und kleinere Theater eignet. Bei einer Veranstaltung in Haarlem wurde die musikalische Lesung ausdrücklich als Vorbereitung auf die Theatertour 2027 angekündigt. Wenn dieser Titel auf einem Plakat steht, ist also ein anderes Format gemeint als die neue Zweierproduktion Jezus, waarom?.
Auch im Fernsehen taucht dieser Schwerpunkt auf: Für „Bijbelen met sterren“ beim Sender EO erzählt Bas Ragas biblische Geschichten, mit denen sich prominente Teilnehmer im Gespräch beschäftigen. Das ist wiederum eine Fernsehsendung. Der wiederkehrende Bezug zur Bibel verbindet die Projekte, während die jeweilige Form vom Buch über das Gespräch bis zur Bühne reicht.
Was deutsche CITA-Fans vor einem Besuch wissen sollten
Zum Recherchezeitpunkt am 27. September 2026 führt die offizielle Terminliste die neue Tour ab März 2027, beginnend am 4. März in Hoogezand. Für die weitere Planung ist die aktuelle Spielübersicht der sinnvollste Ausgangspunkt; Termine und Besetzungsangaben können sich bis zu einer Vorstellung ändern. Da Jezus, waarom? auch von Dialogen und Wortwitz lebt, sollte man vor einer Reise außerdem beim jeweiligen Theater nach Sprach- oder Übertitelungsangeboten fragen. Eine deutschsprachige Aufführung ist durch die hier ausgewerteten Ankündigungen nicht belegt.
Das Buch ist laut Verlag ebenfalls auf Niederländisch. Wer beim Lesen mehr Zeit zum Übersetzen braucht, kann darin natürlich in seinem eigenen Tempo vorgehen; bei einer Livevorstellung entscheidet dagegen die Vertrautheit mit der Sprache stärker darüber, wie viel von den Gesprächen ankommt. Das bedeutet nicht, dass man jedes einzelne Wort verstehen muss, um Musik und Bühnenpräsenz zu genießen. Es hilft aber, die eigenen Erwartungen realistisch zu setzen, besonders wenn man für Jezus, waarom? eine längere Anreise plant.
Eine weitere Neuigkeit gehört zum aktuellen Bild: Prometheus kündigt für den 7. Oktober 2026 ein neues Buch von Bas Ragas an, „Wat zou God doen?“, übersetzt „Was würde Gott tun?“. Diesmal arbeitet er mit dem Theologen Erik Idema zusammen; im Mittelpunkt stehen Lebensfragen und Erziehung. Zum Stand dieses Artikels ist es angekündigt und noch nicht erschienen. Auch dieses Buch ist ein eigener Titel und sollte beim Stöbern nicht mit dem älteren Jezus, waarom? verwechselt werden.
Am Ende bleibt an dieser Geschichte etwas sehr Vertrautes: Die Menschen, deren Musik uns begleitet hat, sind mit uns älter geworden, haben weitergearbeitet und neue Interessen entwickelt. Manches davon passt sofort zu unserem eigenen Leben, anderes macht uns erst einmal neugierig. Vielleicht wird Jezus, waarom? für einige ein Theaterbesuch, für andere ein Buch und für manche einfach die Antwort auf eine Frage beim Blick auf Bastiaans Profil. Schön ist, dass es nach all den Jahren noch etwas zu entdecken gibt – bei einem Künstler, dessen Gesicht längst vertraut ist, dessen nächstes Kapitel aber trotzdem überraschen darf.
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