Kreischalarm in Oberhausen: Caught in the Act bei The Dome 1997
Es gibt Fernsehmomente aus den 90ern, die man nicht einfach nur gesehen hat, sondern die sich irgendwo zwischen Bravo-Poster, Kassettendeck und Herzklopfen festgesetzt haben. Manchmal reicht heute schon ein paar Sekunden altes Videomaterial, ein verschwommener Bühnenausschnitt oder dieses typische Licht einer großen Musikshow, und plötzlich ist man wieder dort, wo alles ein bisschen lauter, bunter und dramatischer war. Genau so ein Moment war Caught in the Act bei The Dome 1997, als Lee Baxter, Eloy de Jong, Benjamin Boyce und Bastiaan Ragas in Oberhausen auf die Bühne kamen und für viele Fans aus einem ganz normalen Samstag einen kleinen Ausnahmezustand machten.
Am 25. Januar 1997 fand die erste Ausgabe von The Dome in Oberhausen statt, damals noch in der Arena Oberhausen, die später als König-Pilsener-Arena bekannt wurde und heute Rudolf Weber-ARENA heißt. Schon allein diese Mischung aus riesiger Halle, Live-Publikum, Musikfernsehen und Stars zum Anfassen hatte etwas, das wir in den 90ern quasi inhaliert haben. Es war diese Zeit, in der man Musiksendungen nicht nebenbei laufen ließ, sondern davor saß, als hinge das weitere Leben davon ab. Fernbedienung in der Hand, Videorekorder bereit, Daumen auf Aufnahme, und wehe, jemand aus der Familie kam auf die Idee, genau in diesem Moment durch das Bild zu laufen.
The Dome war damals keine kleine TV-Show, sondern ein Pop-Ereignis, das sich anfühlte wie ein Klassentreffen der Charts. La Bouche, DJ BoBo, Scooter, Tic Tac Toe, Die Fantastischen Vier, Masterboy, Real McCoy, X-Perience, Bed & Breakfast, Human Nature, *NSYNC und viele weitere Acts standen bei dieser ersten Ausgabe auf dem Programm. Für 90er-Fans war das natürlich schon ein ziemliches Brett, wie man heute sagen würde. Damals hätte man vermutlich eher gesagt: „Oh mein Gott, hast du gesehen, wer alles da ist?“ Und dann kam der Moment, auf den viele Mädchen und sicher auch so mancher heimlich verliebte Junge gewartet hatten: Caught in the Act betraten die Bühne.
Wenn Oberhausen plötzlich nach Bravo, Haarspray und Herzklopfen roch
Wer die 90er als Fan erlebt hat, weiß, dass Konzerte und TV-Auftritte damals nicht einfach nur Termine waren. Sie waren kleine emotionale Großereignisse. Man plante sein Leben darum herum, markierte Sendetermine im Kalender, informierte Freundinnen telefonisch, weil WhatsApp noch Zukunftsmusik war, und hoffte inständig, dass der Videorekorder nicht wieder irgendeinen Wackelkontakt hatte. Gerade The Dome war für uns Fans ein Format, bei dem alles zusammenkam, was diese Zeit ausgemacht hat: kreischende Zuschauer, bunte Bühnenoutfits, Moderationen mit ordentlich Energie und eine Stimmung, die irgendwo zwischen Schulfest, Pop-Olymp und kollektivem Teenie-Zusammenbruch lag.
Oberhausen passte für diese erste Ausgabe erstaunlich gut. Die Arena war groß genug, um diesen Moment riesig wirken zu lassen, aber gleichzeitig hatte das Ganze noch diesen besonderen Anfangszauber. Niemand wusste damals, dass The Dome sich zu einer der bekanntesten Musikshows der späten 90er und frühen 2000er entwickeln würde. Für viele war es einfach eine neue große Bühne, auf der die Stars standen, die man sonst nur aus Musikvideos, Zeitschriften und sorgsam ausgeschnittenen Bravo-Artikeln kannte. Dass Caught in the Act bei The Dome 1997 dabei waren, fühlte sich deshalb nicht nur wie ein weiterer TV-Auftritt an, sondern wie eine Bestätigung: Unsere Jungs gehörten mitten hinein in diese Popwelt.
Und dann natürlich diese Geräuschkulisse. Wer jemals alte Auftritte von Caught in the Act gesehen hat, kennt dieses ganz spezielle Kreischen, das nicht einfach nur laut war, sondern eine eigene Sprache sprach. Es sagte: „Ich habe seit Wochen auf diesen Moment gewartet.“ Es sagte: „Ich habe wahrscheinlich ein Poster von euch über meinem Bett.“ Und es sagte sehr wahrscheinlich auch: „Meine Eltern verstehen mich nicht, aber ihr schon.“ Aus heutiger Sicht kann man darüber schmunzeln, aber damals war das vollkommen ernst gemeint. Die Gefühle waren groß, die Frisuren manchmal auch, und wenn Lee, Eloy, Benjamin oder Bastiaan nur einmal in Richtung Kamera lächelten, hatte der ganze Nachmittag plötzlich einen Sinn.
