Es gibt Fernsehaufnahmen, bei denen man schon nach wenigen Sekunden spürt, dass eine Band noch unmittelbar vor ihrem großen Durchbruch stand. Die Frisuren sitzen, die Choreografie ist eingeübt und der Ehrgeiz lässt sich kaum übersehen, doch von der späteren Selbstverständlichkeit großer Popstars ist noch wenig zu spüren. Genau diesen besonderen Zwischenmoment zeigen CITA im Disney Club 1994, als Benjamin Boyce, Bastiaan Ragas, Eloy de Jong und Lee Baxter „Take Me To The Limit“ in einer der bekanntesten deutschen Kindersendungen der Neunziger präsentierten.
Nur kurze Zeit zuvor waren Caught In The Act in der RTL-Serie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ aufgetreten und hatten damit in Deutschland plötzlich eine Aufmerksamkeit bekommen, auf die sie lange gewartet hatten. Vorher führten ihre Wege vor allem durch kleinere Clubs, Diskotheken und Straßenfeste in den Niederlanden. Nun öffneten sich Fernsehstudios, neue Zuschauer lernten die vier kennen und aus einem beinahe aufgegebenen Projekt wurde Schritt für Schritt eine echte Boyband-Erfolgsgeschichte. Der Auftritt von CITA im Disney Club 1994 gehört zu diesen frühen Stationen, an denen sich die Richtung sichtbar veränderte.
Der Rahmen hätte kaum nostalgischer sein können. Der Disney Club gehörte für viele Kinder fest zum Fernsehprogramm, zwischen Spielen, Sketchen und Zeichentrickserien wie „Darkwing Duck“, „Käpt’n Balu“ oder der „Gummibärenbande“. Mitten in dieser farbenfrohen Welt standen plötzlich vier junge Männer, deren Gesichter bald in zahllosen Jugendzeitschriften auftauchen sollten. CITA im Disney Club 1994 waren noch nicht die europaweit gefeierten Stars der folgenden Jahre, aber genau deshalb ist diese Aufnahme heute eine so wertvolle Rarität.
CITA im Disney Club 1994 kurz nach dem GZSZ-Durchbruch
Die Geschichte von Caught In The Act begann nicht mit sofortigem Ruhm. Die Band war bereits seit 1992 aktiv, hatte frühe Singles veröffentlicht und zahlreiche Auftrittsmöglichkeiten genutzt, doch der erhoffte Erfolg stellte sich in den Niederlanden nur langsam ein. „Hey You“, „Gonna Make You Mine“ und später „Take Me To The Limit“ reichten zunächst nicht aus, um Benjamin, Bastiaan, Eloy und Lee dauerhaft in die großen Charts oder auf die wichtigsten Bühnen zu bringen. Stattdessen spielten sie dort, wo sich eine Gelegenheit bot und ein Publikum bereit war zuzuhören.
Diese Jahre müssen anstrengend gewesen sein. Man probt wochenlang, reist zu kleinen Veranstaltungen, investiert Energie in Songs und Choreografien und weiß trotzdem nicht, ob daraus jemals eine sichere Karriere entsteht. Caught In The Act traten in Clubs, Diskotheken und auf Straßenfesten auf, bauten sich eine kleine Fangemeinschaft auf und mussten zugleich erleben, dass ihre Singles kaum größere Wirkung erzielten. Als CITA im Disney Club 1994 auf der Bühne standen, lag diese unsichere Phase noch direkt hinter ihnen.
Im Herbst 1994 waren die vier offenbar an einem Punkt angekommen, an dem sie das Projekt beinahe aufgeben wollten. Dann erhielten sie die Gelegenheit, in „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ aufzutreten. Die Reichweite der Daily Soap brachte ihnen in Deutschland genau jene Sichtbarkeit, die zuvor gefehlt hatte. Zuschauer, die eigentlich das Leben ihrer Serienfiguren verfolgten, entdeckten plötzlich eine neue Boyband – und wollten anschließend mehr von ihr sehen.