Caught in the Act bei The Dome 1997: ein Auftritt wie ein Teenie-Erdbeben
Der Auftritt von Caught in the Act bei The Dome 1997 war genau das, was man von einer Boyband-Performance in dieser Zeit erwartete: ein bisschen Drama, viel Bewegung, starke Stimmen, große Gesten und diese unnachahmliche Mischung aus Perfektion und jugendlicher Energie. Die Jungs performten unter anderem „Bring Back the Love“ und „Ain’t Just Another Story“, zwei Songs, die wunderbar zu dieser Phase der Band passten. Sie waren längst nicht mehr nur die süßen Posterboys, die man aus den ersten Bravo-Berichten kannte, sondern eine Band, die ihre Pop-Show souverän auf eine große Bühne brachte.
Natürlich war es trotzdem unmöglich, sie völlig sachlich zu betrachten. Das war ja gerade der Punkt. Bei Caught in the Act ging es nie nur um Musik, sondern immer auch um dieses Gefühl, dass da vier Jungs auf der Bühne standen, die für jede Fan-Fantasie eine andere Tür öffneten. Lee mit seinem britischen Charme und dieser Mischung aus Bühnenpräsenz und leichtem Schalk im Blick, Eloy mit dieser warmen Ausstrahlung, Benjamin mit seinem markanten Gesicht und Bastiaan mit dem gewissen niederländischen Drama-Faktor, bei dem man als Teenager schon mal vergessen konnte, was man eigentlich sagen wollte.
Bei The Dome kam noch hinzu, dass die Kamera jeden kleinen Moment einfing. Ein Blick, ein Lächeln, eine Bewegung mit dem Mikrofon, eine Drehung in der Choreografie, und irgendwo vor dem Fernseher wurde wahrscheinlich gerade ein Kissen gedrückt, als ginge es um Leben und Tod. Wer damals Fan war, erinnert sich vielleicht nicht mehr an jedes Detail der Sendung, aber an das Gefühl sehr wohl. Dieses leichte Kribbeln, wenn die Moderation den nächsten Act ankündigte. Dieses innere „Bitte, bitte jetzt CITA“. Und dann dieses kurze Aussetzen der Realität, sobald sie wirklich da waren.
Rückblickend ist genau das so faszinierend. Heute schauen wir solche Auftritte mit erwachsenen Augen, sehen vielleicht die Bühnenmode, die Lichttechnik oder die typischen Bewegungen einer 90er-Popshow, aber darunter liegt noch immer dieses alte Teenie-Gefühl. Es ist nicht weg. Es hat nur gelernt, morgens Kaffee zu trinken, Rechnungen zu bezahlen und beim Blick auf alte Videos leise zu murmeln: „Ach du meine Güte, wie sehr habe ich das damals geliebt.“
Warum The Dome für 90er-Fans so wichtig war
The Dome wurde in den späten 90ern schnell zu einem festen Bestandteil der deutschen Musikfernsehlandschaft. Die Show brachte regelmäßig aktuelle Chartacts auf eine große Bühne und wurde vor Live-Publikum aufgezeichnet. Für uns bedeutete das: Man bekam nicht nur ein Musikvideo zu sehen, das irgendwo auf einem Sender lief, sondern eine Performance, bei der etwas passierte. Es gab Publikum, es gab Moderatoren, es gab Bühnenmomente, kleine Pannen, Aufregung und diese besondere Atmosphäre, die sich nicht vollständig planen ließ.
Gerade deshalb hatte The Dome eine andere Wirkung als viele andere Formate. Es fühlte sich näher an als ein reines Musikvideo, aber größer als ein Studiobesuch bei einer Nachmittagssendung. Wer im Publikum stand, konnte seinen Stars zumindest für ein paar Minuten räumlich nah sein. Wer zu Hause vor dem Fernseher saß, hatte wenigstens das Gefühl, dabei zu sein. Und für Fans, die in den 90ern nicht mal eben jedes Konzert besuchen konnten, war genau das Gold wert. Viele von uns waren abhängig von TV-Auftritten, Zeitschriften, Fanclub-Infos und Mitschnitten, die man auf VHS sammelte, beschriftete und wehe, jemand überspielte sie mit Formel 1 oder einem Tatort.
The Dome war außerdem ein Zeitdokument. Wenn man heute die erste Ausgabe von 1997 anschaut, sieht man nicht nur einzelne Künstler, sondern eine ganze Pop-Ära. Eurodance, Boygroups, Girlpower, Rap, Pop-Schlager-Elemente, internationale Newcomer und deutsche Chartstürmer standen nebeneinander, als wäre das völlig selbstverständlich. Genau diese wilde Mischung machte die 90er aus. Es war nicht alles glatt sortiert, und vielleicht war es gerade deshalb so aufregend. Man konnte in einer Sendung Scooter, Tic Tac Toe, DJ BoBo und Caught in the Act erleben, ohne dass jemand groß erklären musste, warum das zusammenpasste. Es passte einfach, weil die 90er so waren.
Caught in the Act trafen bei The Dome genau den Nerv dieser Zeit. Sie waren romantisch genug für Herzchen in Schulheften, tanzbar genug für Kinderzimmer-Choreografien und international genug, um ein bisschen Weltstar-Gefühl in deutsche Wohnzimmer zu bringen. Ihre Songs klangen nach großen Gefühlen, nach Sehnsucht, nach Freundschaft, nach Liebe, und natürlich auch ein bisschen nach der festen Überzeugung, dass man eines Tages ganz zufällig einem der Jungs begegnen würde. Im Einkaufszentrum. Am Flughafen. Oder, sehr realistisch, direkt vor dem eigenen Kinderzimmerfenster. Man hatte ja Fantasie.
Zwischen Boyband-Magie und Live-TV-Gänsehaut
Caught in the Act waren in den 90ern mehr als nur eine Band. Sie waren Projektionsfläche, Trostspender, Schwärmerei, Posterwand und Soundtrack einer Lebensphase, in der jedes Gefühl mindestens drei Nummern größer war. Wenn man sich heute fragt, warum ein Auftritt wie Caught in the Act bei The Dome 1997 so lange im Gedächtnis bleibt, dann liegt es nicht nur an der Performance selbst. Es liegt daran, dass diese Auftritte mit unseren eigenen Erinnerungen verwachsen sind.
Vielleicht erinnert man sich daran, wie man damals mit einer Freundin telefonierte und gleichzeitig die Sendung schaute. Vielleicht weiß man noch, dass man den Fernseher viel zu laut gestellt hatte, bis jemand aus dem Nebenzimmer rief, ob es denn unbedingt so sein müsse. Natürlich musste es. Vielleicht saß man auch allein vor dem Gerät, mit einem Stapel Zeitschriften neben sich, und hatte dieses seltsame Gefühl, dass diese vier Jungs auf der Bühne irgendwie zum eigenen Leben gehörten, obwohl sie keine Ahnung hatten, dass man existierte. Das war Fan-Sein in den 90ern: ein bisschen irrational, ziemlich intensiv und rückblickend wunderschön harmlos.
Besonders charmant ist auch, wie sehr sich die Wahrnehmung mit den Jahren verändert hat. Damals achtete man vielleicht darauf, wer am meisten in die Kamera lächelte, wer welche Jacke trug oder ob die Choreografie genauso aussah wie beim letzten Auftritt. Heute sieht man zusätzlich, wie viel Arbeit hinter solchen Momenten steckte. Proben, Reisen, Promo-Termine, Interviews, Maske, Technik, Timing, Anspannung und dann trotzdem dieses professionelle Lächeln, sobald das Licht anging. Boybands wurden oft belächelt, aber wer ehrlich hinschaut, erkennt: Diese Jungs mussten liefern, und zwar ständig.
Bei The Dome 1997 funktionierte genau das. Caught in the Act wirkten präsent, eingespielt und voller Energie. Sie brachten diese typische CITA-Wärme mit, die ihre Auftritte bis heute so besonders macht. Es war nie nur das reine Abspulen eines Songs. Da war immer dieser Kontakt zum Publikum, dieses Wechselspiel zwischen Bühne und Fans, dieser kleine Funke, der sofort übersprang. Und wenn man bedenkt, wie laut, voll und aufregend so eine Show gewesen sein muss, ist es fast erstaunlich, wie selbstverständlich sie diesen Moment getragen haben.
Warum dieser Moment bis heute hängen bleibt
Dass wir heute noch über Caught in the Act bei The Dome 1997 sprechen, sagt viel über die Kraft solcher Erinnerungen aus. Natürlich könnte man nüchtern sagen: Es war ein TV-Auftritt in einer Musikshow. Punkt. Aber wer so denkt, hat vermutlich nie mit klopfendem Herzen vor dem Fernseher gesessen, während im Hintergrund der Videorekorder lief und man hoffte, dass die Kassette noch genug Platz hatte. Für Fans war dieser Auftritt ein kleines Stück Popgeschichte, aber eben auch ein Stück eigene Geschichte.