Der Disney Club gehörte zu den Möglichkeiten, die sich nach diesem Fernsehkontakt ergaben. Für eine aufstrebende Band war die Kindersendung keineswegs ein unbedeutender Termin. Sie erreichte ein großes junges Publikum und wurde häufig gemeinsam mit Geschwistern oder Eltern geschaut. CITA im Disney Club 1994 konnten sich damit Menschen vorstellen, die vielleicht zum ersten Mal bewusst einen Song der vier hörten und wenige Monate später bereits Poster sammelten.
Rückblickend wirkt diese Entwicklung fast märchenhaft: Gerade noch dachte die Band über das Ende nach, dann öffnete ein Serienauftritt die Tür zum deutschen Markt. Natürlich war der spätere Erfolg nicht das Ergebnis eines einzigen Abends. Er brauchte weitere Songs, Interviews, Tourneen und unzählige Termine. Doch CITA im Disney Club 1994 markieren einen jener frühen Schritte, an denen aus Hoffnung wieder ein realistischer Plan wurde.
Take Me To The Limit vor dem großen CITA-Erfolg
„Take Me To The Limit“ war bereits eine frühe Single der Band und wurde 1994 in den Niederlanden veröffentlicht. Der Titel stammte noch aus jener musikalischen Phase vor „Love Is Everywhere“, „Let This Love Begin“ und all den Liedern, mit denen CITA später fest verbunden wurden. Wer den Disney-Club-Auftritt heute sieht, begegnet deshalb einem Stück Vorgeschichte: einem Song, der den internationalen Durchbruch nicht selbst brachte, aber zum Weg dorthin gehörte.
Frühe Singles verschwinden in erfolgreichen Bandbiografien leicht hinter den großen Hits. Sobald ein bestimmter Sound funktioniert, konzentrieren Rückblicke sich verständlicherweise auf die Titel, die jeder mitsingen kann. Doch gerade Aufnahmen wie die von CITA im Disney Club 1994 zeigen, wie wichtig auch die weniger erfolgreichen Versuche waren. Bei jedem Song sammelten die vier Bühnenerfahrung, lernten als Gruppe zu funktionieren und entwickelten die Mischung aus Gesang, Tanz und unterschiedlichen Persönlichkeiten, die später ihre Stärke wurde.
„Take Me To The Limit“ besitzt zudem jene unverkennbare Energie früher Neunziger-Popproduktionen. Der Song sollte direkt wirken, die Choreografie musste sich in einem Fernsehstudio umsetzen lassen und jedes Bandmitglied sollte genügend sichtbar sein, damit das Publikum möglichst schnell einen Favoriten finden konnte. Das klingt nach berechneter Vermarktung, war aber zugleich ein bewährter Weg, eine neue Gruppe vorzustellen. Bei CITA im Disney Club 1994 konnte man bereits beobachten, wie Benjamin, Bastiaan, Eloy und Lee gemeinsam ein Bild formten, ohne vollkommen gleich zu wirken.
Aus heutiger Perspektive betrachtet man den Auftritt natürlich mit dem Wissen um alles, was danach kam. Man kennt die Konzerte, Goldenen Schallplatten und den enormen Fanzuspruch der folgenden Jahre. Dadurch bekommt jede frühe Bewegung eine zusätzliche Bedeutung. Ein Blick in die Kamera wirkt wie ein Versprechen, ein gemeinsamer Tanzschritt wie die Probe für viel größere Bühnen. CITA im Disney Club 1994 wussten selbst noch nicht, wie nah der Durchbruch tatsächlich war.
Genau das macht die Aufnahme so sympathisch. Die vier wirken ehrgeizig, aber nicht abgeklärt. Der Auftritt ist professionell, trägt jedoch noch die Spannung eines wichtigen Bewerbungsgesprächs in sich. Jeder Fernsehtermin konnte neue Chancen eröffnen, also musste „Take Me To The Limit“ sitzen. Bei CITA im Disney Club 1994 sieht man keine Band, die sich auf ihrem Erfolg ausruht, sondern vier junge Männer, die ihn gerade erst erreichen wollen.