The Dome selbst wurde später viele Jahre lang fortgeführt, tourte durch verschiedene Städte und brachte unzählige Acts auf die Bühne. Auch große Namen der folgenden Popgenerationen standen dort, von Britney Spears über Christina Aguilera bis zu Sarah Connor, den No Angels, Blue oder Tokio Hotel. Doch die erste Ausgabe in Oberhausen hatte ihren ganz eigenen Charme, weil sie am Anfang von allem stand. Sie war noch neu, noch frisch, noch ein bisschen unberechenbar, und mittendrin standen Caught in the Act zu einer Zeit, in der ihr Erfolg in Deutschland auf einem echten Höhepunkt war.
Vielleicht ist genau das der Grund, warum dieser Auftritt so gut in die Erinnerung passt. Er vereint alles, was wir an den 90ern geliebt haben: große Popmomente, echte Fan-Euphorie, Bühnenoutfits, die man heute mit einem liebevollen Lächeln betrachtet, und Songs, die sofort wieder Bilder im Kopf auslösen. Man hört ein paar Takte, und schon ist man wieder 16, trägt vielleicht ein viel zu enges Top, hat Lipgloss in der Jackentasche und ist überzeugt, dass niemand auf der Welt so schön leidend in eine Kamera schauen kann wie ein Boyband-Mitglied im Jahr 1997.
Unten auf dieser Seite könnt Ihr Euch den Auftritt von Caught in the Act bei The Dome 1997 noch einmal ansehen. Und vielleicht geht es Euch dann wie vielen von uns: Man klickt eigentlich nur aus Neugier auf das Video, bleibt aber mit einem Lächeln hängen, weil sich plötzlich wieder dieses alte Gefühl meldet. Dieses warme, leicht verrückte, herrlich übertriebene 90er-Gefühl, das irgendwo zwischen Kreischalarm und Kinderzimmerwand wohnt.
Am Ende war The Dome 1997 nicht einfach nur eine Musikshow, und Caught in the Act waren nicht einfach nur ein Programmpunkt unter vielen. Für Fans war es ein Moment, in dem alles zusammenkam: die Band, die Songs, die Bühne, das Publikum und diese besondere Zeit, in der Popmusik noch nach Sammelpostern, Telefonkarten, VHS-Kassetten und heimlichem Schwärmen klang. Und genau deshalb fühlt sich dieser Auftritt bis heute nicht alt an. Er fühlt sich an wie ein kleiner Besuch bei der Version von uns selbst, die damals vor dem Fernseher saß und für ein paar Minuten sicher war: Das hier, genau das hier, ist Magie.
Caught In The Act bei The Dome in Oberhausen:
Bring back the love & Ain’t just another story:
Do it for love:
Eloy de Jong blickt auf ein Leben zurück, das berührt, inspiriert und zeigt, wie viel Stärke in einem Menschen stecken kann. Seine neue Biografie zeichnet seinen Weg vom Kind aus Den Haag, das in der Schule häufig aneckte, bis hin zu einem der erfolgreichsten Schlagerkünstler Deutschlands nach – und erzählt dabei von all den Momenten, die ihn geprägt haben.
Das Buch nimmt dich mit zu seinen ersten Jahren als Tänzer, den Zeiten des Zweifelns und der Ausgrenzung und natürlich zu dem Tag, an dem er beim Casting für Caught in the Act sein Leben für immer veränderte. Aber auch die weniger glamourösen Seiten kommen vor: frühe Misserfolge, der Druck des Ruhms, das Ende der Boyband und die Suche nach einer neuen Richtung.
Besonders bewegend sind die Kapitel über seine bedeutenden Beziehungen – unter anderem zu Stephen Gately und Carlo Boszhard – sowie über seinen größten privaten Wegabschnitt: das Leben als Teil einer Regenbogenfamilie, die Geburt der Zwillinge und der schmerzhafte Abschied von Milon.
Die Biografie beleuchtet ebenso seine Rückkehr ins Rampenlicht, den Solo-Erfolg mit „Kopf aus – Herz an“, seine Zusammenarbeit mit anderen Künstlern und seine wachsende Rolle als inspirierende Stimme in der LGBTQ+-Community. Ergänzt wird das alles durch eindrucksvolle Fotos und viele persönliche Einblicke, die Eloys Entwicklung greifbar machen.
Für alle Fans von Caught in the Act, Schlagerliebhaber oder Menschen, die Eloy schon lange begleiten, ist dieses Buch ein emotionales und sehr aufrichtiges Porträt eines außergewöhnlichen Lebenswegs.
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