Der Disney Club gehörte fest zu den Neunzigern
Der Disney Club wurde von 1991 bis 1995 im Ersten ausgestrahlt und war für viele Kinder ein fester Bestandteil des Wochenendes. Das Konzept verband Moderation, Spiele, Sketche, Musik und Zeichentrickserien zu einer Sendung, die nicht nur einzelne Disney-Filme bewarb, sondern eine ganze Fernsehwelt schuf. Wer einschaltete, wusste, dass Abenteuer, Humor und vertraute Figuren warteten – und gelegentlich eben auch ein musikalischer Gast, über den am nächsten Tag gesprochen wurde.
Zu den prägenden Moderationsgesichtern gehörten unter anderem Stefan Pinnow, Ralf Bauer, Antje Pieper und später Judith Pinnow. Doch für viele Zuschauer waren mindestens ebenso wichtig die Serien, die innerhalb des Programms liefen. „Käpt’n Balu und seine tollkühne Crew“, „Darkwing Duck“, „Chip und Chap – Die Ritter des Rechts“, „Arielle, die Meerjungfrau“ und „Disneys Gummibärenbande“ machten die Sendung zu einem Treffpunkt für ganz unterschiedliche Lieblingsfiguren. Als CITA im Disney Club 1994 auftraten, betraten sie deshalb ein Studio, das für sein junges Publikum längst mit starken Erinnerungen verbunden war.
Fernsehen funktionierte damals anders als heute. Episoden und Musikauftritte waren nicht jederzeit abrufbar, und wer die Sendung verpasste, musste auf eine Wiederholung oder eine rechtzeitig programmierte Videokassette hoffen. Das gemeinsame Anschauen besaß dadurch einen Ereignischarakter. Wenn CITA im Disney Club 1994 plötzlich „Take Me To The Limit“ sangen, konnte daraus innerhalb weniger Minuten ein neuer Lieblingsmoment entstehen, den man anschließend nur aus der Erinnerung oder von einer verrauschten Aufnahme kannte.
Auch die Mischung aus Kindersendung und Boyband erwies sich als ideal. Jüngere Zuschauer lernten die vier kennen, ältere Geschwister blieben freiwillig etwas länger vor dem Fernseher, und Eltern konnten den Auftritt zumindest nicht mit der Begründung verbieten, die Sendung sei ungeeignet. Der Disney Club bot eine familienfreundliche Bühne, auf der Popmusik trotzdem aufregend sein durfte. CITA im Disney Club 1994 erreichten so ein Publikum, das später mit der Band und ihren Songs weiterwachsen konnte.
1996 wurde die Sendung vom „Tigerenten Club“ abgelöst, den Stefan und Judith Pinnow zunächst ebenfalls moderierten. Caught In The Act sollten auch dort noch auftreten und damit eine kleine Verbindung zwischen zwei großen Kinderfernsehformaten schaffen. Der Disney-Club-Moment von 1994 bleibt jedoch besonders, weil er die Band kurz vor ihrer erfolgreichsten Zeit zeigt. CITA im Disney Club 1994 gehören deshalb nicht nur zur Musikgeschichte der Gruppe, sondern ebenso zu den Fernseherinnerungen einer ganzen Generation.
Warum dieser frühe Disney-Auftritt heute so wertvoll ist
Wer nur die großen Hits von Caught In The Act kennt, könnte „Take Me To The Limit“ leicht als kleine Randnotiz betrachten. Für die Bandgeschichte erzählt der Song jedoch von Durchhaltevermögen. Die frühen Veröffentlichungen blieben hinter den Hoffnungen zurück, doch die vier arbeiteten weiter, traten auf und nutzten neue Gelegenheiten. Als CITA im Disney Club 1994 erschienen, war der Erfolg noch nicht abgesichert. Gerade deshalb besitzt die Performance eine Energie, die spätere Routine kaum nachbilden kann.
Der Auftritt erinnert außerdem daran, dass Karrieren selten so geradlinig verlaufen, wie sie im Rückblick erscheinen. Zwischen Bandgründung und Durchbruch lagen Enttäuschungen, schlecht besuchte Termine und die ernsthafte Überlegung, aufzuhören. Der GZSZ-Auftritt wurde zum Wendepunkt, doch erst viele weitere Stationen machten aus dieser Chance eine dauerhafte Karriere. CITA im Disney Club 1994 waren ein Teil dieser Aufbauarbeit – vielleicht nur wenige Minuten Fernsehen, aber genau die richtigen Minuten vor dem passenden Publikum.
Für Fans liegt der Reiz natürlich auch in den kleinen Details. Die Kleidung, die Studiokulisse, die Kameraführung und selbst die Bildqualität holen das Gefühl der frühen Neunziger zurück. Man erinnert sich daran, wie man vor dem Fernseher saß, Zeichentrickserien schaute und plötzlich einer Band begegnete, die wenig später das eigene Jugendzimmer übernehmen sollte. CITA im Disney Club 1994 sind damit nicht nur ein historischer Auftritt, sondern ein Auslöser für sehr persönliche Erinnerungen.
Wer die Disney-Musik dieser Zeit liebt, findet hier ein Songbook mit bekannten Disney-Liedern.* Noch wichtiger ist für CITA-Fans jedoch das Video unter diesem Beitrag. Es bewahrt einen Moment, den man damals leicht hätte übersehen können und heute umso genauer betrachtet. Benjamin, Bastiaan, Eloy und Lee standen am Beginn einer neuen Phase, und „Take Me To The Limit“ brachte sie ein kleines Stück näher an das Publikum, das bald nicht mehr genug von ihnen bekommen konnte.
Vielleicht ist genau das die schönste Erkenntnis dieser Aufnahme: Die größten Erinnerungen kündigen sich nicht immer als solche an. Manchmal laufen sie zwischen einem Sketch und einer Zeichentrickserie, dauern nur wenige Minuten und werden erst Jahre später zu einer echten Rarität. CITA im Disney Club 1994 zeigen vier junge Männer, die noch um ihre Zukunft kämpften – und ein Publikum, das gerade erst begann, sich in sie zu verlieben.
Caught In The Act im Disney Club 1994 mit „Take me to the limit“:
Eloy de Jong blickt auf ein Leben zurück, das berührt, inspiriert und zeigt, wie viel Stärke in einem Menschen stecken kann. Seine neue Biografie zeichnet seinen Weg vom Kind aus Den Haag, das in der Schule häufig aneckte, bis hin zu einem der erfolgreichsten Schlagerkünstler Deutschlands nach – und erzählt dabei von all den Momenten, die ihn geprägt haben.
Das Buch nimmt dich mit zu seinen ersten Jahren als Tänzer, den Zeiten des Zweifelns und der Ausgrenzung und natürlich zu dem Tag, an dem er beim Casting für Caught in the Act sein Leben für immer veränderte. Aber auch die weniger glamourösen Seiten kommen vor: frühe Misserfolge, der Druck des Ruhms, das Ende der Boyband und die Suche nach einer neuen Richtung.
Besonders bewegend sind die Kapitel über seine bedeutenden Beziehungen – unter anderem zu Stephen Gately und Carlo Boszhard – sowie über seinen größten privaten Wegabschnitt: das Leben als Teil einer Regenbogenfamilie, die Geburt der Zwillinge und der schmerzhafte Abschied von Milon.
Die Biografie beleuchtet ebenso seine Rückkehr ins Rampenlicht, den Solo-Erfolg mit „Kopf aus – Herz an“, seine Zusammenarbeit mit anderen Künstlern und seine wachsende Rolle als inspirierende Stimme in der LGBTQ+-Community. Ergänzt wird das alles durch eindrucksvolle Fotos und viele persönliche Einblicke, die Eloys Entwicklung greifbar machen.
Für alle Fans von Caught in the Act, Schlagerliebhaber oder Menschen, die Eloy schon lange begleiten, ist dieses Buch ein emotionales und sehr aufrichtiges Porträt eines außergewöhnlichen Lebenswegs.
Das erwartet dich im Buch:
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Ein ehrlicher Blick auf Eloys Kindheit, erste Träume und Hindernisse
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Der komplette Weg von CITA bis zu seinen heutigen Erfolgen
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Private Geschichten über Liebe, Familie, Mut und Verlust
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Viele großformatige Fotos aus seinem Leben
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Ein inspirierendes Porträt eines Künstlers, der nie aufgehört hat, an sich zu glauben
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